DE3736498C2 - Leitende Kontaktschicht für eine auf die Haut eines Patienten aufzusetzende Elektrode - Google Patents
Leitende Kontaktschicht für eine auf die Haut eines Patienten aufzusetzende ElektrodeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine leitende Kontaktschicht für eine auf
die Haut eines Patienten aufzusetzende Elektrode.
Derartige Kontaktschichten müssen geeignet sein, mit der Haut des
Patienten einen geringen Übergangswiderstand zu bilden und die
elektrischen Signale gut zu leiten.
Durch die DE-PS 27 27 396 ist eine derartige Kontaktschicht
bekannt, die im wesentlichen aus einem hochmolekularen Poly
saccharid besteht, dem als Quellmittel ein Polyol zugegeben ist.
Die Leitfähigkeit beruht auf Protonen der Carboxylgruppen der
Polysaccharide und ggf. von zugesetzten, vorzugsweise mehr
basischen Säuren.
Derartige Kontaktschichten, die insbesondere Karaya als Poly
saccharid aufweisen, haben sich in der Praxis bewährt, weil sie
die zur Anpassung an die Haut erforderliche Elastizität aufwei
sen, sich unter Einwirkung der Hauttemperatur oberflächlich ver
flüssigen und praktisch rückstandsfrei von der Haut des Patien
ten nach Gebrauch wieder abziehen lassen. Die Herstellung der
Kontaktschicht gestaltet sich jedoch relativ kompliziert und
teuer, so daß einer breiteren Verwendung dieser Kontaktschichten
finanzielle Hindernisse entgegenstehen.
Es sind darüber hinaus leitende Kontaktschichten bekannt, die im
wesentlichen durch einen wäßrigen Dispersionskleber gebildet
sind, in dem eine in wäßriger Lösung dissoziierende Substanz
gelöst ist (z. B. EP-A-85 327). Derartige Elektroden bilden hin
sichtlich der Hautverträglichkeit, ihrer Handhabung und Her
stellbarkeit Probleme.
Es sind ferner Elektroden auf der Basis von Gelen in Benutzung,
deren Kontaktschicht sich allerdings beim Austreten von Kalzium
salzen aus der Haut des Patienten verflüssigen, so daß nach ei
niger Zeit keine zuverlässigen Meßwerte mehr zu erhalten sind.
Die Kontaktschichten dieser Elektroden neigen darüber hinaus zum
Austrocknen, so daß sie in mit Aluminium beschichteten Kunst
stoffbeuteln bis zur Anwendung verpackt transportiert und gela
gert werden müssen.
Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, eine lei
tende Kontaktschicht der eingangs erwähnten Art zu erstellen,
die einfach und preisgünstig zu fertigen ist, gegen Austrocknen
unanfälliger ist und die auch beim längeren Gebrauch auf der
Haut zuverlässig funktioniert.
Diese Aufgabe wird mit einer leitenden Kontaktschicht der ein
gangs erwähnten Art gelöst, die aus einem aushärtenden kolloiden
System besteht, das aus einem in einer hygroskopischen Flüssig
keit unter Zusatz von Wasser verteilten Quellmittel sowie einer
darin gelösten dissoziierenden Substanz besteht, dem ein Gerbzu
satz zugesetzt ist.
Die erfindungsgemäß leitende Kontaktschicht ist aus sehr ein
fachen Bestandteilen gebildet, die sich in einfacher Form mischen
lassen und geeignet sind, eine elastische feste Schicht zu bil
den, die unter der Einwirkung der Hauttemperatur sich oberfläch
lich verflüssigt - und daher einen guten Kontakt mit der Haut
herzustellen in der Lage ist -, jedoch gegen weitere Verflüssi
gungen durch aus der Haut austretende Salze unempfindlich ist,
weil durch den Gerbzusatz das kolloide System, das auch ein
kohärentes oder inkohärentes Gel sein kann, in seiner Wasserlös
lichkeit gehemmt wird, so daß keine Erweichung auftritt.
Als Quellmittel bietet sich Gelatine in Pulverform oder als
Gelatinesol an, die in einem hygroskopischen Lösungsmittel ver
teilt ist. Damit sind sehr hautfreundliche Komponenten in dem
Dispersionsmittel enthalten. Das Dispersionsmittel enthält ferner
eine hygroskopische Flüssigkeit, die vorzugsweise durch ein
Polyol, insbesondere durch 1,2-Propandiol, gebildet ist. In dem
Dispersionsmittel können übliche Salze als dissoziierende
Substanz gelöst sein. Übliche zu diesem Zweck verwendete Salze
sind Alkali- und Erdalkalihalogenide, vorzugsweise Kaliumchlorid,
das eine geringe Rauschspannung gewährleistet.
Die Verfestigung des erfindungsgemäßen kolloiden Systems entsteht
durch die Zugabe des Gerbsalzes zu dem durch das Quellmittel
bereits verdickten Dispersionsmittel. In Frage kommende Gerbsalze
sind Aluminiumsulfat, Kaliumaluminiumsulfat, Ammoniumaluminium
sulfat, Tamin oder andere synthetische Gerbstoffe. Als bevorzug
tes Gerbsalz hat sich Aluminiumsulfat herausgestellt. Die Zugabe
von Glycerin führt zu einer etwas klebrigen Konsistenz der lei
tenden Kontaktschicht, die die innige Verbindung zwischen
Kontaktschicht und Haut des Patienten fördert. Die Haftung der
gesamten Elektrode auf der Haut des Patienten wird jedoch vor
zugsweise durch Klebstoffe unterstützt. Hierzu kann die erfin
dungsgemäße leitende Kontaktschicht vorzugsweise von einem gleich
starken Ring aus klebendem Material umgeben sein.
Für die Herstellung einer elektrisch leitenden Kontaktschicht
wird ein Dispersionsmittel mit folgender Zusammensetzung ge
mischt:
100-150 Gew.teile destilliertes Wasser
100-120 Gew.teile 1,2 Propandiol
10-20 Gew.teile Glycerin (purum)
2-10 Gew.teile Kaliumchlorid
30-45 Gew.teile Gelatinepulver (260 Bloom)
0-2 Gew.teile Bakterizid.
100-120 Gew.teile 1,2 Propandiol
10-20 Gew.teile Glycerin (purum)
2-10 Gew.teile Kaliumchlorid
30-45 Gew.teile Gelatinepulver (260 Bloom)
0-2 Gew.teile Bakterizid.
Als Gerbzusatz werden 1-20 Gew.teile Aluminiumsulfat in 2-200
Gew.teile destilliertes Wasser gegeben.
Durch Zugabe des Gerbsalzes zu dem Dispersionsmittel härtet die
Kontaktschicht aus. Die Aushärtezeit wird durch den Anteil
Aluminiumsulfat in dem destillierten Wasser gesteuert. Durch
einen hohen Aluminiumsulfat-Anteil in relativ wenig destilliertem
Wasser kann eine Aushärtezeit von 1 Sekunde, durch einen niedri
gen Aluminiumsulfat-Anteil in relativ viel destilliertem Wasser
eine Aushärtezeit von 24 Stunden erzielt werden.
Die so hergestellte leitende Kontaktschicht erfüllt ihre die Haut
mit dem Elektrodenkörper elektrisch verbindende Funktion sehr gut
und neigt - aufgrund der hygroskopischen Bestandteile - nicht zum
Austrocknen, so daß sie in einer normalen Plastikverpackung
transportiert und gelagert werden kann. Durch den Zusatz von
Glycerin ist sie von sich aus bereits klebrig, stellt also einen
innigen Kontakt mit der Haut her.
Die Herstellung des Dispersionsmittels kann unter Beibehaltung
aller Vorteile noch etwas erleichtert werden, wenn statt des
Gelatinepulvers Gelatinesol in etwas erhöhtem Gewichtsanteil zu
gegeben wird.
Claims (11)
1. Leitende Kontaktschicht für eine auf die Haut eines Patien
ten aufzusetzende Elektrode, bestehend aus einem aushärten
den kolloiden System, das aus einem in einer hygroskopi
schen Flüssigkeit unter Zusatz von Wasser verteilten Quell
mittel sowie einer darin gelösten dissoziierenden Substanz
besteht, dem ein Gerbzusatz zugesetzt ist.
2. Kontaktschicht nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Gerbzusatz ein Gerbsalz ist.
3. Kontaktschicht nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
das Gerbsalz Aluminiumsulfat ist.
4. Kontaktschicht nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß das Quellmittel Gelatine in Form von
Gelatinepulver oder Gelatinesol ist.
5. Kontaktschicht nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die hygroskopische Flüssigkeit ein Po
lyol oder ein Derivat hiervon ist.
6. Kontaktschicht nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die hygroskopische Flüssigkeit 1,2-Propandiol ist.
7. Kontaktschicht nach Anspruch 5 oder 6, gekennzeichnet durch
einen Zusatz von Glycerin.
8. Kontaktschicht nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß sie von einem Ring gleicher Dicke aus
klebendem Material umgeben ist.
9. Kontaktschicht nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekenn
zeichnet durch 30-45 Gew.teile Quellmittel, 100-120
Gew.teile hygroskopische Flüssigkeit, 120-350 Gew.teile
destilliertes Wasser, 2-10 Gew.teile dissoziierende Sub
stanz und 1-20 Gew.teile Gerbzusatz.
10. Kontaktschicht nach Anspruch 9, gekennzeichnet durch den
Zusatz von 10-20 Gew.teilen Glycerin.
11. Kontaktschicht nach Anspruch 9 oder 10, gekennzeichnet
durch den Zusatz von bis zu 2 Gew.teilen eines Bakterizids.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3736498A DE3736498C2 (de) | 1987-10-28 | 1987-10-28 | Leitende Kontaktschicht für eine auf die Haut eines Patienten aufzusetzende Elektrode |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3736498A DE3736498C2 (de) | 1987-10-28 | 1987-10-28 | Leitende Kontaktschicht für eine auf die Haut eines Patienten aufzusetzende Elektrode |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3736498A1 DE3736498A1 (de) | 1989-05-11 |
| DE3736498C2 true DE3736498C2 (de) | 1996-09-05 |
Family
ID=6339260
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE3736498A Expired - Fee Related DE3736498C2 (de) | 1987-10-28 | 1987-10-28 | Leitende Kontaktschicht für eine auf die Haut eines Patienten aufzusetzende Elektrode |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3736498C2 (de) |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4860754A (en) * | 1987-04-01 | 1989-08-29 | E. R. Squibb & Sons, Inc. | Electrically conductive adhesive materials |
Family Cites Families (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2727396C3 (de) * | 1977-06-18 | 1983-12-08 | Beiersdorf Ag, 2000 Hamburg | Elektrisch leitendes, viskoelastisches Gel |
| JPH10198504A (ja) * | 1997-01-14 | 1998-07-31 | Seiko Denshi Kiki Kk | 情報処理装置の機能起動方法及び座標読取システム |
-
1987
- 1987-10-28 DE DE3736498A patent/DE3736498C2/de not_active Expired - Fee Related
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE3736498A1 (de) | 1989-05-11 |
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