DE37355C - Verfahren und Apparat zur Entfuselung des Rohspiritus mittelst Kohlenwasserstoffe - Google Patents
Verfahren und Apparat zur Entfuselung des Rohspiritus mittelst KohlenwasserstoffeInfo
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Classifications
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- B01D3/003—Rectification of spirit
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- Production Of Liquid Hydrocarbon Mixture For Refining Petroleum (AREA)
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
in PARIS.
An Stelle des im Haupt-Patent in erster Linie genannten Petroleumäthers, der sehr
flüchtig und feuergefährlich ist und gegen dessen Gebrauch für den in Rede stehenden
Zweck die Versicherungsgesellschaften Bedenken erhoben haben, wenden die Erfinder nunmehr
erst über 1000C. siedendes schweres Petroleum,
z. B. Petroleum-Schmieröl, an.
Des Weiteren benutzen die Erfinder nunmehr zum Reinigen des Kohlenwasserstoffes,
der zum Entfuseln gedient hat, nicht mehr Schwefelsäure. Sie haben nämlich gefunden,
dafs, wenn der Kohlenwasserstoff zu den in dem wässerigen Rohspiritus enthaltenen Oelen
eine grofse Affinität zeigt, er diese Eigenschaft verliert, wenn er mit Spiritus von einem
höheren Dichtigkeitsgrade, der wesentlich arm an diesen Oelen ist, in Berührung gebracht
wird. Infolge ■ dessen haben sie in ihren Waschgefäfsen die Schwefelsäure durch gewöhnlichen
Spiritus ersetzt.
Mit Hülfe des letzteren ist die Reinigung sine sehr vollständige, und es genügt eine sehr
geringe Menge dieses Spiritus, der sich im übrigen durch theilweise Destillation leicht
regeneriren läfst. Der zu verwendende Spiritus hat vortheilhaft 90 °, und die Menge desselben
richtet sich nach dem Grade der Unreinigkeit der zu verwendenden Petroleumsorten; in der
Regel genügen 4 bis 5 pro Mille des Petroleums.
Auch die im Haupt-Patent beschriebenen Apparate haben eine Aenderung erfahren. Bei
diesen Apparaten wurde am Boden der mit Rohspiritus gefüllten Colonne der Kohlenwasserstoff
eingelassen. Derselbe stieg infolge seines geringen specifischen Gewichtes empor,
wobei er alle in dem Rohspiritus enthaltenen Unreinigkeiten auflöste und mit sich nahm; er
ergofs sich alsdann in Waschgefäfse, in welchen er gereinigt wurde, um hierauf mit Hülfe einer
Pumpe von Neuem in den Rohspiritus befördert zu werden.
Dieses Verfahren hatte den Nachtheil, dafs es sehr langwierig war; da der Rohspiritus
immer nur mit einer sehr geringen Menge Kohlenwasserstoff in Berührung kam, so bedurfte
es für die Erzielung einer vollständigen Entfuselung wiederholter Waschungen.
Um diesem Mifsstande abzuhelfen, bedienen sich die Erfinder nunmehr einer der beiden in
der Zeichnung dargestellten Modifikationen.
Der erste Apparat, der am meisten Platz einnimmt, ist so eingerichtet, dafs der Rohspiritus
in den Kohlenwasserstoff eingeleitet wird, wodurch sich die Operation auf eine einfache Filtration beschränkt.
Wie aus Fig. 1 der Zeichnung ersichtlich, wird eine Reihe von Gefäfsen V V1 F2 aufgestellt,
deren Gröfse und Anzahl mit der Natur des zu entfuselnden Rohspiritus wechseln kann.
Um die Vertheilung des Rohspiritus bei seinem Durchgange durch den Kohlenwasserstoff
zu begünstigen, kann man diese Gefäfse mit. Ueberlaufschalen ρ versehen, doch ziehen
Claims (1)
- die Erfinder die Anwendung irgend eines porösen Stoffes, wie z. B. Schwämme oder Schwammabfälle, vor, wie in dem Gefäfse F1 dargestellt.Die Gefäfse V F1 F2 stehen durch Röhren, welche vom Boden des einen Gefäfses nach dem oberen Theile des folgenden gehen, unter einander" in Verbindung, derart, dafs die Flüssigkeit, wenn sie ein Gefäfs passirt hat, in die obere Partie des darauf folgenden Gefäfses eintritt.Nachdem die Gefäfse mit Kohlenwasserstoff gefüllt worden sind, setzt man das erste derselben F mit dem höher gelegenen Rohspiritusbehälter A in Verbindung.Der Rohspiritus tritt .■ in das erste Gefäfs in der Nähe der Decke desselben ein und sinkt infolge seines gröfseren, spedfischen Gewichtes, zu Boden, indem er durch den in dem Gefäfse befindlichen Kohlenwasserstoff hindurchgeht, woselbst er zum ersten Male gewaschen wird. Von diesem Gefäfse geht er nach dem nächsten und"1 so fort bis zu dem letzten Gefäfse F2, aus welchem er durch den Hahn E austritt. Wie begreiflich,. ist eine um so gröfsere Anzahl Gefäfse erforderlich, je unreiner der Spiritus ist.Da es von Wichtigkeit ist, den in den letzten Gefäfsen enthaltenen Kohlenwasserstoff stets in einem Zustand vollständiger Reinheit zu erhalten, so empfiehlt es sich, jedes Gefäfs mit einem Probirhahn zu versehen, mit Hülfe dessen man sich zu jeder Zeit von dem Grade der Reinheit des in dem betreffenden Gefäfse enthaltenen Kohlenwasserstoffes unterrichten kann.Die Erneuerung des Kohlenwasserstoffes erfolgt auf eine sehr einfache Weise.Nachdem man mit Hülfe der entsprechenden Hähne den Durchflufs des Rohspiritus unterbrochen hat, öffnet man den mit dem Kohlenwasserstoffbehälter G verbundenen Hahn F. Der Durchflufs des Kohlenwasserstoffes durch den Apparat erfolgt in der, umgekehrten Richtung des Rohspiritus. Der zufliefsende Kohlenwasserstoff drängt den in den Gefäfsen enthaltenen vor sich her, der alsdann durch den Hahn C austritt. Auf diese Weise kann man den Kohlenwasserstoff ganz oder theilweise erneuern.Der austretende Kohlenwasserstoff wird entweder mit Schwefelsäure, oder, wie oben beschrieben, mit Alkohol gereinigt.Die Erfinder geben jedoch dem in Fig. 2 dargestellten Apparate seiner Einfachheit und guter Functionirung halber vor dem soeben beschriebenen den Vorzug. Derselbe besteht aus einer einfachen Colonne, deren Dimensionen natürlich je nach der Quantität und ί Qualität des zu behandelnden Rohspiritus wechseln können. Diese Colonne kann mit Ueberjaufschalen versehen sein, doch geben die Erfinder der Verwendung von Schwämmen auch in diesem Apparate den Vorzug.Die Colonne X steht einerseits durch den Hahn F mit dem Kohleiiwassersfoffreservoir G, ; andererseits durch das Rohr / mit dem Rohspiritusreservoir A in Verbindung. Bei C und F befinden sich die Ausflufshähne. K ist ein Glasrohr zur Beobachtung des Standes der in X enthaltenen Flüssigkeit.Nachdem man vorher den unteren Theil von X bis zu dem .Niveau ο ο mit Wasser gefüllt hat, öffnet man den Hahn F, um den Kohlenwasserstoff zuzulassen. Wenn letzterer die Colonne angefüllt hat, tritt er aus C a,us und wird dort aufgefangen. Das zuerst eingefüllte Wasser hat den Zweck, den eintretenden Kohlenwasserstoff zu verhindern, durch das Rohr E auszutreten.Man öffnet hierauf den Hahn B des Rohspiritusreservoirs A und der Rohspiritus steigt alsdann in der Colonne nach unten, treibt das am Boden der Colonne befindliche Wasser heraus und verläfst die Colonne bei E in vollkommen gereinigtem Zustande.Diese Colonne hat vor dem im Haupt-Patent beschriebenen Gefäfssystem den Vortheil, dafs sie weniger Raum einnimmt, die Reinigung schneller bewirkt Und gestattet, dafs der zum Reinigen dienende Kohlenwasserstoff erneuert werden kann, ohne dafs eine Unterbrechung des Betriebes nothwendig ist.Pat ε nt-An sprüche:.1. An Stelle des im Haupt-Patent-Anspruch erwähnten Petroleumäthers die Anwendung von schwerem Petroleum, das erst bei einer Temperatur über 1000C. siedet.2, Die Verwendung von concentrirterem Spiritus zum Reinigen des nach Anspruch 1. des Haupt - Patents zur Entfuselung des Rohspiritus verwendeten Petroleumäthers bezw. des im vorhergehenden Anspruch genannten schweren Petroleums.3. An Stelle der durch Anspruch 3. des Haupt - Patentes gekennzeichneten Vorrichtung die Colonne X, Fig. 2, welche durch das Rohr F mit dem Kohlenwasserstoffbehälter G und durch das Rohr L mit dem Rohspiritusbehälter A verbunden und dem nach oben gebogenen unteren Auslaufrohr E für den entfuselten Spiritus und dem nach unten gebogenen oberen Auslaufrohr C für den Kohlenwasserstoff versehen ist.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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