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Stanzpresse. Bei den besonders zum Ausstanzen von Oberledern viel
benutzten Stanzpressen mit einem von einer auf und ab bewegbaren Säule getragenen
verschwenkbaren Druckarm wird die Bewegung der Säule der Regel nach durch ein Exzenter
von der Antriebswelle aus bewirkt. Der Hub dieses Exzenters ist gleich, aber die
Höhenlage des Druckarmes gegenüber dem das Werkstück tragenden Tisch muß veränderlich
sein entsprechend der Höhe der Stanzmesser und der Höhenlage des Stanzklotzes. Diese
Einstellung muß genau gemacht werden, damit der Druckarm die Stanzmesser ganz durch
das Werkstück hindurchdrückt, aber nicht zu weit in den Stanzklotz hineintreibt.
Wenn das Werkstück beim Benutzen einer solchen Maschine ungewöhnlich dick oder hart
ist, so kann es vorkommen, daß die Presse nicht durchzieht und der Antriebsriemen
abspringt. Das Antriebsexzenter befindet sich, wenn dieser Vorfall eintritt, naturgemäß
in der Nähe seines unteren Totpunktes. Der Druckarm, das Messer, das Werkstück und
der Tisch sind dann fest zusammengeklemmt, und es ist unmöglich, den Druckarm beiseite
zu schwenken oder die Antriebswelle mit der Hand vorwärts oderr ückwärts zu bewegen.
Es bleibt nichts weiter übrig, als die Maschine wenigstens teilweise auseinanderzunehmen,
um die Teile voneinander zu lösen. Dabei geht die Einstellung der Höhen-Lage des
Druckarmes verloren und muß müh sam wieder herbeigeführt werden.
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Gemäß der Erfindung soll dieser Übelstand dadurch beseitigt werden,
daß der Druckarm mit seinem Antriebsgliede durch ein leicht lösbares Glied in Verbindung
gebracht ist, das entfernt werden kann, ohne die Einstellung der Maschine zu verändern.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt.
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Fig. i ist eine Seitenansicht, teilweise im Schnitt, Fig. 2 eine Einzelschnittdarstellung.
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Das C-förmige Gestell s trägt einen Stanzklotz 6, der auf einem Tisch
8 aufliegt, der mittels eines Traggliedes 7 am Gestell befestigt ist. In Lagern
12 des Gestells 3 ist eine Säule 13 drehbar und verschiebbar und trägt einen Druckarm
1q.. Die Säule 13 ist hohl und umfaßt eine Stange 1g, die durch einen Exzenterbügel
16 mit einem Exzenter auf der wagerechten Antriebswelle 17 verbunden ist. Auf der
Welle 17 sitzt lose eine Riemenscheibe 18, die durch eine Kupplung ig mit der Welle
17 verbunden werden kann. Die Kupplung wird durch einen Handhebel 22 in üblicher
Weise eingerückt und nach einer vollen Umdrehung selbsttätig wieder ausgerückt,
so daß der Arm 1q. beim Einrücken der Welle auf das Werkstück niedergeht, zurückkehrt
und dann zum Stillstande kommt.
Die Verbindung zwischen der Stange
15 und der Säule 13 erfolgt durch eine Muffe 25, die, mit Gewinde in das
obre Ende der Säule hineingeschräubt ist und zwischen einem Bunde 26 der Sttange
15 und einem auf das obere Ende der Stange aufgeschraubten Sperrglied 27 liegt.
Die Muffe kann mittels eines an ihr durch Keil z9 befestigten Handrades gedreht
werden, um die Lage der Stange 15 gegenüber der Säule 13 zu verändern und dadurch
die Höhenlage des Armes 1q. grob einzustellen.
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Das Handrad 28 dreht sich auf einer Laterne 3o, die durch den Keil
3 r mit der Säule verbunden ist. Nach geschehener Einstellung kann das Handrad 28
durch einen Querbolzen 32 gesichert werden.
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Das mittels eines Handgriffes drehbare Sperrglied 27 ist gespalten
und wird durch eine Klemmschraube 33 festgezogen. Es ist durch einen Bolzen 35 mit
einem Block 3.1 verbunden, in den eine mit dem oberen Ende der Stange 15 zusammentreffende
Anschlagschraube 36 hineingeschraubt ist. Die Einstellung dieser Schraube kann durch
eine Gegenmutter 37 gesichert werden.
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Bei dem Zusammenbau der :Maschine wird nach dem Einstellen der Muffe
25 das Sperrglied 27 auf der Stange. 15 eingestellt, während der Klemmbolzen 33
gelockert ist. Die Einstellung des Sperrgliedes 27 wird so gewählt, daß es nahezu
mit den oberen Enden der Muffe 25 und der Nabe des Handrades 28 in Berührung steht.
Der Bolzen 33 wird dann festgezogen und das Glied 27 in dieser Lage festgeklemmt.
Hierauf wird die Schraube 36 so weit hineingeschräubt, daß sie mit dem Ende der
Stange 1,5 zusammentrifft und durch die Gegenmutter 37 in dieser Lage gesichert.
Die Schraube 36 bestimmt auf diese Weise die richtige Lage des Gliedes 27. Wenn
daher das Sperrglied 27 gelöst worden ist, ist es leicht, die ursprüngliche Lage
wieder herzustellen, indem das Glied 27 so weit auf die Stange 15
niedergeschraubt
wird, bis die Schraube 36 :nit de.n Ende der Stange zusammentrifft.
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Wenn infolge des Festklemmens des Preß-. armes 1q. die Maschine nicht
durchzieht und der Riemen auf der Scheibe 18 gleitet oder abspringt, während sich
der Exzenterbügel 16 in der Nähe des unteren Totpunktes befindet, so ist es nur
erforderlich, den Bolzen 33 zu lösen und das Glied 27 aufwärts zu drehen, was infolge
des verhältnismäßig steilen Gewindes an der Stange 15 rasch möglich ist. Dadurch
wird die Verbindung zwischen der Stange 15 und der Säule 13 gelöst und die Welle
17 kann leicht ihre Drehung fortsetzen, den Totpunkt überwinden und den Druckarm
14. anheben, so daß die Kl@ mmung beseitigt ist. Nachdem dies geschehen, braucht
der Arbeiter nur das Sperrglie l 27 wieder niederzuschrauben, bis der Anschlag 36
auf die Stange i5 auftrifft und dann den Klemmbolzen 33 festzuziehen, worauf die
Maschine wieder betriebsfähig ist, ohne daß die Einstellung irgendwie geändert ist.