DE367143C - Vorrichtung fuer Zylinderpressen zur Verhuetung des Abschmutzens des bedruckten Aufzuges durch Aufstaeuben von Talkum - Google Patents
Vorrichtung fuer Zylinderpressen zur Verhuetung des Abschmutzens des bedruckten Aufzuges durch Aufstaeuben von TalkumInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B41—PRINTING; LINING MACHINES; TYPEWRITERS; STAMPS
- B41F—PRINTING MACHINES OR PRESSES
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung an Zylinderpressen, die bei unabsichtlich
bedrucktem Aufzug, wie er bei Durchlaufen der Maschine ohne Druckbogen entsteht, in bekannter Weise ein Abschmutzen
des Druckzylinders durch Aufstäuben von Talkum verhütet und ohne Anhalten der Maschine den Weiterdruck ermöglicht.
Gemäß der Erfindung ist die Vorrichtung
ίο so gebaut, daß unterhalb der Brückenwalze
auf einer Achse, die in einem auf der Brückenwalzenachse schwingend aufgehängten
Gabelbügel lagert und beim Gang der Maschine durch ein von dieser Brückenwalze angetriebenes
,Zahnsegment beständig gedreht wird, eine mit Talkum durchsetzte Bürstenwalze
lose drehbar angeordnet ist, die durch eine in sich abgefederte Nockenkupplung mit
Hilfe einer Zugvorrichtung beim Herabdrücken eines Tritthebels zwangläufig in Drehung versetzt und gleichzeitig durch eine
an denselben Fußtritt angelenkte zweite Zugleine gegen den Druckzylinder geschoben
wird, so daß die rotierende Bürstenwalze zunächst die gröbste Schicht Farbe verwischt
und zum zweiten durch die Schleuderbewe-
gung Talkum aufträgt, welches teilweise von der Bürstenwalze zerrieben wird, teilweise
aber auch als Staub von dem sich drehenden Zylinderaufzug mitgenommen wird, wobei
unterhalb der Bürstenwalze eine zweite Bürstenreihe, ebenfalls am Gabelbügel angebracht
ist, die beim Arbeiten der Bürstenwalze gegen den Zylinderaufzug drückt und verhindert, daß das etwa herabfallende TaI-kum
bei häufigerem Gebrauch der Vorrichtung, die Druckform verschmutzt. Damit sich die Bürstenwalze im gegebenen Zeitpunkt
selbsttätig vom Zylinder abhebt, ist der Gabelbügel an der Anlegeseite mit einem rechtwinkligen
Ansatz mit Gleitrolle versehen, welch letztere über einen am Zylinder exzenterartig
angeordneten Ansatz gleitet und somit die Bürstenwalze im gegebenen Zeitpunkt selbsttätig vom Zylinder abhebt. Um der
Bürstenwalze eine federnde Auflage zu geben, sind an der Zugleine zum Andrücken der
Bürstenwalze eine Schraubenfeder und an dem einen Gabelschenkelende eine Blattfeder angeordnet,
deren Druck durch eine Stellschraube beliebig geregelt werden kann.
Der Erfindungsgegenstand ist in der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel veranschaulicht,
und zwar zeigen: Abb. 1 die Vorrichtung mit strichpunktiert eingezeichneten
Talkumkasten, von der Seite gesehen, und Abb. 2 eine Vorderansicht der Vorrichtung.
Die Vorrichtung besteht aus einer Bürstenwalze α, die mit ihren mittelstarken Haaren a'
die ganze Druckfläche des Zylinders b bestreichen kann. Die Bürstenwalze α läuft
unterhalb eines zur Aufnahme von Talkum dienenden Kastens c, der spitz zulaufend in
eine Bürstenreihe endigt, welche so angeordnet ist, daß beim Rotieren der Bürstenwalze a
durch die den Haaren innewohnende Federkraft das filterartig zwischen der Bürstenreihe
des Kastens hervorsickernde Talkum zwischen Bürstenwalze und Zylinderaufzug geschleudert wird. Unterhalb der Bürstenwalze
α befindet sich eine zweite Bürstenreihe d, welche beim Arbeiten der Walze a an
den Zylinderaufzug drückt und verhindert, daß das etwa herabfallende Talkum bei häufigerem Gebrauch der Vorrichtung die
Druckform verschmutzt.
Die Wirkung der Vorrichtung beruht darauf, daß die vollständig mit Talkum durchsetzte
Bürstenwalze α zunächst die gröbste Schicht Farbe verwischt und zum zweiten
durch die Schleuderbewegung Talkum aufträgt, welches teilweise von der Bürstenwalze
verrieben wird, teilweise aber auch als Staub von dem sich drehenden Zylinderaufzug mitgenommen
wird. Ein Verschmutzen des nachfolgenden Druckbogens ist bei dem durch das Talkum erfolgten vollständigen Auftrocknen
des Zylinderaufzuges ausgeschlossen. Es brauchen daher die Maschinen bei Durchlauf
des Zylinders nicht abgestellt zu werden. Auch hat dieser Umstand auf die Lebensdauer aller
beweglichen Maschinenteile, welche bei dem ruckartigen Anhalten mittels Fußbremse aufs
höchste beansprucht werden, den günstigsten Einfluß. Ebenso bedeutet die Möglichkeit, die
Maschine in ihrer Gangart nicht zu behindern bzw. nicht abstellen zu müssen, eine Kraftstromersparnis,
da das Anlassen bekanntlich eine größere, wenn auch kurze, Kraftaufwendung der Antriebsmaschine als normal bedingt.
Die Rotation der Bürstenwalze α wird durch die Brückenwalze e bewirkt. Die Geschwindigkeit
der Bürstenwalze soll so gehalten sein, daß auf die ganze im Höchstfalle
zu beanspruchende Aufzugslänge des Zylinders b mindestens fünf Umdrehungen der
Bürstenwalze α kommen. Dies wird durch entsprechende Zahnradübersetzungen von der
Bürstenwalze her ermöglicht. Die ganze Vorrichtung, also Zahnrädervorgelege /, /', /"
und /'", Talkumkastea c, Bürstenwalze a, Bürstenreihe d mit einem evtl. um die Bürstenwalze
bis zum Talkumkasten gehenden Schutzblech gegen Verstaubung, ist mit einem Gabelbügel h drehbar um die eigene Achse an go
der Welle g der Brückenwalze e aufgehängt, ihre Anbringung unterhalb der Brückenwalze
und Nachfüllen des Kastens mit Talkum ist bequem ermöglicht. Die durch die freie Aufhängung
h gegebene Schwingungsmöglichkeit der Vorrichtung kann durch ein mittels Fußtritthebel
zu betätigendes Hebelwerk, mit welchem die Vorrichtung zwangläufig verbunden sein muß, geregelt werden. An den als Zughebel
M ausgebildeten Gabelendschenkel ist unter Zwischenschaltung einer Schraubenfeder
t eine Zugleine ν angebracht. Am Hebelende 11' ist eine Blattfeder w angebracht, die
gegen eine an einem Winkelarm angeordnete Stellschraube i greift und durch letztere beliebig
stark eingestellt werden kann. Um zu ermöglichen, daß die Umdrehungen der Bürstenwalze
nur dann erfolgen, wenn die Vorrichtung wirklich gebraucht wird, sitzt die Bürstenwalze lose auf einer durchgehenden,
im übrigen zwangläufig allen Umdrehungen des Zylinders folgenden Welle k. Auf der
Welle k ist verschiebbar mit Keilnute einer Hälfte einer Nockenkupplung m angeordnet,
die im Bedarfsfalle gleichzeitig mit dem obenerwähnten Fußkontakt nach der Walze a
zu geschoben wird, dort in die mit der Walze fest verbundene zweite Hälfte m' der
Nockenkupplung eingreift und die Umdrehungen der Welle somit auf die Walze überträgt.
Die Nockenkupplungshälfte m ist mit einer Schaltgabel p versehen, in die ein Über-
tragungshebel q mit Zugleine r eingreift. Außerdem ist die Kupplungshälfte« mit
einer Zugfeder ί in sich abgefedert, so daß
sie bei lockerer Zugleine r selbsttätig aus der anderen Hälfte«' herausgezogen wird. Die
beiden Zugleinen ν und r werden durch Leitrollen .an einen gemeinsamen Fußtritthebel
angelenkt.
Am Zylinder b ist auf der Anlegeseite an
ίο der äußersten Stelle, die es frei von Druckform
und Zahnkranz ermöglicht, ein ringförmiger Ansatz η angebracht, der dem Zylinder
an dieser Stelle die Form eines Exzenters gibt. Dieser Ansatz läßt aber den für die
Gesamtlänge des Aufzuges in Frage kommenden Umfang des Zylinders vollständig frei.
Die auf dieser Seite der Maschine befindliche Aufhängung h ist nach dem Zylinder zu
rechtwinklig verlängert und besitzt in entsprechender Länge eine auf dem Zylinderansatz
η bzw. dem Zylinder laufende Rolle o,
welche im gegebenen Zeitpunkt die Bürstenwalze α vermöge des Exzenterringes η vom
Zylinder b abhebt.
Wirkungsweise: Wenn der Einleger versagt, hat der Druckzylinder keinen Druckbogen
erhalten. Der Einleger tritt auf einen z. B. neben der Fußbremse angeordneten Fußtritthebel,
der bewirkt, daß sich die auf der Bürstenwalzenwelle g mitlaufende Nockenkupplungshälfte
fH verschiebt und in die Bürstenwalze α eingreift, welche nunmehr rotiert,
und daß gleichzeitig die Bürstenwalze gegen den Zylinder gedrückt wird. Sie kann denselben
aber noch nicht erreichen, da die Greifer am Zylinder noch, nicht vorbeigegangen
sind und infolgedessen der Exzenterring η
am Zylinder b eine Berührung der Walze a mit dem Zylinder noch verhindert. Wenn die
Greifer und der Exzenterring η die Brückenwalze
e passiert haben, kann die Bürstenwalze α nunmehr am Aufzug arbeiten. Ist der
Aufzug vorbeigegangen, so hebt der Exzenterring η die Walze α ab und der Zylinder b
steht still, ein neuer Druckbogen kann eingelegt, der Fußkontakt losgelassen werden. Der
Druck des Fußkontaktes auf die Bürstenwalze wird durch die zwischengeschalteten Federn t
und w geregelt und durch eine Anschlagschraube· an geeigneter Stelle begrenzt.
Claims (5)
- Patent-Ansprüche:i. Vorrichtung für Zylinderpressen zur Verhütung des Abschmutzens des bedruckten Aufzuges durch Aufstäuben von Talkum, dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb der Brückenwalze (e) auf einer Achse (k) die in einem auf der Brückenwalzenachse (g) schwingend aufgehängten Gabelbügel (h) lagert und beim Gang der Maschine durch ein von dieser Brückenwalze angetriebenes Zahnsegment beständig gedreht wird, eine mit Talkum durchsetzte Bürstenwalze (α) lose drehbar angeordnet ist, die durch eine in sich abgefederte Nockenkupplung (m, m') mit Hilfe einer Zugvorrichtung (p, q, r) beim Herabdrücken eines Tritthebels zwangläufig in Drehung versetzt und gleichzeitig durch eine an demselben Fußtritt angelenkte zweite Zugleine (v) gegen den Druckzylinder (ί?) geschoben wird.
- 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb der Bürstenwalze (α) , eine zweite Bürstenreihe (d) ebenfalls am Gabelbügel (K) angebracht ist, die beim Arbeiten der Bürstenwalze gegen den Zylinderaufzug drückt und verhindert, daß das etwa herabfallende Talkum bei häufigerem Gebrauch der Vorrichtung die Druckform verschmutzt.
- 3. Vorrichtung nach Anspruch r, dadurch gekennzeichnet, daß der Gabelbügel an der Anlegeseite mit einem rechtwinkligen Ansatz mit Gleitrolle (0) versehen ist, welch letztere über einem am Zylinder (&) exzenterartig angeordneten Ansatz in) gleitet und somit die Bürstenwalze im gegebenen Zeitpunkt selbsttätig vom Zylinder abhebt.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an der Zugleine {v) zum Ausschwingen der Bürstenwalze (α) eine Schraubenfeder (f) und an dem einen Gabelschenkelende (ur) eine Blattfeder (w) angeordnet sind, deren Druck durch eine Stellschraube (i) beliebig regelbar ist.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein unterhalb der Brückenwalze (e) befindlicher Talkumkasten (c) spitz zulaufend in eine Bürstenreihe endigt, welche die Bürstenwalze (a) bestreicht, so daß die Rotation der Bürstenwalze (α) eine Federung der Haare der Bürstenreihe des Talkumkastens (c) und der Bürstenwalze {α) auslöst, welche bei der Bürstenreihe des Talkumkastens (c) ein filterartiges Hervorsickern des Talkums und bei der Bürstenwalze (a) ein Aufschleudern des Talkums auf den Aufzug des Zylinders bewirkt.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEF51262D DE367143C (de) | 1922-03-02 | 1922-03-02 | Vorrichtung fuer Zylinderpressen zur Verhuetung des Abschmutzens des bedruckten Aufzuges durch Aufstaeuben von Talkum |
Applications Claiming Priority (1)
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| DEF51262D DE367143C (de) | 1922-03-02 | 1922-03-02 | Vorrichtung fuer Zylinderpressen zur Verhuetung des Abschmutzens des bedruckten Aufzuges durch Aufstaeuben von Talkum |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE367143C true DE367143C (de) | 1923-01-17 |
Family
ID=7104470
Family Applications (1)
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| DEF51262D Expired DE367143C (de) | 1922-03-02 | 1922-03-02 | Vorrichtung fuer Zylinderpressen zur Verhuetung des Abschmutzens des bedruckten Aufzuges durch Aufstaeuben von Talkum |
Country Status (1)
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|---|---|
| DE (1) | DE367143C (de) |
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1922
- 1922-03-02 DE DEF51262D patent/DE367143C/de not_active Expired
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