DE345565C - Verfahren zur Gewinnung verspinnbarer Fasern aus Pflanzenstengeln, insbesondere aus der Nesselpflanze - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung verspinnbarer Fasern aus Pflanzenstengeln, insbesondere aus der Nesselpflanze

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DE345565C
DE345565C DE1917345565D DE345565DD DE345565C DE 345565 C DE345565 C DE 345565C DE 1917345565 D DE1917345565 D DE 1917345565D DE 345565D D DE345565D D DE 345565DD DE 345565 C DE345565 C DE 345565C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01BMECHANICAL TREATMENT OF NATURAL FIBROUS OR FILAMENTARY MATERIAL TO OBTAIN FIBRES OF FILAMENTS, e.g. FOR SPINNING
    • D01B1/00Mechanical separation of fibres from plant material, e.g. seeds, leaves, stalks
    • D01B1/10Separating vegetable fibres from stalks or leaves
    • D01B1/14Breaking or scutching, e.g. of flax; Decorticating
    • D01B1/30Details of machines
    • D01B1/40Arrangements for disposing of non-fibrous materials
    • D01B1/42Arrangements for disposing of non-fibrous materials employing liquids

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Description

  • Verfahren zur Gewinnung verspinnbarer Fasern aus Pflanzenstengeln, insbesondere aus der Nesselpflanze. In dem Hauptpatent 3050¢9 ist ein Verfahren zur Gewinnung verspinnbarer Fasern aus Pflanzenstengeln, insbesondere aus der Nesselpflanze, beschrieben, das sich durch fortlaufenden Zug des Arbeitsgutes kennzeichnet. Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine weitereAusbildung desVerfahrens des Hauptpatents, die eine besondere Art der Gewinnung der Fasern in größter Feinheit, frei von allen den Spinnvorgang beeinträchtigenden fremden Beimengungen und in derartiger Gestalt der Fasermenge zum Ziele hat, daß bei der Weiterverarbeitung das Fasergut in seiner Güte, d. h. also in der Güte der einzelnen Faser nicht beeinträchtigt wird. Hierzu gehört die Behandlung des von dem holzigen Stengel der Pflanze befreiten Bastes von vornherein, derart, daß die Längsrichtung, mit der der Bast in das Verfahren und die zur Durchführung dienende Vorrichtung nach der vorliegenden Erfindung hineinkommt, niemals mutwillig geändert wird, d. h. mag es sich noch um den Bast, mag es sich um den Brei, oder mag es sich um die aus diesem durch die im folgenden näher zu beschreibenden Vorgänge gewonnene reine Faser handeln, niemals wird sie aus der achsialen Richtung in eine quer dazu laufende abgelenkt, so daß niemals die einzelnen Streifen des Arbeitsgutes durcheinanderlaufen.
  • Von dem Augenblicke an, in dem aus dem Baste innerhalb des Verfahrens nach dem Hauptpatent der der Weiterverarbeitung dienende Brei durch Kalandern hergestellt wird, gelangt die Quetschmasse in breiten Bahnen auf ein Siebtuch, und .zwar liegt sie auf dem Siebtuch so, wie sie durch den Kalander gelangt ist. Der Bast wird den Kalandern in einzelnen Streifen und in kleinen Zwischenräumen nebeneinanderliegend in Schlauchform so zugeführt, wie er durch die Schälmaschine vom Stengel abgezogen ist. Wegen der Schlauchform liegen zwei Faserschichten übereinander, die durch die Quetschung im Kalander mit Rindenschlamm durchsetzt sind. Der Rindenschlamm quetscht sich sowohl zwischen die Fasern als auch seitlich des Baststreifens von diesem ab. Der kalanderte Baststreifen, der nur noch aus den parallel nebeneinanderliegenden und den im Kalander anklebenden Fasern und den zerquetschten Rindenteilen besteht, muß vom Kalander fort auf das Siebtuch so gelangen, wie er an der oberen oder unteren Kalanderwalze angeklebt war, so daß er auf dem Siebtuch gewissermaßen das Spiegelbild für den Baststreifen darstellt, wie er vorher am Kalander anklebte. Es müssen in dieser Form alle die nebeneinander und durcheinander gegangenen Baststreifen sich auf dem Siebtuch wieder zeigen, es entsteht somit auf dem Siebtuch nicht ein sehr dickes Fasergewirr, sondern nur eine Faserschicht, und zwar eine einzige, d. h. es liegen nicht etwa mehrere Faserschichten auf dem Siebtuch übereinander. Die während des Kalanderns zu Brei gequetschte Rinde ist noch dick genug, die Fasern vor dem Zerquetschen zu schützen. Der Brei ist aber nicht dick genug, um die Fasern, die ja eigentlich infolge der Schlauchform des zugeführten Bastes übereinanderliegen, auch während des Kalanderns noch übereinanderliegen zu lassen, sondern sie werden durch das Kalandern nebeneinander gepreßt, es entsteht somit auf der Siebbahn eine einfache Faserschicht. Diese Faserschicht erlaubt, daß die folgende Abspritzbehandlung den Schlamm von den Fasern durch das Führungssieb hindurch wegspritzt. In dieser Form verbleibt nun das Fasergut, wobei dafür gesorgt wird, daß es so selten wie möglich mit Leitwalzen in unmittelbare Berührung kommt, so daß es an ihnen nicht festkleben kann.
  • Um eine möglichst feine und reine Faser zu erzielen, ist es wünschenswert, die innerhalb des Hauptverfahrens beschriebene Auswaschung bzw. Behandlung mit Natronlauge des öfteren stufenweise stattfinden zu lassen. Damit nun die Faserauflage sich auf dem Siebtuch nicht verschiebt, werden doppelte Tücher an geeigneter Stelle benutzt, und schließlich wird am Ende des Verfahrens eine Vervielfältigung der Faserschicht dadurch erzielt, daß die letzte Bahn nicht dauernd das auf ihr befindliche Gut abgibt, sondern daß nur von Zeit zu Zeit eine Abnahme stattfindet und in der Zwischenzeit durch mehrmaligen Umlauf der genannten Bahn sich auf ihr eine aus mehreren Schichten gebildete Bahn absetzt, die nun zur Weiterverarbeitung gelangt.
  • Auf der Zeichnung ist in Abb. i, die aus zeichnerischen Gründen in zwei Teilen A und B wiedergegeben ist, schematisch eine Vorrichtung zur Durchführung des Behandlungsverfahrens nach der Erfindung dargestellt. Abb. 2 zeigt in vergrößertem Maßstabe den Kalander und die Abgabe 'des Quetschungsgutes auf das Siebtuch.
  • In Abb. i A ist L ein Siebtuch, auf das der von der Stengelschälmaschine gelieferte Bast in meist parallel zueinander in gewissen Abständen liegenden Streifen gelangt ist. Zum völligen Aufschluß des Bastes gelangt er in einen mit Natronlauge gefüllten Trog T,, dann mittels des Tuches L wieder heraus und zu einem aus den Kalanderwalzen k,. und k2 (s. Abb. 2) bestehenden, schräg liegenden Kalander. Die Bahn L kehrt wieder zurück, und es nimmt ein Siebtuch S den durch den Kalander erzeugten Brei auf. Damit nun der Brei in Bahnform unverwirrt auf das Tuch S gelängt, ist (s. Abb. 2) folgende Einrichtung getroffen worden.
  • Das Tuch L läuft über eine Trommel i, die derart oberhalb der durch die Achsen der Kalanderwalzen hl und k, gehenden Ebene liegt, daß der natürliche Fall das Fasergut auf die untere Kalanderwalze k1 bringt. Die unten näher erläuterte Vorrichtung 2 innerhalb der Walze i sorgt dafür, daß der Bast sich völlig von der Walze i löst. Er gelangt zwischen die Kalanderwalzen 7z,. und k. und wird zwischen diesen gequetscht. Es muß nun nicht nur die Faser, sondern auch der Rindenschlamm vom Kalanderwalzenpaar fortgeführt werden.
  • Der Schlamm darf sich nicht erst ansammeln, und er wird gemäß- der Erfindung gleichzeitig mit der Faser und in derselben Lage, wie er sich auf dem Kalander darbietet, fortgenommen. Für die Fortführung wird nun nicht eine besondere Abzugsvorrichtung verwendet, die die abgenommeneFaserzwecks Spritzung erst auf ein Siebtuch auflegt, sondern dieses der Weiterbehandlung dienende Siebtuch (S in Abb. i A) nimmt die Faser unmittelbar durch Abstreichen vom Kalander auf.
  • Das Siebtuch S verläuft derart, daß es an den beiden über einen Auffangtrog T. liegenden Kalanderwalzen ki und k.. anstreicht. Damit es die mit viel Klebestoff versehenen Fasern leicht vom Kalander abstreifen kann, muß es feucht sein. Die Kalander selbst können auch im Wasser laufen. Legt sich nun die aus der Pressung hervorgehende Faser an die Walze k, an, so läuft sie ein Stück mit der Walze im Uhrzeigerdrehsinne mit und wird dann von dem Siebtuch S abgestrichen. Da nun dieses Siebtuch um eine Kleinigkeit schneller läuft als der Umfang der Kalanderwälze k1, so zieht das Siebtuch S die Faser in- der gleichen Lage, wie sie auf dem Kalander lag, von diesem ab.
  • Kommt die Faser nicht an der unteren, sondern an der oberen Kalanderwalze °k., nach der Quetschung heraus, so würde sie, da das Siebtuch an der oberen Kalanderwalze eine abnehmende Wirkung nicht ausüben kann, ungehindert um die obere Kalanderwalze ständig mit herumlaufen. Um dieses zu verhindern, wird die Faser in dem Augenblick, in dem sie zwischen Siebtuch S und Kalanderwalze k2 herauskommt, von einer Wassertropfspülung 3 abgespült und legt sich in schöner, glatter und langer Form ebenso wie die untere Faser auf das Siebtuch auf.
  • Die oben beschriebene Walze z besteht, wie Abb. 3 zeigt, an ihrem Umfange zweckmäßig nicht aus Blech, sondern aus schmalem T-Eisen, die mit einem größeren Zwischenraum von etwa q. bis 5 cm ringsum den Umfang herum angebracht sind. Das Siebtuch I_ mit dem Bast läuft um diese T-Eisen der Leittrommel r herum. Die Leittrommel hat hohle Achsen, und durch diese wird ein Rohr geführt, das in einem Spritzrohr z mündet. Aus diesem Spritzrohr strömt entweder Flüssigkeit oder Luftdruck oder Dampf, wodurch der am Siebtuch anklebende Bast nach dem Kalander hin gespritzt wird.
  • Auf der Bahn S befindet sich nunmehr das Fasergut mit Rindenschlamm, und es besteht die Aufgabe, den Rindenschlamm zu entfernen und die Faser rein für sich zu erhalten. Das Fasergut wandert mit dem Tuch S unter einer Spritzeinrichtung R hinweg, die aus mehreren Abteilen zusammengesetzt ist. Jede Abteilung besteht aus nebeneinanderliegenden Rohren s, die mit geeigneter Lochung versehen sind und deren jedes eine dauernde Hin- und Herdrehung um seine Achse macht. Hierdurch wird erreicht, daß die Wasserstrahlen einander überdecken und infolgedessen die ganze Fläche der Bahn bestrichen wird. Selbst wenn ein einzelnes Loch mal verstopft sein sollte, muß jede einzelne Faser doch mit Wasserstrahlen in Berührung kommen.
  • Durch die Spritzeinrichtung R wird die Faserbahn auf ihrer Unterlage (dem Siebtuch S) ziemlich festgeklemmt. Taucht man sie in kochendes Wasser, so löst sie sich von ihrer'Unterlage und nimmt eine lockere Form an. Wird sie dann nochmals gespritzt, so wird die Faser bedeutend reiner. Die Wirkung wird erhöht, wenn man die Faser nicht nur in kochendes Wasser, sondern in kochende Natronlauge taucht. Durch eine solche Behandlung: erst kaiandern, dann spritzen, dann spülen, ohne die Faser wesentlich aus ihrer Lage zu bringen, und dann wieder spritzen, ist es möglich, der Faserbahn eine größere Geschwindigkeit zu geben.
  • Eine noch reinere Faserwolle, z. B. Nessel-«=olle, ergibt sich, wenn man die Faser nicht nur, wie in der Einrichtung R, von der einen Seite her durch Spritzeng behandelt, sondern auch von der verkehrten Seite her nochmals reinspritzt. Dabei tritt die Gefahr auf, daß die Faser an dem Tuch, von dem sie abgespritzt werden soll, hängenbleibt und nur teilweise, und zwar in Klumpen und Strängen von dem -oberen Siebtuch auf ein unteres gelangt. Die Gefahr wird verringert, wenn man zu engeren Siebgeflechten übergeht, was dann allerdings den Nachteil hat, daß der Schlamm nicht so leicht durchtreten kann und man mit der ersten Spritzeng keinen so guten Erfolg erzielt.
  • Wenn man nun aber das engmaschige Sieb vor der Umspritzung in Flüssigkeit taucht und die aufnehmende, untere Siebbahn dicht an der oberen hält, dann vermeidet man jede Klumpen- und Büschelbildung, und es legen sich die Fasern bei der Umkehrspritzung uns erwirrt von dem oberen Tuch auf das untere Tuch: Auf der Zeichnung hat bei R die erste Reinspritzung stattgefunden. Es läuft dann das Tuch S durch einen langen Trog T", in dem eine eingehende Behandlung des Fasergutes - mit Flüssigkeit (Wasser oder Lauge stattfindet.
  • Um nun die Umkehrspritzung vorzunehmen, ist es erforderlich, mehrere Tuchbahnen übereinander anzubringen. Zu diesem Zwecke wird das Tuch S auf der Streckstrecke Ss hoch geführt. Auf dieser hochliegenden Führung werden durch die lösende Einwirkung der Flüssigkeit im Troge T., eingetretenen Rindenauflösungsergebnissie, ebenso wie es bei der Spritzung R der Fall war, durch mehrere hintereinanderliegende Reinspritzeinrichtungen Ry, reingespritzt.
  • Das Tuch S gelangt dann über Leitwalzen d, 5, 6, 7, 8, 9, rö wieder zu seinem Abstreichstrange am Kalander zurück. Nach dem Übergange über die Leitwalze 5 liegt der Nesselfaserflor auf der Unterseite des Tuches S. Unter dieser Strecke liegt ein Tuch U, das über drei Leitwalzen läuft. Es bewegt sich mit gleicher Geschwindigkeit wie das Tuch S. Da nun zwischen den Walzen 5 und 6 eine Abspritzeinrichtung Ra, angeordnet ist, so wird- zwischen den genannten Walzen von der Unterseite des Tuches S der Faserflor auf die Oberseite des Tuches U gespritzt, ohne daß Klumpen oder Büschel sich bilden können, sondern wegen der dichten Nähe der Tücher S und U an der genannten Stelle tritt Faser-und bahnmäßiger Übergang des Flors von dem Tuch S auf das Tuch U ein. Die Spritzeng wird zweckmäßig durch Wasser vorgenommen. Immerhin ist es nicht unmöglich und oft auch nicht unzweckmäßig, den Übertritt von dem einen Tuch auf das andere mittels durch das Tuch S hindurchblasender Luft oder Dampf zu erzielen. Das Fasergut kommt wieder unter eine Reinspritzeinrichtung Rr. und wendet mit dein Tuch U um die Leitwalze t t um.
  • Bei dem bisher beschriebenen Wege ist niemals das Arbeitsgut mit einer Leitwalze in unmittelbare Berührung gekommen. Die Tücher werden immer derart geführt, daß die Leitwalzen das Tuch auf der unbelegten Seite berühren.
  • Man kann mehrfach reinspritzen und bei Übergang auf ein weiteres Tuch V unter Wendung abspritzen, ebenso wie man auch mehrfach den Flor nach einem Spritzvorgarrge durch Einwirkung lösender Flüssigkeiten zu immer weitgehender Reinscheidung der eigentlichen Faser führen kann.
  • Nachdem man den nötigen Feinlieitsgra(1 erreicht hat, muß die Faser aus der Maschine herausgenommen werden. Nach der Erfindung geschieht dieses nicht derart, daß einfach nach der letzten Abspritzung die Faser aus der Maschine herausgeführt und auf ein weiteres Tuch gebracht wird, denn inan könnte mit diesem feinen Flor, der der Weiterbehandlung durch seine geringe Masse großen Widerstand entgegensetzt, nicht viel anfangen. Um nun die erreichte Feinheit aufrechtzuerhalten, andererseits aber für die Weiterarbeit behandlungsfähiges Gut zii erzielen, wird eine Ansammlung des fein verarbeiteten Fasergutes dadurch vorgenommen, daß die letzte Aufnehmebahn V der Maschine mehrfach umläuft und erst, wenn sich unter der Umkehrspritzung innerhalb des Tuches U auf dem abgelegten Flor mehrere Male Flor neu abgeschieden hat, also das auf dem Tuch TI befindliche Florband eine bestimmte Dichte erreicht hat, 4vird es zertrennt und aus der Maschine abgenommen.
  • Die Einrichtung Rd, spritzt den Flor innerhalb des Tuches U dauernd v an diesem auf das endlose Tuch V ab. Das abgespritzte und von dem Tuch h aufgenommene -Gut läuft auf dem Tuch um die Leitwalzen 1a, 13 mehrmals herum und wird immer wieder mit neuem Gute bespritzt, bis die gewünschte, für die Weiterarbeit günstige Bandform erreicht ist. In dieser Bandform ist die Faser auch in nassem Zustande leicht vom Aufi:ahmesiebtuch abzunehmen und wie eine Art nasses Gewebe zu befördern. Innerhalb des Tuches Ir sind Absaugevorrichtungen vorgesehen, die einen Teil des Wassers entfernen. Hierdurch wird die Faserbahn erheblich leichter und ihre Beförderungsfähigkeit verbessert. Durch die Entziehung des Wassers erhält die Faserbahn eine größere Festigkeit, die nicht so leicht ein Zerreißen des Tuches bei der Weiterverarbeitung herbeiführt. Es wird aber nicht völlig getrocknet.
  • Ist die genügende Stärke der Bahn erreicht, so wird an einer Stelle die Faserbahn von Hand quer aufgerissen und das eine Ende auf einen Siebzylinder Z von größerem Durchinesser gelegt und dieser Siebzylinder in Umdrehungen versetzt, so daß sich die Faserbahn vom Aufnahmetuch V herab auf den Siebzylinder Z aufwickelt. In dieser Tuchform wird das Arbeitsgut längere Zeit in Natronlauge gekocht und kann dann auch noch gebleicht werden. Also auch hier findet die Behandlung in gebundener Form statt, so daß nicht Zusammenballungen der Fasern eintreten können. Die beim Aufspritzen oder Aufblasen auf (las Tuch 17, bei dessen mehrmaligem I?mlaufen sich bildenden Schichten verfilzen sich etwas, und es wird somit ein bandartiges Bahngebilde geliefert. Erst dadurch, daß sich nicht jede einzelne Schicht wieder von der anderen ohne weiteres lösen kann, ist die Weiterbehandlung in Bahnform gesichert.

Claims (1)

  1. PATENT-ANsPRÜcHE: -i. Verfahren zur Gewinnung verspinnbarer Fasern aus Pflanzenstengeln, insbesondere aus der Nesselpflanze, nach Patent 303049, dadurch gekennzeichnet, daß bei Weiterführung des vom Kalander erzeugten Breigutes durch Siebbahnen das Gut während der Weiterverarbeitung durch Bespritzung und Spülung immer in unverrückbarer Haftung am Fördermittel gehalten wird, damit die vom Kalander herrührende Lagerung in der Laufrichtung der Fördermittel während der Weiterverarbeitung nicht verlorengeht. a. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gelcennzeidhnet, daß- das Bespritzen zwecks Reinigung des Fasergutes unmittelbar gegen dieses und an anderen Stellen zwecks Umlagerung von einer Förderbahn zur anderen gegen die Unterlage erfolgt. 3. Verfahren nach Anspruch z, dadurch gekennzeichnet, daß nach der ersten Reinspritzung unmittelbar gegen die Fasern während des Laufes zwischen der ersten und einer zweiten Siebbahn zwecks Umlagerung des Fasergutes auf die zweite Bahn bei derart dichter Lage beider Bahnen zueinander mit Wasser oder Dampf gespritzt bzw. mit Luft geblasen wird, (laß sich die Fasern von der ersten Bahn in gleicher Ordnung auf die untere zweite als Schicht legen. .4. Verfahren nach dem Anspruche 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei Wiederholung der Spritz- und Spülbehandlung das Breigut aus der Natronlauge nach dem Malandern hoch geführt wird, um dann nach Reinspritzung jedesmal entsprechend der gewählten Stufenzahl auf immer neue, entsprechend dem Unterstrange der jeweils oberen Bahn bewegte untere endlose Bahnen ab- und umgespritzt zu werden, wobei die notwendigen Führungswalzen immer firn Innern der endlosen Tücher liegen und so niemals unmittelbar finit dem Brei- bzw. Fasergut in Berührung kominen. 5. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß ein endloses Tuch (S) in feuchtem Zustande an den beiden Walzen des Kalanders anstreicht und das an den Walzen des Kalanders anklebende Breigut abstreift und in gleicher Lage wie auf dem Kalander abnimmt und weiterführt. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die zum Kalander führende Bahn (L) für das Arbeitsgut oberhalb der unteren Walze (hl) des mit schräger Mittelebene liegenden Kalanders umkehrt, so daß das Arbeitsgut auf die untere Kalanderwalze (1z1) fällt. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Umkehrwalze (i) der zum Kalander führenden Bahn (L) als Haspel ausgebildet ist, aus dessen Innern eine Spritzung (z) den Bast zur Kalanderwalze (k1) hin abspritzt. B. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das den Bast von dem Kalander abnehmende Tuch (S) sich schneller als der Umfang der Kalanderwalzen bewegt. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Seite, auf der- das Abnehmetuch (S) die obere Kalanderwalze (k2) verläßt, eine Tropfeinrichtung (3) zur Ablösung des Breies von der oberen Walze vorgesehen ist. io. Verfahren nach den Ansprüchen i, 3 und q., dadurch gekennzeichnet, daß man mit dem letzten Tuch (Y) unter Abspritzung vom oberen Tuch (U) das auf das untere Tuch gelangte Gut mehrmals umlaufen läßt, so daß sich auf dem Tuche (Il) eine entsprechend der Zahl der Umläufe dicke Schicht des Fasergutes bildet, die nach Durchtrennung als Bahn weiter geleitet wird. ii. Verfahren nach Anspruch io, dadurch gekennzeichnet, daß während der Bildung der Abnehmebahn das Gut durch Saugung etwas entwässert wird. 1a: Einrichtung zur Durchführung der Spritzung gemäß dem Verfahren nach den Ansprüchen i bis q., dadurch gekennzeioh--net, daß hintereinander mehrere Gruppen parallel zur Faser liegender, um ihre Achse in schwingender Bewegung befindlicher Spritzrohre angeordnet sind.
DE1917345565D 1917-11-18 1917-11-18 Verfahren zur Gewinnung verspinnbarer Fasern aus Pflanzenstengeln, insbesondere aus der Nesselpflanze Expired DE345565C (de)

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