DE3527682C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine neue Restriktionsendonuklease
SplI sowie ein Verfahren zu deren Herstellung.
Eine Restriktionsendonuklease ist allgemein eine Desoxyribonuklease,
die verschiedene spezifische Basensequenzen
in doppelsträngigen Desoxyribonukleinsäure (DNA)-
Molekülen erkennt und die Stränge spaltet. Diese Restriktions
endonukleasen sind brauchbar beim Studium der Struktur
und der Funktion von DNA, da sie die Stränge eines langen
DNA-Moleküls an spezifischen Stellen spalten können, wobei
DNA-Fragmente gebildet werden, die man einer Basensequenz-
Analyse unterwerfen kann. Weiter sind sie wesentlich als
Reagenzien, die in der Gentechnologie außerordentlich wertvoll
sind.
Durch die Erfindung wird eine Restriktions
endonuklease geschaffen, die als biochemisches Reagenz außerordentlich
wertvoll ist und die aus Algen stammt.
In der Erfindung wurde festgestellt, daß
Algen, die zur Gattung Spirulina gehören, eine unbekannte
Restriktionsendonuklease SplI erzeugen, die spezifisch DNA
spaltet.
Die neue Restriktionsendonuklease SplI der
Erfindung hat die im Anspruch 1 angegebenen physikochemischen Eigenschaften.
Die Erfindung betrifft weiter ein Verfahren
zum Herstellen der neuen Restriktionsendonuklease SplI (vgl. hierzu den Anspruch 2).
Die Stellen, an denen die Restriktionsendonuklease SplI
der Erfindung ΦX 174 RF-DNA
spaltet, wurden festgestellt durch
Verdauen dieser ΦX RF-DNA mit derRestriktionsendonuklease
nach der Erfindung sowie mit einer Restriktionsendonuklease
bekannter Eigenschaften. Als Ergebnis
wurde geschlossen, daß die Restriktionsendonuklease der vorliegenden
Erfindung die ΦX 174 RF-DNA in den Positionen
Nr. 430±20 und 2810±20 spaltet, wobei man diese Positionen
zugeordnet hat durch Bezugnahme auf die durch Pst I gespaltene
Position, die als Nr. 0 bezeichnet ist. λ-DNA wurde
dem gleichen Verfahrren unterworfen und dabei festgestellt,
daß dei Restriktionsendonuklease der Erfindung
diese λ-DNA in der Position Nr. 19 000±500 spaltet. Es wurde
weiter festgestellt, daß die Restriktionsendonuklease der
Erfindung weder pBR 322 noch pAO 3 spaltet.
Diese Tatsachen und eine computerisierte Untersuchung durch
C. Fuchs et al. (siehe Gene, Band 10, Seiten 357 bis 370,
1980) lassen annehmen, daß die Nukleotidsequenz der DNA,
die durch die Restriktionsendonuklease der Erfindung
erkannt wird, CGTACG ist. Die gespaltene Stelle der
Erkennungssequenz der Endonuklease der Erfindung
wurde weiter dadurch bestimmt, daß man die endständige
Basensequenz der beiden Fragmente analysierte, die durch
Spalten der ΦX 174 RF-DNA mit der Endonuklease der
Erfindung erhalten wurden, und zwar erfolgte die Analyse
nach dem Maxam-Gilbert-Verfahren (siehe Proc. Natl. Acad.
Sci. USA, Band 74, 560, 1977).
Im folgenden wird das oben erwähnte Verfahren detailliert
beschrieben:
Die ΦX 174 RF-DNA wurde mit der Endonuklease nach der Erfindung
vollkommen zersetzt und mit alkalischer Phosphatase
behandelt, um das endständige
Phosphat eines DNA-Fragmentes zu entfernen. Nachfolgend wurde
dem 5′-Ende des DNA-Framgentes unter Verwendung von Polynukleotid-
Kinase und ( γ-³²P) Adenosintriphosphat ein radioaktives Phosphat
angefügt, um ein DNA-Fragment zu erhalten, das an jedem Ende
³²P-Phosphat aufweist, das dann mit Tth HB 8I
gespalten und einer 5% Acrylamidgel-
Elektrophorese unterworfen wurde, um ein Fragment
zu erhalten, das nur an einem Ende mit ³²P markiert war.
Von den vier radioaktiven Banden, die bei der Elektrophorese
festgestellt wurden, extrahierte man die bei 65 bp und 250 bp
Länge separat und analysierte das 5′-Ende jeder Bande nach
dem Maxam-Gilbert-Verfahren, wie oben beschrieben. Dabei
wurde festgestellt, daß die Basensequenz in der Nähe der
gespaltenen Stelle folgendermaßen ist:
Das obige Ergebnis läßt annehmen, daß das Enzym der
Erfindung
erkennt und eine Spaltposition von
bildet. Die hier untersuchte
Spaltposition der ΦX 174 RF-DNA ist Nr. 414, was gut mit der
oben beschriebenen Spaltstelle Nr. 430±20 übereinstimmt.
Die erkannte Spaltstelle der Endonuklease der vorliegenden
Erfindung ist daher die Folgende
wobei die gespaltene Position durch die vertikalen Pfeile
gekennzeichnet ist. Die Restriktionsendonuklease der Erfindung
wird gemäß der Nomenklatur von Smith und Nathans als
SplI bezeichnet (vergleiche J. Mol. Biol., Band 81, 419-423,
1973)
Die Restriktionsendonuklease SplI, die eine neue Restriktionsendonuklease
ist, weil ihre Substratspezifität in der
Liste der Restriktionsendonukleasen von Richard J. Roberts
nicht gefunden werden kann (vergleich Nucleic Acids Research,
Band 12, γ167, 1984), hat die folgenden Eigenschaften:
Tabelle 1 zeigt die Zahl der Positionen in denen die Endonuklease
nach der Erfindung verschiedene Substrat-
DNA spaltet.
| Substrat-DNA | |
| Zahl der gespaltenen Positionen | |
| λ-DNA | |
| 1 | |
| Col E1 | 2 |
| pBR 322 | 0 |
| ΦX 174 RF | 2 |
Die Endonuklease erkennt die folgende Basensequenz:
und spaltet diese Sequenz an den Phosphordiesterbindungen
zwischen C und G, wobei DNA-Fragmente entstehen, die einen
einzigen Strang aufweisen und vier Basen am 5′-Ende umfassen.
Die Endonuklease weist eine Aktivität bei einer NaCl-Konzentration
von 0 bis 200 mM und die maximale Aktivität bei
100 bis 120 mM auf, wozu man Lösungen benutzt, die auf eine
NaCl-Konzentration von 0 bis 200 mM eingestellt sind und
man die Behandlung in der gleichen Weise ausführt, wie bei
der Messung ihres Titers, wie unten noch beschrieben wird.
Die Endonuklease weist eine Aktivität im pH-Bereich von
5,5 bis 10,0 und die maximale Aktivität in einem pH-Bereich
von 7,0 bis 7,5 auf, wozu man Lösungen benutzt, die hinsichtlich
des pH-Wertes auf 3,5 bis 5,5; 5,5 bis 7,5; 7,2 bis 9,0
und 8,6 bis 11,0 eingestellt sind, und zwar mit Acetat,
Tris-Malat/Natriumhydroxid, Trihydrochlorid beziehungsweise
Glycin/Natriumhydroxid, und man die Behandlung in der gleichen
Weise ausführt, wie bei der Messung ihres Titers, wie
im folgenden beschrieben wird.
Die Endonuklease weist eine Aktivität in einem Temperaturbereich
von 20 bis 65°C auf, und es wurde festgestellt, daß
die optimale Reaktionstemperatur im Bereich von 50 bis 55°C
liegt, wenn die Bestimmung in der gleichen Weise vorgenommen
wird, wie die Messung ihres Titers, wie im folgenden
beschrieben wird, außer, daß die Reaktionstemperatur im Bereich
von 20 bis 75°C variiert wird.
Eine Testlösung der Endonuklease wurde auf einen pH-Wert
von 7,5 eingestellt und in der gleichen Weise behandelt,
wie bei der Messung ihres Titers, wie im folgenden beschrieben
wird. Es wurde festgestellt, daß das Enzym der vorliegenden
Erfindung bei 75°C vollkommen inaktiviert wird.
Die Endonuklease wird zu einer Lösung hinzugegeben, die 10 mM
Trishydrochlorid-Puffer (pH-Wert 7,5) 7 mM MgCl₂, 7 mM 2-
Mercaptoethanol, 100 mM NaCl, 0,01% Rinderserumalbumin und
verschiedene Bakteriophagen-DNA oder Plasmid-DNA enthält,
wobei man die erhaltene Mischung 60 min bei 55°C reagieren
läßt. Die Reaktionsprodukte werden einer 0,7% Agarosegel-
Elektrophorese unterworfen, und die erhaltenen Agaroseplatten
werden in Gegenwart von Ethidiumbromid mit UV bestrahlt.
Die abgegebene Fluoreszenz wird fotografiert, um das elektrophoretische
Muster als Banden nachzuweisen. Die Zahl der
Banden, Positionen und Mengen jeder Bande werden gemessen.
Die Endonuklease wird mit 5 bis 20 mM Mg2+ aktiviert, wobei
kein weiterer Kofaktor, wie ATP oder S-Adenosylmethionin
erforderlich ist.
Durch Gel-Filtration unter Verwendung von Sephadex G150
wurde das Molekulargewicht
der Endonuklease zu 400 000±30 000 bestimmt.
Beispiele für die Algen, die die Restriktionsendonuklease
SplI erzeugen, sind einige bekannte Stämme, einschließlich
Spirulina platensis M-185 und Spirulina maxima UTEX
LB-2342 und Spirulina platensis Unterart siamese, die aus
einem Salzsee in Äthiopien isoliert worden sind. S. platensis
M-185 ist ein bekannter Stamm, der im Institut für Angewandte
Mikrobiologie der Universität Tokio, einer systematischen
Mikroalgenkultur-Sammlung deponiert ist, während S. maxima
UTEX LB-2342 ein bekannter Stamm ist, der in der Algenkultur-
Sammlung der Universität von Texas, Austin, deponiert ist.
Spirulina kann in üblicher Weise gezüchtet werden.
Es ist bevorzugt, sie in einem Medium zu züchten, das Natriumbikarbonat
als einen Hauptbestandteil enthält und das Medium
während der Inkubation bei einem pH-Wert von 8 bis 9,5 zu
halten.
Nach Abschluß der Inkubation wird die Kulturbrühe filtriert,
um die Zellen auf Papier- oder Gewebefiltern zu sammeln.
Die Endonuklease kann in einer üblichen Weise extrahiert
und gereinigt werden. So werden zum Beispiel die erhaltenen
Zellen in einer Pufferlösung suspendiert, mit Ultraschall
zerstört und dann zentrifugiert, um einen zellfreien
Extrakt zu ergeben. Der Extrakt wird mit 5 bis 10 Gewichtsprozent
Streptomycinsulfat oder Polyethylenimin behandelt,
mit Ammoniumsulfat fraktioniert, und er wird gereinigt mittels
Ionenaustausch-Chromatographie unter Verwendung von Phosphorzellulose
oder DEAE-Zellulose, mittels Affinitäts-Chromatographie
unter Einsatz von Heparinagarose oder DNA-Zellulose
oder mittels einer Kombination dieser Verfahren, um
die erwünschte Endonuklease zu erhalten.
Die Erfindung schafft erfolgreich eine neue
Restriktionsendonuklease durch Einsatz von Spirulina, die
sich einfach züchten läßt und aus der man die erwünschte
Endonuklease leicht extrahieren kann. Auf diese Weise trägt
die Erfindung zu verschiedenen Studien auf dem Gebiet der
Biochemie, zur Gentechnologie und ähnlichem bei, wo Restriktionsendonukleasen
erforderlich sind.
Die Algen, die SplI produzieren, und die zur Gattung
Spirulina gehören, haben häufig noch andere Restriktionsendonukleasen,
wie die Isochizomeren Tth 111I, HaeIII, PvuI
und PvuII. So ist zum Beispiel die Anwesenheit von zwei weiteren
Restriktionsendonukleasen mit den Beziehungen SplII
und SplIII außer SplI in S. platensis bestätigt. SplII ist
ein Isoschizomer von Tth 111I, das von dem Stamm Thermus
thermophilus 111 produziert wird, während SplIII ein Isoschizomer
von HaeIII ist, das von dem Stamm Haemophilus
aegyptius ATCC-11116. Andererseits hat S. maxima drei Restriktionsendonukleasen
mit den Bezeichnungen SmxII, SmxIII und
SmxIV außer SplI, die auch SmadI oder SmxI genannt wird.
SmxII ist ein Isoschizomer von Tth 111I, die durch den Stamm
T. thermophilus 111 produziert wird. SmxIII ist ein Isoschizomer
von PvuI, die von Proteus vulgaris produziet wird,
und SmxIV ist ein Isoschizomer von PvuII, die von P. vulgaris
produziert wird.
Diese Restriktionsendonukleasen außer SplI können selbstverständlich nacheinander
oder gleichzeitig während der Extraktion und Isolation
von SplI isoliert werden. Es ist bevorzugt, daß das
Überstehende des zellfreien Extraktes, das durch Entfernen
der DNA erhalten wird, mit Ammoniumsulfat fraktioniert und
durch Ionenaustausch-Chromatographie unter Einsatz von DEAE-
Zellulose oder in ähnlicher Weise getrennt wird, gefolgt
von einer Reinigung mittels der vorgenannten Ionenaustausch-
Chromatographie, Affinitäts-Chromatographie oder eine Kombination
dieser Verfahren.
Um die Erfindung weiter zu erläutern, werden
die folgenden Beispiele angegeben, in denen die Prozentsätze
Gewichtsprozente sind.
S. platensis M-185 wurde auf dem in der folgenden Tabelle 2
aufgeführten SOT-Medium inokuliert, um bei 560 nm ein OD
von 0,1 zu ergeben, wobei der genannte Stamm unter Schütteln
und Belichten mit 7000 Lux bei 35°C gezüchtet wurde. Nach
sieben Tagen wurde die Trübung bei 560 nm zu OD 1,5 bestimmt.
50 l der erhaltenen Kulturlösung wurden mit einem 500-Maschen-
Gewebefilter filtriert, und man erhielt etwa 100 g Zellen
im feuchten Zustand.
| Zusammensetzung des SOT-Mediums | |
| NaHCO₃|16,8 g/l | |
| K₂HPO₄ | 0,5 g/l |
| NaNO₃ | 2,5 g/l |
| K₂SO₄ | 1,0 g/l |
| NaCl | 7,0 g/l |
| MgSO₄ × 7 H₂O | 0,2 g/l |
| CaCl₂ × 7 H₂O | 0,04 g/l |
| FeSO₄ × 7 H₂O | 0,01 g/l |
| EDTA | 0,08 g/l |
| Lösung A₅ | 1 ml/l |
| H₃BO₃ | 2,85 g/l |
| MnCl₂ × 4 H₂O | 1,81 g/l |
| ZnSO₄ × 7 H₂O | 0,22 g/l |
| CuSO₄ × 5 H₂O | 0,08 g/l |
| MoO₃ | 0,015 g/l |
Um die Aktivität der Restritkionsendonuklease SplI zu
bestimmen, wurde diese zu einer Lösung hinzugegeben, die
1 µg Col E1 als Substrat-DNA, 10 mM Trishydrochlorid, 7 mM
MgCl₂, 7 mM 2-Mercaptoethanol und 100 mM NaCl (pH 7,5) enthielt,
so daß man ein Gesamtvolumen von 50 µl erhielt, und
man ließ die erhaltene Mischung für eine Stunde bei 55°C
reagieren. Die erhaltenen Produkte wurden durch Agarose-
Elektrophorese analysiert. Die enzymatische Aktivität, die
zum vollständigen Verdauen von 1 µg DNA unter den obigen
Bedingungen erforderlich ist, wurde als eine Einheit definiert.
Die erhaltenen feuchten Zellen wurden in Puffer A suspendiert,
der 10 mM Kaliumphosphat-Puffer (pH 7,4), 7 mM 2-Mercaptoethanol
und 1 mM EDTA in einem Volumen enthielt, das dreimal
so groß war wie das der Zellen. Die Zellen wurden mit
Ultraschall zerstört und eine Stunde bei 10 000 g zentrifugiert,
um die Zelltrümmer zu entfernen und einen zellfreien
Extrakt zu ergeben. Zu diesem Extrakt wurde eine wässerige
Lösung von Streptomycinsulfat (5 bis 10%) hinzugegeben,
wobei man eine Endkonzentration von 2% erhielt. Die Mischung
wurde 30 min gerührt und 20 min bei 15 000 g zentrifugiert,
um die endogene DNA sowie RNA zu entfernen und das Überstehende
zu ergeben.
Zu dem Überstehenden wurde Ammoniumsulfat in einer Menge
hinzugegeben, daß man eine 70%ige gesättigte Lösung erhielt
und der gebildete Niederschlag wurde durch 20minütiges Zentrifugieren
bei 15 000 g gesammelt. Den gesammelten Niederschlag
löste man im Puffer B, der 10 mM Trishydrochlorid
(pH 7,3), 7 mM 2-Mercaptoethanol, 1 mM EDTA und 10 Volumenprozent
Glycerin enthielt und dialysierte gegen den gleichen
Puffer über Nacht. Die dialysierte Lösung wurde an einer
DEAE-Zellulosesäule (Watman DE 52; 2,5 × 30 cm) adsorbiert,
wobei die Säule vorher mit dem Puffer B equilibriert worden
war, dann wusch man die Säule mit Puffer B und eluierte mit
dem Puffer B bei einem linearen NaCl-Gradienten von 0 bis
0,5 M. Die Fraktion mit 0,05 bis 0,2 M NaCl wies die Aktivität
auf.
Die erhaltene Fraktion wurde gegeben den Puffer C über
Nacht dialysiert, wobei der Puffer C Puffer A mit 10% Glycerin
enthielt, dann adsorbierte man die Fraktion an einer
SP-Sephadex-Säule
(3,0 × 30 cm), wusch mit dem Puffer C und eluierte mit
dem Puffer C bei einem linearen NaCl-Gradienten von 0 bis
0,6 M. Die Fraktion von 0,2 bis 0,5 M NaCl wies die Aktivität
auf. Die aktive Fraktion wurde über Nacht gegen den
Puffer B dialysiert, an einer DEAE-Zellulosesäule (1,2 × 15 cm)
adsorbiert, mit Puffer B gewaschen und mit Puffer B eluiert
bei einem linearen NaCl-Gradienten von 0 bis 0,5 M. Die
Fraktion von 0,05 bis 0,2 M NaCl wies die Aktivität der
Restritkionsendonuklease SplI auf, wobei die aktive Fraktion
etwa 5000 Einheiten hatte.
S. maxima UTEX LB-2342 wurde in gleicher Weise wie in Beispiel
1 beschrieben gezüchtet, wobei man etwa 110 g feuchte Zellen
erhielt. Die Restritkionsendonuklease wurde in der gleichen
Weise wie in Beispiel 1 beschrieben gereinigt. Man erhielt
eine aktive Fraktion von SplI von etwa 8000 Einheiten.
Aktive Fraktionen von Restriktionsenzymen ausgenommen SplI,
die aus dem zellfreien Extrakt von S. platensis M-185 wie
in Beispiel 1 beschrieben erhalten wurden, reinigte man in
der gleichen Weise wie in Beispiel 1 unter Verwendung von
DEAE-Zellulose-(Watman DE 52), SP-Sephadex-
und DEAE-Zellulosesäulen,
wobei man zwei Restritkionsendonuklease, und zwar SplII
und SplIII erhielt. SplII (etwa 3000 Einheiten) war ein
Isoschizomer von Tth lllI, während SplIII (etwa 4500 Einheiten)
ein Isoschizomer von HaeIII war.
Weiter wurden in der in Beispiel 1 beschriebenen Weise
etwa 6000 Einheiten SplI erhalten.
Claims (2)
1. Restriktionsendonuklease SplI mit den folgenden physikochemischen
Eigenschaften:
- (1) Erkennen der folgenden Basensequenzen in doppelsträngigen Deso xyribonukleinsäure (DNA)-Molekülen: und Spalten dieser Sequenzen in den Phosphordiester-Bindungen zwischen C und G, wie durch die vertikalen Pfeile angedeutet, um DNA-Fragmente zu erzeugen, die einen einzelnen Strang aufweisen, der vier Basen am 5′-Ende umfaßt;
- (2) Spalten der doppelsträngigen Desoxyribonukleinsäure λ-DNA in einer Position, Col E1 in zwei Positionen und ΦX 174 RF in zwei Positionen;
- (3) sie wird mit 5 bis 20 mM Mg2+ aktiviert, ohne irgendwelche Kofaktoren zu benötigen;
- (4) Aufweisen einer Aktivität bei einer NaCl-Konzentration von 0 bis 200 mM, wobei die optimale NaCl-Konzentration im Bereich von 100 bis 120 mM liegt;
- (5) sie hat einen Arbeits-pH-Wert von 5,5 bis 10,0 und der optimale pH-Wert liegt im Bereich von 7,0 bis 7,5;
- (6) die Arbeitstemperatur liegt im Bereich von 20 bis 65°C und die optimale Temperatur im Bereich von 50 bis 55°C;
- (7) sie wird durch 60 min bei 75°C vollkommen inaktiviert und
- (8) sie hat ein Molekulargewicht von 400 000±30 000 bei Bestimmung mit einem Gel-Filtrationsverfahren.
2. Verfahren zum Herstellen der Restriktionsendonuklease
SplI des Anspruchs 1, gekennzeichnet durch Züchten der Alge
Spirulina platensis oder Spirulina maxima
Sammeln der Zellen, Herstellen eines zellfreien Extraktes daraus,
Entfernen der DNA-Fraktion vom zellfreien Extrakt, Abtrennen der
Restritkionsendonuklease SplI und Reinigen durch Ammoniumsulfat-
Fraktionierung, Ionenaustausch-Chromatographie, Affinitäts-Chromatographie,
Gel-Filtration oder eine Kombination dieser Methoden.
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