DE339192C - Einrichtung zur selbsttaetigen Angabe des Ortes eines sich bewegenden Koerpers - Google Patents

Einrichtung zur selbsttaetigen Angabe des Ortes eines sich bewegenden Koerpers

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DE339192C
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    • G01C17/02Magnetic compasses
    • G01C17/04Magnetic compasses with north-seeking magnetic elements, e.g. needles
    • G01C17/20Observing the compass card or needle
    • GPHYSICS
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Description

  • Einrichtung zur selbsttätigen Angabe des Ortes eines sich bewegenden Körpers. Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung, welche selbsttätig und unbeeinflußt von störenden Einflüssen -den Standort eines auf, über oder unter der Erdoberfläche sich - bewegenden Körpers und die radiale Projektion des Standortes auf die Erdoberfläche auf einer gewöhnlichen Karte fortlaufend anzeigt.
  • An Stelle eines Globus oder Globusausschnittes, wie bei bekannten ähnlichen Vorrichtungen, wird in an sich bekannter Weise eine ebene, auswechselbare, plangeometrische Karte (z. B. in Merkatorprojektion) in handlicher Größe und zweckdienlichem Maßstab verwendet, auf welcher ein rechtwinkliges, bewegliches Fadenkreuz in seinem Schnittpunkt den jeweiligen Standort des Beobachters bezeichnet.
  • Die beiden Koordinatenseil@e des Fadenkreuzes werden unabhängig voneinander durch zwei an sich bekannte Kreiselsysteme - ein Deklinations- und ein Inklinationssystem - bewegt, die fest auf einer kardanisch aufgehängten gemeinsamen Unterlage =angeordnet sind. ` Damit solche Kreiselsysteme auch stets richtig anzeigen, müssen die Achsen, unbeeinfiußt von äußeren Störungen, dauernd auch ihre gleiche Orientierung beibehalten.
  • Zur Erreichung dieses Zweckes ist auf der gemeinsamen Unterlage der beiden Kreiselsysteme ein drittes Kreiselsystem angeordnet, das auf jede Verschiebung der gemeinsamen Unterlage aus der Meridianstellung reagiert und mittels des dabei erfolgenden relativen Ausschlages seiner Achse der gemeinsamen Unterlage und damit auch den anderenKreiselsystemen wieder die ursprüngliehe Orientierung gibt. Die Karte kann hierbei auf der als Kartentisch gestalteten gemeinsamen Unterlage der verschiedenen Kreiselsysteme angeordnet sein, wobei die beiden Koordinatenseile unmittelbar, z. B. mittels Seilzüge und Übersetzungsrollen o. dgl., mit den beiden Kreiselsystemen in Verbindung stehen können. Die @ Karte nimmt dann natürlich auch an der ständigen Orientierung der Kreiselsysteme teil. Wird die Karte aber getrennt von den Kreiseln aufgestellt, so werden die relativen Abwieklungsbewegungen der Kreisel zweckmäßig auf elektrischem Wege auf die Koordinatenseile des Fadenkreuzes übertragen. In diesem Fall braucht dann die Karte nicht an der ständigen Orientierung teilzunehmen.
  • Letztere Anordnung wird vor allem auf Schiffen getroffen werden, wo sich die Karte im Instrumentenraum befindet, die Kreiselsysteme aber, um alle störenden Einflüsse der Schiffsbewegungen möglichst schon von vornherein auszuschalten, zweckmäßig im Schwerpunkt des Schiffes aufgestellt werden.
  • In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes näher erläutert. Es - zeigen: Fig. i eine Oberansicht der ganzen Vorrichtung mit unmittelbar darauf angeordneter Karte, Fig. a und 3 j e einen Querschnitt nach I-I und II-II der Fig. i, Fig.4 eine etwas vergrößerte Draufsicht, teilweise im Schnitt, und Pig. 5 und 6 den Kreisel, der die Orientierung der Vorrichtung bewirkt, in Draufsicht und Querschnitt.
  • Die Fig. 7 und 8 geben eine Erläuterung der Wirkungsweise der Kreiselsysteme.
  • Der Kartentisch A mit der darauf aufgespannten Karte K ist samt den an ihm angebrachten Kreiselsystemen mittels des Ringes R, am Ring R2 in den Punkten a2, b.2 kardanisch aufgehängt. Der Kartentisch trägt noch als Hilfsinstrumente den Höhenmesser H, den Zeitmesser U, den Prüfkompaß P und die Libelle L. Der Ring R2 hängt stoßfrei mittels der ringsum an ihm angebrachten Zugfedern F an dem Drehring R3, der seinerseits wiederum leicht beweglich - z. B. mittels Kugeln - auf dem an der Basis Z befestigten Ring R4 gelagert ist.
  • Der Drehring RS trägt an seiner Unterseite den Zahnkranz B, welcher mit dem Zahnrad C des an der Basis Z angebrachten Elektromotors M in Eingriff steht und dadurch nach beiden Richtungen gedreht werden kann, zum Zwecke, den Kartentisch A stets in die ursprüngliche Lage zur Nord-Süd-Linie zu bringen.
  • Das Ein- und Ausschalten des Motors M zum selbsttätigen Regulieren der Tischstellung erfolgt durch den Kreisel DM (Fig. 5 und 6). Dieser ist auf dem Kartentisch A in seiner Achse TB,m (die in ihrer Ruhelage zweckmäßig in der Nord-Süd-Richtung liegt) mittels der beiden senkrecht aufeinanderstehenden Ringe a, b derart gelagert, daß die Achse sich nach allen Richtungen frei bewegen kann. An seinem äußeren Umfang trägt der Ring b an gegenüberliegenden Stellen die beiden Kontaktlamellen c, d, die bei einer Abweichung der Kreiselachse in der Horizontalebene gegenüber der Unterlage auf den Polsegmenten r, z bzw. q., 3 des Kartentisches A schleifen. Die vier Segmente, die mit dem Elektromotor M in Verbindung stehen, bilden mit den Kontaktlamellen c, d einen Umschalter für den Motor, derart, daß bei einer Abweichung der Kreiselachse in der einen oder anderen Richtung auch der Motor den Drehring R4 und mit ihm den Kartentisch A in der einen oder anderen Richtung dreht.
  • Infolgedessen ist der Kartentisch A dauernd in die Nord-Süd-Richtung eingestellt. Bei der geringsten Abweichung aus dieser Richtung wird infolge des Beharrungsvermögens der Kreiselachsen im Raume durch diese der Ring a mit den Lamellen c, d eine entsprechende Drehung erfahren. Dadurch wird .der Motor eingeschaltet und der Tisch A so lange gedreht, bis er wieder in seine ursprüngliche Lage zur Kreiselachse zurückgekehrt ist, womit dann auch die Lamellen c, d sieh wieder zwischen den Polsegmenten befinden und der Motor zur Ruhe kommt. Auf der Unterseite des Kartentisches A sind die für die Ortsangaben bestimmten beiden Kreiselsysteme D" D, und J" J2 angebracht, und zwar zweckmäßig je paarweise auf den beiden Armen des durch die kardanischen Aufhängungspunkte a,, b,. und a2, b2 gedachten, im Raume feststehenden Achsenkreuzes, derart, daß die vier Kreisel gleich weit vom Mittelpunkt entfernt sind. Die Achsen der Kreisel D, und DZ bzw. J, und J2 sind dann also je unter sich und zur Äquatorlinie oder Nord-Süd-Richtung parallel.
  • Infolge des schon genannten Beharrungsvermögens der Kreiselachsen im Raume wird infolge der Kugelgestalt der Erde die Ebene des Kartentisches A z. B. bei einer Verschiebung um 9o° auf einem Breitengrad auch gegenüber der durch die Achsen des Kreiselsystems D1, DZ gelegten Ebene eine Verdrehung um die Nord-Süd-Linie um 9o° erfahren, was in Wirklichkeit durch eine entsprechende relative Verdrehung der Kreiselachsen gegenüber dem Kartentisch zum Ausdruck kommt (Fig. 8).
  • Dementsprechend werden die Achsen des Kreiselsystems J" J2 bei einer Verschiebung des Kartentisches in Richtung eines Meridians eine relative Verdrehung um die West-Ost-Linie erfahren.
  • Eine Verschiebung unter einem beliebigen Winkel zu den vorgenannten Richtungen wird eine gleichzeitige Verdrehung der Achsen beider Systeme zur Folge haben, deren Größe sich aus der Zerlegung der Verschiebungsgröße und Richtung entsprechend dem Parallelogramm der Kräfte nach zwei senkrecht aufeinanderstehenden Richtungen ergibt.
  • Die einzelnen Kreisel sind in bekannter Weise nach allen Richtungen frei beweglich aufgehängt, so daß sie etwaige Präzessionsbewegungen ungehindert ausführen können.
  • Die beschriebenen relativen Verdrehungen der Kreisel werden durch an den Drehachsen der äußeren Aufhängungsringe angebrachte-Schnurlaufrollen o. dgl. mittels Seilzüge und zweckentsprechender Übersetzungen auf an den vier Seiten der Karte befindliche endlose Seilzüge s,d, sId und st, s.i übertragen. Bei geeigneter Wahl der Übersetzungen werden die einander gegenüberliegenden Seilzüge infolge der Parallelität der Achsen der zugehörigen Kreisel bei deren relativen Bewegungen stets auch Bewegungen von gleicher Größe und Richtung erfahren. Es werden also die an diesen Seilzügen angebrachten Koordinatenseile k, oder k2 stets parallel zu sich selbst verschoben. Ist das Übersetzungsverhältnis für die Übertragung der Ausschlagsbewegungen der Kreisel auf die Seilzüge entsprechend dem Maßstab der Karte K gewählt, so werden die beiden @Koordinatenseile mit ihrem Schnittpunkt 0 stets auch den jeweiligen Standort angeben.
  • Der relative Ausschlag der Kreiselachsen entspricht jeweils dem zu einer zurückgelegten Strecke zugehörigen Zentriwinkel. Da nun einerseits die dem gleichen Ausschlag entsprechende oder die dem gleichen Zentriwinkel zugehörige Bogenlänge am Äquator größer ist als in der Nähe der Pole, anderseits aber gleichen Ausschlägen der Kreiselachsen stets auch eine gleich große Verschiebung derKoordinatenseile und desKreuzunespunlctes 0 entspricht, so muß, damit die Vorrichtung auch richtig anzeigt, naturgemäß eine Karte in Merkatorprojektion verwendet werden.
  • Um die Koordinatenseile k1 und k2 jederzeit neu einstellen (z. B. nach dem Einlegen einer Anschlußkarte) und etwaige Fehler im Anzeigen berücksichtigen zu können, sind sie mit ihren Enden cld, cld bzw. c11, e21 derart an den Seilzisgen Sd, sId bzw. Si, s21 angebracht, z. B. mittels Klemmen o. dgl., daß sie auf ihnen verschoben werden können.
  • Durch an den Rändern der Kartenunterlage angebrachte Skalen G wird das richtige Einstellen der Koordinatenseile und rechtwinklig zueinander erleichtert.
  • Da der Winkel des relativen- Ausschlages der Kreisel stets einem Winkel entspricht, dessen Scheitel im Erdmittelpunkt liegt, so kann der Erfindungsgegenstand jederzeit ohne Abänderung auch für die Angabe des jeweiligen Ortes eines sich in der Luft oder unter der Erde und unter dem Wasser bewegenden Körpers Verwendung finden. Naturgemäß wird in diesen Fällen auf der Karte stets die radiale Projektion des Ortes auf die Erdoberfläche angezeigt.
  • Ein wesentlicher Vorteil gegenüber bekannten Vorrichtungen ähnlicher Art, z. B. den Kreiselkompassen, liegt darin, daß beim Erfindungsgegenstand infolge der selbsttätigen Orientierung der ganzen Vorrichtung durch den Hilfskreisel DM mittels des Elektromotors das Anzeigen des Standortes stets sofort und genau erfolgt, während bei jenen erst das langandauernde Ausschwingen der Kreisel und Anzeigevorrichtung abgewartet werden muß.

Claims (4)

  1. PATENT-ANSpRÜcHE: r. Einrichtung zur selbsttätigen Angabe des jeweiligen Ortes eines sich auf, über oder unter der Erde bewegenden Körpers auf einer plangeometrischen Karte mittels zweier Kreiselsysteme mit senkrecht aufeinanderstehenden Achsen, dadurch gekennzeichnet, daß außer den fest auf einer gemeinsamen, in bekannter Weise kardanisch aufgehängten Unterlage (A) angeordneten Kreiselsystemen (D, D2 und J,J@) auf dieser Unterlage ein drittes Kreiselsystem (DM) vorgesehen ist, das mittels der durch jede Abweichung aus der Nord-Süd-Richtung hervorgerufenen Präzessionsbewegung die gemeinsame Unterlage samt den Kreiselsystemen jeweils wieder in die Nord-Süd-Richtung zurückführt.
  2. 2. Einrichtung nach Anspruch r, dadurch gekennzeichnet, daß das dritte Kreiselsystem (DM) beim relativen Ausweichen gegenüber der Unterlage (A) bei deren Abweichen aus der Nord-Süd-RiChtung auf ein Schaltwerk (c, d, z, 2, 3, 4) so einwirkt, daß ein Elektromotor (M) in Tätigkeit tritt, der die Unterlage (A) samt der kardanischen Aufhängung wieder in die Nord-Süd-Richtung zurückführt.
  3. 3. Einrichtung nach Anspruch r, dadurch gekennzeichnet, daß@ die Ortsveränderungen durch ein rechtwinkliges Fadenkreuz angezeigt werden, dessen beide Koordinatenseile (k" k2) infolge der selbständigen Orientierung unabhängig voneinander von je einem der beiden bekannten Kreiselsysteme (D, D2 und J, J,) bewegt werden.
  4. 4. Einrichtung nach Anspruch r, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden der beiden Koordinatenseile (k" k2) an j e einem mit den Kartenrändern gleichlaufenden, von den Kreiselsystemen in Bewegung gesetzten Seilzug (Sd und s2a bzw. s11 und s21) derart angebracht sind, da B sie auf diesen Seilzügen zur Neueinstellung des Fadenkreuzes (z. B. nach dem Einlegen einer neuen Karte) und zur Berichtigung von Fehlern verschoben werden können.
DE1919339192D 1919-04-13 1919-04-13 Einrichtung zur selbsttaetigen Angabe des Ortes eines sich bewegenden Koerpers Expired DE339192C (de)

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