DE3642828A1 - Programmierbares hoergeraet - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein programmierbares Hörgerät mit in seinen Über
tragungseigenschaften steuerbaren Verstärkerteil und Übertragungsteil.
Dies ist Stand der Technik.
So ist z.B. aus der US PS 41 87 413 entsprechend der DE-OS 27 16 336
ein Hörgerät (HDO-Gerät) bekannt, bei dem das analoge vom Mikrofon
kommende Schallsignal nach Durchlaufen eines Tiefpaßfilters in einem
A/D-Wandler in ein digitales Signal umgesetzt und einer diskreten Sig
nalverarbeitungsschaltung zugeführt wird, deren Übertragungsfunktion
n-ter Ordnung aus in einem elektrisch programmierbaren Festwertspeicher
(EPROM) gespeicherten Parametern mittels eines Mikroprozessors mit
arithmetischer Einheit zur Anpassung an die Gehörschädigung steuerbar
ist. Die Programmierung kann nur durch Löschen des Festwertspeichers
und erneutes Programmieren geändert werden. Das so modifizierte Digi
talsignal wird dann wieder in einem D/A-Wandler in ein entsprechendes
Analogsignal umgesetzt, verstärkt und dem Hörer zugeführt. Dieses
Gerät kann immer nur an eine einzige zuvor ermittelte, ganz bestimmte
Gehörschädigung angepaßt werden, die zuvor mit einem Audiometer
ermittelt wurde.
Ferner ist aus der EU 0064 042 A1 eine Schaltungsanordnung, vorzugs
weise für ein Hörgerät bekannt, bei dem in einem Speicher beispielsweise
die Parameter für 8 verschiedene Umgebungssituationen abgespeichert
sind. Durch Betätigen eines Schalters wird z.B. die erste Gruppe von
Parametern abgerufen und steuert über eine Steuereinheit einen zwischen
Mikrofon und Hörer eingeschalteten Signalprozessor, der dann eine
die erste für eine vorgesehene Umgebung bestimmte Übertragungsfunktion
einstellt. Über einen Schalter können alle acht Übertragungsfunktionen
nacheinander abgerufen werden bis die gerade passende gefunden ist.
Andererseits ist auch eine automatische Anpassung vorgesehen, wenn der
Benutzer z.B. von einer geräuschvollen Umgebung in eine ruhige Umge
bung kommt oder umgekehrt.
Will man andere Übertragungsfunktionen einstellen, dann muß der nicht
flüchtige Speicher gelöcht und durch eine externe Programmiereinheit
erneut programmiert werden. Auch hier ist eine Anpassung an eine sich
ändernde Gehörschädigung nur mit großem Aufwand möglich.
Weitere eingehende Versuche zur Schaffung einer besseren Übertragungs
qualität für Hörgeräte durch Verwendung eines speziell entwickelten
Sprachprozessors mit Sprachkompression und Trennung stimmhafter und
stimmloser Laute sind z.B. in IEEE Transactions on Acustics, Speech and
Signal Processing, December 1976, Seiten 473 bis 480 in dem Aufsatz
von S.G.Knorr "A Hearing Aid for Subjects with extreme High-Frequency
Losses" beschrieben.
Ein weiterer Versuch zur besseren Anpassung von Hörgeräten ist in einem
Aufsatz von A.Rihs und D. Wessell "Activ Filtering - a step towards the
programmable hearing aid" in "Hearing Instruments" Vol. 33 Nr. 10,
1982, Seiten 20 und 56 beschrieben.
Mit der dort beschriebenen Filteranordnung mit einem zwischen Mikrofon
plus Vorverstärker und Ausgangsstufe mit Hörer eingeschaltete Filterstufe
unter Verwendung des Prinzips von Rückkopplung mit Phasendrehung,
benutzt im Rückkopplungszweig zwischen Ausgang und Eingang der Filter
stufe ein Filternetzwerk, das durch einen Programmierschalter gesteuert
wird, der Gruppen von verschiedenen Schaltkreisen steuert. Jede Ein
stellung des Programmierschalters ist rastbar und auf enge Toleranz ge
eicht. Auch hier handelt es sich um eine zwar bessere aber einmalige
Anpassung an die Gehörschädigung des Patienten.
Ein weiteres Filtersystem für Hörgeräte ist ausführlich in der US-PS
41 88 667 abgehandelt, bei dem die Durchlaßkurve an ein willkürlich
gewähltes Spektrum angepaßt werden kann. In einer Ausführungsform
befindet sich das Filtersystem außerhalb des Hörgerätes und ist mit die
sem durch zwei Hochfreqzenz- Übertragungskanäle, jeweils mit Sender
und Empfänger, verbunden. Statt der drahtlosen Verbindung kann man
das externe Filtersystem auch über Leitungen anschließen.
Alle diese bekannten Anordnungen sind entweder nur für eine einzige
Übertragungsfunktion oder für eine vorab festgelegte Anzahl und Art
von Übertragungsfunktionen eingerichtet und zum Teil noch mit außer
gewöhnlich aufwendigen und komplizierten Filtersystemen ausgerüstet
und benötigen in einigen Fällen auch relativ große Festwertspeicher
mit der Möglichkeit der Löschung und erneuten Programmierung des
Speicherinhalts.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein nunmehr wirklich universell und doch
individuell anpaßbares programmierbares Hörgerät zu schaffen, dessen
Übertragungseigenschaften problemlos an alle Anforderungen des Be
nutzers in situ bei unterschiedlichsten Umgebungseinflüssen durch Simu
lation durch den Hörgeräteakustiker anpaßbar sind.
Dies wird erfindungsgemäß für ein programmierbares Hörgerät dadurch
erreicht, daß dem Hörgerät ein externes Steuergerät mit einem modulier
baren Sender zum Aussenden von spezifischen, die Übertragungseigen
schaften bestimmenden Daten mittels drahtloser Übertragung nach dem Hör
gerät zugeordnet ist, und daß das Hörgerät einen Empfänger zur Aufnahme
und Demodulation der drahtlos übertragenen Signale sowie eine digitale
Steuerlogik für die Steuerung des Übertragungsteils enthält.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind den weiteren Ansprüchen zu
entnehmen.
Die Erfindung wird nunmehr anhand eines Ausführungsbeispieles in Verbin
dung mit den beigefügten Figuren im einzelnen näher erläutert.
Dabei zeigen
Fig. 1 eine Prinzipdarstellung des externen Steuergerätes;
Fig. 2 eine Prinzipdarstellung der wesentlichen Teile des
Hörgerätes;
Fig. 3 die Frontansicht des externen Steuergerätes;
Fig. 4 ein Blockschaltbild des externen Steuergerätes;
Fig. 5 ein Blockschaltbild des zugehörigen Hörgerätes und
Fig. 6 eine weitere Ausführungsform eines externen Steuergerätes.
Das in Fig. 1 im Prinzip dargestellte externe Steuergerät 1 besteht aus
einer Eingabetastatur 2, einer digitalen Steuereinheit 3, die einen modu
lierbaren Sender 4 anzusteuern vermag, und einer Programmiervorrichtung
5, mit deren Hilfe die digitale Steuereinheit 3 programmiert werden kann.
Das in Fig. 2 dargestel1te Hörgerät 6 enthält einen Empfänger 7 mit Demo
dulator, eine durch diesen ansteuerbare digitale Steuereinheit 8 und einen
durch diese steuerbaren Audioprozessor 9 als Übertragungseinheit, die
zwischen einem Mikrofon 10 und einem Hörer 11 eingeschaltet ist. Selbst
verständlich können an Stelle eines Mikrofons auch mehrere sich in ihren
Frequenzbereichen ergänzende Mikrofone sowie auch eine Telefonspule
vorgesehen sein. Ebenso können an Stelle nur eines Hörers auch mehrere
Hörer mit sich gegenseitig ergänzenden Frequenzbereichen verwendet
werden.
In Fig. 3 ist die Eingabetastatur 2 im einzelnen gezeigt. Man erkennt
rein schematisch eine Anzahl von Einstellschiebern 12, die beispielsweise
der Betätigung von Einstelltrimmern dienen können. Hier sind vier Ein
stellschieber mit den Bezeichnungen H, L, C und O für höhere Frequen
zen, niedrigere Frequenzen, Kompression und Ausgangsleistung gezeigt.
Diese Einstellschieber sind normalerweise abgedeckt und dem Benutzer
nicht zugänglich.
Man erkennt ferner vier Programmtasten 13, durch die der Benutzer eines
von vier vorher abgespeicherten Programmen auswählen kann. Des weiteren
ist ein Schiebeschalter 14 vorgesehen, mit dessen Hilfe eine Umschaltung
zwischen einer Programmierung für ein am rechten Ohr zu tragendes Hörge
rät, oder für ein am linken Ohr zu tragendes Hörgerät vorgenommen wer
den kann. Dieser Schiebeschalter 14 weist außerdem eine Mittelstellung
auf, mit der für den Fall, daß jedes Ohr mit einem Hörgerät versehen ist,
beide Hörgeräte, jeweils mit ihren individuellen, normalerweise verschie
denen programmierten Übertragungseigenschaften, angesteuert werden kön
nen.
Weiterhin ist ein Programmeingabeschalter 15 und eine Reihe von Druck
tasten 16 vorgesehen. Mit den beiden jeweils mit einem nach oben bzw.
einem nach unten gerichteten Pfeil versehenen Drucktasten kann die Laut
stärke für das Hörgerät stärker oder schwächer eingestellt werden. Die
Drucktasten M, MT und T dienen der Anschaltung jeweils des Mikrofons,
des Mikrofons und der Telefonspule oder der Telefonspule alleine.
Schließlich erkennt man noch einen mit E/A bezeichneten Ein/Ausschalter.
Für die durch einen Hörgeräteakustiker vorzunehmende Programmierung
wird nach dem Einschalten des externen Steuergerätes der Auswahlschalter
für das linke bzw. rechte bzw. beide Hörgeräte eingestellt. Anschließend
werden die Schiebeschalter auf die gewünschte Position eingestellt. An
schließend wird dann für diese Einstellung eine der vier Programmpositio
nen 13 ausgewählt, worauf dann die Programmeingabetaste 15 gedrückt
wird. Dies bewirkt, daß diese Einstellung abgespeichert wird, wie dies
noch näher erläutert werden wird.
Die hier dargestellten Programmtasten 13 für die Programmauswahl sind
nicht auf die hier dargestellte Anzahl von vier beschränkt. Es können
selbstverständlich auch wesentlich mehr auswählbare Programme auf eine
entsprechende Anzahl von Programmtasten gelegt werden.
Fig. 4 zeigt nun das Blockschaltbild des externen Steuergerätes 2. Man
erkennt wiederum schematisch die Eingabetastatur 2 und die für den
Benutzer nicht zugängliche Programmiervorrichtung 5. An die Eingabe
tastatur 2 ist ein Tastatur-Decodierer 17 angeschlossen, während mit der
Programmiervorrichtung 5 ein Decodierer 18 verbunden ist, der die Ein
stellung der Einstellschieber 12 decodiert. Beide Decodierer sind mit
einem Programmspeicher 20 verbunden, der vorzugsweise in C-MOS-
Technik aufgebaut ist. Die in der Programmiervorrichtung 5 einstellbaren
Werte können sowohl in digitaler als auch in analoger Form vorliegen
und müssen demgemäß entsprechend für die Eingabe in den Programmspeicher
20 umgesetzt werden.
Der Tastaturdecodierer 17 ist außerdem mit einem temporären Speicher 19
für die Abspeicherung der Einstellung der Tasten 16 verbunden.
Weiterhin ist an dem Tastaturdecodierer 17 eine Steuerlogik 21 angeschlos
sen, die einmal der Steuerung des Programmspeichers 20 und zum anderen
der Steuerung des temporären Speichers 19 sowie der Steuerung eines durch
einen Identitätsschalter 22 ansteuerbaren Datenregisters 23 dient. Dieses
Datenregister ist außerdem mit Ausgängen des Programmspeichers 20 und
des temporären Speichers 19 verbunden.
Am Ausgang des Datenregisters 23 ist dann ein Modulator 24 und ein Hoch
frequenzoszillator mit Sender 25 angeschlossen.
Der Identitätsschalter 22 dient dazu, den tatsächlichen Benutzer des Hör
gerätes zu identifizieren, damit nur das vom Benutzer selbst getragene Hör
gerät oder die vom Benutzer getragenen Hörgeräte durch sein externes
Steuergerät auf eines der vorab gespeicherten Programme für die Übertra
gungseigenschaften eingestellt werden kann. Damit wird verhindert, daß
ein Benutzer ein fremdes Hörgerät auf seine gewählten Programme einstellt
oder daß sein Hörgerät von einem anderen mit einem gleichartigen program
mierbaren Hörgerät versehenen Benutzer auf ein für ihn nicht geeignetes
Programm eingestellt werden kann.
In Fig. 5 schließlich erkennt man das Hörgerät 7 mit digitaler Steuerein
heit 8, Audioprozessor 9, Mikrofon 10 und Hörer 11. Im einzelnen ist dabei
ein Empfänger 26 vorgesehen, an dem ein Demodulator 27 angeschlossen ist,
der ausgangsseitig mit einem Decodierer 28 zur Trennung der Daten und der
Taktimpulse verbunden ist. Die beiden entsprechenden Ausgangsleitungen
des Decodierers 28 sind an einer Steuerlogik 29 angeschlossen, die wiederum
der Steuerung eines Serien-Parallelumsetzers 30 und eines Programmspeichers 31
dient. Dieser Programmspeicher kann beispielsweise aus einer Anzahl von
Verriegelungsschaltungen bestehen. Die seriell aus der Steuerlogik 29 aus
gelesenen Daten für die die Übertragungseigenschaften bestimmenden Para
meter werden aus dem Umsetzer 30 parallel an den Programmspeicher 31
übertragen und bleiben dort solange das Gerät in Betrieb ist und solange
eine eingebaute Pufferbatterie ausreichend Spannung aufweist, gespeichert.
An den Ausgängen des Programmspeichers 31 sind nun die verschiedenen
Stufen des Audioprozessors 9 angeschlossen. Das Mikrofon 10 und eine
Telefonspule 32 sind mit einer Mischstufe 33 verbunden. Die Anschaltung
des Mikrofons 10 und/oder der Telefonspule wird durch die Tasten M, T
oder M/T gesteuert. An diese Mischstufe 33 schließt sich ein Verstärker
mit Hochpaßeigenschaften 34, ein Verstärker 35 mit Tiefpaßeigenschaften,
ein Verstärker 36 für die Lautstärkeregelung und ein Verstärker 37 für die
automatische Verstärkungsregelung, ein Endverstärker 38 und ein Begrenzer
verstärker 39 an.
Außerdem erkennt man in Fig. 3 eine Einsprechöffnung 40 für ein weiteres
Mikrofon, mit dem es eine ganz besondere Bewandnis hat. Dieses Mikrofon
dient der Aufnahme des in der Umgebung des Trägers des Hörgerätes gerade
vorhandenen Geräuschpegels. Dies kann z.B. die ruhige Atmosphäre einer
Bibliothek, das Stimmengewirr einer größeren Gesellschaft im angeregten
Gespräch, die Geräusche eines fahrenden Eisenbahnzuges usw. sein.
Ein dem Mikrofon nachgeschalteter Detektor-Verstärker ermittelt dieses
Umgebungs- oder Hintergrundgeräusch, vergleicht es mit abgespeicherten
Geräuschpegelmustern und bewirkt über eine Steuerschaltung eine selbst
tätige Auswahl einer der abgespeicherten Gruppen von Parametern, die dem
ermittelten Geräuschpegelmuster am nächsten kommen, und steuert damit die
Aussendung der den Parametern entsprechenden Signale nach dem eigentlichen
Hörgerät.
Damit ist dann insbesondere die Dynamik, die Kompression, der Ausgangs
schalldruck und die Gesamtübertragungscharakteristik des eigentlichen Hör
gerätes an die jeweilige Umgebung anpaßbar.
Zur Arbeitsweise des eigentlichen Hörgerätes sei noch folgendes angemerkt:
Das Hörgerät enthält - wie bereits erwähnt - den Empfängerdemodulator 7,
die digitale Steuereinheit 8 und den Audioprozessor 9. Die digitale Steuer
einheit arbeitet dabei wie folgt: Sie decodiert die von dem externen Steu
ergerät seriell aufgenommenen Daten und überprüft ob die aufgenommenen
Daten für das betreffende Hörgerät gültig sind, d.h. sie überprüft den ID-
Code. Sie speichert die aufgenommenen Daten in dem Speicher 30, 31 ab.
Diese Daten werden dann für die Steuerung des Audioprozessors mit seinen
verschiedenen Stufen verwendet.
Der Audioprozessor übernimmt dann sämtliche normalen Funktionen eines
Hörgerätes, gesteuert durch die digitalen Ausgangssignale der digitalen
Steuereinheit. Diese Steuerung umfaßt dabei vorbestimmte Verstärkung,
maximale Ausgangsleistung, automatischen Verstärkungsregelungsbereich,
tiefste noch zu übertragende Frequenz, höchste noch zu übertragende
Frequenz, Lautstärkeregelung und ähnliche Funktionen.
Dieses neue programmierbare Hörgerät gestattet eine außerordentlich vari
able Einstellung für verschiedene Programminhalte. Die Übertragung vom
externen Steuergerät nach dem Hörgerät, die als drahtlose Übertragung
bezeichnet ist, kann beispielsweise mittels Ultraschall, Infrarotstrahlung
oder vorzugsweise mittels elektromagnetischer Wellen erfolgen. Bei der
Auswahl der Frequenzen wird man möglichst langwellige Trägerfrequenzen
auswählen, so daß man Ferritantennen verwenden kann. Außerdem läßt
sich diese Ferritantenne auch als Telefonspule benutzen.
Bei dem bis jetzt beschriebenen Hörgerät ist zunächst ein externes Steuer
gerät in Form eines kleinen Kästchens vorgesehen. Für viele Benutzer von
modernen Hörgeräten ist jedoch ein solches die Hörbehinderung offen aus
weisendes Hilfsgerät mit ein Hinderungsgrund, zu einem sonst notwendigen
modernen Hochleistungs-Hörgerät zu greifen. Diese Scheu gilt es zu über
winden. Gemäß dem in Fig. 6 dargestellten Ausführungsbeispiel weist das
externe Steuergerät die Form einer Armbanduhr mit einem Tastaturfeld
sowie mit Betätigungsknöpfen und mit einer Vorrichtung zum Abstrahlen
drahtloser Energie auf.
In Fig. 6 erkennt man ein Gehäuse 41, das wie eine Armbanduhr mit Digi
talanzeige aussieht. Auf der Vorderseite des Gehäuses erkennt man zunächst
ein Tastenfeld 16, das mit verschiedenen Funktionen belegt sein kann. Mit
den beiden, jeweils mit einem nach oben bzw. nach unten gerichteten Pfeil
versehenen Drucktasten kann die Lautstärke für das Hörgerät stärker oder
schwächer eingestellt werden.
Die Tasten M, MT und T dienen jeweils der Anschaltung des Mikrofons, des
Mikrofons und der Telefonspule oder der Telefonspule allein. Die mit E/A
bezeichnete Taste dient als Ein-/Ausschalter. Für das der Steuerung der
Auswahl der Parameter in Abhängigkeit vom Umgebungsgeräusch dienende
Mikrofon ist eine, wiederum mit 40 bezeichnete Einsprechöffnung vorgesehen.
Für die Programmauswahl lassen sich die vier Bedienungsknöpfe 42, 43,
44 und 45 verwenden. Diese können dabei rastend oder nichtrastend aus
gelegt sein. Sie könnten auch als Doppel-Knöpfe aufgebaut sein, derart,
daß bei Betätigung des äußeren dünneren Abschnittes allein eine weitere
Funktion geschaltet werden kann.
Bei einrastenden Bedienungsknöpfen könnte dann die Auslösung entweder
durch eine nochmalige Betätigung oder durch Betätigen eines anderen
Bedienungsknopfes erfolgen. Schließlich ist es denkbar, diese Knöpfe
als Drehknöpfe oder in Kombination als Druck- und Drehknöpfe auszu
bilden.
Weiterhin erkennt man ein Armband 47, das beispielsweise eine als Antenne
wirkende, mit dem Ausgang des Senders gekoppelte Drahtschleife 48 ent
hält.
Andererseits kann in dem Gehäuse, das dann aber nicht als magnetische
Abschirmung wirken darf, eine Ferritantenne vorgesehen sein.
Schließlich ist es denkbar, für eine drahtlose Übertragung mit Ultraschall
einen Ultraschallstrahler an oder in dem Gehäuse vorzusehen.
Schließlich ist auch noch eine Digitalanzeige 49 vorgesehen, die beispiels
weise der Anzeige des gerade eingestellten Programmes, der betätigten
Tasten usw. dienen kann.
Andererseits kann in dem Gehäuse auch zusätzlich ein Quarzuhrwerk vor
gesehen sein. Zu diesem Zweck ist ein Umschaltknopf 50 vorgesehen, mit
dessen Hilfe die Anzeige auf digitale Zeit- und/oder Datumsanzeige um
schaltbar ist.
Schließlich sei noch angemerkt, daß die Drucktasten im Tastenfeld 16
auch mit den Programmen für die verschiedenen Übertragungscharakteristika
des Hörgerätes belegt sein könnten, die im Ausführungsbeispiel auf den
Bedienungsknöpfen liegen. Die auf den Drucktasten liegenden Funktionen
könnten dann genauso gut auf den Bedienungsknöpfen untergebracht werden.
Das Gehäuse selbst muß nicht rund sein, es kann auch rechteckig,
quadratisch, sechs- oder achteckig ausgeführt sein.
Die Vorteile dieses neuen Hörgerätes sind im wesentlichen die folgenden:
- 1) Der Benutzer kann zwischen verschiedenen Einstellmöglichkeiten für das eigentliche Hörgerät wählen, beispielsweise eine Einstellung für ruhige Räume, eine Einstellung für die Fahrt in einem Auto, eine andere für das Hören von Musik usw.
- 2) Das Hörgerät kann unauffällig dadurch bedient werden, daß man eine entsprechende Taste drückt während sich das externe Steuer gerät in einer Jackentasche oder einer Handtasche befindet.
- 3) Das Steuergerät kann auch durch Personen benutzt werden, die normalerweise Schwierigkeiten hätten, extrem kleine Bedienungs organe, wie sie häufig bei modernen Hörgeräten anzutreffen sind, zu bedienen, da die Tastatur relativ große, leicht bedienbare Tasten aufweist.
- 4) Das externe Steuergerät für das Hörgerät ermöglicht eine sehr elegante und wirkungsvolle Anpassung des Hörgerätes an die Hörbehinderung des Benutzers. Der Hörgeräteakustiker kann durch interaktives Einstellverfahren zusammen mit dem Benutzer die Ein stellungen für die verschiedenen Umgebungseinflüsse bis zur voll ständigen Zufriedenheit des Benutzers durchführen.
- 5) Durch das zusätzliche Mikrofon in dem externen Steuergerät kann eine voll-selbständige Steuerung der Übertragungskennlinie des Hörgerätes zur Anpassung an die jeweils vorherrschenden Umgebungs geräusche, insbesondere in Bezug auf Kompression, Frequenzgang, Ausgangsschalldruck usw. erzielt werden.
- Dazu dient ein dem Mikrofon nachgeschalteter Detektor-Verstärker, der vorzugsweise einen entsprechend ausgelegten Mikroprozessor steuert, der dann die Auswahl der an das eigentliche Hörgerät zu übertragenden Parametersignale bewirkt und deren Übertragung einleitet.
Des weiteren sei noch auf folgende Punkte hingewiesen:
Im Idealfalle hat das eigentliche Hörgerät weder Steller noch Schalter,
sondern nur ein Batteriefach. Die Steuerung und Einstellung des Hörgerätes
erfolgt durch drahtlose Übertragung vom Steuergerät aus. Das Hörgerät
kann durch den Benutzer auch ohne das externe Steuergerät verwendet
werden. Allerdings ist ohne das externe Steuergerät keine Steuerung des
Hörgerätes möglich, auch nicht das Ein- und Ausschalten.
Als Alternative könnte man am eigentlichen Hörgerät noch einen Ein-/
Ausschalter und einen Lautstärkesteller für die manuelle Betätigung
für solche Fälle vorsehen, wo es unpraktisch ist, die Steuereinheit mit
sich zu führen (z.B. beim Schwimmen).
Insgesamt wurde auf diese Weise ein modernes Hörgerät geschaffen, das
eine Vielzahl von Forderungen in vorbildlicher Weise zu erfüllen vermag.
Claims (16)
1. Programmierbares Hörgerät mit in seinen Übertragungseigenschaften
steuerbarem Verstärker- und Übertragungsteil, dadurch gekennzeich
net, daß dem Hörgerät (6) ein externes Steuergerät (1) mit einem
modulierbaren Sender (4; 24, 25) zum Aussenden von spezifischen,
die Übertragungseigenschaften bestimmenden Daten mittels draht
loser Übertragung nach dem Hörgerät (6) zugeordnet ist, und daß
das Hörgerät einen Empfänger (7; 26, 27, 28) zur Aufnahme und
Demodulation der drahtlos übertragenen Signale sowie eine digi
tale Steuereinheit (8; 29, 30, 31) für die Steuerung des Übertra
gungsteils (9; 33 bis 39) enthält.
2. Programmierbares Hörgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß das externe Steuergerät (1) ein Bedienungsfeld mit Einga
betastatur (2) für einige der die Übertragungseigenschaften bestim
menden Parameter sowie einen Speicher (20) für die Parameter
der verschiedenen Übertragungseigenschaften des Hörgerätes, eine
weitere digitale Steuereinheit (3) und einen modulierbaren Sender
(4; 24, 25) aufweist.
3. Programmierbares Hörgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß in dem externen Steuergerät (1) eine dem Benutzer
nicht zugängliche Programmiervorrichtung (5) vorgesehen ist.
4. Programmierbares Hörgerät nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Hörgerät außer dem Empfänger (26) mit dem De
modulatorteil (27) und der digitalen Steuereinheit (29) zur Steuerung
des Übertragungsteiles (33 bis 39) zwischen digitaler Steuereinheit
und Übertragungsteil eine Stufe (30) zur Serien-Parallel-Umwandlung
und einen Speicher (31) enthält, dessen Ausgänge mit den einzelnen
Stufen des Übertragungsteils verbunden sind.
5. Programmierbares Hörgerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeich
net, daß im Übertragungsteil steuerbare Verstärker (34, 35) mit
unterschiedlichen Durchlaßbereichen, mit Lautstärkeregler (36),
mit automatischer Verstärkungsregelung (37), mit Kompressions
steuerung (38) und mit Begrenzung der maximalen Ausgangsleistung
(39) vorgesehen sind, die durch die Steuereinheit (8) entsprechend
den übermittelten Parametern steuerbar sind.
6. Programmierbares Hörgerät nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Steuergerät ein zusätzliches Mikrofon eine
daran angeschlossene Detektorschaltung und eine dadurch gesteuerte
Steuerschaltung enthält, die in Abhängigkeit von dem durch das
zusätzliche Mikrofon aufgenommenen Umgebungsgeräusch selbsttätig
die Auswahl der für ein solches Umgebungsgeräusch abgespeicherten
Parameter für eine Übertragung an das Hörgerät (6) steuert.
7. Programmierbares Hörgerät nach Anspruch 1 und 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß das externe Steuergerät die Form einer Armbanduhr
(41) mit einem Mikrofon (40), einem Tastaturfeld (16) sowie Betäti
gungsknöpfen (42 bis 45) und einer Vorrichtung (48) zum Abstrahlen
drahtloser Energie aufweist.
8. Hörgerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein
digitales Anzeigefeld (46) vorgesehen ist.
9. Hörgerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das
Gehäuse (41) einen Ultraschallschwinger enthält.
10. Hörgerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das
Gehäuse eine Ferritantenne enthält.
11. Hörgerät nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß in
dem mit dem Gehäuse (41) verbundenen Armband (47) eine
Antenne (48) in Form einer Drahtschleife vorgesehen ist, die
mit dem Ausgang des Senders gekoppelt ist.
12. Hörgerät nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Gehäuse eine Digitaluhr enthält.
13. Hörgerät nach Anspruch 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß
die Betätigungsknöpfe (41 bis 44) als einrastende Einfach-Druck
knöpfe ausgebildet sind.
14. Hörgerät nach Anspruch 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß
die Betätigungsknöpfe als nichtrastende Einfach-Druckknöpfe
ausgebildet sind.
15. Hörgerät nach Anspruch 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß
die Betätigungsknöpfe als Doppel-Druckknöpfe ausgebildet sind.
16. Hörgerät nach Anspruch 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß
die Betätigungsknöpfe als Drehknöpfe ausgebildet sind.
Priority Applications (6)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3642828A DE3642828C3 (de) | 1986-02-03 | 1986-12-16 | Fernsteuerbares Hörgerät |
| US07005976 US4947432B1 (en) | 1986-02-03 | 1987-01-22 | Programmable hearing aid |
| DK041087A DK167552B1 (da) | 1986-02-03 | 1987-01-26 | Programmerbart hoereapparat |
| IT19178/87A IT1202432B (it) | 1986-02-03 | 1987-01-27 | Protesi acustica programmabile |
| CH374/87A CH672215A5 (de) | 1986-02-03 | 1987-02-02 | |
| JP62021928A JPH0640680B2 (ja) | 1986-02-03 | 1987-02-03 | プログラムのできる補聴器系 |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3603204 | 1986-02-03 | ||
| DE3642828A DE3642828C3 (de) | 1986-02-03 | 1986-12-16 | Fernsteuerbares Hörgerät |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3642828A1 true DE3642828A1 (de) | 1987-08-13 |
| DE3642828C2 DE3642828C2 (de) | 1989-10-12 |
| DE3642828C3 DE3642828C3 (de) | 1995-05-04 |
Family
ID=6293229
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE3642828A Expired - Fee Related DE3642828C3 (de) | 1986-02-03 | 1986-12-16 | Fernsteuerbares Hörgerät |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3642828C3 (de) |
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