DE366241C - Gleitschutzfliese - Google Patents
GleitschutzflieseInfo
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Classifications
-
- E—FIXED CONSTRUCTIONS
- E04—BUILDING
- E04F—FINISHING WORK ON BUILDINGS, e.g. STAIRS, FLOORS
- E04F11/00—Stairways, ramps, or like structures; Balustrades; Handrails
- E04F11/02—Stairways; Layouts thereof
- E04F11/104—Treads
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-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C04B—LIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN
AM 3. JANUAR 1923.
AM 3. JANUAR 1923.
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
- JYt 366241 -KLASSE 80 b GRUPPE 8
(Ni9O53 VI\8ob*)
Norton Company in Worcester, Massachusetts, V. StA.
Gleitschutzfliese.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 11. Juli 1920 ab.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 11. Juli 1920 ab.
Für diese Anmeldung ist gemäß dem Unionsvertrage vom 2. Juni 1911 die Priorität auf Grund
der Anmeldung in den Vereinigten Staaten von Amerika vom 29. April 1918 beansprucht.
Die Erfindung bezieht sich auf Gleitschutzfliesen, deren Oberfläche einen hohen Reibungskoeffizienten
und eine große Widerstandsfähigkeit gegen die Abnutzung durch den Verkehr hat,
Es sind bereits zahlreiche Arten von solchen Stufen u. dgl. vorgeschlagen worden. Bisher
hat sich aber kein Stoff für die Oberfläche gefunden, der seine Gleitschutzeigenschaften und
seine ursprüngliche Form in genügendem
Maße beibehält, wenn er der ununterbrochenen Abnutzung durch den Verkehr auf öffentlichen
Wegen ausgesetzt ist. Holz, Ziegel, Pflastersteine und Kunststeine, wie Beton, nutzen
sich schnell ab und neigen dann zum Glattwerden. Man hat daher härtere Stoffe verwendet,
die nicht nur der Abnutzung widerstehen, sondern ihre ursprüngliche rauhe Beschaffenheit
und zufriedenstellende Gleit-Schutzeigenschaften behalten sollten, wie z. B.
eine Mischung aus außerordentlich hartem, körnigem Stoff, wie Korund, mit gewöhnlichen
Fußbodenbelagstoffen, wie Beton. Aber auch derartige Platten u. dgl. sind nicht dauerhaft,
weil die abschleifende Wirkung des Verkehrs die harten Körner aus dem Bindemittel herausreißt
und das Bindemittel selbst abnutzt. Es ist auch vorgeschlagen worden, ein eisernes, netzartiges Rahmenwerk zu benutzen,
um solches Gleitschutzmaterial aus Zement an Ort und Stelle festzuhalten und zu verhindern, daß es zu schnell zerbrochen oder
abgenutzt wird. Hierbei wurde jedoch durch die Abnutzung bald eine Metalloberfläche freigelegt,
die selbst eine Gefahr bildet, weil sie glatt und schlüpfrig wird. Außerdem ist es
bei solchen Treppenstufen notwendig, die Vorderkante der Stufe aus Eisen herzustellen,
während gerade diese Vorderkante die größten Sicherungen gegen Ausgleiten bieten muß,
weil die Fußgänger geneigt sind, nahe an der Kante auf die Stufen zu treten und so in Gefahr
sind, darauf auszugleiten. Es ist auch vorgeschlagen worden, harte, körnige Stoffe in
Eisen oder andere Metalle zu gießen oder einzubetten. Hiergegen bestehen aber dieselben
Bedenken wie gegen das Metallnetzwerk.
Es hat sich nun ergeben, daß eine zufriedenstellende Gleitschutzfläche einheitliche und
gleichförmige Reibungseigenschaften auf der ganzen Oberfläche haben muß, auf der sie der
größten Abnutzung ausgesetzt ist, und daß die hierzu benutzten Stoffe sämtliche erforderlichen
Eigenschaften besitzen müssen, ohne daß zur Ergänzung Verstärkungen erforderlich
sind, die auf der Trittfläche zutage treten.
Dies wird gemäß der Erfindung dadurch erreicht, daß man Körner von sehr großer
So Härte, vorzugsweise solche aus kristallinischer Tonerde oder anderen Stoffen vom Härtegrad
9 oder darüber, in solcher Menge durch ein geschmolzenes keramisches Bindemittel
vereinigt, daß sie in der Masse überwiegen und diese noch porös bleibt. Das Bindemittel
besteht zweckmäßig aus einer Tonmasse, die einen leicht schmelzbaren Ton enthält; bei
der Herstellung der Fliese wird das Brennen vorteilhaft so lange fortgesetzt, bis im Bindemittel
eine Bildung von Kristallen eintritt.
In den Abbildungen ist
In den Abbildungen ist
Abb. ι eine schaubildliche Ansicht einer Form einer Fliese gemäß der Erfindung.
Abb. 2 ist ein schematischer Schnitt durch eine solche Fliese, die in Beton am Rande eines
Bahnsteiges eingebettet ist.
Als Bindemittel wird vorzugsweise eine glasartig schmelzbare Tonmischung benutzt,
die z. B. Feldspat im Gemisch mit Flußton (slip clay) und Steingutton (ball clay) in den
den Fachleuten bekannten Verhältnissen enthält und bei Erhitzung auf 1300° C schmilzt.
Ein solches Tonbindemittel bewirkt in geschmolzenem Zustand eine außerordentlich
innige Verbindung mit der Oberfläche der Gleitschutzstoffe. Wenn Aluminiumoxyd den
Hauptbestandteil der harten Körner bildet, so hat die geschmolzene Tonmasse eine lösende
Wirkung auf die Oberfläche des Oxydkorns, wodurch das Gebilde im wesentlichen homogen
wird und die Körner fest an ihrer Stelle gehalten werden.
Die Fliese kann nach bekannten keramischen Arbeitsweisen irgendwelcher Art hergestellt
werden. Man kann z. B. die Stoffe in trockner Form in den gewünschten Verhältnissen, z. B.
23 Prozent Bindemittel und 77 Prozent Tonerde,
mischen. Nach genügender Anfeuchtung der Mischung, derart, daß sie ihre Form *
beibehält, wird sie vorzugsweise in einer Stahlform von geeigneter Gestalt einem hohen
Druck unterworfen, um die Masse zu verdichten. Da der Block in diesem Zustande keine Festigkeit oder Widerstandsfähigkeit·
gegen Abnutzung hat, wird er zuerst getrocknet und dann in einem geeigneten keramischen
Ofen bei einer Temperatur von etwa 13000 C
gebrannt, die von der besonderen Beschaffenheit d.er benutzten Bestandteile abhängt, um
dem Bindemittel eine glasartige Beschaffenheit zu geben. Das Brennen erfolgt langsam,
damit die Körper nicht zerstört werden, so daß die Behandlung z. B. 100 Stunden dauert,
worauf die Fliese etwa ebensolange langsam abgekühlt wird.
Da die Gleitschutzeigenschaften des Stufenkörpers
in gewissem Maße von der Größe der Körner abhängen, wird die Korngröße benutzt, die für die besondere Stelle, an der die
Stufe benutzt werden soll, am geeignetsten erscheint. Wenn auch natürlich verschiedene
Korngrößen benutzt werden können, wird doch vorzugsweise ein verhältnismäßig feines
Korn benutzt, da ein solches Material keine erhebliche zerstörende Einwirkung auf Schuhleder
hat und doch das Ausgleiten verhindert. Außerdem ermöglicht ein feineres Korn ein
gewisses Gleiten des Fußes und erleichtert so das Gehen, während, wenn der Fuß durch
die Gleitschutzteilchen plötzlich festgehalten würde, eine ermüdende Beanspruchung der
Muskeln eintreten würde.
Auf diese Weise erhält man eine keramische Fliese, die jedoch keineswegs einejn Block aus
Glas oder Porzellan mit darin eingebetteten harten Körpern ähnlich ist. Vielmehr sind
darin die körnigen Teilchen, die aus vorher geschmolzener Tonerde bestehen, durch eine
glasartige keramische Masse zu einem dichten porösen Körper verbunden, dessen Porosität
im gegebenen Beispiel 30 Prozent bei einer Wasseraufnahmefähigkeit von 15 Prozent beträgt.
Die Tonerdekörner, die den größten Teil des Körpers bilden, werden durch das Schwinden der geschmolzenen keramischen
Masse zu einem dichten Körper aneinander gezogen. Die glasartige Masse bildet gewissermaßen
verbindende Brücken zwischen den benachbarten Oberflächen der Körner und läßt dazwischen verstreute Räume frei, so daß
ein großer Teil der Kornoberfläche freiliegt
und außerdem scharfkantige Poren vorhanden sind, die die Sicherheit erhöhen.
Häufig findet man, daß die Glasmasse mit Nadeln von Sillimanit durchsetzt ist, die
zwischen den Oberflächen . der Tonerdekristalle liegen. Die Bildung eines derartigen
Gefüges erklärt teilweise die Härte und Dauerhaftigkeit des Bindemittels.
Wegen der Leichtigkeit, mit der solche Fliesen in Zement verlegt und festgehalten
werden können, werden sie vorzugsweise so gestaltet und ausgeführt, daß sie in Verbindung
mit einer Zementschicht benutzt werden können. Bisher war es nicht möglich, eine
Sicherheitsstufe zu verlegen, indem man einfach einen Block aus Gleitschutzmaterial in
Zement einbettete, und es mußten daher zum Festhalten der Stufe komplizierte Einrichtungen
benutzt werden. Ein wesentliches Kennzeichen der Erfindung ist die Bequemlichkeit
und Leichtigkeit, mit der eine Trittfläche hergestellt werden kann, indem man Zement oder
Beton in Verbindung mit den keramischen Fliesen benutzt.
In Abb. ι ist eine Form einer Fliese dargestellt,
die besonders für Treppenstufen oder Bordschwellen, z. B. auf Bahnsteigen neben
einem Gleis, geeignet ist. Wie ersichtlich, bildet die Fliese eine flache Platte 1 mit zusammenhängender
oberer Fläche 2 zum Auftreten, einer abgerundeten Kante 3 an der oberen Vorderseite, wo die Abnutzung am
meisten eintritt, und einem schwalbenschwanzförmigen Teil 4 mit geneigten Kanten
5 auf der Rückseite, um eine Verbindung mit einer Betonmasse herzustellen und die
Fliese festzuhalten. Natürlich können andere geeignete Formen zur Verbindung mit dem
Zement oder andere Mittel zum Festhalten der Fliesen benutzt werden.
Um solche Fliesen beispielsweise auf einem Bahnsteig zu verlegen, wird eine Zementunterlage
6 hergestellt und eine Reihe Sicherheitsfliesen ι an der vorderen Kante der Lauffläche
eingebettet. Die Fliese wird in den Belag versenkt oder rückwärts von ihr Zement verlegt,
so daß die Oberfläche 2 der Fliese mit der Zementoberfläche 7 des Bahnsteiges abschneidet
und in derselben Ebene liegt. Auf diese Weise erhält man eine glatte, zusammenhängende
ebene Trittfläche, die in keiner Weise das Gehen oder das Fahren von Karren stört,
der Abnutzung während langer Zeit widersteht und die Sicherheit der Fußgänger vollkommen
und gleichmäßig wahrt.
Claims (3)
1. Gleitschutzfliese o. dgl. mit das Ausgleiten verhindernden, gegen "Abnutzung
widerstandsfähigen Körnern, dadurch gekennzeichnet, daß Körner, vorzugsweise aus kristallinischer Tonerde oder anderen
Stoffen vom Härtegrad 9 oder darüber, in solcher Menge durch ein geschmolzenes keramisches Bindemittel vereinigt sind,
daß sie in der Masse überwiegen und diese noch porös bleibt.
2. Gleitschutzfliese nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel
aus einer einen leicht schmelzbaren Ton enthaltenden Tonmasse besteht.
3. Gleitschutzfliese nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie
bis zur Bildung von Kristallen im Bindemittel gebrannt ist.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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| US366241XA | 1918-04-29 | 1918-04-29 |
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