DE33625C - Verfahren der Gewinnung von Stärke und Cellulin aus der Pülpe mittelst Chlorkalk - Google Patents

Verfahren der Gewinnung von Stärke und Cellulin aus der Pülpe mittelst Chlorkalk

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DE33625C
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cellulin
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chlorinated lime
starch
obtaining starch
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L. GÜNTHER in Neustadt in Meckl
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08BPOLYSACCHARIDES; DERIVATIVES THEREOF
    • C08B30/00Preparation of starch, degraded or non-chemically modified starch, amylose, or amylopectin

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das ypn mir verfolgte Fabrikationsverfahren bezweckt eine gröfsere Ausnutzung der Rohmaterialien, als Kartoffeln, Reis, Mais u. s. ,w., bei der Stärkefabrikation durch weitere Verarbeitung der Rückstände.
Das bei der Stärkefabrikation abfliefsende Frucht- .und ,Quirlwasser wird, nachdem es die zur Ablagerung der noch darin befindlichen Stärke nöthigen Bottiche, Gerinne und Gruben passirt hat, in eine lange, nicht über 2 m breite und ca. 1 1J2 m tiefe, möglichst der vorherrschenden Windrichtung (Westen) entgegenlaufenden Grube, die mit gewöhnlichen Ziegeln ausgelegt ist, geleitet. Diese Grube hat an ihrem Ablaufende ein sogen. Register, d. h. eine Anzahl über einander liegender, mit Stöpseln verschliefsbarer Löcher, die in einen davor liegenden Brunnen münden, der wieder durch ein Rohr mit einer Rieselung oder, wo diese nicht angelegt werden kann, mit dem Abzugsgraben oder Flufs in Verbindung steht.
Der Boden der Grube hat gar kein Gefalle, und um den Flufs des Fruchtwassers möglichst zu verlangsamen, ist sie, wie schon erwähnt, so angelegt, dafs das Wasser der vorherrschenden Windrichtung entgegenfliefsen mufs.
Ist die Grube voll, so fliefst das Wasser durch das oberste Loch ab. Durch Probiren am Register bemerkt man, wie hoch sich der graue Schlamm gesetzt hat, wobei darauf geachtet werden mufs, dafs er nie obenauf zu schwimmen kommt.
Ist die Grube damit zu ca. 2/3 voll, so wird das obere Wasser vorsichtig abgelassen und der Schlamm in (daneben liegende) Filtergruben übergepumpt, worauf die Grube wieder mit neuem Fruchtwasser vollgelassen wird.
Die Filtergruben sind einfache, möglichst in Kiesgrund angelegte Gruben von ca. 4 m Länge, 2 m Breite und 1 m Tiefe, die einen ca. 2 cm dicken Gypsbelag haben. Hierin bleibt der Schlamm liegen, das Wasser filtrirt durch die Gypswandung, und wenn es die gehörige Consistenz hat, während welcher Zeit es ganz bedeutend schwindet, kann eine neue Lage Dünnschlamm aufgepumpt werden, bis sie voll ist, worauf sie dann zugedeckt wird.
Die bei der Stärkefabrikation nach den jetzt bekannten Methoden erschöpften Rückstände werden nun auf irgend eine thunliche Art und Weise mit Chlorkalk von ioo° untermischt, und zwar etwa auf 100 Theile Rückstände ι Theil Chlorkalk, und so vorbereitet in grofse, mit gewöhnlichen Ziegelsteinen abgelegte Gruben geleitet, wo sie sich selbst überlassen bleiben, bis eine genügende Aufschliefsung erfolgt ist. Nach einem Zeitraum von zwei Monaten werden die Rückstände ausgestochen und mit dem vorhin gewonnenen Schlamm zusammen nochmals in der Mühle scharf gemahlen. Man erreicht die nöthige innige Vermischung der präparirten Rückstände mit dem Schlamm dadurch, dafs man vor der Mühle noch einen Mischbottich anlegt, worin in geeignetem Verhältnifs beide Theile eingebracht, mit Wasser vermischt und von hier aus in den Mühlenrumpf gegeben werden.
Die gemahlene Masse wird mit Wasser verdünnt, auf ein Sieb mit Messingbelag No. 40 gebracht und die durchfliefsende Milch über ein. Gerinne gepumpt, wo sich nunmehr noch
eine geringe Sorte Stärke absetzt, die, auf die bekannten Weisen getrocknet, in den Handel gebracht werden kann.
Die über das Sieb abgehende Masse besteht zum gröfsten Theil aus den Hülsen und aus Verunreinigungen, welche nicht weiter verwendbar sind und daher in Senkgruben geleitet und zu Compost verarbeitet werden können.
Der von dem Gerinne abgehende gröfsere Theil der Milch wird in einen Quirlbottich geleitet. Hier wird Schwefelsäure von 66° in der Menge zugesetzt, dafs zu einem ca. 4 qm haltenden Bottich 2 kg kommt. Nach einstündigem Rühren wird der Brei in die oben erwähnte Grube geleitet, wo die weitere Behandlung ebenso ist, wie vorhin bei dem Dünnschlamm.
Nachdem der Brei (Dünncellulin) in den schon beschriebenen Filtergruben soweit vom Wasser befreit (abgesaugt) ist, dafs er sich wie nasser Thon (dem er auch dann in der Farbe ziemlich gleicht) behandeln läfst, was gemeinhin 2 bis 3 Wochen dauert,' wird er herausgestochen, in kleine Stücke zerbrochen und darauf entweder auf schwach geheizte Darren mit starker Ventilation oder (in den Monaten April bis Mitte October) im Freien auf offenen Lufttrockenschuppen stark ausgedörrt. Hierbei geht die noch darin enthaltene sehr leichte Stärke, angeregt durch die vorhergehende Behandlung, in eine Art Dextrin über, wird dextrinirt und man erhält einen Rohstoff, der aus dem Zellstoff, Pflanzenschleim und kleinen Mengen sehr leichter, dextrinirter Stärke besteht, welche ich mit dem Namen Cellulin belegt habe.
Das in Stücken gewonnene Cellulin wird auf einer Mühle fein gemahlen und sorgfältig gesiebt, um alle gröberen Theile zu entfernen.
Sodann wird dieses Pulver schwach angefeuchtet, entweder durch Dämpfe oder indem man das Cellulinpulver in feuchte Räume stellt.
So vorbereitet, wird das Cellulin in starke eiserne Matrizen gebracht und einem starken hydraulischen Druck ausgesetzt, wobei zugleich die Matrize nach und nach auf 140 bis 18o° C. erhitzt wird.
Die Matrize kann entweder gleich die Form der betreffenden Gegenstände haben, z. B. Ornamente, Schilder, Rahmen u. s. w., oder es können auf diese Weise auch Platten oder Stücke geprefst werden, woraus dann die betreffenden Figuren geschnitten werden, z. B. Mosaik u. s. w., denn das so geprefste Cellulin läfst sich nach dem Erkalten ganz so bearbeiten wie Holz und Elfenbein, also sägen, bohren, dann poliren, lackiren, bemalen, ferner färben, bleichen u. s. w.
Die Stärke und Dauer des Druckes, sowie die Höhe der Temperatur richtet sich nach der Gröfse des herzustellenden Gegenstandes.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Die Gewinnung einer geringeren Stärke aus der durch die jetzt bekannten mechanischen Vorrichtungen erschöpften Pulpe durch Zusatz von Chlorkalk zu derselben.
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