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Vorrichtung zum Löschen von Grubenexplosionen. Zum Alilöscllen von
Explosionen in Kohlenzechen benutzt man Gesteinstaub, Wasser oder ähnliche Löschmittel,
die durch den der Explosion voraufeilenden Luftstoß aufgewirbelt oder umgeschüttet
werden, und zu dieseln Zweck in geeigneten Gefäßen, auf Schranken, auf dem Einbau
oder auf der Sohle gelagert sind. Es ist ferner vorgeschlagen und versuchsweise
durchgeführt, in die Strecke Rohrbündel einzubauen, durch welche die Explosionsflamme
hindurch muß und hierbei von den kalten metallischen Wandungen so tief heruntergekühlt
wird, daß sie erlischt. lIan füllte bei dem erwähnten Versuch den ganzen Streckenquerschnitt
mit den Rohrbündeln aus und mußte für die Fahrung Ulnbruclistrecken vorsehen, die
durch Tore verschlossen gehalten werden soll- Nach der Erfindung werden beide -Löschverfahren
miteinander verbunden, indem man die Rohre teilweise mit Gesteinstaub füllt. In
der Erkenntnis, daß der Eiplosionsstoß geradlinig vorwärts eilt, werden weiter nach
der Erfindung die Rohrbündeleinbauten abwechselnd von rechts und links in die Strecke
gesetzt und die Fahrung in Schlangenlinien um die Einbauten herumgeführt, wobei
die Einbauten in Richtung der Streckenachse sich gegenseitig überdecken. Für :den
geradlinigen Explosionsstoß wirkt der gegeneinander versetzte Teileinbau wie eine
volle Streckenausfüllung. Zur Herstellung der Rohrbündel nach der Erfindung, wird
ferner vorgeschlagen, profilierte Bleche, z. B'. -Wellbleche, über einanderzulegen,
die dann ,zusammen eine An zahl paralleler Kanäle für die Aufnahme de; Gesteinstaubes
und zur Führung und Ab löschung der Explosionsflamme bildet. Dies Bleche können
miteinander fest vernietet sein oder auch durch Spannrahmen oder Druck schrauben
an der First zusammengehalten werden.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbei. spiel des Erfindungsgegenstandes
in schema tischen Darstellung wiedergegeben. Es zei. gen Abb. r und z in kleinem
Maßstabe einer Längsschnitt und einen Grundriß derselben durch eine Strecke. In
Abb. 5 ist im grö. ßeren llaßstabe ein Streckeneinbau aus profi. lierten Blechen
dargestellt, während Abb. 11 und :I die Art der Rohrbildung aus Profil blechen zeigt.
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Die Strecke a soll beispielsweise vom Ort E bis zum Revierabschluß
c verlaufen. In derselben befin.rlen sich zunächst die transportablen Explosionsdämpfer
e, die mit dein Fortschreiten der Strecke ebenfalls dem Abbauort folgen. Kurz vor
dem RevierabschluE befinden -ich die festen Einbaue d, d', die rechts unrl
links der Strecke abwechselnd sich finit den Innenkanten in der Streckenrichtung
überdecken. Das Gleise g geht in Schlangenlinien um die Einbaue d, d' herum,
wobei die Strecken bei f, f' zweckmäßig für den ungehinderten Verkehr erbreitert
sind.
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Die L111rlcllttlI7äe11 e für das Dämpfen der
Flamme
bestehen aus Rohrbündeln oder Rohrkränzen, welche an den Bolzen zwischen den- Stempeln
und an (]en Kappen aufgehängt werden können. und den Streckenquerschnitt im wesentlichen
frei lassen. Die Rohre h sind ganz oder zum Teil mit Staub. gefüllt, und der Durchmesser
der Einzelrohre ist so im Verhältnis zur Rohrlänge bemessen, daß der gewöhnliche
Wetterzug den Staub nicht auf-. wirbelt, dagegen aber der etwa anläßlich einer Schlagwetteransammlung
zuni Auswaschen der Strecke verstärkte Wetterzug und der beim gewöhnlichen Schießen
entstehende Druck ünd Luftstoß einen Teil des Staubes herausdrückt und auf die Strecke
streut, wo er sich mit dein Kohlenstaub mischt und dessen Neigung zur Entzündung
und Weiterleitung von Explosionen vermindert. Bei einer Explosion vor Ort oder auch
innerhalb der Strecke findet die Explosionsflamme reichlich Gesteinstaub .vor, der
durch den der Flam-rrie vorauseilenden Stoß aus den Rohrkränzen herausgetrieben
und mit dein auf der Streckensohle liegenden Geanisch von Kohlen-und Gesteinstaub
in dem ganzen Streckenquerschnitt dicht aufgewirbelt hat. Durch mehr oder weniger
zahlreichen Einbau solcher Dämpfungseinrichtungen läßt sich die Explosion schon
beim Entstehen verhindern oder stark dämpfen. Es fällt auch die durch die Bergpolizeibehörde
vorgeschriebene Ar= beit des regelmäßigen Staubstreuens weg, durch welche der Kohlenstaub
verdünnt werden soll. Am Abschluß des Reviers oder der Strecke oder an anderen passenden
Punkten sind die festen Einbauten ebenfalls aus Rohrbündeln hergestellt. Die Rohre
Ja sind, weil die 'bis hierhin gelangten Explosionsflammen nunmehr endgültig
erstickt oder gelöscht werden müssen, länger als bei den Dämpfungseinrichtungen.
Der Einbau kann, wie in der Zeichnung dargestellt, zweckmäßig sich der Kurvenführung
der Gleise anpassen, indem die inneren Rohre kürzer sind als die an den Streckenwänden.
Die Rohre sind nur zum Teil mit Staub gefüllt, derart, daß etwa der zwischen der
Begrenzungskurve und der strichpunktierten Linie i liegende Rohrraum gefüllt ist,
der übrige Rauar aber leer. Auch sollen die Rohre nur etwa bis zur halben Höhe des
Einzelquerschnitts Staub tragen, damit dem Explosionsstrom der Weg nicht etwa durch
Staubpfropfenbil#lung versperrt wird. Es findet also bei -der vorliegenden Einrichtung
eine wesentlich getingere mechanische Hemmung des Flammenstroms statt als bei anderen
J:inrichtunen, die beispielsweise türtliielartig aufklappen und den Löschinhalt
auskippen sollen. Diese Einrichtungen werden bekanntlich in fast allen Fällen vollständig
zerstört, während bei der vorliegenden 1?inriclitung eine Zerstörung nur in den
seltensten und schwersten Fällen eintreten kann, wenn beispielsweise auch die ganze
Strecke zu Bruch gehen würde. Die Rohre h können in Rahmen j verspannt w erden oder
in dein Raum zwischen Streckenwahl und Zwischenstempeln k durch Druckschrauben,
die sich gegen die First stützen, zusamir:engehalten werden.
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Die Rohrbündel können auch in eigenartiger Weise durch in Doppeltrapezform
profilierte, wagerecht oder senkrecht zusammengelegte Bleche in (Abb. .f) gebildet
werden, so daß hierdurch Rohre von sechskantigem Querschnitt entstehen. Diese über-oder
nebeneinander geschichteten Bleche können in derselben Weise, wie bei den Rohrbündeln
in Rahmen oder zwischen Stempeln verspannt werden oder untereinander vernietet «erden.
Die erstere Form würde einen leichteren Ausbau ermö-lichen, während die zweite Form
eine ausgezeichnete Standsicherheit auch bei starken Explosionsstößen gewährleistet
und hauptsächlich für dauernden oder langfristigen Einbau bestimmt sein dürfte.