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Mit zwei Schleifrollen arbeitende Schleifmaschine zum gleichzeitigen
Zurichten stabförmiger oder bandförmiger Gegenstände. Die Erfindung bezieht sich
auf Schleifmaschinen zum Zurichten der Flächen und Kanten von Röhren, Streifen,
Bändern, Riemen, Blechen, Platten, Stangen oder anderen Gegenständen aus Metall,
Glas, Leder oder anderem Material, einerlei, ob dieses Zurichten ein Rohschleifen,
Polieren, Glätten oder Abschaben ist. Die Erfindung bezieht sich ferner auf Schleifrollen
für derartige Maschinen.
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Der wesentliche Zweck der Erfindung ist die Schaffung einer Maschine
dieser Art, die wirksam derartige Gegenstände zu bearbeiten vermag, gleichgültig,
ob ihre Gestalten und Abmessungen sich auch in weiten Grenzen ändern. Ein weiterer
Zweck der Erfindung besteht in der Schaffung einer Schleifrolle, deren wirksame
Oberfläche mit dem Arbeitsstück auf eine sehr beträchtliche Länge in Arbeitsberührung
zu treten vermag und außerdem ermöglicht, die Krümmung der fertiggestellten Fläche
oder Kante des Arbeitsstückes in Übereinstimmung mit geringen Änderungen in der
Einstellung der Rolle oder des Arbeitsstückes zu ändern.
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Spezielle -Teuheitsmerkmale der Erfindung liegen erstens in der Art,
wie das Werkstück geführt und vorgeschoben und, wenn es biegsam ist, während der
Bearbeitung durch die Schleifrollen unter Spannung gehalten wird, zweitens in der
Möglichkeit, beide Kanten oder Flächen des Werkstückes gleichzeitig zu bearbeiten,
und drittens in der Einstellbarkeit der Schleifrollen gegen das Werkstück hin und
von diesem weg, in Anpassung an verschiedene Abmessungen der verschiedenen Werkstücke.
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Es ist bekannt, die Flächen zylindrischer Gegenstände unter Drehung
dieser mit Hilfe von Schleifrollen zu bearbeiten, welche eine gekrümmte Schleiffläche,
und zwar eine solche Schleiffläche besitzen, welche durch einen Kreisbogen erzeugt
wird, der um eine in seiner Ebene außerhalb des Umfanges des Kreises und an der
konvexen Seite des Bogens liegende Achse rotiert. Wenn jedoch das Werkstück derartig
ist, daß es seinerseits keine Drehbewegung erhalten kann, z. B., wenn den Kanten
einer Platte, eines Bandes o. dgl. eine leichte Krümmung gegeben werden soll, so
sind die bekannten Schleifrollen nicht verwendbar, da es dann nicht möglich ist,
den Grad der Krümmung in einigermaßen weiten Grenzen zu ändern oder die gleichen
Schleifrollen zur Bearbeitung von Platten, Stangen oder Bändern verschiedener Dicke
zu verwenden, ohne daß scharfe Winkel an den Schnittlinien der Kantenfläche mit
den Seitenflächen oder an den bearbeiteten Flächen selbst entstehen.
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Gemäß der Erfindung ist die Lage der Längsachse des Werkstückes relativ
zu den Achsen der Schleifrollen einstellbar gemacht, indem entweder der Werkstückhalter
oder die Schleifrollen schwing- und einstelll,ar gelagert sind.
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Die Schleifrollen haben eine hyperbolische Schleiffläche, so daß Krümmungen
sehr verschiedenen Grades hergestellt oder die Schleifrollen bei Gegenständen verschiedener
Dicke in weiten Grenzen angewendet werden können und eine leicht gekrümmte Fläche
an den zu bearbeitenden Kanten in allen Fällen erzeugt werden kann.
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Die Erfindung ist auf der Zeichnung in zwei
beispielsweisen
Ausführungsformen dargestellt.
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Abb. i ist eine schematische Darstellung einer der Zurichterollen
während ihrer Bearbeitung eines endlosen, durch geeignete Führungsrollen geführten
Riemens.
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Abb. 2 ist eine ähnliche schematische Darstellung einer Zurichterolle,
während sie die Kante eines fortlaufenden, biegsamen Streifens bearbeitet, welcher
mittels Führungsrollen von einer Spindel zur anderen geführt wird.
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Abb.3 ist eine schematische Darstellung einer Form der Schleiffläche
der Rolle.
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Abb.4 ist ein Diagramm derselben Rolle und eines davon bearbeiteten
Werkstückes und zeigt, wie die Elemente der Schleiffläche zusammen wirken, um eine
gekrümmte Kante am Werkstück zu erzielen.
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Abb. 5 ist eine Endansicht einer gemäß der Erfindung ausgebildeten
Schleifmaschine, bei der das Werkstück und die Führungseinrichtungen für dieses
schematisch dargestellt sind.
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Abb. 6 ist eine Seitenansicht derselben Maschine bei abgenommenen
Führungsrollen, gesehen von rechts in Abb. 5.
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Abb. 7 ist eine Seitenansicht in entgegengesetzter Richtung und veranschaulicht
die Triebwellen im Schnitt.
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Abh. 8 ist eine Draufsicht darauf.
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Abb. 9 ist ein Schnitt nach Linie 9-9 der Abb. 7.
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Abb. io ist eine Seitenansicht einer anderen Ausführungsform der Schleifmaschine
gemäß der Erfindung.
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Abb. i i ist ein Schnitt durch eine der Zurichterrollen und ihres
Lagerklotzes entsprechend der Linie i i-r i der Abb. i o.
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Abb. 12 ist eine Endansicht der abgeänderten Ausführungsform und veranschaulicht,
wie ein biegsames Band über die Führungsrollen des Werkstückes geleitet wird.
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Abb. 13 ist ein Querschnitt nach Linie 13-13 der Abb. io.
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Abb. 14 ist ein Aufriß des Werkstückträgers.
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An den Enden der Grundplatte io der Maschine sind aufrechte Böcke
ii und i2 vorgesehen, welche Zapfen 14 und 13 tragen. Diese Zapfen sind genauer
in Abb. 6 dargestellt, wo Teile weggebrochen sind. Die Zapfen 14 und 13 ragen in
öffnungen nahe den oberen Enden der Hängebügel 15 und 16 eines Trägers 17 hinein,
welcher um die Achse der Zapfen drehbar ist. Der Träger 17 ist mit einem abwärtsgerichteten
Arm 18 ausgestattet, welcher längs der Wand einer Rippe i9 beweglich ist, die sich
nach aufwärts von einem Teil der Grundplatte io des Rahmens aus erstreckt. Die Rippe
i9 ist mit einem Schlitz 2o versehen, welcher konzentrisch zur Achse der Zapfen
liegt. Ein durch den Schlitz 2o und eine Öffnung im Arm 18 hindurchgehender Bolzen
21 ist mit einer Mutter 22 versehen, welche derart angezogen werden kann, daß die
Teile 18 und i9 in jeder gewünschten Arbeitslage fest zusammengeklemmt werden können.
Hierdurch kann der Träger 17 in jeder gewünschten Einstellung festgehalten werden.
Der Träger 17 ist mit einer aufrechten Seitenplatte 23 ausgestattet (Abb.9), welche
durch eine Zahl von Schraubenbolzen 24 festgehalten wird. Die gegenüberliegende
feste Wand 25 des Trägers 17 bildet mit dieser am Träger befestigten Platte 23 eine
Führungsrinne 26 für die abwärts gerichteten Teile 27 der Lagerklötze 28 und 29.
Jeder der letzteren hat eine Einschnürung 30, in welche an jeder Seite die Flansche
23 und 25 des Trägers 17 eingreifen. Die Lagerklötze 28, 29 sind nicht quer zum
Träger 17 beweglich, dagegen sind sie in der Lage, eine Längsbewegung mit Bezug
auf den Träger 17 auszuführen. Um jedem der Lagerklötze eine gleichmäßige Vorschubbewegung
zu erteilen und zu erreichen, daß sie sich gleichmäßig gegen- und voneinander bewegen,
ist eine Schraubenspindel 31 vorgesehen, die sich durch die Endplatten 32 und 33
des Trägers hindurch erstreckt und mit Handrädern 34 und 35 an ihren entgegengesetzten
Enden ausgestattet ist.
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Die Lagerklötze 28 und 29 tragen Wellen 36 und 37, auf welchen die
Zurichterollen 38 und 39 gelagert sind. Geeignete Muttern 40 und 41 an den Enden
der Wellen 36 und 37 dienen zur Festhaltung der Rollen 38 und 39 an den Enden der
Lagerklötze 28 und 29. Die Rollen sind so angeordnet, daß die zu ihrer Achse lotrechte
Querebene an der Stelle des geringsten Durchmessers durch die Achse der Zapfen 13
und 14 geht, und daß die letztgenannte Achse 13 und 14 die Achsen der Wellen
36 und 37 schneidet. Einstellbewegungen der Lagerklötze 28 und 29 mit Hilfe der
Schraubenspindel 31 ändern dabei nichts an dieser Beziehung. Derartige Verstellungen
bringen lediglich die Rollen 38 und 39 enger aneinander oder bewegen sie voneinander
weg. Die Welle 36 wird von der Welle 42 aus getrieben, mit welcher sie durch eine
geeignete Kupplung 43 gekuppelt ist. In ähnlicher Weise wird die Welle 37 von der
mit ihr durch eine Kupplung 45 verbundenen Welle 44 aus getrieben. Die Universalkupplungen
43 und 45 sind solche üblicher Bauart, wie sie allgemein benutzt werden, um die
Enden verstelliarer Wellen mit einem An= triebe zu ver"inden und dal'ei gleichzeitig
die nötige Einstellung des Trägers 17 und der von ihm getragenen Konstruktionsteile
zu ermöglichen.
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Das Werkstück, auf welches die Zurichte- -. rollen 38 und 39 zur Einwirkung
gelangen können, kann, wie bereits früher bemerkt, sich
in weiten
Grenzen von einer Stange oder Platte beträchtlicher Dicke bis zu einem sehr dünnen
Blech oder Riemen ändern. Ein derartiges, mit 46 bezeichnetes Arbeitsstück (Abb.
.4) wird zwischen den Zurichterollen 38 und 39 nach aufwärts zugeführt. Um dem Arbeitsstück
eine in geeigneter Weise gerundete oder gekrümmte Kante zu geben, muB es längs einer
Ebene vorgeschoben werden, in welcher die Achse der Zapfen 13 und 14 liegt. Die
Führung und Zuführung des Werkstückes erfolgt durch Führungs- oder Vorschubrollen
47 und 48. Wenn das Material biegsam ist, muB es, während es über die Zuführungsrollen
38 und 39 läuft, unter Spannung gehalten werden. Um dies zu erreichen, werden die
hinteren Rollen 47 angetrieben, so daß sie einen konstanten Zug auf das Arbeitsstück
ausüben; und es können die Rollen d8 noch gebremst werden, daß sie einen geringen
verzögernden Zug auf das Werkstück ausüben, wenn es zwischen den Zurichterollen
nach aufwärts hindurchläuft. Selbstverständlich können auch andere Einrichtungen
vorgesehen sein, um in gleicher Weise das Werkstück unter Spannung zu halten. Wenn
das Werkstück immer in der angegebenen Ebene zugeführt wird, so erhält es, wie bekannt,
eine gerundete oder gekrümmte Fläche, deren Form sich, wie ohne weiteres ersichtlich,
mit der Einstellung der Zurichterollen 38 und 39 durch Schwingung ihres Trägers
17 ändert.
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In der abgeänderten Ausführungsform nach den Abb. io bis 14 ist die
Grundplatte der Maschine mit i io bezeichnet. Diese Grundplatte besteht vorzugsweise
aus einem Gußstück mit einem Umfangsflansch i i i und einer mittleren Verbindungsrippe
i i 2. I\Tahe den Enden der Grundplatte sind auf sie zwei Böcke 113 und 114 aufgesetzt,
welche mit Lagern i 15 und i 16 ausgestattet sind. Diese Böcke sind gleichfalls
vorzugsweise Gußstücke mit Verstärkungsrippen und Grundplatten, mit deren Hilfe
sie auf der Rippe i 12 der Maschinengrundplatte durch Bolzen 117 und i 18 befestigt
sind. Die Lager i 15 und i 16 besitzen Zapfen i 19 und i 2o, die an den entgegengesetzten
Enden des Trägerrahmens 121 ausgebildet sind. Der letztgenannte Rahmen ist mit zwei
Paaren von entgegengesetzt gerichteten Armen 122 und 123 ausgestattet. Zwischen
den Armen 12.4 liegt eine mit dem Werkstück in Berührung tretende Rolle 124 und
zwischen den Armen 123 eine Rolle 125. In jedem Falle geht eine Welle durch die
Rollen und Atme derart hindurch, daß die Rollen frei drehbar sind. Wie ersichtlich,
liegen die Zapfen i 19 und i 2o außerhalb der Mittelebene des Rahmens 121,
und zwar so, daB sie das Werkstück, z. B. den Riemen 126, zwischen den Rollen 124
und 125 in seiner Mittelebene schneidet, und außerdem die Achsen der Werkzeuge und
Der Rahmen und die Rollen 124 und welche den Werkstückträger bilden, können als
Ganzes um die Zapfen 13, 14 schwingen. Um den Rahmen 121 in seinen verschiedenen
Einstellungslagen zu halten, ist er mit einem kleinen Arm mit Ansatz 127 versehen.
Darin sitzt ein Schraubenbolzen i29, welcher durch einen Schlitz im Ansatz des Bockes
hindurchtritt. Das äußere Ende dieser Schraube ist mit einer Unterlegscheibe und
einer Mutter versehen, durch welche der bsatz an dem Ansatz dicht gegen den Teil
r28 angezogen werden kann, um den Träger in der eingestellten Lage zu erhalten.
Zwischen den Böcken 113 und ist die Grundplatte i 1 o mit einem Bock ausgestattet,
welcher im vorliegenden Falle die Gestalt eines [J-Eisens besitzt, das an der Rippe
der an mehreren Stellen durch Bolzen befestigt ist. Die oberen Kanten der dieses
(J bildenden Konstruktionsteile tragen die Lagerklötze 134 und der Zurichterollen
136 und 137. Wie ersichtlich, tritt der Schwalbenschwanz an jeder Seite der Lagerklötze
134 und in das Innere des Bockes ein und hier in Berührung mit den inneren geneigten
Wandungen nahe dem Oberteil des Bockes. Querbolzen die durch die Seiten hindurchgehen,
dienen dazu, sie zusammenzuziehen und in richtigem Abstand mit Rücksicht auf die
Schwalbenschwänze zu halten. Die Bockenden 141 und sind in gleicher Weise durch
einen Längsbolzen 143 verbunden. Die Enden 141 und 142 sind mit Lagern und 145,
für eine längs verlaufende Schraubenspindel versehen, die an ihren Enden mit Handrädern
147 und 148 ausgestattet ist. Die Schrauhenspindel146 erstreckt sich durch mit Gewinde
versehene Öffnungen in den Lagerklötzen und und bewirkt die Bewegung dieser Klötze
nach und voneinander, in gleicher Weise, wie die Schraubenspindel 131 bei der Konstruktion
der Abb. 5 bis 9.
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Der Lagerklotz 13d., welcher zur Zurichterolle 136 gehört, besitzt
eine Querbohrung in welcher Lagerbüchsen und 151 für die Welle 152 der Zurichterolle
136 eingepaBt sind. Diese Welle ist an ihren Enden im Durchmesser reduziert, in
einem Falle zwecks Aufnahme der Rolle 136, welche durch eine utter 153 festgehalten
wird, und im anderen Falle zwecks Aufnahme einer Riemenscheibe welche gleichfalls
durch eine Mutter 155 in ihrer gehalten wird. Der des Lagerklotzes ist mit einer
Öffnung 156 versehen, durch welche ein Schmiermittel den Lagern zugeführt erden
kann. Der Lagerklotz
i35 und die zugehörige Zurichterolle 137 sind
ähnlicher Konstruktion und brauchen nicht besonders beschrieben zu werden.
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Wie ersichtlich, überragen die Zurichterollen 136 und 137 den Bock
r32 seitlich genügend, um sie in Linie mit dem Werkstück 126 zu bringen, wenn es
von einer Leitrolle nach der anderen läuft. Mit anderen Worten, die Zurichterollen
136 und 137 sind in die Schwingachse des Werkstückträgers 121 gebracht. Diese Achse
schneidet nicht nur die Achsen der Zurichterollen, sondern sie liegt auch in ,einer
senkrechten Ebene in der Mitte zwischen den Flanschen der Rollen.
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Während des Arbeitsganges werden die Zurichterollen 136 und 137 durch
Riemen 158 und 159 getrieben, welche über Riemenscheiten 16o und 161 bzw. Riemenscheiben
154 und 157 laufen. Diese Riemen werden so angetrieben, daß sie die Zurichterollen
136 und 137 in entgegengesetzten Richtungen bewegen. Die Zurichterollen 136 und
137 werden nicht eher angetrieben, als bis das Arbeitsstück in die Ebene gebracht
ist. Im Falle, daß ein biegsamer Riemen 126 bearbeitet werden soll, so wird er über
die Trägerrollen 124 und 125, wie dargestellt, gelegt. Alsdann werden die Zurichterollen
mit Hilfe der Schraubenspindel eingestellt, bis die wirksame Oberfläche der Rollen
die Kanten des Arbeitsstückes berührt. Dann wird der Riemen 126; welcher auf der
Zeichnung als endlos dargestellt ist, in die genaue Lage mit Bezug auf die Zurichterollen
gebracht und dann in Bewegung gesetzt. El.enso werden die treibenden Riemenscheiben
16o und 161 mit einem geeigneten Antrieb gekuppelt, so daß die Zurichterollen 136
und 137 in Drehung kommen. Während dieser Drehbewegung richten sie allmählich die
Kante des Riemens 126 zu. Sobald die Riemenkanten weggeschliffen sind, kann die
Schraubenspindel 146 gedreht werden, um die Zurichterollen näher gegeneinander zu
bringen. Sobald die Riemenkantenfläche genügend bearbeitet ist, können die Zurichterollen
durch Drehen der Schraubenspindel 146 wieder voneinander entfernt werden, so daß
der Riemen 126 aus der Maschine herausgenommen werden kann. Wenn ein endloser Riemen
bearbeitet wird, ist es notwendig, den Trägerrahmen 121 aus seinen Lagern 1r,5 und
116 auszuheben, um den Riemen von dem Träger zu entfernen. Das ist nicht notwendig,
wenn das Werkstück biegsam ist und von einer Spindel nach einer anderen aufgewunden
wird.
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Die Abb. 3 und 4 zeigen eine Zurichterolle, deren Schleiffläche von
einem Rotationshyperboloid gebildet wird. Eine solche Fläche wird bekanntlich durch
Rotation einer Geraden um die Drehachse erzeugt, wobei die rotierende Linie zur
Achse geneigt ist und in einer anderen Ebene als diese liegt. In den Abb. 3 und
4 sind die Seitenscheiben 49 und 5o durch zwei Reihen geradliniger Elemente miteinander
verbunden. Jede Reihe dieser Elemente bedeutet verschiedene Lagen der geneigten
Erzeugungslinie. Jeder Punkt der Erzeugenden erzeugt einen Kreis. Der Kreis in der
Ebene 51-5r ist der kleinste. Wenn das Arteitsstück von unendlich kleiner Dicke
wäre, dann würde die gegenseitige Berührung nur in einer Linie, der Erzeugenden,
erfolgen. So:-ald aber das Arbeitsstück in dieser Lage an Dicke zunimmt, wird es
abgerundet, nach einem Radius, wie er aus einer Betrachtung der Abb. 4 hervorgeht.
Über diesen Radius hinaus darf die Dicke nicht zunehmen, ohne daß die Linienberührung
in einer Geraden aufhört. Es muß dann das Werkstück aus der Neigung der Erzeugenden
nach dem kleineren Wellendurchmesser zu gedreht werden, bis in der Lage 51-51 der
größte Durchmesser bei Linienhogenberührung erreicht ist, und dazu ist der Schwingrahmen
17 für die Werkzeuge bei der ersten Ausführungsform und der Rahmen 121 für die Werkstücke
bei der zweiten Form vorgesehen. In den Diagrammen ist der Werkstückstreifen 46
in einem beträchtlichen Winkel zur Querebene 51-51 geneigt gezeichnet. Der Streifen
46 tritt gleichzeitig mit vielen Elementen in Berührung und somit wird der in. Abb.
4 dargestellte Grad der Abrundung erreicht. Eine Betrachtung der Abb. 3 lehrt, wie
diese Abrundung erzielt wird. Wie ersichtlich, berührt das Element 52 den Streifen
46 in einem Punkt nahe seiner linken Seite, während das Element 53 den Streifen
46 in einem Punkt etwas weiter von links als das Element 52 berührt. Auf diese Weise
wird die linke Kante des Streifens durch das Element 52 bearbeitet und in einem
Punkt etwas weiter nach rechts durch das Element 53 und in einem Punkt noch weiter
nach rechts durch das Element 54 usw. Diese Elemente nähern sich an ihrem Berührungspunkt
allmählich der Rotationsachse. Die Elemente 55, 56 und 57 wirken in ähnlicher Weise
auf die entgegengesetzte Kante des Streifens 46. Aus dieser kurzen Erläuterung wird
klar verständlich sein, wie die Rollenfläche, -wenn sie entsprechend den Diagrammen
der Abb.3 und q. ausgebildet ist, die Abrundung der Kante des Arbeitsstückes hervorbringt.
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Der Grad der Rundung der fertiggestellten Kante des Arbeitsstückes
kann durch -Veränderung der Relativlagen des Werkstückes und der Rollen verändert
werden. Es können dabei die Rollen so gelagert sein, daß sie relativ zum Werkstück
verstellbar sind, oder
aber es kann umgekehrt das - Werkstück relativ
zu den Rollen beweglich sein. In jedem Fall ist die Achse, um welche die Einstellung
stattfindet, die Schnittlinie der E( ene des Werkstückes und der Ebene der Rollenachsen.
I;ie erstgenannte Einstellharkeit ist durch die vollen und gestrichelten Linien
der Rolle 38 und der Welle 42 in Abb. i angedeutet. Die letztgenannte Einstellbarkeit
ist angedeutet durch die in vollen und gestrichelten Linien gezeichneten Lagen des
Werkstückes .t6 und der Rollen _17 und -8 in Abb. 2.
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In der Praxis wird die Rolle nicht einen wellen Halbkreis schleifen,
wegen der dann erforderlichen großen Länge der Rolle, sondern lediglich einen Kreistogen
von etwa 9c bis i2o' oder mehr. Ein solcher ist mit einer Rolle von vernünftiger
Länge herstell-. l@ar. Bei solcher Rolle besteht keine Gefahr, daß die Orerfläche
des Streifens l:eschädigt wird, da die Rolle an keiner Stelle die Oberfläche i erührt.
Die Rolle kann aus verschiedenen 'Materialien, je nach dem zu behandelnden Werkstück,
hergestellt sein. Wenn die Rolle ursprünglich hergestellt werden soll, so kann das
Materialstück, aus dem sie herausgeschnitten werden soll, um seine Achse gedreht
werden, während ein dünnes Schneidwerkzeug schräg dagegen gehalten wird und längs
der von einem der ol:en erwähnten Elemente gebildeten Linie geführt wird, d. h.,
in geeigneter Lage zur Achse und nicht in der gleichen Ebene mit ihr. Zur Bearbeitung
und zum Polieren von Stahl wird vorzugsweise Stein als Herstellungsmaterial für
die Rollen verwendet. Anderen Zwecken dienen andere Materialien. So können z. B.
Stahlschneider mit geradlinig eingesetzten Stahlschneiden verwendet werden oder
auch Rollen mit einer feilenartigen Oberfläche. Im letzteren Falle werden die Schneidkanten
der Feile in ähnlicher Weise wie oben mathematisch erzeugt Das zu 1:earbeitende
Werkstück kann in seiner Form in weiten Grenzen sich ändern. So können z. B. Gußnähte
abgeschliffen, Schweißnähte von Röhren geglättet, Kanten von Platten zugerichtet
werden usw. Die Kanten von Schiffsplatten können auch zugerichtet werden. Bisher
ist es üblich, die eine Plattenkante zu spalten und die andere Platte vor dem Verschweißen
anzuschärfen. Naturgemäß richtet sich die Art der Bearbeitungsfläche der Rolle in
jedem Falle nach der Art der zu bearbeitenden Fläche auf dem Arbeitsstück.
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Das zu tearbeitende, mit 46 bezeichnete Material kann auch auf verschiedene
Weise behandelt werden. Platten können in der Weise behandelt werden, daß sie zwischen
den Führungsrollen d.7 und 48 hindurchlaufen gelassen werden und dann in einem Winkel
zu den Rollenachsen 1-ewegt werden, während die angrenzenden Teile der Zurichterollen
38 und 39 in Drehung versetzt werden. Bei der Herstellung endloser Stahlbänder kann
das Band zwischen den Rollen .47, 47 und .18, d8 hindurch und um eine Hilfsrolle
58 laufen, wie in Abb. i angegeben. Das Band kann in Bewegung gehalten werden, bis
die gewünschte Fertigstellung seiner Kanten durch die Schleifrollen beendet ist.
Auch kann das Werkstück .16 die Form eines biegsamen Bandes annehmen, welches von
einer Spindel 59 a1> und auf eine Spindel 6o aufgewickelt wird (Abb.2). In diesem
Falle läuft das Werkstück von einer Stelle zwischen den Führungsrollen 48, .48 an
den Zurichterollen vorbei und durch die Führungsrollen 47, :17 hindurch, während
seines Laufes von der Ablaufspindel 59 zur Aufnahmespindel 6o. Diese Darlegungen
zeigen die weitgehende Verwendbarkeit und Nützlichkeit der Erfindung.