DE37352C - Verfahren zur Darstellung von Calcium- bezw. Kaliumtartrat - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Calcium- bezw. Kaliumtartrat

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DE37352C
DE37352C DENDAT37352D DE37352DA DE37352C DE 37352 C DE37352 C DE 37352C DE NDAT37352 D DENDAT37352 D DE NDAT37352D DE 37352D A DE37352D A DE 37352DA DE 37352 C DE37352 C DE 37352C
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TH. GLADYSZ in Marseille
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C51/00Preparation of carboxylic acids or their salts, halides or anhydrides
    • C07C51/41Preparation of salts of carboxylic acids
    • C07C51/412Preparation of salts of carboxylic acids by conversion of the acids, their salts, esters or anhydrides with the same carboxylic acid part
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C51/00Preparation of carboxylic acids or their salts, halides or anhydrides
    • C07C51/42Separation; Purification; Stabilisation; Use of additives
    • C07C51/487Separation; Purification; Stabilisation; Use of additives by treatment giving rise to chemical modification

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
Wenn man weinsauren Kalk in der Kälte (Temperatur der Umgebung) mit schwefligsaurem Gas bei Gegenwart von Wasser behandelt, so löst sich der weinsaure Kalk vollständig. Es entsteht ein Gleichgewichtszustand zwischen den reagirenden Körpern, Weinsäure, Kalk, schweflige Säure und Wasser, welcher so lange andauert, als man die Bedingungen des Experimentes nicht ändert. Sobald man aber die Temperatur der Flüssigkeit auf 90 bis ioo° C. erhöht, wird die schweflige Säure in gasförmiger Gestalt frei und der weinsaure Kalk schlägt sich in krystallinischem Zustande nieder.
Dieselbe Erscheinung erhält man mit saurem weinsaurem Kali und gasförmiger schwefliger Säure. Es bildet sich in der Kälte wahrscheinlich saures schwefligsaures Kali und Weinsäure, gelöst in Wasser. Beim Kochen jedoch findet die umgekehrte Reaction statt: die Weinsäure verbindet sich wieder mit dem Kali und vertreibt die schweflige Säure aus der Flüssigkeit, aus welcher sie gasförmig entweicht.
WTenn man neutrales weinsaures Kali oder auch saures weinsaures Kali mit einer schwefligsauren Lösung rori schwefligsaurem Kalk behandelt, so bildet sich weinsaurer Kalk und das Kali geht als schwefligsaures Kali in Lösung.
Auf diese Thatsachen gestützt, gründet sich das folgende Verfahren der fabrikmäfsigen Behandlung der Weinhefe und anderer weinsäurehaltiger Substanzen, deren man sich für gewöhnlich zur Herstellung der Weinsäure bedient. Die trockenen, weinsäurehaltigen Substanzen werden gepulvert und mit dem 6 bis 10 fachen Gewicht Mutterlauge aus der vorhergegangenen Operation vermischt. Der so erhaltene Brei wird alsdann in einem mit Rührwerk versehenen Bleigefäfs der Einwirkung eines Stromes schwefliger Säure ausgesetzt, welche von einer beliebigen Quelle kommen kann, vorausgesetzt, dafs die Dämpfe frei von Schwefelsäuredämpfen sind.
Es ist nicht nothwendig, das schwefligsaure Gas bis zur vollständigen Sättigung der Flüssigkeit wirken zu lassen. Es handelt sich nur darum, alle Basen als Bisulfite zu erhalten. Ist man bei diesem Grade der Sättigung angekommen, so trennt man die Flüssigkeit von dem Rückstande und laugt diesen letzteren mehrfach aus, um auch den letzten Rest der gelösten Weinsäure auszuziehen.
Die schwefligsaure Lösung, welche zwischen 8 bis io° B. zeigt, wird hierauf in Kessel aus Blei oder Hartblei gebracht und dort der Wirkung der Wärme ausgesetzt. Die Kessel können zu diesem Zwecke mit doppeltem Boden oder mit Heizschlangen oder dergleichen versehen sein. Sobald die Temperatur auf etwa 80 bis 850 C. gestiegen ist, schlägt sich zuerst weinsaurer Kalk sehr rein und krystallinisch nieder, und bei ioo° C. kann die Reaction als beendet betrachtet werden.
Wenn man in diesem Augenblicke die kochende Flüssigkeit sorgfältig von dem Niederschlag des weinsauren Kalkes decantirt, so kann man aus dem ersten Abgufs das saure weinsaure Kali durch vollständige Abkühlung der Flüssigkeit abscheiden. Man kann indessen auch das saure weinsaure Kali und den

Claims (5)

  1. weinsauren Kalk zusammen krystallisiren lassen und die Trennung später vornehmen, wenn dies das Interesse des Fabrikanten fordert.
    In allen Fällen aber werden die Mutterlaugen der Krystallisation immer wieder zur Auflösung der neuen Chargen Weinhefe verwendet.
    Wenn es sich darum handelt, das saure weinsaure Kali in weinsauren Kalk umzuwandeln , so verfahre man wie folgt: Man löse saures weinsaures Kali in kochendem Wasser und setze die nöthige Menge schwefligsauren Kalkes in schwefligsaurer Lösung zu; es bildet sich alsdann unlöslicher weinsaurer Kalk undlösliches schwefligsaures Kali.
    Oder man stelle zuerst das neutrale weinsaure' Kali dar, indem man ein Aequivalent Weinsäure des sauren weinsauren Kalis an Kalk bindet; die Lösung des weinsauren Kalis wird durch Wärme fast bis zur Sättigung concentrirt. Alsdann lasse man auf die Lösung des neutralen weinsauren Kalis einen Strom gasförmiger schwefliger Säure einwirken; es entsteht dabei saures weinsaures Kali und schwefligsaures Kali. Letzteres ist concentrirt und wird durch Filtration und mehrfaches Auswaschen von dem sauren weinsauren Kali getrennt.
    Das saure weinsaure Kali wird jetzt einer neuen Behandlung mit Kalkhydrat unterworfen, um neutrales weinsaures Kali zu erhalten, welches seinerseits wieder schwefligsaures Kali und saures weinsaures Kali giebt. In dieser Weise fahre man fort bis zur vollständigen Umwandlung des sauren weinsauren Kalis in weinsauren Kalk und schwefligsaures Kali.
    Das schwefligsaure Kali wird nunmehr mit einer solchen Menge Kalkhydrat behandelt, als nöthig ist, um das Kali in Kaliumhydroxyd überzuführen. Diese Operation führt man in Gefäfsen aus Eisenblech aus, bei Wärme sowohl wie in der Kälte, vorzugsweise aber bei Wärme, wobei mit Leichtigkeit 90 pCt. des angewendeten Kalis wiedergewonnen werden.
    Der schwefligsaure Kalk wird immer wieder in der Fabrikation verwendet, sei es in Lösung zur directen Behandlung des sauren weinsauren Kalis, sei es, um damit ein Aequivalent Weinsäure statt mit Kalkhydrat zu binden.
    Das schwefligsaure Gas, welches zur Behandlung der Weinhefe verwendet wird, wird wieder regenerirt. In der Folge werden bei jeder Destillation ungefähr 85 pCt. Schwefligsäuregas in sehr reinem Zustande wiedergewonnen; es ist also nur wenig von dem verwendeten Schwefligsäuregas neu zu ergänzen, um das Verfahren im Gange zu erhalten.
    Patenτ-Ansρrüche:
    ι . Die Behandlung von Weinhefe und anderen weinsäurehaltigen Stoffen, welche mit der Mutterlauge aus der vorhergehenden Operation verdünnt sind, auf kaltem Wege in einem mit Rührwerk versehenen Bleigefäfs mittelst eines Stromes schwefliger Säure, dergestalt, dafs die gesammte Weinsäure des weinsäurehaltigen Stoffes durch die Sulfirung der Basen (Kali und Kalk), mit welchen sie in dem weinsäurehaltigen Stoff verbunden ist, in Lösung gebracht wird und durch einfache Decantirung oder Filtrirung die Weinsäure und die Basen des weinsäurehaltigen Stoffes von den den letzteren verunreinigenden Beimengungen getrennt werden.
  2. 2. Die Behandlung der nach Anspruch 1. erhaltenen schwefligsauren Lösungen von Weinsäure und Bisulfiten (Kali und Kalk) zum Zwecke der Abscheidung von zwei weinsauren Salzen nach einander, nämlich:
    a) von weinsaurem Kalk in der Weise, dafs die genannten Lösungen in einem Bleigefäfs auf eine Temperatur von 80 bis 1000C. erhitzt werden;
    b) von saurem weinsaurem Kali in der Weise, dafs die heifse Flüssigkeit, aus welcher der weinsaure Kalk vorher niedergeschlagen wurde, abgekühlt wird.
  3. 3. Die Umwandlung des sauren weinsauren Kalis in weinsauren Kalk durch die Einwirkung einer schwefligsauren Lösung von schwefligsaurem Kalk auf das saure weinsaure Kali in kochender Lösung.
  4. 4. Die allmälige Umbildung des sauren weinsauren Kalis in weinsauren Kalk dadurch, dafs man ein Aequivalent Weinsäure des sauren weinsauren Kalis durch Kalkhydrat sättigt, um die Hälfte der Weinsäure des sauren weinsauren Kalis im Zustande von weinsaurem Kalk zu gewinnen, sodann die hieraus sich ergebende Mutterlösung von neutralem weinsaurem Kali nach der Concentration in Kaliumsulfit und saures weinsaures Kali umwandelt, schliefslich das letztere in weinsauren Kalk und neutrales weinsaures Kali umbildet und so weiter fortfährt, bis zur vollständigen Umwandlung des sauren weinsauren Kalis in weinsauren Kalk.
  5. 5. Die Herstellung von Aetzkali durch Behandeln des nach Anspruch 3. und 4. erhaltenen Kaliumsulfits mit Kalkhydrat unter Wiedergewinnung der schwefligen Säure.
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