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Holzsohle. Für diese Anmeldung ist gemäß dem Unionsvertrage vom 2.
Juni igi i die Priorität auf Grund der Anmeldung in Holland vom 17. Mai igi8 beansprucht.
Zu den Anforderungen, einer brauchbaren Holzsohle gehört in erster Linie ein! hohes
Maß von Biegsamkeit in der Längsrichtung des Schuhes, sowie eine sich dem Fuß anpassende
Hohlform an der Innenfläche. Die Hohlform ist bei Holzsohlen bereits zur Anwendung
gekommen, und zwar wurde sie sowohl durch Pressen als auch durch Ausarbeiten des
Holzes erzielt. Diese bekannten, an der Innenfläche konkaven. und an der Außenfläche
konvexen Holzsohlen sind bereits zum Zweck der Erzfelung einer .gewissen Biegsamkeit
in der Querrichtung mit Rillen versehen worden, und zwar sind diese Rillen bei den
bekannten Holzsohlen entweder nur an der äußeren Lauffläche oder an der Außen- und
Innenfläche versetzt zueinander angebracht. In jedem, Falle haben die Rillen in
dem Bestreben, die Sohle hinsicht-. lich der Bruchfestigkeit nicht zu sehr zu schwächen,
nur verhältnismäßig geringe Tiefe erhalten und infolgedessen. ließ die Biegsamkeit
der Sohlen noch viel; zu wünschen übrig, zumal auch bei den quergerillten Holzsohlen:
die Faserrichtung des Holzes in die Längsrichtung des Schuhes gelegt wurde.
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Die Konstruktion der den Gegenstand der Erfindung bildenden Holzsohle
beruht nun auf der Erkenntnis, daß eine hinreichende Biegsamkeit nur dann erzielbar
ist, wenn; die Holzsohle, wie an sich bekannt, aus einzelnen Querleisten besteht,
die voneinander vollständig unabhängig mit der die Befestigungsgrundlage bildenden
Ledersohle verbunden sind. Da nun aber die zu einer Sohle gehörenden Querleisten
in Anbetracht der Sohlenform und der konkaven Innenfläche voneinander verschieden
sind, so würde die Herstellung einer Sohle viel Zeitaufwand und Mühe erfordern,
wenn man die einzelnen Leisten jede für sich herstellen und erst beim Gebrauch die
zu einer Sohle gehörenden Querleisten zusammenstellen wollte, um sie in der richtigen
Reihenfolge an der Ledersohle zu befestigen.
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Das Wesen der Erfindung .ist in der besonderen Bauart solcher aus
einzelnen Querleisten bestehenden Holzsohle zu erblicken. Sie besteht darin, daß
die Querleisten zusammenbelassen sind, indem die konvex-konkav ausgearbeitete Holzsohle
bei Querlage der Faserrichtung von der Innenseite aus in Querleisten derart zerlegt
ist, daß zwischen ihnen noch dünne, leicht trennbare Verbindungsstege verbleiben.
Diese Bauart macht es möglich, die Holzsohlen; in derselben Weise wie jede andere
aus einem Stück bestehende Holzsohle von Hand oder maschinell zu bearbeiten und
sie als einen einzigen zusammenhängenden Verkaufsgegenstand auf den Markt zu bringen,
der trotz seines Zusammenhanges sich bei der Befestigung bzw. während des Gebrauchs
als eine Gruppe
vollständig voneinander unabhängiger, aber entsprechend
der Sohlenform vorschriftsmäßig aneinandergereihter Querleisten darstellt.
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Im Gegensatz zu den bekannten mit Querrillen versehenen Holzsohlen,
bei) welchen zwecks Sicherung der beabsichtigten Festigkeit die Faserrichtung des
Holzes in die Längsrichtung des Schuhes gelegt ist, soll die Faserrichtung beim
Gegenstand der Erfindung in -die Querrichtung des Schuhes gelegt werden, weil dadurch
die Festigkeit der einzelnen Querleisten erhöht, anderseits aber ein leichtes Trennen
der Leisten voneinander nach dem Aufnageln der Holzsohle ermöglicht wird.
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Auf der Zeichnung ist die neue Holzsohle durch Fig. T im Längsschnitt,
durch Fig. 2 in Oberansicht und durch Fng.3 im Querschnitt dargestellt.
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Das zur-Herstellung der Sohle bestimmte Holzstück wird bei Querlage
der Faserrichtung zunächst zum Zweck der -Formgebung konkav-konvex ;ausgearbeitet.
Hierauf erhält die Sohle in- den' Abständen der Leistenbreiten quergerichtete Sägerneinschnitte
i, die so tief gehen, daß die verbleibenden Verbindungsstege nur gerade noch den
Zusaminenhalt der Querleisten 2 sichern, aber nach dein Aufnageln der Holzsohle
leicht gesprengt oder durchschnitten werden können. Um schon durch die beim ersten
Geben verursachte Biegung der Holzsohle ei"n selbsttätiges Trennen der Querleisten
2 durch Sprengen der Verbindungsstege zu ermöglichen, können zweckmäßig die Sageneinschnitte
i bei geradliniger Schnittführung, wie in Fig.3 gezeigt, bis unter die Ränder der
konvexen Lauffläche geführt werden, so daß die verbleibenden Verbindungsstege sich
zu beiden Seiten der Mittellinie A-B nur über den mittleren Teil der Lauffläche
der Sohle erstrecken. Die so die Lauffläche an den Rändern durchdringenden Sageneinschnitte
bieten dabei die Gewähr, daß: die Sprengung der Stege auch vorschriftsmäßig in der
Richtung der Einschnitte erfolgt. Anderseits erleichtern--die an der Lauffläche
zugänglichen Einschnittenden das Ansetzen und die Führung eines Messers für den
Fall, wenn das Durchschneiden der Stege dem Sprengen vorgezogen wird.
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Eine Anordnung der Sageneinschnitte übrigens an der konvexen Lauffläche
und der dünnen Verbindungsstege an der konkaven Innenfläche würde insofern unzweckmäßig
sein, als die Stege zwar brechen könnten, es aber nicht brauchten, da sie nur in
verhältnismäßig geringerri Maße auf Biegung beansprucht werden. Gleichviel aber,
ob man die Stege selbst brechen lassen oder durchschneiden wollte, so würden doch
die Querleisten nicht die durch die Erfindung bezweckte Unabhängigkeit erhalten
können. Infolge der in die Spalte eindringenden Feuchtigkeit beim Beschreiten nasser
Wege würden die Stege bald so aufquellen, daß sich :die Leistennägel von der Ledersohle
ablösen müßten, auch würde eingewaltsames Verkrümmen der Ledersohle nach oben die
Folge sein. Werden dagegen die Verbindungsstege in der beschriebenen Weise an :die
Laufseite der Sohle gelegt, darin bleibt die Unabhängigkeit der Holzleisten und
dadurch auch die freie Biegsamkeit . der Ledersohle. dauernd gesichert.