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Gestell für lnenschen- und Tierschädel. Die Erfindung betrifft ein
Gestell für Menschen- und Tierschädel, um sie für die Zwecke der Aufbewahrung, des
Studiums oder für Lehrzwecke in der erforderlichen naturgemäßen Lage festzuhalten:
Dabei soll der Unterkiefer vollkommen bewegungsfähig in die richtige Lage zum Oberkiefer
gebracht und in dieser festgehalten werden, ohne da.ß deshalb der Schädel und der
Unterkiefer durch- B6hrlöcher o. dgl. verletzt zu werden brauchen.
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Die Vermeidung besönderer Befestigungs-oder Verbindungsmittel für
. den Unterkiefer bringt, neben dem Vorteil der weitgehendsten Schonung und Erhaltung
des Schädels, noch den Vorteil mit sich, daß der Unterkiefer zwecks Studium jederzeit
bequem vom Oberkiefer entfernt und ebenso. rasch aber auch wieder in die Gebrauchsstellung
gebracht werden kann.
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In den beigefügten Zeichnungen ist das neue Schädelgestell in zwei
Ausführungsformen dargestellt, und zwar zeigen die Abb. i bis 3 in Seiten-, Stirnansicht
und Grundriß ein solches Gestell für einen Menschenschädel, während die Abb. q.,
5 und 6 gleichfalls in Seiten-, Stirnansicht .und Grundriß ein derartiges Gestell
für einen Tierschädel wiedergeben.
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Das wesentlichste Kennzeichen dieses neuen Schädelgestelles besteht
darin, daß am eigentlichen Ständer a außer einer zweckmäßig fingerförmig gestalteten
Auflageplatte b,, die dem
Schädel als Sitz dient, noch ein oder
mehrere bei c drehbar gelagerte zweiarmige Halter d vorgesehen sind, die durch das
Schädelloch nach innen greifend, bei einem Anziehen des Halters d den Schädel auf
seine Unterlageplatte b anpressen, und ihn dadurch ohne weiteres sicher und doch
jederzeit leicht lösbar festhalten. Die Halter können durch ein beliebig gestaltetes
Sperrorgan f in der zum Festhalten des Schädels bestimmten Gebrauchsstellung d (s.
Abb. i) gesichert werden.
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Bei dem dargestellten Beispiel besteht dieses Sperrorgan aus einem
bei g drehbar gelagerten, U-förmig gestalteten Bügel f, der mit einem als Handgriff
dienenden kurzen Stift k oder Knopf versehen ist.
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Zum federnden Anpressen des Unterkiefers gegen den Oberkiefer dient
ein besonderer, an 'der Grundplatte b zweckmäßig drehbar angeordneter federnder
Arm i, der an seinem vorderen Ende mit einem bei k drehbar gelagerten Querarm m
versehen ist, dessen entsprechend der Form des Unterkiefers leicht aufgebogene Enden
den letzterer von beiden Seiten leicht umgreifen und ihn so gegen eine seitliche
Verschiebung sichern.
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Das Aufsetzen des Menschenschädels geschieht folgendermaßen: Die beiden
Halter d werden nach Lösen der Verriegelung f in die in Abb. i mit unterbrochenen
Linien dargestellte Lage dl gebracht. Dann setzt man den Schädel so auf die Platte
b oder deren Finger, daß die beiden nach oben gerichteten Halterarme in das Schädelloch
eingreifen. Nun drückt man die nach unten stehenden Halterarme soweit in der eingezeichneten
Pfeillichtung nach unten ins Innere des Ständers a, bis die oberen Arme sich innen
gegen die Schädelwand anlegen. Damit wird der Schädel auf die Unterlage b festgepreßt.
Nun hat man nur noch nötig, die unteren Hebelarme innerhalb des Ständers a zu sichern,
was dadurch geschieht, daß die Sperrorgane f von der mit unterbrochenen Linien dargestellten
Stellung f in die Stellung f1 bewegt werden. Die Enden der unteren Halterafmed sind
zweckmäßig rechtwinklig nach außen umgebogen und dienen als Anschläge für die Sperrorgane
f, um ein unbeabsichtigtes Öffnen der Sperrorgane f auf alle Fälle auszuschließen.
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Hierauf wird auf den federnden Arm i, der sich zuerst in cier aus
Abb. i ersichtlichen strichpunktierten Stellung il befindet, der Unterkiefer derart
aufgesetzt, daß er von dem Querarm -in oder dessen aufgebogenen Enden, welche gleichfalls
federnd ausgebildet sind, festgehalten wird, und dann durch Herunterdrücken undDrehung
in die Gebrauchsstellung i unter den Oberkiefer gebracht. Der federnde Arm i preßt
in diesem Fall den Unterkiefer genügend fest gegen den Oberkiefer, so daß unter
Vermeidung jedweder sonstiger Verbindungsmittel der natürliche Bewegungsvorgang
des Unterkiefers ohne weiteres gezeigt werden kann.
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Bei dem für Tierschädel bestimmten, in Abb. q. bis 6 dargestellten
Schädelgestell ist die fingerförmig ausgebildete Grundplatte b, entsprechend der
abweichenden Bauart des Tierschädels gegenüber dem Menschenschädel, am Ständer a
nicht horizontal, sondern in starker Neigung angeordnet, damit der Tierschädel in
die richtige Horizontallage kommt. Auch ist hierfür nur ein bei c drehbar gelagerter
Halter d mit Sperrorgan f erforderlich, und zwar deshalb, weil zufolge der besonderen
Bauart des Tierschädels in diesem Fall die Grundplatte noch mit einem von innen
angreifenden, federnden Andruckarm n ausgerüstet werden kann, ohne deshalb das Aufbringen
des Tierschädels auf das Gestell zu behindern. Der für den Unterkiefer bestimmte
federnde Arm i ist gleichfalls seitlich in dieStellungilzü bewegen und besitzt ebenfalls
eine den Unterkiefer mit ihren aufgebogenen Enden umschließende Querschiene m.
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Die Art und Weise, wie in beiden Fällen das Schädelskelett auf dem
Tisch oder seinem sonstigen Standort angeordnet ist, ist beliebig. Ob dies mit Hilfe
von Kugelgelenken, Scharnieren o. dgl. geschieht, ist gleichgültig und die zweckmäßige
Form kann jeweils nach den besonderen Verhältnissen gewählt werden.