DE352182C - Verfahren und Giessform zur Herstellung gegossener Buersten und Pinsel - Google Patents
Verfahren und Giessform zur Herstellung gegossener Buersten und PinselInfo
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Description
- Verfahren und Gießform zur Herstellung gegossener Bürsten und Pinsel. Die Herstellung von Pinseln und Bürsten , geschieht bislang in der Weise, daß -die in Bündeln geordneten Borsten in einer entsprechenden Fassung eingeleimt, eingepicht, eingezogen, eingeklemmt oder in sonst einer geeigneten Weise befestigt werden. Diese Arbeiten müssen jedoch durch geschulte Kräfte ausgeführt werden und sind infolgedessen recht kostspielig. Um nun die Herstellung derartiger Erzeugnisse auf dem Wege der Massenfabrikation und ohne geschulte Arbeitskräfte zu ermöglichen, ist man dazu übergegangen, die Borstenbündel mittels geeigneter Formen in einer plastischen oder dünnflüssigen Masse einzubetten, welche nach dem Erhärten gleich den Bürstenkörper bildet. Bis zum Eintritt einer genügenden Erhärtung müssen derart gegossene Bürstenkörper jedoch entweder in der Form noch eine Zeitlang gelagert werden, wodurch ein großer Vorrat arg Formen notwendig wird, oder es müssen die Gußstücke schon vor dem Abbinden vorsichtig aus der Form herausgenommen werden, was jedoch umständlich und zeitraubend ist.
- Um nun die Borstenbündel möglichst in einem einzigen Arbeitsgange und ohne geschulte Kräfte fassen zu können, wird der die Bündel aufnehmende Bürstenkörper in einer geeigneten Gießform aus schmelzflüssigem Metall gegossen. Das Einbetten der hitzeempfindlichen Borstenbündel in dem heißflüssigen Metall läßt sich gemäß der Erfindung jedoch nur dadurch ermöglichen, daß das Verbrennen der in die Gießform hineinragenden Borstenenden durch Kühlung der Gießform verhindert wird.
- Die auf diese Weise hergestellten Bürsten und Pinsel mit metallischer Fassung werden sofort nach dem Gießen gebrauchsfertig aus der Form ausgeworfen, so daß die letztere unmittelbar wieder weiterverwendet werden kann. Außerdem besitzen die aus Metall hergestellten Bürsten- und Pinselfassungen gegenüber den aus plastischen Massen gegossenen eine bedeutend höhere Festigkeit.
- Der Erfindungsgegenstand ist auf der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel dargestellt. Es zeigen Abb. i die Aufsicht auf den unteren Formteil der Spritzgußform, Abb. 2 den Achsialschnitt, Abb. 3 und 4. den Schnitt nach A-B bzw. C-D der Abb. i.
- Die Spritzgußform besteht in bekannter Weise aus zwei Teilen, welche in entsprechend bearbeiteten Hohlräumen den zu gießenden Gegenstand aufnehmen. In dem gewählten Beispiel besitzt der untere Teil i z und der obere Teil ib je eine halbzylindrische Aushöhlung 20- bzw. 2b, welchen sich vorn die etwas erweiterten halbzylindrischen Ausnehmungen 32, 3b anschließen. Der so entstehende Zylinder dient zur Aufnahme des Borstenbündels 4, welches in dem engeren Zylinderraum 2a, 2b durch übereinandergreifende, seitlich der Zylinderhälften angeordnete Reihen von Zähnen 5a, 5b festgeklemmt wird. Die einzelnen Zähne besitzen nach dem Zylinder hin geneigte Schrägflächen 6a, fib, greifen beim Zusammenlegen der beiden Formteile zwischeneinander durch und kommen in entsprechende, im Kern der Platte vorgesehene Vertiefungen 711, 7b zu liegen. Der erweiterte vordere Zylinderraum 3a, 3b, in welchem die Enden der Borsten des Bündels 4 frei vom Druck auseinanderstreben, dient zur Aufnahme der Metallegierung für die Wand der Fassung 8 und deren Boden, in welchem die Borstenenden eingebettet werden. Der Zuleitungskanal 9 für das schmelzflüssige Metall gabelt sich in zwei Äste 911, 9b, so daß der Eintritt des Metalls in die Form an den zwei diametral gegenüberliegenden Stellen ioa, iob erfolgt, wodurch ein möglichst rasches Umfließen des Borsten.bündels ermöglicht wird.
- Der zylindrische Raum 3a, 3b und der vordere Teil des Raumes 2a, 2b sind von einer Kühlwasserleitung iia, iib umflossen.
- Das Einspritzen bzw. Umspritzen derBorstenenden des Bündels .l erfolgt in der Weise, daß dasselbe zunächst in dem halbzylindrischen Raum 2a, 3a derart eingelegt wird, daß zwischen den Borstenenden und der Stirnwand des Zylinders 3a ein kleiner Zwischenraum für den Boden der Fassung verbleibt. Alsdann werden die beiden Platten mit den übereinandergreifenden Zähnen aufeinandergelegt und festgeklemmt. Durch die Schrägflächen der Zähne werden die zunächst auseinanderstrebenden Borsten nach dem Zylinder hingedrängt, wodurch ein Festklemmen und Verlagern einzelner Borsten zwischen der Trennungsebene der Formteile vermieden wird. In dem erweiterten Zylinderraum 3a, 36 findet das durch die Kanäle 9a, gb zuströmende flüssige Metall sowohl Platz zur Bildung von Boden und Wand der Fassung als auch zum Festsetzen zwischen den einzelnen Borstenenden, wodurch eine zusammenhängende, geschlossene Bindeschicht für die Einbettung der Borsten entsteht. Die Bemessung des Querschnittes der Kühlwasserleitung richtet sich jeweils nach der Schmelztemperatur der zur Verwendung gelangenden Metallegierung, als nach der Größe der Form und der für das zu spritzende Gußstück notwendigen Metallmenge. Der Querschnitt ist von Fall zu Fall durch Versuche festzustellen.
- Die auf diese Art hergestellten Bürsten und Pinsel besitzen den Vorteil, daß sie in jede Flüssigkeit eingetaucht werden können, ohne daß sich die Borsten loslösen. In Harz gefaßte Pinsel dürfen bekanntlich nicht mit Alkohol, solche in Leim gefaßte nicht mit warmem Wasser in Berührung gebracht werden, weil sonst das Bindematerial zerstört bzw. gelöst wird. Auch erleiden die durch dieses Verfahren hergestellten Pinsel und Bürsten keinerlei schädliche Veränderung bei galvanischer Weiterbehandlung durch Versilbern, Vernickeln usw. Die Borsten können nicht verfaulen oder abrosten wie beim Einheften mit Draht, auch nicht durch Hitze losgelöst werden, wie bei der Befestigung durch Harz oder Pech. Ein weiterer ganz besonderer Vorteil besteht endlich darin, daß der Griff gleichzeitig mit der Fassung der Borsten gespritzt werden kann, so daß das ganze Erzeugnis durch einen einzigen Arbeitsgang hergestellt wird.
Claims (2)
- PATE NT-ANsPRÜcii E: i. Verfahren zur Herstellung gegossener Bürsten und Pinsel, dadurch gekennzeichnet, daß deren Borsten in Spritzguß eingebettet und ein Verbrennen der Borsten durch Kühlung der Gußform verhütet wird.
- 2. Gießform zur Ausführung des Verihhrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Formteile mit mehreren sich übergreifenden Zähnepaaren versehen sind, deren einander zugekehrte Schrägflächen vom Bündel abstehende Borsten diesem zuleiten.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE352182T | 1920-09-05 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE352182C true DE352182C (de) | 1922-04-22 |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1920352182D Expired DE352182C (de) | 1920-09-05 | 1920-09-05 | Verfahren und Giessform zur Herstellung gegossener Buersten und Pinsel |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE352182C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE895140C (de) * | 1941-06-05 | 1953-11-02 | Basf Ag | Verfahren zur Herstellung von Buersten und aehnlichen Erzeugnissen |
-
1920
- 1920-09-05 DE DE1920352182D patent/DE352182C/de not_active Expired
Cited By (1)
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| DE895140C (de) * | 1941-06-05 | 1953-11-02 | Basf Ag | Verfahren zur Herstellung von Buersten und aehnlichen Erzeugnissen |
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