DE360673C - Verbrennungskraftmaschine mit einer auch zum Anlassen mittels Druckluft dienenden Spuelpumpe - Google Patents

Verbrennungskraftmaschine mit einer auch zum Anlassen mittels Druckluft dienenden Spuelpumpe

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DE360673C
DE360673C DEH66265D DEH0066265D DE360673C DE 360673 C DE360673 C DE 360673C DE H66265 D DEH66265 D DE H66265D DE H0066265 D DEH0066265 D DE H0066265D DE 360673 C DE360673 C DE 360673C
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    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F01MACHINES OR ENGINES IN GENERAL; ENGINE PLANTS IN GENERAL; STEAM ENGINES
    • F01LCYCLICALLY OPERATING VALVES FOR MACHINES OR ENGINES
    • F01L13/00Modifications of valve-gear to facilitate reversing, braking, starting, changing compression ratio, or other specific operations

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • Valve Device For Special Equipments (AREA)

Description

  • Verbrennungskraftmaschine mit einer auch zum Anlassen mittels Druckluft dienenden Spülpumpe. Die Erfindung bezieht sich auf Verbrennungskraftmaschinen mit auch zum Anlassen mittels Druckluft bestimmter Spülpumpe, und zwar besonders auf Maschinen derjenigen Art, bei der ein Spülpumpenzylinder eine erweiterte achsiale Fortsetzung des Arbeitszylinders bildet und in beiden ein Stufenkolben arbeitet.
  • Gemäß der Erfindung wird beim Anlassen der Eintritt der Druckluft in den Spülluftzylinder durch ein Ventil gesteuert, das durch den Druck der Luft in eine Stellung gebracht wird, in der es die Verbindung mit dem Arbeitszylinder absperrt und die Druckluft in den Spülluftzylinder einläßt. Tritt jedoch am Ende des Auswärtshubes seines Kolbens der Spülluftzylinder mit der Außenluft in Verbindung, so kehrt das erwähnte Ventil, da der auf ihm lastende Luftdruck auf Atmosphärendruck sinkt, in seine Anfangsstellung zurück, in der es die Verbindung mit dem Arbeitszylinder freigibt, so daß beim Einwärtshube der Spülluftkolben seine Spülwirkung ebenso wie beim normalen Betriebe ausübt.
  • Auf den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
  • Abb. i zeigt in schaubildlicher Darstellung einen Zweizylindermotor, wobei im Interesse der Übersichtlichkeit einzelne Teile im Schnitt dargestellt, andere weggebrochen sind.
  • Abb. 2 ist ein senkrechter Schnitt durch einen der Zylinder.
  • Abb. 3 veranschaulicht in größerem Maßstäbe einen durch den oberen Teil eines der Zylinder rechtwinklig zu dem Schnitt der Abb.2 gelegten senkrechten Schnitt.
  • Abb. 4 ist eine Seitenansicht eines Teiles der Maschine mit geschnittenem Ventilmechanismus.
  • Abb.5 zeigt in größerem Maßstäbe einen senkrechten Schnitt durch den Ventilmechanismus.
  • Abb. 6 zeigt in Seitenansicht ebenfalls in vergrößertem Maßstabe, teilweise im Schnitt, die Handsteuerung und läßt einzelne der Verbindungen dieser Steuerung mit anderen Teilen der Maschine erkennen. Abb. 7 ist ein senkrechter Schnitt nach der Linie 6-6 der Abb. 6.
  • Abb.8 ist eine schaubildliche Darstellung einer unabhängig von der Haupthandsteuerung zu bedienenden Hilfssteuervorrichtung für die Auslaßluftventile.
  • Den Zeichnungen ist ein im Zweitakt arbeitender umsteuerbarer Zweizylindermotor zugrunde gelegt. Die Erfindung kann aber natürlich auch bei einer nicht umsteuerbaren Maschine Anwendung finden, die mehr oder weniger Zylinder besitzt.
  • Nach der Zeichnung trägt der Fundamentrahmen = der Maschine zwei stufenförmig ausgebildete Motorzylinder. Die kleinere Bohrung 3 (Abb.2 und 3) bildet den Arbeitszylinder, während die größere Bohrung 4 den gemeinsamen Zylinder für die Spülluft und für die zum Anlassen dienende Druckluft darstellt. In diese beiden Zylinder ist ein Stufenkolben eingepaßt, dessen Teile 5 und 6 im Durchmesser den Bobrungen 3 und 4entsprechen. Die Stange 7 der Kolben ist in üblicher Weise mit der Kurbel 8 der Motorwelle 9 verbunden.
  • Jeder Arbeitszylinder 3 hat in . den Seitenwandungen Auspufföffnungen 911 und Einlaßöffnungen io, die durch den Kolben 5 gesteuert werden. Jeder Spülluftzylinder 4 weist durch den Kolben 6 gesteuerte Schlitze r4 auf, die zum Ansaugen der Spülluft im normalen Betriebe und als Auslaßkanäle für die Anlaßluft dienen, wenn der Motor mittels Druckluft angelassen wird.
  • Jeder Arbeitszylinder ist ferner mit einer ringförmig angeordneten Druckluftkammer 12 ausgerüstet (Abb.2 und 3), die mit einem Ventilgehäuse 13 in Verbindung steht, innerhalb dessen ein durch Druckluft betätigter Ventilmechanismus angeordnet ist. Die Luftkammer 12 steht durch die Kanäle io mit dem unteren Ende des Arbeitszylinders 3 in Verbindung. Die Kanäle io werden freigelegt, wenn der Kolben 5 in seiner untersten Stellung sich befindet, um zwecks Ausspülung des Zylinders die Druckluft aus der Kammerrain den Arbeitszylinder zu lassen. Hat die Maschine zwei oder mehr Zylinder, so werden die Luftkammern I2 zweier benachbarter Zylinder zweckmäßig durch einen Stutzen I2a (Abb. 2) miteinander verbunden. Die Kammer I2 steht mit dem oberen Ende des Spülluftzylinders 4 durch einen Kanal I5 (Abb.3) in Verbindung, der durch ein innerhalb des Ventilgehäuses I3 untergebrachtes mittels Druckluft betätigtes Doppelventil überwacht wird. Dieses weist ein Auslaßventil I6 auf, das sich bei jedem Aufwärtshub des Kolbens 6 unter dem auf seine Unterseite wirkenden Luftdruck hebt, um eine Ladung Spülluft unter Druck in die Kammer I2 zu lassen, und das, sobald der Kolben seinen Abwärtshub beginnt, sich unter dem Einfluß seiner Belastungsfeder 28 wieder schließt. Die Spülluft tritt aus der Luftkammer I2 durch die Öffnungen Io in den Arbeitszylinder 3 ein, sobald die Öffnungen durch den Kolben 5 freigegeben werden. Dabei werden die Abgase aus dem Zylinder durch die Auspufföffnungen 9a ausgetrieben und der Zylinder ausgespült. Dies ist die Wirkungsweise des Ventils unter normalen Arbeitsbedingungen, d. h. wenn der Motor mit eigener Kraft läuft.
  • Bei einem Motor mit zwei oder mehr Zylindern und einer für je zwei Zylinder gemeinsamen Ringkammer I2 spült jeweils die von einem Stufenkolben gelieferte Spülluft den benachbarten Arbeitszylinder aus, weil stets der eine Arbeitskolben abwärts geht, während der benachbarte Spülluftkolben Druckluft in den Ringraum I2 liefert.
  • Mit jedem Zylinder des Motors ist ein durch Druckmitteldruck betätigter Ventilmechanismus verbunden, der es ermöglicht, die Spülluftpumpe in an sich bekannter Weise als Druckluftmotor zum Anlassen der Maschine zu benutzen. Als Druckluftquelle kann hierfür gemäß Abb. x beispielsweise ein Kompressor I7 oder ein Druckluftbehälter I7a Verwendung finden. Der Kolbenteil 6 übt auch hierbei seine normale Wirkung aus, durch das Ventil I6 bei der Einwärtsbewegung verdichtete Luft zu liefern. In dem hier gegebenen Falle eines äumsteuerbaren Motors wird durch den Ventilmechanismus Druckluft nicht nur für das Anlassen, sondern auch für die Umsteuerung den Spülluftpumpen zugeführt.
  • Das Ventil I6 besitzt eine ringförmige, mit einem Sitz 24 der Buchse 26 zusammenwirkende Sitzfläche I9. Die Buchse 26 ist mit einem Kranz von Öffnungen 27 versehen, die in den Kanal I5 führen und auf diese Weise eine Verbindung zwischen dem Gehäuse I3 und dem Spülpumpenzylinder 4 herstellen. Unterhalb des Ventils I6 und mit diesem beispielsweise durch einen Schaft 2I verbunden ist ebenfalls innerhalb der Ventilkammer ein Kolbenventil 22 angeordnet, dessen obere Kante als ringförmige Sitzfläche 2o ausgebildet ist, die mit einer Sitzfläche 25 der Buchse 26 zusammenwirkt (Abb. 5). Das untere Ende des Kolbenventils 22 ragt in einen Kanal 23 hinein, wo es unter dem Einfluß der Druckluft steht, die aus der erwähnten Druckluftquelle entnommen wird. Unter der Einwirkung der Druckluft hebt sich das Ventil periodisch so weit, daß die Fläche 2o mit der Sitzfläche 25 der Buchse 26 in Berührung kommt, wodurch die Verbindung zwischen dem Kanal I5 und der Druckluftkammer I2 abgeschlossen wird, wenn der Motor mittels Druckluft angelassen wird. Läuft der Motor aus eigener Kraft, so wird das Ventil I6 unter der Einwirkung der beim Aufwärtsgange des Kolbens aus dem Spülluftzylinder 6 kommenden verdichteten Luft so weit von seinem Sitz abgehoben, daß die verdichtete Luft durch die Öffnungen 27 in die Druckluftkammer 12 eintreten kann. Die Luft kann, da das Kolbenventil ?,2 geschlossen ist, nicht nach unten in den Kanal 23 treten. Soll der Motor mittels Druckluft angelassen werden, so wird die Druckluft in den Kanal 23 eingelassen,- wo sie auf den Ventilkolben 22 einwirkt und ihn anhebt, so daß die Fläche 22 des `Ventilkolbens sich gegen den Sitz 25 legt und dadurch, den zur Druckluftkammer 12 führenden Durchgang schließt, während der Luft der Durchgang unterhalb des Kolbenventils 22 durch die Öffnungen 27 und den Kanal 15 in den oberhalb des Kolbens 6 liegenden Teil des Spülluftzylinders 4 freigegeben wird, so daß sie den Kolben nach außen treibt und die Kurbelwelle 6 in Umdrehung versetzt. Die Druckluft bleibt in der Kammer 12 unter Druck, bis der Kolbenteil s auf seinem Abwärtsgang die Öffnungen 1o freilegt, worauf die Luft aus der Kammer 12 in den Arbeitszylinder 3 einströmt, um diesen auszuspülen.
  • Um eine Ladung Druckluft in den Kanal 23 unterhalb des Ventils 22 beim Ingangsetzen der Maschine mittels Druckluft einlassen zu können, ist bei umsteuerbaren Maschinen das Ventilgehäuse 13 mit zwei Drucklufteinlaßrohren 29 und 3o (Abb. 1) versehen, die von Leitungen 29a bzw. 3oa bzweigen. Diese Leitungen führen in eine Ventilkammer 31 (Abb. _, 4, 6 und 7). Die Leitung 29a mit ihren zu den Ventilgehäusen 13 der verschiedenen Motorzylinder führenden Einlaßabzweigungen 29 dient zur Lieferung von Druckluft beim Anlassen der Maschine für Vorwärtsgang, während die Leitung.3oa mit ihren Abzweigungen 3o Druckluft zum Anlassen der Maschine beim Rückwärtsgang liefert. Natürlich werden die beiden Leitungen mit ihren Abzweigungen nur bei umsteuerbaren Maschinere gebraucht; bei nicht umsteuerbaren Maschinen ist nur eine solche Leitung nötig. Die Einlaßrohre 29 und 3o führen je zu einer Ventilkammer 32, von denen je zwei in jedem Ventilgehäuse 13 vorgesehen sind. Die Ventilkammern liegen gegenüber den Ventilen 22 (Abb. I und 5), und jede Kammer steht mit dem Querkanal 23 in Verbindung, der an seinen entgegengesetzten Enden durch die Öffnungen 33 in die Kammern 32 mündet. Innerhalb jeder Ventilkammer 32 sind zwei entgegengesetzt gerichtete Sitzflächen 34 und 34a vorgesehen, mit denen ein doppelsitziges Steuerventil35 zusammenwirkt, dessen Sitzfläche 35' mit dem Sitz 34a in Eingriff kommen kann, während der untere Sitzrand des Ventils 35 für gewöhnlich auf der Sitzfläche 34 aufruht. Das Ventil 35 sitzt an einer in senkrechter Richtung beweglichen Ventilspindel 36, die in einer Büchse 37 spielt und die am oberen Ende mit einer Rolle 38 versehen ist (Abb. 5). Diese Rolle liegt für gewöhnlich außerhalb des Bewegungsbereichs eines von zwei auf der Nockenwelle 4o der Maschine sitzenden Nocken 39. Die Rollen können aber mit den genannten Nocken in Eingriff treten, wenn die Ventilspindeln 36 durch die Anlaßluft angehoben werden, die durch eine der Leitungen 29a oder 3oa und ihre Verbindungen 29 bzw. 3o in die die Ventile 35 enthaltenden Kammern 32 eintritt. Einer der Nocken 39, der mit »Vorwärtsnocken« bezeichnet werden mag, ist derart in bezug auf die Stellung der Kurbel 8 der Motorwelle 9 angeordnet, daß er die Maschine vorwärts steuert, während der andere, im nachstehenden mit »Rückwärtsnocken« bezeichnete Nocken in bezug auf den Vorwärtsnocken und seine Kurbel so angeordnet ist, daß er die Maschine rückwärts steuert. Es ist ersichtlich, daß bei einer umsteuerbaren Maschine ein Vorwärtsnocken und ein Rückwärtsnocken zu jedem Zylinder gehört und daß dementsprechend ein Vorwärtsventil und ein entsprechendes Rückwärtsventil 35 vorgesehen ist, die mit den entsprechenden Nocken jedes Zylinders zusammenwirken, wobei der eine oder der andere Ventilsatz in Wirksamkeit gebracht wird, je nachdem die Maschine vorwärts oder rückwärts angelassen wird. Bei einer nicht umsteuerbaren Maschine ist natürlich nur ein Ventil 35 und ein Nocken 39 für jeden Zylinder vorgesehen.
  • Die Steuerventile 35, die auf einer Seite der Ventile 22 im Ventilgehäuse I3 angeordnet sind, und die im nachstehenden mit »Vorwärtssatz« bezeichnet werden mögen, werden benutzt, um die Druckluft nacheinander in die Kanäle 23 der aufeinanderfolgenden Gehäuse I3 und von hier zu den Pumpenzylindern 4 zu führen, wenn die Maschine beim Anlassen mittels Druckluft in der einen Richtung, beispielsweise vorwärts, angelassen werden soll, während die anderen Ventile 35, die auf der gegenüberliegenden Seite der Ventile 22 liegen und mit »Rückwärtssatz « bezeichnet werden mögen, für den gleichen Zweck benutzt werden, wenn die Maschine rückwärts laufen soll. Sämtliche Ventile der beiden erwähnten Ventilsätze werden unter der Einwirkung der durch die Leitung 29a bzw. 3oa tretenden Druckluft von den unteren Sitzen 34 abgehoben und gegen die oberen Sitze 34a gepreßt, je nach der Stellung der nachstehend beschriebenen von Hand zu bedienenden Steuerung. Wenn die Ventile 35 des einen Satzes angehoben werden, werden die des anderen Satzes durch ihr Eigengewicht sowie durch Wirkung des auf ihnen lastenden Luftdruckes auf ihren Sitzen gehalten, so daß die Luft nicht aus einer der Leitungen 29a, 39a in die andere übertreten kann.
  • Als Handsteuerorgan dient ein auf einer Welle 42 befestigter Arm 41 (Abb. 4, 6, 7), der mit einem Handgriff 43 und einer Sperrklinke 44 versehen ist, die mit einer Reihe von Kerben 45 auf dem Umfange einer Zeigerscheibe 46 zusammenwirkt. Die Kerben bestimmen die Stellungen, in die der Steuerhebel zu bringen ist, um erstens Druckluft der Anlaßpumpe und dann Brennstoff in veränderlicher Menge dem Arbeitszylinder zuzuführen. Bei Bewegung des Hebels in der einen Richtung, beispielsweise nach rechts, läuft die Maschine vorwärts, während sie bei Bewegung des Hebels nach links rückwärts geht.
  • Wie bereits erwähnt, gehen die Druckluftleitungen 29a und 39a von einem Ventilgehäuse 31: aus. Dieses liegt unmittelbar über der Welle 42 des Steuerhebels und ist durch Trennwände in drei Kammern geteilt, von denen die Kammern 29b und 3o6 mit den Leitungen 29a bzw. 304 verbunden sind, während die darüber liegende dritte Kammer 47 mit den Kammern 29b und 39b durch von Ventilen 5o überwachte Öffnungen 48 in Verbindung steht. Die Druckluft wird der Kammer 47 durch eine Leitung 49 zugeführt, die von einer geeigneten Druckluftquelle, beispielsweise dem mit der Maschine verbundenen Kompressor =7, oder einem Druck luftbehälter x7a ausgeht.
  • Jedes Abschlußventil 5o sitzt auf einer@Spindel 51, die in einer Büchse 53 geführt ist, und am unteren Ende eine Rolle 52 trägt. Die Ventile 50 werden für gewöhnlich durch Scbraubenfedern 54 gegen ihre Sitze gepreßt, die gleichzeitig dazu dienen, die Rollen 52 in den Bereich von auf der Welle 42 angeordneten Nocken 55 zu bringen. Die Anordnung ist eine solche, daß beispielsweise bei Bewegung des Steuerhebels nach rechts bis zum Eingriff der Sperrklinke in die erste Kerbe 45 der rechten Seite der Zeigerscheibe der eine Nocken 55 (Abb. 6 links) das zugehörige Ventil 5o anhebt, um eine Ladung Druckluft durch die Kammer 29b in die Leitung 29a zu lassen. Die Druckluft wirkt dann sofort auf denjenigen Satz der Vorwärtsventile 35 ein, der oberhalb der Abzweigungen 29 im Ventilgehäuse =3 liegt und bewirkt, daß diese Ventile von ihren Sitzen 34 abgehoben werden. Handelt es sich, wie im vorliegenden Falle, um eine Zweizylindermaschine, so kann eins der Vorwärtsventile sich auf seinen Sitz 34a aufsetzen, weil der Nocken der zugehörigen Vorwärtsnockenscheibe 39 so steht, daß die Rolle 38 der betreffenden Ventilspindel nicht darauf trifft. Das andere Vorwärtsventil 35, das zu dem benachbarten Maschinenzylinder gehört, wird dagegen offengehalten, da seine Rolle 38 seiner Spindel sich, auf den Nocken der anderen Vorwärtsnockenscheibe 39 aufsetzt. Infolgedessen kann Druckluft durch das Ventil 35 in den Kanal 23 treten, wo sie das Ventil 22 anhebt, um als Treibmittel in den Zylinder 4 zugelangen, wie bereits oben erläutert. Sobald sich der Nocken der Vorwärtsnockenscheibe 39, die zu dem offengehaltenen Ventil gehört, so weit bewegt hat, daß die Sitzfläche 35a dieses Ventils sich unter der Einwirkung des auf dem Ventil lastenden Luftdruckes gegen seinen Sitz 34a legen kann, wird der Zugang zum Kanal 23 abgeschnitten. Das Ventil 22 bleibt dagegen auf seinem Sitz 25, bis die Druckluft in dem Zylinder 4 durch die Öffnungen I4 ausgetreten und damit die Spannung auf Atmosphärendruck gefallen ist. Daraufhin fällt das Ventil 22 sofort in seine Normalstellung zurück, so daß der Kolben 6 beim Rückgange seine regelrechte Spülluftladung durch das Ventil I6 in die Kammer I2 treiben kann. Hat die Maschine mehr als einen Zylinder und kann die Anlaßluft nicht in den Kanal 23 des ersten Zylinders eintreten, weil der Nocken 39 dem Ventil das Aufsetzen auf die Sitzfläche 34a ermöglicht, so strömt die Luft durch die Leitung 29a zu dem Vorwärtsventil 35 eines der anderen Zylinder, das durch seine Nockenscheibe 39 offengehalten ist, und die Maschine wird von diesem Zylinder aus angelassen. Da mit der Motorwelle g auch die mit ihr durch ein Getriebe IIg, I2o in Verbindung stehende Nockenwelle in Drehung gerät, wird die Anlaßluft also nacheinander den einzelnen Zylindern zugeführt, da die Nocken auf der Welle 4o dieselbe relative Lage zu den einzelnen Kurbeln und dementsprechend zueinander einnehmen. Diese Wirkung dauert so lange, wie der Steuerhebel in seiner der ersten Kerbe der Zeigerscheibe entsprechenden Stellung, der Druckluftanlaßstellung, verbleibt. Ist die Maschine genügend in Schwung gekommen, so wird der Steuerhebel in die durch die nächste Kerbe gegebene Stellung, die erste Brennstoffzufuhrstellung, gebracht, in der der Brennstoff nacheinander den Arbeitszylindern 3 zugeführt wird, worauf der Motcr mit eigener Kraft weiterläuft. Sobald der Steuerhebel aus der Druckluftanlaßstellung in die erste Brennstoffzufuhrstellung verschoben ist, bewegt sich der Nocken 55 von der Rolle 52 de Ventilspindel 5I fort, so daß das Ventil 5o sich auf seinen Sitz setzen kann. Dadurch wird der Druckluftzutritt abgeschnitten, und die Ventile 35, 22 und I6 nehmen sofort ihre normale Stellung wieder ein. Es versteht sich, daß die Ventile I6 sich dann während jedes Kompressionshubes der Kolben 6 anheben, um Spülluft aus den Spülluftzylindern durch die Kanäle I5 in die Druckluftkammern I2 und von hier in die Arbeitszylinder zu lassen, sobald die Öffnungen Io durch die Kolben 5 freigegeben sind.
  • Beim Anlassen der Maschine mittels Druckluft findet keine Lieferung von Brennstoff in die Arbeitszylinder statt, da die erstmalige Bewegung des Steuerhebels in bezug auf die Organe zum Antrieb der Einspritzventile und der Brennstoffpumpen 6I mit totem Gang vor sich geht.
  • Bei Bewegung des Steuerhebels in der entgegengesetzten Richtung, d. h. nach links, treten dieselben Vorgänge auf wie eben beschrieben, nur daß die Maschine rückwärts angetrieben wird.
  • In Abb. 8 ist noch ein von Hand zu betätigender Hilfsanlasser dargestellt, der unabhängig von der Hauptsteuerung 4I wirkt. Dieser Hilfsanlasser besitzt eine Handkurbel I5o auf einer in der Nähe des Ventilgehäuses 31 gelagerten Welle 151, die ein in eine Zahnstange 153 eingreifendes Zahnrad r52 trägt. Die Zahnstange ist mit ihrem unteren Ende an einem auf der Welle 155 sitzenden Kurbelarm 154 angelenkt. Die Welle 155 liegt zwischen den Spindeln 51: der Ventile 5o und trägt an ihrem äußeren Ende zwei Hubdaumen 156, deren einer oder anderer angehoben wird, je nach der Richtung der Bewegung des Kurbelarmes 150. Die Spindeln 51 sind je mit binem vorstehenden Stift 157 versehen. Die Stifte greifen über die Hubdaumen 156, so daß bei einer Drehbewegung der Handkurbel iSo, die durch das Zahngetriebe auf die Welle 155 übertragen wird, je nach der Richtung dieser Drehbewegung das eine oder andere der Ventile 5o angehoben wird, wodurch die Maschine in der oben beschriebenen Weise angelassen wird.
  • Diese Hilfsanlaßvorrichtung ist unabhängig von der Hauptsteuervorrichtung 4i. Infolgedessen kann man mit ihrer Hilfe die Spülluftpumpe auch dann als Druckluftmotor betreiben, wenn mittels der Steuerung 41 der Motor auf Brennstoffbetrieb eingestellt ist, um so die Leistung der Maschine vorübergehend zu erhöhen. Die Beeinflussung der Spülluftkolben durch Druckluft kann ferner dazu benutzt werden, um die lebendige Kraft der Maschine bzw. eines Zuges oder einer von einem Krane gesenkten Last aufzunehmen, uxn die Wirkung des Wassers auf die Propeller eines Wasserfahrzeuges auszugleichen u. dgl. mehr. Im Falle der Aufnahme lebendiger Kraft kann man die erzeugte Druckluft in dem Anlaßdruckluftbehälter I7a aufspeichern.
  • Bei Zweizylindermaschinen kann die Hilfsluftsteuerung benutzt werden, um die Kurbeln in einer solchen Stellung festzuhalten, daß eine Umsteuerung bequem möglich ist, oder die Maschine über die Totpunktstellung hinauszubringen.

Claims (6)

  1. PATENTANSPRÜCHE: I. Verbrennungskraftmaschine mit einer auch zum Anlassen mittels Druckluft dienenden Spülpumpe, insbesondere in Form eines mit dem Arbeitszylinder vereinigten und in gleicher Achse liegenden Spülluftzylinders von größerem Durchmesser, dadurch gekennzeichnet, daß der Eintritt der Druckluft in den Spülluftzylinder (4) durch ein Ventil (22) gesteuert wird, das durch den Druck der Luft in eine Stellung gebracht wird, in der es die Verbindung mit dem Arbeitszylinder (3) absperrt und die Druckluft in den Spülluftzylinder (4) einläßt, das jedoch, wenn am Ende des Auswärtshubes des Kolbens der Druck infolge Verbindung des Spülluftzylinders mit der Außenluft auf Atmosphärendruck sinkt, in seine Anfangsstellung zurückkehrt, in der es die Verbindung mit dem Arbeitszylinder (3) freigibt, so daß beim Einwärtshube der Spülluftkolben seine Spülwirkung ebenso wie beim normalen Betriebe ausübt.
  2. 2. Verbrennungskraftmaschine nach Anspruch x, dadurch gekennzeichnet, daß in Verbindung mit dem Ventil (22) ein Hilfsventil (35) -oder einPaarsolcher Hilfsventile, falls es sieh um eine umsteuerbare Maschine handelt - angeordnet ist, das in bestimmten Abschnitten des Kreislaufes der Maschine geöffnet wird; um die Druckluft zum Hauptventil (22) zuzulassen und zur Einwirkung auf dieses zu bringen, wobei das Hauptventil (22) in seine Anfangsstellung zurückkehrt, sobald der Luftdruck nachläßt, wenn das Hilfsventil (35) geschlossen wird und der Spülluftzylinder am Ende des Auswärtshubes des Kolbens (5, 6) mit der Außenluft in Verbindung tritt.
  3. 3. Verbrennungskraftmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsventil (35) für gewöhnlich in Ruhestellung ist, aber durch die Druckluft in eine Stellung gebracht wird, in der es die Verbindungmit demHauptventil(22)absperrt und unter den Einfluß eines bewegten Teiles der Maschine, z. B. eines Daumens (39) gelangt, der das Ventil (35) in dem erwähnten Zeitpunkt des Maschinenkreislaufes öffnet.
  4. 4. Verbrennungskraftmaschine nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß beim Vorhandensein zweier Hilfsventile (35) diese beiden Ventile in Kammern (32) untergebracht sind, zu deren einer oder anderer je nach der Drehrichtung der Maschine die Druckluft geleitet wird und die für gewöhnlich mit einer gemeinsamen Kammer (23) verbunden sind, zu der das Hauptventil (22) führt, und daß das Hilfsventil (35) ih der Kammer (32), in die die Druckluft eingeleitet wird, durch den Luftdruck derart bewegt wird, daß es die Verbindung zwischen dieser Kammer und der Kammer (23) herstellt, während das andere Hilfsventil durch die von der Kammer (23) nach der anderen Kammer (32) übertretende Druckluft derart bewegt wird, daß es den Drucklufteinlaß (3o) dieser Kammer schließt und somit das Entweichen von Druckluft durch diesen Einlaß verhindert.
  5. 5. Verbrennungskraftmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein zum Spülluftzylinder (4) führender Kanal (x5) für gewöhnlich mit einer zum Arbeitszylinder (3) führenden Kammer (I2) durch einen durch ein selbsttätig wirkendes Spülluftventil (I6) gesteuerten Durchgang verbunden ist und durch einen gewöhnlich durch das Hauptventil (22) abgesperrten Durchgang mit einer Kammer (23) in Verbindung treten kann, in die bei Eröffnung des Hilfsventils (35) Druckluft eingelassen wird, die das Ventil (22) in die -Stellung bringt, in der es den Durchgang zwischen der Luftkammer (23) und dem Kanal (=5) öffnet und den Durchgang zwischen diesem Kanal und der Kammer (x2) schließt, und in dec es durch den Luftdruck im Spülluftzylinder so lange gehalten wird, bis die Luft auspufft, worauf es in seine Aufangsstellung zurückkehrt.
  6. 6. Verbrennungskraftmaschine nach Anspruch r, gekennzeichnet durch ein Ventil (5o) für die Steuerung der Druckluftzufuhr, das unter dem Einfluß des Hauptsteuerhebels (4z) der Maschine steht, der auch die Wirkung der Brennstoffpumpen (6=) und der Einspritzventile (57) beeinflußt, und das außerdem durch einen Hilfssteuerhebel (15o) bewegt werden kann, so daß die Druckluft dem Spülluftzylinder (q.) zum Zwecke des Anfahrens durch Wirkung des Hauptsteuerhebels (4z) oder während des Ganges der Maschine ohne Verstellung des Hauptsteuerhebels durch Einwirkung auf den Hilfssteuerhebel (15o) zugeführt werden kann.
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