DE3700207C2 - Verfahren zum Entfernen von Graten, vorzugsweise an Stranggießbrammen - Google Patents
Verfahren zum Entfernen von Graten, vorzugsweise an StranggießbrammenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entfernen von Graten,
die beim Teilen durch Brennschneiden an Stranggießbrammen entstehen.
In den DE-GM 82 36 612 ist eine Vorrichtung zum Entfernen von Schlacke
auf Flächen von Werkstücken beschrieben, die scheibenartige Schlagköpfe besitzt,
bei denen flexible Stahlseilenden über die dem Werkstück zugewandte Oberfläche
der Schlagköpfe ragen und die mit einem Drehantrieb versehen sind.
Damit ist es möglich, eine waagerecht wirkende Kraft zur Entfernung von
Schlackpartikeln oder Graten zu erzeugen.
Aus der DE-GM-Schrift 84 24 289 geht eine Vorrichtung zum mechanischen Entfernen
von Graten bei Brammen hervor, bei der sich ein Werkzeug, das an seinem
vorderen Ende einen keilförmigen Hammerkopf trägt, gegen die Brennbärte bewegt.
Es ist auch bekannt, im Zuge des die Bramme transportierenden
Rollgangs eine drehangetriebene Welle mit mehreren daran pendelnd
beweglich nebeneinander befestigten Hämmern vorzusehen, wobei die
Bewegungsbahn der Hämmer tangential zu der den Grat aufweisenden
Brammenkante und rechtwinklig zu dem dort befindlichen Grat ver
läuft.
Mit Hilfe dieser bekannten Vorrichtung werden die Grate, die sich an
den unteren, quer zur Transportrichtung verlaufenden Kanten der
Brammen beim Brennschneiden gebildet haben, dadurch entfernt, daß man
die zuvor auf die richtige Höhenlage eingestellte Arbeitswelle mit
den daran pendelnd-beweglich befestigten Hämmern kurzzeitig rotieren
läßt, wenn sich die vordere und hintere Querkante der Bramme über die
Vorrichtung hinweg bewegt. Dabei wird die Drehrichtung der Welle
jeweils so gewählt, daß die Hämmer sowohl am vorderen wie auch am
hinteren Ende der Bramme den Grat jeweils von der Bramme weg abschla
gen. Das bedeutet, daß die mit den Hämmern versehene Welle einen
umsteuerbaren Antrieb aufweisen muß, der um so leistungsfähiger aus
gebildet sein muß, je kürzer der Zeitraum zwischen den Entgratungs
vorgängen ist, weil die durch die pendelnden Hämmer erhebliche Masse
der Vorrichtung immer wieder abgebremst und beschleunigt werden muß.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art in der Weise auszubilden, daß die Entfernung der Grate an beiden
Enden der Bramme ohne Umsteuerung der Drehrichtung der mit Hämmern
versehenen Welle möglich ist.
Diese Aufgabe wird nach der Erfindung
dadurch gelöst, daß zwei zueinander parallele Wellen, die mit gegen
sinniger Drehbewegung antreibbar sind, jeweils zwischen einer
Arbeitsstellung, in der sich der zu entfernende Grat in der Bewe
gungsbahn der Hämmer befindet und einer Stellung bewegbar sind, in
der sich der Grat außerhalb der Bewegungsbahn der Hämmer befindet.
Durch die Verwendung zweier zueinander paralleler Wellen, die mit
einander entgegengesetzter Drehrichtung angetrieben werden, ist eine
kurzzeitige Aufeinanderfolge von Entgratungsvorgängen erzielbar. Die
genannten Wellen brauchen nur auf die erforderliche volle Drehzahl
gebracht zu werden und behalten dann ihre Drehrichtung bei.
Erfindungsgemäß sind die beiden Wellen auf einer Wippe an
geordnet, die um eine zwischen den Wellen befindliche zu ihnen
parallele Achse kippbar ist. Durch diese Anordnung kann der Wechsel
zwischen Arbeitsstellung und unwirksamer Stellung einer jeden Welle
sehr schnell und ohne besonderen technischen Aufwand durchgeführt
werden. Außerdem ist es möglich, als Ruhestellung für beide Wellen
eine Mittelstellung zu wählen, in der keine der Hämmeranordnungen
wirksam ist, aber durch eine geringe Kippbewegung der Wippe in wirk
same Stellung gebracht werden kann.
Um den Abschnitt, in dem die Bramme nicht unterstützt wird, nicht zu
groß werden zu lassen, ist zweckmäßigerweise zwischen den mit den
Hämmern ausgestatteten Entgratungswellen eine Rollgangsrolle ange
ordnet.
Die Wippe bietet nicht nur die Möglichkeit des schnellen Wechsels der
Entgratungswellen zwischen Arbeitsstellung und unwirksamer Stellung,
sondern es ist auch möglich, die Höheneinstellung der jeweils wirk
samen Welle, insbesondere bei in Längsrichtung gebogenen Brammen,
diesen Abweichungen von der Normalform anzupassen. Diese Abweichung,
die "brückenförmig" oder "schiförmig", d.h. nach oben oder
unten konkav vorkommen kann, verlangt eine tiefere Einstellung der in
Arbeitsstellung befindlichen Entgratungswalze, nämlich bei der
"Brückenform", und eine höhere als normale Arbeitsstellung bei der
"Schiform" der zu entgratenden Bramme.
Diese Einrichtung zur Einstellung der Höhenlage der Entgratungswalzen
kann eine Tastrolle sein; es ist auch die Verwendung von Lichtschran
ken möglich. Darüber hinaus können Lichtschranken auch dafür benutzt
werden, um die Hubbewegung der Entgratungswelle rechtzeitig vor dem
Eintreffen der zu entgratenden Brammenkante einzuschalten.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung darge
stellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 einen senkrechten Schnitt durch die erfindungsgemäße
Entgratungsvorrichtung
Fig. 2a-2c die verschiedenen Phasen der Entgratung der Vorder-
und Hinterkante einer Stranggießbramme.
In Fig. 1 sind mit 1 die Rollen eines die Stranggießbramme 2 trans
portierenden üblichen Rollgangs bezeichnet. Die in der Abbildung
dargestellte Stranggußbramme 2 ist bereits zuvor in einer nicht dar
gestellten Schneidbrenneinrichtung in die für die weitere Verarbei
tung erforderlichen Längen unterteilt worden. Beim Brennschneiden,
das in Querrichtung der Bramme erfolgt, bildet sich jeweils an der
Unterkante der Schnittfläche ein Grat oder sogenannter Brennbart, der
aus unregelmäßig an der Unterseite im Anschluß an die Schnittkante
abgelagertem Metall besteht. Sowohl durch die beim Brennschneiden
ablaufenden Vorgänge wie auch beim Transport über die Rollen des
Rollgangs ergibt sich dabei eine etwa der Darstellung in Fig. 2c bei
2a angegebene Gestalt des Grates.
Um den Grat 2a, der sich sowohl an der in Transportrichtung vorderen
wie auch hinteren unteren Querkante der Bramme 2 bildet, zu entfer
nen, dient die in der Fig. 1 dargestellte Vorrichtung. Auf einer
Wippe 6 sind im Abstand und parallel zueinander die Entgratungswellen
3 und 4 angeordnet. Jede dieser Wellen ist mit pendelnd befestigten,
über die ganze Breite der jeweiligen Welle angeordneten Hämmern 5
versehen, die, sobald die Wellen sich drehen, die in der Abbildung
gezeigte radiale Stellung zur Welle einnehmen. Zur Unterbringung der
Wippe mit den Entgratungswellen 3 und 4 ist der Rollgang unterbro
chen, wobei oberhalb der Wippe und zwischen den Entgratungswellen 3
und 4 eine Rollgangsrolle 1a vorgesehen ist, um den Abschnitt, in dem
die Bramme 2 nicht unterstützt ist, nicht zu groß werden zu lassen.
Der Abstand zwischen den Rollgangsrollen 1 und der mittleren Roll
gangsrolle 1a ist so gewählt, daß die Entgratungswellen 3 und 4 durch
entsprechende Betätigung der Wippe 6 abwechselnd in den Bereich
der zu entgratenden unteren Kante der Bramme bewegt werden können.
Der Drehantrieb versetzt die in Fig. 1 links dargestellte Entgra
tungswelle 3 in gegen den Uhrzeigersinn gerichtete Drehbewegung; der
Drehantrieb für die Entgratungswelle 4 dreht die Welle im Uhrzeiger
sinn.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ergibt sich ohne weiteres aus der
Fig. 1. Sobald die von rechts nach links transportierte Bramme mit
ihrer Vorderkante die bei 7 angedeutete Lichtschranke passiert, wird
die Wippe in die in Fig. 1 dargestellte Lage gebracht.
Die nach außen geschleu
derten Hämmer entfernen dabei den "Brennbart".
Nach kurzer Zeit nimmt die
Wippe, betätigt durch einen nicht dargestellten Antrieb, eine
Mittelstellung ein. Sobald das in Transportrichtung hintere Ende der
Bramme die bei 8 angedeutete Lichtschranke passiert, bringt die Wippe
die Entgratungswelle 4
in Arbeitsstellung. Durch die im Uhrzeigersinn verlaufende
Drehrichtung schlagen die Hämmer an der Welle 4 den am hinteren Ende
der Bramme befindlichen Grat nunmehr nach rechts, d.h. zum freien
Ende der Bramme hin, ab.
Die Schwenkachse der Wippe 6 kann, wie in Fig. 1 gezeigt, mit der
Achse der in der Mitte angeordneten Rollgangsrolle 1a zusammenfal
len.
Fig. 2a bis 2c zeigt den Entgratungsvorgang in weiteren Einzelhei
ten. Dabei ist aus Fig. 2b und 2c, welche Ausschnitte aus dem
Bereich A in Fig. 2a darstellen, ersichtlich, daß die Bewegungsbahn
der Hämmer 5 jeweils durch entsprechende Einstellung der Wippe so
verläuft, daß der Grat entfernt wird.
Die Betätigung der Wippe erfolgt zweckmäßigerweise mit Hilfe eines
Verstellantriebes, der die Wippe, ausgehend von ihrer Mittellage, in
die jeweilige Arbeitsstellung bringt.
Claims (3)
1. Vorrichtung zum Entfernen von Graten, die beim Teilen durch Brennschneiden
an Stranggießbrammen entstehen, bei der die Vorder- und
Hinterkante der auf einem Rollengang transportierten Brammen an mindestens einer
drehangetriebenen Welle vorbeilaufen, wobei an der Welle mehrere Hämmer
pendelnd-beweglich nebeneinander befestigten sind, deren Bewegungsbahn
tangential zu der den Grat aufweisenden Brammenkante und rechtwinklig
zu dem dort befindlichen Grat verläuft,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwei zueinander parallele, mit Hämmern (5) versehene Wellen (3, 4),
die mit gegensinniger Drehbewegung antreibbar sind, jeweils in eine
Arbeitsstellung, in der sich der zu entfernende Grat (2a) in der Bewegungsbahn
der Hämmer (5) befindet, und in eine Stellung, in der sich der
Grat (2a) außerhalb der Bewegungsbahn der Hämmer (5) befindet, bewegbar
sind und, daß die beiden Wellen (3, 4) auf einer Wippe (6) angeordnet
sind, die um eine zwischen den Wellen (3, 4) befindliche und zu ihnen
parallele Achse kippbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die mit Hämmern (5) ausgestatteten Wellen (3, 4)
auf der Wippe (6)
beiderseits einer vorzugsweise mittig angebrachten Rollgangsrolle (1a)
angeordnet sind.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß den mit Hämmern ausgestatteten Wellen (3, 4) eine die Höhenlage
der Brammenunterseite ermittelnde Einrichtung vorgeschaltet ist, die die
Höheneinstellung der jeweiligen Welle (3, 4) in der Arbeitsstellung regelt.
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