DE349739C - Verfahren zur Gewinnung von schwefliger Saeure aus Calciumsulfid - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von schwefliger Saeure aus Calciumsulfid

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DE349739C
DE349739C DE1917349739D DE349739DD DE349739C DE 349739 C DE349739 C DE 349739C DE 1917349739 D DE1917349739 D DE 1917349739D DE 349739D D DE349739D D DE 349739DD DE 349739 C DE349739 C DE 349739C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B17/00Sulfur; Compounds thereof
    • C01B17/48Sulfur dioxide; Sulfurous acid
    • C01B17/50Preparation of sulfur dioxide

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  • Inorganic Chemistry (AREA)
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  • Processing Of Solid Wastes (AREA)

Description

  • Verfahren zur Gewinnung von schwefliger Säure aus Calciumsulfid. Durch Einblasen von Luft in feurig flüssige Hochofenschlacke gelingt es, in der Schlacke gelöstes Schwefelcalcium unter Entwicklung von schwefliger Säure zu zersetzen. Diese Tatsache wird gemäß vorliegender Erfindung dazu benutzt, Schwefelcalcium, welches durch Reduktion von Calciumsulfat in einem besonderen Verfahren oder bei der Herstellung von Soda gewonnen wurde, zu zersetzen und daraus den Schwefel in Form von schwefliger Säure zu gewinnen. Zu diesem Zwecke wird solches Schwefelcalcium in eine feurig flüssige Schl-.eke eingetragen und durch Einblasen von Luft in das Schlackenbad zersetzt. Man kann zu diesem Zwecke beispielsweise Hochofenschlacke - verwenden, welche in der Regel außer dem darin bereits vom Hochofenprozeß her enthaltenen Schwefelcalcium noch weitere Mengen Schwefelcalcium aufzunehmen vermag. Es kann jedoch auch zweckmäßig sein, eine andersartige, weniger kalkreiche Schlacke, z. B. die Schlacken von Blei- und Kupferöfen, zu verwenden.
  • Bei der Ausführung des Verfahrens kann man so verfahren, daß man in die vom Schmelzofen kommende, in feurig flüssigem Zustande befindliche Schlacke das Schwefelcalcium einträgt, indem man beispielsweise das in Pulverform befindliche Schwefelcalcium in den Schlakkenstrahl einfließen läßt. Durch die gewonnene Lösung (oder Mischung) von feurig flüssiger Schlacke und Calciumsulfid wird in einem Verblasebehälter Luft hindurchgeblasen. Das Calciumsulfid verbrennt unter Entwicklung von schwefliger Säure, welche in geeigneter Weise aufgefangen und, wenn gewünscht, natürlich durch Reduktion auch in elementaren Schwefel übergeführt werden kann. Durch die Verbrennung des Sch-,,vefelcalciums wird die Temperatur des Schlackenbades gesteigert, und es können von Zeit zu Zeit oder kontinuierlich weitere Mengen Schwefelcalcium in das Schlakkenbad eingetragen und zersetzt werden. Wenn die Schlacke zu kalkhaltig geworden ist und weitere Mengen Schwefelcalcium infolgedessen nicht mehr davon aufgenommen werden können, kann man die Aufnahmefähigkeit der Schlacke für Schwefelcalcium wieder dadurch herstellen, daß man entsprechende Mengen Kieselsäure oder Tonerde oder beide Stoffe zusammen, zweckmäßig in Form von Verbindungen (z. B. Schlacken), dem Schlackenbade zuführt. Auf diese Weise ist es möglich, mit ein und derselben Menge Schlacke eine unbegrenzte Menge Schw_ efelcalcium zu zersetzen.
  • Man kann aber auch, falls es sich darum handelt, auch den in vorhandenen Schlacken, z. B. in Hochofenschlacken enthaltenen Schwefelgehalt gleichzeitig zu gewinnen, in der Weise verfahren, daß man aus dem Verblasebehälter kontinuierlich oder zeitweise den gesamten Schlackeninhalt oder einen Teil davon entfernt und durch frische, aus dem Schmelzofen kommende Schlacke ersetzt.
  • Der Umstand, daß durch die Verbrennung des Schwefelcalciums eine erhebliche Temperaturerhöhung des Bades erfolgt, gibt die Möglichkeit, gleichzeitig mit dem Schwefelcalcium auch Calciumsulfat oder andere Sulfate zu zersetzen. Man kann zu diesem Zwecke beispielsweise in der Weise verfahren, daß man dem Schlackenbad ein Gemisch von Schwefelcalcium und Calciumsulfatrzpfübrt.
  • Eine weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfinditng'_best£-.lt däähdaß man in einen beheizbaren Ofen, z. B. einen Flammofen, ein geeignetes Schlackenbad erhitzt und dabei in das Bad Schwefelcalcium einträgt. Wenn möglich, wird man die Schlacke feurig flüssig aus einem Schmelzofen in den Flammofen einbringen. Man kann aber auch feste Schlacke im Flammofen einschmelzen und dann das Schwefelcalcium eintragen oder aber die feste Schlacke gleich im Gemisch mit Schwefelcalcium einschmelzen.
  • An Stelle von Schwefelcalcium kann auch dessen Reduktionsgemisch (Gemisch von Calciumsulfat und Kohle) verwendet werden, wobei bei genügendem Wärmeüberschuß die Reduktion von Schwefelcalcium innerhalb des Bades selbst vor sich gehen kann.
  • Man kann ferner eine Schlacke mit hohem Gehalt an Schwefelcalcium dadurch bilden, daß man entsprechende schlackenbildende Bestandteile oder fertig gebildete Schlacken (z. B. Hochofenschlacken) gegebenenfalls mit anderen Zuschlägen, im Gemisch mit Koks und Calciumsulfat, im Gebläseschachtofen oder einem anderen geeigneten Ofen niederschmilzt. Es entsteht dann eine feurig flüssige Schlacke, welche das aus dem . Calciumsulfat reduzierte SchwefelcaIcium enthält.
  • Falls die Vermischung des Schwefelcalciums (oder seines Reduktionsgemisches) mit der feurig flüssigen Schlacke Schwierigkeiten macht, kann man das Schwefelcalcium in körnige, kugelige, Ziegel- oder sonstwie gestückte Form überführen, wobei als Bindemittel zweckmäßig gebrannter Gips oder eine bindefähige Schlacke benutzt wird; unter Umständen kann hierbei eine Beschwerung der Calciumsulfidstücke mit 0 geeigneten Stoffen zur Ermöglichung besseren Untertauchens angebracht sein.
  • Die Verblaseluft kann zweckmäßig in vorgewärmtem Zustande verwendet werden. Auch kann zum Verblasen Sauerstoff oder an Sauerstoff angereicherte Luft veiwerdet werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Gewinnung von schwefliger Säure aus Calciumsulfid, dadurch gekennzeichnet, daß das Calciumsulfid mit einer feuerflüssigen Schlacke gelöst (oder gemischt) und in diese Lösung (oder Mischung) alsdann Luft eingeblasen wird. z. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlacke behufs Erhaltens ihrer Aufnahmefähigkeit für Calciumsulfid von Zeit zu Zeit geeignete Stoffe, wie Kieselsäure oder Tonerde, zugesetzt werden. 3. Ausführungsform des Verfabrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß zur Lösung (oder Mischung) calciumsulfidhaltige Schlacke (z. B. Hochofenschlacke) zeitweise oder kontinuierlich in den Misch-und Verblasebebälter unter Entfernung einer entsprechenden Menge des bereits verblasenen Schlackenbades eingeführt wird. q.. Verfahren gemäß Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man an Stelle von Calciumsulfid dessen Reduktionsgemisch (Gemisch von Calciumsulfat und Kohle) verwendet. 5. Ausführungsform des Verfahrens gemäß Anspruch i bis q., dadurch gekennzeichnet, daß zur Herstellung des calciumsulfidhaltigen Schlackenbades schlackenbildende Bestandteile, gemischt mit Calciumsulfat und Kohle, reduzierend niedergeschmolzen weiden.
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