DE3344263C2 - - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft Siliciumcarbid-Sintererzeugnisse
sowie ein Verfahren zur Herstellung derselben.
Insbesondere betrifft die Erfindung ein im wesentlichen
aus einer SiC-AlN-festen Lösung zusammengesetztes
Siliciumcarbid-Sintererzeugnis, welches eine
hohe Dichte aufweist und selbst bei hohen Temperaturen
eine hohe Festigkeit hat. Das Erzeugnis kann selbst
durch ein druckloses Sintern eines Grünkörpers hergestellt
werden.
Ähnlich wie Sintererzeugnisse des Siliciumnitrids werden
die Siliciumcarbid-Sintererzeugnisse als mögliche
konstruktive Keramikmaterialien in Betracht gezogen. Es
wurde auch bereits eine Anzahl von Vorschlägen gemacht,
die sich auf derartige Siliciumcarbid-Sintererzeugnisse
sowie Ihre Herstellung beziehen. Als Verfahren seien beispielsweise
ein Reaktionssinterverfahren, ein Heißpreßverfahren
oder ein druckloses Sinterverfahren erwähnt.
Bei dem Reaktionssinterverfahren wird metallisches Silicium
beispielsweise einem Kohlenstoff enthaltenden Grünkörper
imprägniert und das Ganze wird bei ihrer Reaktionstemperatur
umgesetzt unter Bildung eines Siliciumcarbid-
Sintererzeugnisses. Dieses Verfahren ermöglicht
somit vorteilhafterweise die Herstellung von beliebig
kompliziert geformten Sintererzeugnissen. Ein Nachteil
dieses Verfahrens besteht jedoch darin, daß die Festigkeit
bei einer Temperatur von etwa 1400°C scharf abfällt.
Bei dem Heißpreßverfahren wird eine geringe Menge einer
Borverbindung, Aluminiummetall oder ein Aluminiumoxid
mit Siliciumcarbidpulver vermischt, und das Gemisch wird
bei einer hohen Temperatur unter hohem Druck unter Verwendung
einer Form behandelt. Auf diese Weise ist ein
Sintererzeugnis erhältlich, welches im allgemeinen eine
hohe Festigkeit sowie eine hohe Dichte aufweist, verglichen
mit den Sintererzeugnissen, welche durch das Reaktionssintern
oder das drucklose Sintern erhältlich sind.
Damit jedoch die durch Heißpressen erhaltenen Erzeugnisse
als Hochtemperatur-Baumaterialien verwendbar sind,
z. B. als Teile einer Gasturbine oder dergl., und die
überlegenen Eigenschaften des Siliciumcarbids, z. B. Hitzebeständigkeit,
Oxidationsbeständigkeit und Temperaturwechselfestigkeit
bei hohen Temperaturen, genutzt werden
können, ist es erforderlich, daß nicht nur bei Zimmertemperatur,
sondern auch bei hohen Temperaturen eine
hohe Festigkeit vorliegt. Heißgepreßte Erzeugnisse, die
diese Anforderungen erfüllen, werden zur Zeit entwickelt.
So sind beispielsweise heißgepreßte Siliciumcarbid-Erzeugnisse,
welche selbst bei hohen Temperaturen eine
hohe Festigkeit aufweisen, vorgeschlagen worden in der
JA-OS 47 275/1980. Diese Druckschrift offenbart ein Sintererzeugnis,
welches ausschließlich aus einem speziell
behandelten Silciumcarbidpulver zusammengesetzt ist.
Die JA-OS 67 572/1980 beschreibt ein Siliciumcarbid-Sintererzeugnis,
welches Aluminiumnitrid und/oder Bornitrid
enthält.
Alle diese Sintererzeugnisse werden jedoch
durch Heißpressen hergestellt und sind auf einfache Konfigurationen
beschränkt. Aufgrund des Nachteils, daß sie
sich nicht in jede gewünschte Form bringen lassen, sind
diese Materialien im Hinblick auf ihre Verwendung als
konstruktive Keramiken nicht vollständig befriedigend.
Die DE-OS 31 27 649 betrifft Siliciumcarbid-Keramikkörper bei
denen Aluminiumoxid als Sinteradditiv verwendet wird. Ein
derartiges SiC/Al₂O₃-System unterscheidet sich wesentlich von
einem SiC/AlN-System, bei dem eine feste Lösung von SiC und AlN
vorliegt.
Die DE-OS 32 10 987 beschreibt Siliciumcarbid-Sintererzeugnisse
hoher Festigkeit mit 0,027 bis 11,300 Atom-% eines oder mehrerer
Seltenerdoxide als Sinterhilfe.
Gemäß DE-OS 30 44 162 erhält man polykristalline Formkörper aus
Siliciumcarbid mit einem homogenen Gefüge von α- und/oder
β-Siliciumcarbid, indem man Bor in Kombination mit einem
reduzierend wirkenden Metall oder Seltenerdelement als
Sinterhilfsmittel verwendet. Dieses System kann auch drucklos
gesintert werden.
Die Einverleibung eines zweckentsprechenden Sinterhilfsmittels
ermöglicht ein druckloses Sinterverfahren.
Auf diese Weise kann ein Grünkörper aus Siliciumcarbidpulver, das
normalerweise kaum sintert, gesintert werden, und zwar
unter Druckbedingungen von Atmosphärendruck einem
Überdruck in der Nähe des Atmosphärendrucks. Nach diesem
Verfahren ist es möglich, äußerst dichte, hochfeste Sintererzeugnisse
mit jeder beliebigen, gewünschten Form zu
erhalten. Die Festigkeit der Erzeugisse, insbesondere
ihre Hochtemperaturfestigkeit, ist jedoch immer nocht unzureichend,
und es sind weitere Nachteile vorhanden. Erwähnt
sei die JA-OS 42 577/1982, welche ein Siliciumcarbid-
Sintererzeugnis beschreibt, das durch druckloses
Sintern unter Zusatz einer geringen Menge von Aluminiumoxid
erhalten wurde. Die Biegefestigkeit bei 1400°C beträgt
jedoch bestenfalls 569 N/mm² (58 kg/mm²). Demgegenüber beschreibt
die JA-OS 88 079/1982 ein Siliciumcarbid-Sintererzeugnis,
welches durch druckloses Sintern unter Zusatz
von kohlenstoffhaltigem Material erhalten wird. Dieses
weist eine Biegefestigkeit von etwa 696 N/mm² (71 kg/mm²) bei 1200°C
auf. Bei diesem Erzeugnis ist jedoch im Anschluß an das
drucklose Sintern eine Silicierungsbehandlung erforderlich.
Darüber hinaus wird angenommen, daß, wie bei einem
durch Reaktionssintern erhaltenen Erzeugnis, bei diesem
Erzeugnis der Nachteil vorliegt, daß die Festigkeit bei
einer Temperatur von etwa 1400°C scharf abfällt.
Es wurden auch bereits Sintererzeugnisse aus einem Gemisch
von SiC und AlN beschrieben.
Gemäß der JA-OS 3396/1980 wird ein Gemisch von SiC-Pulver
und AlN-Pulver drucklos gesintert oder das SiC-Pulver
wird in einer AlN-Atmosphäre bei Atmosphärendruck gesintert,
um ein Sintererzeugnis aus einer Mischung von SiC
und AlN zu erhalten. Bei der Herstellung dieses Sintererzeugnisses
wird Kohlenstoff oder eine Kohlenstoffquelle
dem SiC-Pulver einverleibt und die Dichte des Sintererzeugnisses
beträgt bestenfalls lediglich 93,3%.
In der US-PS 42 30 497 (JA-OS 1 18 411/1979) ist ein α-
SiC-Sintererzeugnis mit einem Gehalt einer geringen Menge
an Aluminium und zusätzlichem Kohlenstoff beschrieben,
welches durch ein druckloses Sintern von SiC-Pulver
unter Zusatz einer geringen Menge einer Aluminiumquelle,
wie AlN, zusammen mit einer Kohlenstoffquelle erhalten
wird. Dieses Sintererzeugnis enthält lediglich 0,1 Gew.-%
Sauerstoff und die Hochtemperatur-Biegefestigkeit dieses
Sintererzeugnisses beträgt nur 640 N/mm² (d. h. 65 kg/mm²).
Darüber hinaus ist es bei dem Herstellungsverfahren
schwierig, eine geringe Menge der Kohlenstoffquelle in
dem Ausgangsmaterial einheitlich zu dispergieren.
In der US-PS 43 26 039 (JA-OS 9277/1981) oder der JA-OS
1 67 179/1980 wird ein β-SiC-Sintererzeugnis oder ein
α-SiC-Sintererzeugnis mit einem Gehalt einer geringen
Menge an Aluminium beschrieben, welches erhalten wird
durch Heißpressen von SiC-Pulver mit einem Gehalt einer
geringen Menge einer Aluminiumquelle, wie Al oder AlP.
Es wird jedoch wiederum betont, den Sauerstoffgehalt in
dem Sintererzeugnis zu minimalisieren. Die Hochtemperaturfestigkeit
der auf diese Weise erhaltenen Sintererzeugnisse
beträgt lediglich 670 N/mm² (d. h. 68 kg/mm²).
Darüber hinaus ist ein Siliciumcarbid-Sintererzeugnis
dieses Typs hinsichtlich seiner Zähigkeit ähnlich
schlecht wie im Falle eines durch druckloses Sintern erhaltenen
Siliciumcarbiderzeugnisses mit einem Gehalt an
Bor und Kohlenstoff und es weist einen weiteren Nachteil
dahingehend auf, daß während seiner Verwendung oder Verarbeitung
leicht ein Absplittern stattfindet.
In jüngster Zeit hat man begonnen, Sintererzeugnisse von
SiC-AlN-festen Lösungen zu untersuchen.
Rafaniello et al. haben berichtet, daß unter Verwendung
von AlCl₃ · 6H₂O, Stärke und feinem SiO₂-Pulver als Ausgangsmaterialien
SiC-AlN-feste Lösung-Pulver hergestellt
wurden und daß durch Zugabe einer geringen Menge von
Kohlenstoff ein Sintererzeugnis der SiC-AlN-fest Lösung
erhalten wurde [J. Materials Sci. 16 (1981), 3479]. Diese
Sintererzeugnisse wurden nach einem Heißpreßverfahren
hergestellt, und es wird angenommen, daß ihre Mikrostruktur
hauptsächlich aus gleichachsigen (äquiaxialen)
Körnern zusammengesetzt ist. Derartige Sintererzeugnisse
erfüllen jedoch nicht die Zwecke der vorliegenden Erfindung.
Ruh et al. haben berichtet, daß ein Sintererzeugnis einer
SiC-AlN-feste Lösung erhalten wird durch Heißpressen
einer Mischung von β-SiC-Pulver und AlN-Pulver im Vakuum
[J. Am. Ceram. Soc. 65 (1982), 260]. Dieses Sintererzeugnis
hat jedoch gleichfalls eine Mikrostruktur, welche aus
äquiaxialen Könern aufgebaut ist, und die Biegefestigkeit
bei Zimmertemperatur ist so gering wie 167 bis 265 N/mm² (17 bis 27 kg/mm²).
Von den Erfindern wurden umfangreiche Untersuchungen mit
dem Ziel durchgeführt, ein Siliciumcarbid-Sintererzeugnis
mit gewünschten Eigenschaften zu erhalten, das statt
durch Heißpressen nach einem drucklosen Sinterverfahren
erhalten werden kann und dessen Eigenschaften gleich gut
oder besser sind als die Eigenschaften eines durch Heißpressen
erhaltenen Erzeugnisses. In dieser Hinsicht wurden
bereits verschiedene Vorschläge gemacht. Es hat sich
herausgestellt, daß ein Siliciumcarbid-Sintererzeugnis
mit einem Gehalt einer speziellen Menge AlN sowie einer
speziellen Menge eines Oxids eines Elements der Gruppe
IIIa nach einem drucklosen Sinterverfahren hergestellt
werden kann und daß die erhaltenen Sintererzeugnisse,
insbesondere hinsichtlich Festigkeit und Dichte, hervorragende
Eigenschaften aufweisen. Bei weiteren Versuchen
wurde die Mikrostruktur eines derartigen Silciumcarbid-
Sintererzeugnisses klargestellt. Es wurde gefunden,
daß ein Siliciumcarbid-Sintererzeugnis mit einem Gehalt
spezieller Mengen an Aluminium, Stickstoff und Sauerstoff
die erwünschten Eigenschaften aufweist. Die vorliegende
Erfindung beruht auf diesen Untersuchungsergebnissen.
Das erfindungsgemäße Siliciumcarbid-Sintererzeugnis ist dadurch
gekennzeichnet, daß es zusammengesetzt ist aus länglichen und/
oder tafelartigen
Körnern einer SiC-AlN-festen Lösung, bestehend aus 2 bis 20
Gew.-% Al, 0,2 bis 10 Gew.-% N, 0,2 bis 5 Gew.-% 0 und 0
bis 15 Gew.-% eines Elementes der Gruppe IIIa, wobei der
Rest Si und C im stöchiometrischen Verhältnis ist.
Im folgenden wird die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsformen
näher erläutert.
In den Zeichnungen zeigt Fig. 1 eine Rasterelektronenmikroskopische
Photographie der Mikrostruktur des in Beispiel 6
erhaltenen Sintererzeugnisses. Fig. 2 stellt
ebenfalls eine Rasterelektronen-mikroskopische Photographie
dar, auf der die Mikrostruktur des in Beispiel 7
erhaltenen Sintererzeugnisses gezeigt ist.
Das erfindungsgemäße Sintererzeugnis ist hauptsächlich
zusammengesetzt aus länglichen (elongierten) und/oder
tafelartigen Körnern. Unter elongierten oder tafelfertigen
Körnern werden in diesem Zusammenhang solche Kristallkörner
verstanden, welche ein Verhältnis von L/R von mindestens
3/1 aufweisen, wobei L die Länge eines Korns bedeutet
und R den kleinsten Durchmesser des Korns bedeutet,
und zwar bestimmt in einer Ebene, welche mit der
Länge beim Zentrum der Länge des Korns einen rechten Winkel
bildet, und zwar bei dreidimensionaler Beobachtung.
In der Praxis werden die Körner jedoch zweidimensional
beobachtet, und zwar durch mikroskopische Beobachtung
der polierten Schnittfläche des erfindungsgemäßen Sintererzeugnisses.
Bei einer derartigen zweidimensionalen Beobachtung
gehören solche Körner zu den elongierten oder
tafelfertigen Körnern im Sinne der Erfindung, welche ein
Verhältnis von L′/R′ von mindestens 3/1 aufweisen, wobei
L′ für die Länge des jeweiligen Korns und R′ für den
Durchmesser des Korns steht, bestimmt entlang einer Linie,
welche mit der Länge im Zentrum der Länge des Korns
einen rechten Winkel bildet. Falls die erfindungsgemäßen
Sintererzeugnisse auf diese Weise einer zweidimensionalen
Betrachtung unterworfen werden, beträgt die Anzahl der
Körner mit einem Verhältnis von L′/R′ von mindestens 3/1
mindestens 1/3, vorzugsweise mindestens 1/2, bezogen auf
die Gesamtzahl der Körner.
Je größer das Verhältnis L/R ist, umso besser werden die
mechanischen Eigenschaften des Sintererzeugnisses. In
gleicher Weise verbessert sich die Festigkeit des Sintererzeugnisses
umso mehr, je größer der Mengenanteil der
Körner mit einem L/R-Verhältnis von mindestens 5/1 ist.
Demgemäß ist es besonders bevorzugt, daß die Zahl der
Körner mit dem L′/R′-Verhältnis von mindestens 5/1 mindestens
1/2, bezogen auf die Gesamtzahl der Körner, beträgt.
Die durchschnittliche Korngröße, definiert als Durchschnittswert
von L′, ist vorzugsweise kleiner als 10 µm.
Dadurch wird die Festigkeit des Sintererzeugnisses verbessert.
Die durchschnittliche Korngröße ist besonders
bevorzugt kleiner als 5 µm, wodurch eine weitere bemerkenswerte
Verbesserung der Festigkeit eintritt. Die oben
erwähnte Mikrostruktur des Sintererzeugnisses hat nicht
nur einen Effekt hinsichtlich der Verbesserung der Festigkeit,
sondern auch einen Effekt hinsichtlich der Verbesserung
der Zähigkeit.
Die Körner bestehen aus einer SiC-AlN-feste Lösung, wobei
ein Atomverhältnis von Si/C von etwa 1 vorliegt sowie
ein Atomverhältnis von Al/N von etwa 1 oder mehr in
vielen Fällen verwirklicht ist. Die Körner können geringe
Mengen an Sauerstoff und/oder Elementen der Gruppe
IIIa zusätzlich zu den oben erwähnten vier Elementen enthalten.
An den Korngrenzen der Körner existiert eine Korngrenzphase,
von der angenommen wird, daß sie Si, Al, O, N
und C enthält, und welche in einigen Fällen darüber hinaus
Elemente der Gruppe IIIa enthält. Es wird angenommen,
daß die Hauptmengen an Sauerstoff und Elementen der
Gruppe IIIa in dem erfindungsgemäßen Sintererzeugnis in
dieser Korngrenzphase vorliegen. Diese Korngrenzphase
kann glasartig sein. Vorzugsweise ist sie jedoch kristallin,
was zu einer Verbesserung der Hochtemperaturfestigkeit
des Sintererzeugnisses führt. Falls die Korngrenzphase
Elemente der Gruppe IIIa enthält, neigt die Erweichungstemperatur
der Korngrenzphase dazu, hoch zu sein,
und man nimmt an, daß die Hochtemperaturfestigkeit dadurch
verbessert wird.
Die theoretische Dichte von Siliciumcarbid beträgt 3,21.
Falls eine zusätzliche Komponente vorliegt, tritt in einem
gewissen Ausmaß eine dementsprechende Änderung der
theoretischen Dichte ein. Bei dem erfindungsgemäßen Sintererzeugnis
ist die Dichte größer als 90% einer derartigen
theoretischen Dichte. Darüber hinaus ist es erfindungsgemäß
möglich, leicht ein in hohem Maße dichtes
Sintererzeugnis zu erhalten, welches eine Dichte hat,
die größer als 95%, insbesondere größer als 98%, der
theoretischen Dichte beträgt.
Das erfindungsgemäße Sintererzeugnis enthält 2 bis
20 Gew.-% Al, 0,2 bis 10 Gew.-% N und 0,2 bis 5 Gew.-% O
als wesentliche Komponenten der chemischen Zusammensetzung.
Ferner kann es weniger als 15 Gew.-% von Elementen
der Gruppe IIIa als nicht wesentliche Komponenten
enthalten. Der Rest ist im wesentlichen zusammengesetzt
aus Si und C, wobei die Hauptmenge dieser Elemente in
Form einer SiC-AlN-feste Lösung vorliegt.
Die erfindungsgemäßen Sintererzeugnisse können ausschließlich
aus Si, C, Al, N, O und Elementen der Gruppe
IIIa zusammengesetzt sein. Sie können jedoch auch weitere
Elemente in geringer Menge enthalten, z. B. höchstens
1 Gew.-%, solange dadurch die Eigenschaften der erfindungsgemäßen
Sintererzeugnisse nicht beeinträchtigt werden.
Ein wichtiges Merkmal des erfindungsgemäßen Sintererzeugnisses
besteht darin, daß es eine spezielle Menge Sauerstoff
enthält. Bei den herkömmlichen Sintererzeugnissen
aus Siliciumcarbid wurde die Anwesenheit von Sauerstoff
als Hindernis zur Erzielung einer hohen Dichte oder hohen
Festigkeit angesehen. Man hat angenommen, daß aufgrund
der Tatsache, daß die Oberfläche des als Ausgangsmaterial
eingesetzten Siliciumcarbidpulvers unvermeidbar zu
Siliciumoxid oxidiert wird, die Reinheit beeinträchtigt
wird und daß daher eine derartige Oxidation vermieden werden
sollte. Um die Möglichkeit zu verhindern, daß das
Sintererzeugnis ein derartiges Oxid enthält, wurde gebräuchlicherweise
Kohlenstoff oder eine in Kohlenstoff
überführbare Kohlenstoffquelle dem Ausgangsmaterial zugesetzt.
Demgegenüber ist bei den erfindungsgemäßen Sintererzeugnissen
die Anwesenheit von Sauerstoff ein wesentliches
Merkmal. Demzufolge kann vorteilhafterweise ein
Siliciumcarbidpulver, welches nicht notwendigerweise
hoch rein sein muß, z. B. eines, welches ein Oxid, wie
Siliciumoxid, enthält, als Ausgangsmaterial eingesetzt
werden. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß die Einverleibung
von Kohlenstoff oder einer Kohlenstoffquelle,
welche einen mühsamen Verfahrensschritt darstellt, nicht
erforderlich ist.
Die Gesamtmenge an Al und N in dem erfindungsgemäßen
Sintererzeugnis beträgt vorzugsweise 4 bis 20 Gew.-%,
insbesondere 5 bis 15 Gew.-%, bezogen auf das Sintererzeugnis.
Dadurch erhält man ein Sintererzeugnis, welches
aus Körnern zusammengesetzt ist, die ein hohes
L/R-Verhältnis sowie eine geringe durchschnittliche Korngröße
aufweisen, und dessen Festigkeit hoch ist.
Das erfindungsgemäße Sintererzeugnis, welches keine Elemente
der Gruppe IIIa enthält, weist eine Biegefestigkeit
auf, die sowohl bei Zimmertemperatur als auch bei 1400°C
größer als 589 N/mm² (60 kg/mm²). In diesem Fall ist es bevorzugt,
daß Al 5 bis 15 Gew.-%, N 0,4 bis 10 Gew.-% und O 0,4 bis
3 Gew.-% ausmachen, wodurch die Biegefestigkeit bei
1400°C besonders hoch ist, und zwar größer als 638 N/mm² (65 kg/mm²).
Falls das Sintererzeugnis ein Element der Gruppe IIIa
enthält, wird die Festigkeit bei Zimmertemperatur sowie
bei hohen Temperaturen gegenüber dem Sintererzeugnis
ohne Gehalt eines Elements der Gruppe IIIa verbessert.
Besonders bevorzugt ist ein Sintererzeugnis, welches 3
bis 15 Gew-% Al, 0,2 bis 10 Gew.-% N, 0,2 bis 4 Gew.-% O
und 0,1 bis 10 Gew.-% eines Elements der Gruppe IIIa enthält.
Bei dieser Zusammensetzung ist die Biegefestigkeit
bei Zimmertemperatur und bei 1400°C höher als 687 N/mm² (70 kg/mm²)
oder sogar größer als 785 N/mm² (80 kg/mm²).
Unter dem Element der Gruppe IIIa wird in diesem Zusammenhang
mindestens ein Element verstanden, ausgewählt
unter der Gruppe Sc, Y sowie Elementen mit einer Ordnungszahl
57 bis 71 und 89 oder größer. Unter diesen ist mindestens
ein Element, ausgewählt unter Y, La und Ce, bevorzugt,
da in diesem Falle die Ausgangsmaterialien
leicht erhältlich sind und die chemische Stabilität des
Sintererzeugnisses gut ist.
Darüber hinaus ist es bevorzugt, daß das Sintererzeugnis
0,4 bis 3 Gew.-% O enthält, wodurch das L/R-Verhältnis
der Körner hoch wird und die Dichte des Sintererzeugnisses
ebenfalls hoch wird. Insbesondere bevorzugt ist
ein Sintererzeugnis, welches 0,5 bis 2 Gew.-% O enthält.
Dabei wird das L/R-Verhältnis größer als 5 und die Dichte
des Sintererzeugnisses wird größer als 98% der theoretischen
Dichte.
Das Siliciumcarbid-Sintererzeugnis, welches im wesentlichen
aus elongierten und/oder tafelartigen Körnern einer
SiC-AlN-feste Lösung zusammengesetzt ist und welches eine
hohe Dichte sowie überlegene mechanische Eigenschaften
aufweist, kann nach einem Verfahren erhalten werden, welches
folgende Verfahrensstufen umfaßt.
- (a) Eine Verfahrensstufe, bei der Quellen für feuerfeste Ausgangsmaterialien zur Bildung einer Mischung vermischt werden, welche, berechnet als feuerfeste Ausgangsmaterialien, (1) 50 bis 97 Gew.-% SiC-Pulver, (2) 3 bis 30 Gew.-% AlN-Pulver, (3) 0 bis 15 Gew.-% einer Quelle für ein Element der Gruppe IIIa und (4) 0 bis 20 Gew.-% mindesten eines Gliedes der aus einer SiO₂-Quelle, einer Al₂O₃-Quelle und Si₃N₄ bestehenden Gruppe umfaßt;
- (b) eine Stufe des Formens der Mischung, um einen Grünkörper zu erhalten; und
- (c) eine Stufe des Sinterns des Grünkörpers in einer nichtoxidierenden Atmosphäre bei einer Temperatur von 1900 bis 2300°C.
Unter den feuerfesten Ausgangsmaterialien werden in diesem
Zusammenhang feuerfeste Komponenten verstanden, die
zurückbleiben, wenn die Quellen für die feuerfesten Ausgangsmaterialien
bei einer hohen Temperatur, z. B. 1000°C,
behandelt werden. Hinsichtlich des SiC-Pulvers, AlN-
Pulvers, metallischen Yttriums und dergl. handelt es
sich bei den Quellen für das feuerfeste Ausgangsmaterial
und bei den feuerfesten Ausgangsmaterialien um im wesentlichen
das gleiche. Falls jedoch z. B. Lanthanhydroxid,
La(OH)₃, als Quelle für ein Element der Gruppe
IIIa oder Aluminiumethoxid, Al(OC₂H₅)₃, als Quelle für
Al₂O₃ als Quelle für das feuerfeste Ausgangsmaterial eingesetzt
wird, so entspricht Lanthanoxid, La₂O₃, bzw.
Aluminiumoxid, Al₂O₃, dem feuerfesten Ausgangsmaterial.
Bei den Mengenverhältnissen der Quellen für das feuerfeste
Ausgangsmaterial, wie sie im folgenden angegeben
sind, handelt es sich um Mengenverhältnisse, welche auf
der Basis der korrespondierenden feuerfesten Ausgangsmaterialien
berechnet wurden, und zwar bezogen auf die
Gesamtmenge der feuerfesten Ausgangsmaterialien.
Die durchschnittliche Teilchengröße des SiC-Pulvers beträgt
vorzugsweise höchstens 5 µm. Dadurch ist ein Sintererzeugnis
erhältlich, welches eine Dichte aufweist,
die größer ist als 95% der theroretischen Dichte. Besonders
bevorzugt beträgt die durchschnittliche Teilchengröße
höchstens 1 µm. In diesem Fall ist ein Sintererzeugnis
mit einer noch höheren Dichte erhältlich.
Bei der Kristallform des SiC-Pulvers kann es sich um
eine α-Form oder eine β-Form handeln. Bevorzugt wird jedoch
das in der β-Form vorliegende SiC-Pulver verwendet,
da in diesem Fall der Anteil der elongierten und/oder
tafelfertigen Körner zur Zunahme neigt und das L/R-Verhältnis
zu höheren Werten tendiert.
Aus den gleichen Gründen wie im Falle des SiC-Pulvers
wird es bevorzugt, daß jede der Komponenten AlN-Pulver,
Quelle für das Gruppe IIIa-Element, Quelle für SiO₂,
Quelle für Al₂O₃ und Si₃N₄ in Form eines Pulvers mit
einer durchschnittlichen Teilchengröße von höchstens
5 µm, bevorzugter höchstens 1 µm, vorliegt.
Die wesentlichen Komponenten, die als Quellen für das
feuerfeste Ausgangsmaterial bei der Herstellung der
Sintererzeugnisse verwendet werden, sind SiC-Pulver und
AlN-Pulver. Bei einer typischen Ausführungsform kann ein
Gemisch eingesetzt werden, welches im wesentlichen aus
70 bis 97 Gew.-% SiC-Pulver und 3 bis 30 Gew.-% AlN-Pulver
als die einzigen Quellen für feuerfestes Ausgangsmaterial
besteht. Im allgemeinen weist das SiC-Pulver und das
AlN-Pulver oxidierte Oberflächen auf. Daher enthalten
diese Materialien nicht vernachlässigbare Mengen an SiO₂
bzw. Al₂O₃. Folglich enthält ein Sintererzeugnis, das
aus diesen Quellen für feuerfestes Ausgangsmaterial erhalten
wurde, im allgmeinen mindestens 0,2 Gew.-% Sauerstoff
und in den meisten Fällen 0,2 bis 2 Gew.-% Sauerstoff.
Falls das AlN-Pulver weniger als 3 Gew.-% ausmacht oder
falls das SiC-Pulver in einer größeren Menge als 97 Gew.-%
vorliegt, tendiert die durchschnittliche Korngröße der
Körner des Sintererzeugnisses zur Zunahme, während das
L/R-Verhältnis zur Abnahme neigt. Dadurch nimmt der Anteil
der äquiaxialen Körner zu und die Dichte und die
Biegefestigkeit werden gering. Falls andererseits das
AlN-Pulver mehr als 30 Gew.-% ausmacht oder das SiC-Pulver
weniger als 70 Gew.-% ausmacht, so wird die Biegefestigkeit
des Sintererzeugnisses gering und der thermische
Expansionskoeffizient neigt dazu anzusteigen. Das
führt zu einer Abnahme der Temperaturwechselfestigkeit
des Sintererzeugnisses.
In dem oben beschriebenen Fall enthält das Gemisch der
Quellen für feuerfestes Ausgangsmaterial vorzugsweise 75
bis 95 Gew.-% SiC-Pulver und 5 bis 25 Gew.-% AlN-Pulver.
Auf diese Weise ist ein Sintererzeugnis mit höherer Festigkeit
erhältlich.
Gemäß einer weiteren, bevorzugten Ausführungsform umfaßt
das Gemisch der Quellen für feuerfestes Ausgangsmaterial,
welches bei der Herstellung des Sintererzeugnisses verwendet
wird, 60 bis 96,8 Gew.-% SiC-Pulver, 3 bis 25 Gew.-%
AlN-Pulver und 0,2 bis 15 Gew.-% einer Quelle für ein
Gruppe IIIa-Element. In diesem Fall wird die Sinterfähigkeit
verbessert, so daß eine ausreichende Dichte und
Festigkeit bei einer tieferen Sintertemperatur oder während
einer kürzeren Sinterzeit erhalten werden. Insbesondere
bevorzugt ist ein Gemisch, welches 70 bis
95,8 Gew.-% SiC-Pulver, 4 bis 20 Gew.-% AlN-Pulver und 0,2
bis 10 Gew.-% einer Quelle für ein Gruppe IIIa-Element
umfaßt. In diesem Fall wird ein Sintererzeugnis erhalten,
dessen Dichte größer ist als 98% der theoretischen
Dichte, und zwar unter Sinterbedingungen von 2000 bis
2200°C während 2 bis 15 Stunden. Die Biegefestigkeit bei
Zimmertemperatur und bei 1400°C ist ausgesprochen hoch,
und zwar größer als 687 N/mm (70 kg/mm²).
Unter der Quelle für das Gruppe IIIa-Element werden in
diesem Zusammenhang einfache Substanzen oder Verbindungen
der oben erwähnten Gruppe IIIa-Elemente oder Mischungen
derselben verstanden. Als Verbindungen der Gruppe
IIIa-Elemente werden bevorzugt Oxide dieser Elemente verwendet
oder Oxidquellen für Gruppe IIIa-Elemente, wie
Hydroxide, Oxysäuresalze oder organische Säuresalze.
Diese Komponenten führen während des Sinterns zur Ausbildung
einer flüssigen Phase mit einem hohen Schmelzpunkt
und einer hohen Viskosität. Das Sintern der flüssigen
Phase und die Ausbildung einer festen Lösung mit einer
erwünschten Mikrostruktur werden erleichtert und die
Ausgangsmaterialien sind leicht erhältlich. Darüber hinaus
wird im Falle der Verwendung von Carbiden, Nitriden
oder Siliciden von Elementen der Gruppe IIIa oder Mischungen
derselben die Hochtemperaturfestigkeit gesteigert.
Erfindungsgemäße wird ein gewünschtes Sintererzeugnis erhalten
aus einer Mischung von Quellen für feuerfestes
Ausgangsmaterial, umfassend SiC-Pulver und AlN-Pulver als
wesentliche Komponenten, und einer Quelle für ein Element
der Gruppe IIIa als fakultative Komponente. Das Gemisch
der Quellen für feuerfestes Ausgangsmaterial kann
jedoch ferner als weitere fakultative Komponente eine
spezifische Menge von mindestens einem Mitglied der Gruppe
enthalten, welche aus einer Quelle für SiO₂, einer
Quelle für Al₂O₃ und Si₃N₄ besteht.
Falls das Gemisch der Quellen für feuerfestes Ausgangsmaterial
im wesentlichen nur aus SiC-Pulver und AlN-
Pulver besteht, ist der Sauerstoffgehalt in den Quellen
für feuerfestes Ausgangsmaterial gering, und zwar von
0,5 bis 2 Gew.-%. In einem derartigen Fall kann man durch
Zusatz einer Quelle für SiO₂ und/oder einer Quelle für
Al₂O₃ die Bildung der flüssigen Phase während des Sinterns
fördern und das Sintern der flüssigen Phase sowie
die Ausbildung der festen Lösung erleichtern, wodurch
die Dichte und die Festigkeit des Sintererzeugnisses verbessert
werden. Vorzugsweise ist die Quelle für SiO₂
und/oder die Quelle für Al₂O₃ in einer Menge von 0,5 bis
10 Gew.-% der Mischung der Quellen für feuerfesten Ausgangsmaterial
einverleibt. Bei einer geringeren Menge
als 0,5 Gew.-% sind die oben erwähnten Effekte klein.
Falls andererseits die Menge 10 Gew.-% übersteigt, tendiert
die Festigkeit des Sintererzeugnisses zur Abnahme.
Falls das Gemisch der Quellen für feuerfestes Ausgangsmaterial
SiC-Pulver, AlN-Pulver und eine Oxidquelle des
Gruppe IIIa-Elements umfaßt, beträgt der Sauerstoffgehalt
in den Quellen für feuerfesten Ausgangsmaterial 0,5
bis 5 Gew.-%. In diesem Fall wird es ebenfalls bevorzugt,
0,5 bis 5 Gew.-% der Quelle für SiO₂ und/oder der Quelle
für Al₂O₃ dem Gemisch einzuverleiben, und zwar für den
gleichen Zweck und den gleichen Effekt, wie oben erwähnt.
Zur Verbesserung der Festigkeit des Sintererzeugnisses
hat es sich auch als wirksam erwiesen, 0,5 bis 15 Gew.-%
Si₃N₄ dem Gemisch der Quellen für feuerfestes Ausgangsmaterial
einzuverleiben. Falls diese Menge kleiner als
0,5 Gew.-% ist, wird keine ausreichende Wirksamkeit im
Hinblick auf eine Verbesserung erzielt. Falls andererseits
diese Menge 15 Gew.-% übersteigt, tendiert die Festigkeit
des Sintererzeugnisses zur Abnahme.
Es ist ferner auch möglich, sowohl die Quelle für SiO₂
und/oder die Quelle für Al₂O₃ als auch Si₃N₄ dem Gemisch
der Quellen für feuerfestes Ausgangsmaterial einzuverleiben.
Die Gesamtmenge sollte jedoch geringer als
20 Gew.-% sein. Falls die Quelle für SiO₂, die Quelle für
Al₂O₃ und Si₃N₄ den Quellen für das feuerfeste Ausgangsmaterial
einverleibt werden, kann der kritische Wert des
SiC-Pulver-Gehalts je nach den Erfordernissen des Falls
variiert werden.
Zusammengefaßt ist also festzustellen, daß das Gemisch
der Quellen für feuerfestes Ausgangsmaterial, berechnet
als feuerfeste Ausgangsmaterialien, 50 bis 97 Gew.-% SiC-
Pulver, 3 bis 30 Gew.-% AlN-Pulver, 0 bis 15 Gew.-% einer
Quelle für ein Gruppe IIIa-Element und 0 bis 20 Gew.-%
mindestens eines Mitglieds aus der Gruppe umfaßt, welche
aus einer Quelle für SiO₂, einer Quelle für Al₂O₃ und
Si₃N₄ besteht.
Unter der Quelle für SiO₂ und der Quelle für Al₂O₃ werden
in diesem Zusammenhang Verbindungen verstanden, die
fähig sind, SiO₂ bzw. Al₂O₃ aufzubauen, bei denen es sich
um die feuerfesten Ausgangsmaterialien handelt. Der Ausdruck
umfaßt auch Gemische dieser Verbindungen. Als solche
Verbindungen können nicht nur Oxide eingesetzt werden,
wie SiO₂ selbst oder Al₂O₃ selbst, sondern auch
Hydroxide, Hydrate oder Alkoxide. In einigen Fällen kann
es sich um Salze von Oxysäuren, wie Sulfate oder Nitrate,
oder um Salze organischer Säuren handeln.
Aus den oben erwähnten Gründen ist das Element der Gruppe
IIIa vorzugsweise mindestens ein Mitglied, ausgewählt
unter der Gruppe, welche aus Y, La und Ce besteht.
Die erfindungsgemäß verwendeten Quellen für feuerfestes
Augangsmaterial können ausschließlich aus SiC-Pulver,
AlN-Pulver, einer Quelle für ein Gruppe IIIa-Element,
einer Quelle für SiO₂, einer Quelle für Al₂O₃ und Si₃N₄
zusammengesetzt sein. Sie können jedoch ferner eine geringe
Menge, d. h. höchstens 1 Gew.-%, an Quellen anderer
feuerfester Ausgangsmaterialien enthalten, und zwar bis
zu einem Ausmaß, welches zu keiner Beeinträchtigung des
erfindungsgemäßen Effekts führt.
Gemäß der vorliegenden Erfindung werden die oben erwähnten
Quellen für feuerfestes Ausgangsmaterial einheitlich
vermischt, und zwar mit oder ohne Zugabe von zweckentsprechenden
Additiven, welche keine Quellen für feuerfestes
Ausgangsmaterial darstellen. Bei Anwendung eines
Spritzformverfahrens oder eines Extrudierverfahrens kann
ein organisches Harz, wie Polystyrol oder Polypropylen,
als derartiges Additiv eingesetzt werden. Falls ein Preßformverfahren
angewendet werden soll, kann ein Bindemittel,
wie Polyvinylalkohol oder Carboxymethylcellulose,
verwendet werden. Um ein Sintererzeugnis mit hoher Dichte
und guten mechanischen Eigenschaften zu erhalten, ist
es wichtig, die Ausgangsmaterialien unter Bildung einer
homogenen Mischung gründlich zu vermischen, z. B. durch
nasses Verhalten in einer Kugelmühle.
Es soll in diesem Zusammenhang erwähnt werden, daß bei
der vorliegenden Erfindung das Gemisch Additive, wie die
oben erwähnten organischen Materialien, enthalten kann,
welche im wesentlichen bei niedrigen Temperaturen verschwinden,
bevor das Sintern stattfindet. Eine Addition
von Kohlenstoff oder einer Kohlenstoffquelle, wie eines
Phenolharzes, ist jedoch nicht nur unnötig, sondern auch
unerwünscht, da derartiger Kohlenstoff oder eine derartige
Kohlenstoffquelle leicht zu nachteiligen Effekten
führt. Genauer gesagt, werden die Oxide in den feuerfesten
Ausgangsmaterialien bei Anwendung von hohen Temperaturen
durch den Kohlenstoff reduziert und dieser dient
somit im Sinne einer Entfernung von Sauerstoff. Dadurch
werden die Substanzen der flüssigen Phase, welche für
die Flüssigphasensinterung erforderlich sind, reduziert
oder entfernt.
Anschließend wird das oben erwähnte Gemisch geformt, um
einen Grünkörper zu erhalten. Als Formverfahren können
beliebige Verfahren angewendet werden, die üblicherweise
beim Formen von Keramik verwendet werden. Als Formverfahren
kommen insbesondere das Pressen, Schlickergießen,
Spritzformen oder Extrudieren als geeignet in Betracht.
Nachfolgend wird der Grünkörper in einer nichtoxidierenden
Atmosphäre bei einer Temperatur von 1900 bis 2300°C
gesintert.
Gemäß den oben erwähnten Literaturstellen Rafaniello et
al. oder Ruh et al. wurde vorgeschlagen, den Sauerstoffgehalt
dadurch zu entfernen, daß man den Quellen für feuerfestes
Ausgangsmaterial Kohlenstoff einverleibt, gefolgt
von einem Heißpressen unter atmosphärischen Druck
oder durch Heißpressen im Vakuum, um auf diese Weise ein
Sintererzeugnis aus einer SiC-AlN-feste Lösung zu erhalten.
In jedem Fall hat das Sintererzeugnis eine Mikrostruktur,
welche hauptsächlich aus äquivalenten Körnern
zusammengesetzt ist, und die physikalischen Eigenschaften
des Sintererzeugnisses sind nicht vollständig zufriedenstellend.
Von den Erfindern wird nun ein neues Verfahren zur Herstellung
von hochdichten, hochfesten Sintererzeugnissen
vorgeschlagen, welche die oben erwähnte Mikrostruktur
aufweisen. Bei diesem Verfahren wird ganz im Gegensatz
zu der bisher empfohlenen Entfernung des Sauerstoffgehalts
den Quellen für feuerfestes Ausgangsmaterial
eine bestimmte, spezifische Menge an Sauerstoff bewußt
einverleibt und unter Nutzung einer sich bei der Sintertemperatur
ausbildenden, flüssigen Phase werden die
Flüssigphasensinterung und die Ausbildung der festen
Lösung erleichtert.
Gemäß der vorliegenden Erfindung ist es möglich, das
Heißpressen bei der Sinterung anzuwenden. Ein besonderer
Vorteil besteht jedoch darin, daß ein Sinterverfahren
angewendet werden kann, welches keinerlei Form erfordert,
z. B. ein druckloses Sinterverfahren als typisches
Beispiel. Es können Sintererzeugnisse mit hervorragenden
mechanischen Eigenschaften erhalten werden. Hinsichtlich
des Mechanismus, dem ein derartiger hervorragender
Effekt zuzuschreiben ist, bestehen noch keine klaren Vorstellungen.
Es wird jedoch angenommen, daß durch die Gegenwart
der flüssigen Phase feinkristalline Körner einheitlich
gebildet werden, ohne daß diese einem übermäßigen
Kristallwachstum unterliegen. Ferner läuft die Umsetzung
zur Ausbildung der festen Lösung bei einer tiefen
Temperatur ab. Darüber hinaus wird angenommen, daß aufgrund
der Tatsache, daß keinerlei mechanischer Druck angewendet
wird, Körner mit einem hohen L/R-Verhältnis
leicht gebildet werden und daß sich die niedrigschmelzende,
flüssige Phase leicht während des Sinterns zersetzt,
wodurch eine Korngrenzphase mit einer guten Hochtemperatureigenschaft
gebildet wird. Außerdem ist das drucklose
Sinterverfahren äußerst geeignet zur Massenproduktion von
großdimensionierten oder kompliziert gestalteten Sintererzeugnissen.
Die Sinterungstemperatur sollte 1900 bis 2300°C betragen.
Genauer gesagt, wird bei einer Temperatur von weniger als
1900°C keine ausreichende Dichte oder keine ausreichende
Bildung der festen Lösung erzielt. Falls andererseits
die Temperatur 2300°C übersteigt, findet in zunehmendem
Maße eine Zersetzung von SiC oder anderen Komponenten
statt, wodurch ein erwünschtes, hochdichtes Sintererzeugnis
nicht erhalten werden kann. Die Sintererungstemperatur
beträgt vorzugsweise 2000 bis 2200°C. In diesem Bereich
können die oben erwähnten Schwierigkeiten mit Sicherheit
vermieden werden.
Die Sinterungszeit beträgt vorzugsweise 1 bis 24 Stunden,
insbesondere bevorzugt 2 bis 15 Stunden. Falls die
Sinterungszeit zu lang oder zu kurz ist, treten die gleichen
Schwierigkeiten auf wie im Falle einer zu hohen oder
zu niedrigen Sinterungstemperatur.
Bei der Sinterstufe wird eine nichtoxidierende Atmosphäre
verwendet. Dadurch können unerwünschte Reaktionen,
wie eine Oxidation von SiC oder AlN, unterdrückt werden.
Als derartige Atmosphäre kann man eine Atmosphäre
einsetzen, welche hauptsächlich aus mindestens einem
Mitglied der aus N₂, Ar, He, CO, H₂ und NH₃ bestehenden
Gruppe zusammengesetzt ist. Zweckmäßigerweise wird eine
Atmosphäre verwendet, welche hauptsächlich aus N₂, Ar,
He oder einem Gasgemisch derselben besteht.
Insbesonder bevorzugt ist eine Atmosphäre, die hauptsächlich
aus N₂ besteht, da dieses nicht nur billig ist
und gefahrlos verwendet werden kann, sondern auch dazu
dient, die Zersetzung von AlN in dem Grünkörper zu verhindern.
Dadurch wird der Stickstoffgehalt in dem Sintererzeugnis
und die Hochtemperaturfestigkeit in effektiver
Weise gesteigert. Zu diesem Zweck wird der Druck
der nichtoxidierenden Atmosphäre, welche hauptsächlich
aus N₂ besteht, vorzugsweise bei einem Niveau von 2 bis
50 bar, insbesondere bevorzugt von 5 bis 40 bar, gehalten.
Bei einem zu geringen Druck ist die Effektivität im Hinblick
auf die Verhinderung der Zersetzung von AlN gering
und bei einem zu hohen Druck wird es schwierig, die
Dichte zu verbessern.
Die AlN-Komponente in den Quellen für feuerfestes Ausgangsmaterial
ist relativ anfällig für Zersetzung oder
Verdampfung bei der Sinterungstemperatur. In vielen Fällen
ist es bevorzugt, eine nichtoxidierende Atmosphäre
mit einem Gehalt eines Dampfes von Al und/oder einer Al-
Verbindung einzusetzen, um der Zersetzung oder Verdampfung
von AlN entgegenzuwirken. Zur Herstellung einer
derartigen Atmosphäre wird es bevorzugt, den Grünkörper
zusammen mit einem Pulver und/oder einer den Grünkörper
umgebenden Masse aus AlN zu sintern. Als eine derartige
Masse kommen z. B. Formkörper oder Sinterkörper aus AlN
in Frage oder Bruchstücke derselben. Beispielsweise kann
ein Tiegel aus AlN verwendet werden, wobei der Grünkörper
darin placiert wird, oder die Innenauskleidung des Sinterofens
kann aus AlN bestehen. Im Falle der Verwendung
von AlN-Pulver wird der Grünkörper für das Sintern in
das Pulver eingebettet. Ferner kann anstelle von AlN ein
Pulvergemisch von Al₂O₃ und SiC, Al₂O₃ und C oder Al₂O₃,
SiC und C oder ein aus einem derartigen Pulvergemisch
hergestellter Klumpen bzw. stückige Masse in gleicher
Weise verwendet werden.
Eines der Merkmale der vorliegenden Erfindung besteht
darin, daß das Sintern durchgeführt werden kann, ohne
daß, wie im Falle des Heißpreßverfahrens, ein mechanischer
Druck mittels einer Form angewendet wird. Ein weiteres,
vorteilhaftes Merkmal besteht darin, daß der
Druck der nichtoxidierenden Atmosphäre während der Sinterstufe
bei einem Pegel von 0,5 bis 1,5 bar gehalten
wird, was die Verwendung eines Gasdruckofens unnötig
macht. Das erfindungsgemäße Verfahren ist somit zur Massenherstellung
von beispielsweise großdimensionierten
Produkten geeignet.
Andererseits wird, wie oben erwähnt, im Falle der Verwendung
einer nichtoxidierenden Atmosphäre, die hauptsächlich
aus N₂ besteht, gemäß einem weiteren, vorteilhaften
Merkmal der Druck der Atmosphäre bei einem Niveau
von 2 bis 50 bar gehalten. Es wird außerdem bevorzugt,
das auf diese Weise in der Sinterstufe erhaltene Sintererzeugnis
in einer nichtoxidierenden Atmosphäre unter
einem Druck von 20 bis 3000 bar bei einer Temperatur von
1900 bis 2300°C zu behandeln. Durch eine derartige Behandlung
ist es möglich, Poren in dem Sintererzeugnis
zu entfernen, wodurch ein Sintererzeugnis erhältlich ist,
dessen Dichte im wesentlichen gleich groß ist wie die
theoretische Dichte. Folglich werden auf diese Weise die
Festigkeit und die chemische Beständigkeit des Sintererzeugnisses
gesteigert. Vorzugsweise wird eine derartige
Behandlung unter einem Druck von 50 bis 200 bar durchgeführt.
Das kann unter Verwendung eines Gasdruckofens
geschehen. In diesem Fall ist es möglich, ein Sintererzeugnis
mit einer Dichte zu erhalten, die größer als
99% der theoretischen Dichte ist.
Gemäß einer weiteren, bevorzugten Ausführungsform dieser
Behandlung wird der Druck bei der Behandlung bei einem
Niveau von 500 bis 2000 bar aufrechterhalten. Dies kann
unter Verwendung von beispielsweise einer isostatischen
Heißpresse bewerkstelligt werden. In diesem Fall ist
ein Sintererzeugnis erhältlich, dessen Dichte größer ist
als 99,5% der theoretischen Dichte.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Beispielen
näher erläutert, ohne daß durch die Beispiele eine Beschränkung
der Erfindung beabsichtigt ist.
In Tabelle 1 stellen die Tests Nr. 1 bis 13 erfindungsgemäße
Beispiele dar und die Tests Nr. 14 bis 17 sind
Vergleichsbeispiele.
Bei jedem Test wird ein Gemisch der in Tabelle 1 identifizierten
Quellen für feuerfestes Ausgangsmaterial mit
Ethylalkohol versetzt und in einer Kugelmühle gründlich
vermischt, um eine homogene Mischung zu erhalten. Als
SiC-Pulver wird β-SiC-Pulver mit einer Reinheit von mindestens
98% und einer durchschnittlichen Teilchengröße
von höchstens 1 µm eingesetzt (mit Ausnahme der Tests
Nr. 3 und 13, wo α-SiC-Pulver des gleichen Reinheitsgrades
und mit der gleichen durchschnittlichen Teilchengröße
eingesetzt wird). Die anderen Quellen für feuerfestes
Ausgangsmaterial haben eine Reinheit von mindestens
95% und eine durchschnittliche Teilchengröße von
etwa 2 µm oder weniger.
Das so erhaltene, homogene Gemisch wird unter einem
hydraulischen Druck von 19620 N/cm² (2000 kg/cm²) zu einem Grünkörper
von 20 × 20 × 40 mm geformt. Dieser Grünkörper wird in
der in Tabelle 1 identifizierten Gasatmosphäre unter
atmosphärischen Druck (mit Ausnahme von Test Nr. 4, wo
der Druck 20 bar beträgt) unter den in Tabelle 1 angegebenen
Sinterbedingungen gesintert, wobei ein Sintererzeugnis
erhalten wird. Bei jedem der Tests Nr. 5 und 11
wird der Grünkörper unter Einbettung desselben in AlN-
Pulver gesintert. Bei jedem der Tests Nr. 1, 3 und 13
wird der Grünkörper gesintert unter Einbettung desselben
in ein Pulvergemisch von Al₂O₃-Pulver und SiC-Pulver.
Bei Test Nr. 10 wird das Sintererzeugnis in einer Stickstoffatmosphäre
unter 100 bar bei 2000°C während 2 h nachbehandelt.
Bei Test Nr. 11 wird das Sintererzeugnis in
einer Stickstoffatmosphäre 2 h unter 2000 bar bei 2050°C
nachbehandelt.
Die Dichte und die Biegefestigkeit des jeweiligen Sintererzeugnisses
oder behandelten Erzeugnisses sind ebenfalls
in Tabelle 1 angegeben. Bei der Biegefestigkeit
handelt es sich um die Drei-Punkt-Biegefestigkeit, bestimmt
bei Zimmertemperatur und bei 1400°C an einem
Probekörper von 3 × 3 × 30 mm, welcher aus dem Sintererzeugnis
ausgeschnitten wurde.
Bei den Röntgenbeugungsmustern der Sintererzeugnisse
der Tests Nr. 1 bis 13 wird bei dem Signal von SiC eine
Verschiebung beobachet. Ferner geht aus den TEM (Transmission
Electron Microscope)-Beobachtung an dünnen
Probekörpern der Sintererzeugnisse von Test Nr. 1 bis 13
hervor, daß zusätzlich zu Si und C Al und N in den Hauptkörnern
vorliegen. Es wird somit festgestellt, daß die
Hauptkörner alle aus einer festen Lösung von SiC-AlN bestehen.
Aus der SEM (Scanning Electron Microscope)-Beobachtung
der Sintererzeugnisse der Tests Nr. 1 bis 13
geht hervor, daß eine Mikrostruktur vorliegt, die hauptsächlich
aus elongierten und/oder tafelartigen Körnern
aufgebaut ist. In den Fig. 1 und 2 sind mikroskopische
Photographien der Sintererzeugnisse der Tests Nr. 6 bzw.
7 dargestellt. Die Fig. zeigen, daß die Sintererzeugnisse
der Tests Nr. 6 und 7 eine durchschnittliche Korngröße
von 5 µm bzw. 3 µm aufweisen. Man erkennt, daß in
jedem Fall das Sintererzeugnis hauptsächlich aus elongierten
und/oder tafelfertigen Körnern mit einem L′/R′-Verhältnis
von mindestens 7 zusammengesetzt ist.
Bei repräsentativen Sintererzeugnissen wurden deren chemische
Zusammensetzungen analysiert. Die dabei erhaltenen
Ergebnisse sind in Tabelle 2 zusammengestellt.
Claims (25)
1. Siliciumcarbid-Sintererzeugnis,
dadurch gekennzeichnet, daß es zusammengesetzt
ist aus länglichen und/oder tafelfertigen
Körnern einer SiC-AlN-festen Lösung, bestehend aus 2 bis 20 Gew.-%
Al, 0,2 bis 10 Gew.-% N, 0,2 bis 5 Gew.-% O und 0
bis 15 Gew.-% eines Elementes der Gruppe IIIa, wobei der
Rest Si und C im stöchiometrischen Verhältnis ist.
2. Siliciumcarbid-Sintererzeugnis nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die durchschnittliche Korngröße
der Körner weniger als 10 µm beträgt.
3. Siliciumcarbid-Sintererzeugnis nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die durchschnittliche Korngröße
der Körner weniger als 5 µm beträgt.
4. Silciumcarbid-Sintererzeugnis nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß es eine Dichte von größer
als 95% der theoretischen Dichte hat.
5. Siliciumcarbid-Sintererzeugnis nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß es eine Dichte von größer
als 98% der theoretischen Dichte hat.
6. Siliciumcarbid-Sintererzeugnis nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß es eine Biegefestigkeit von mehr als
589 N/mm² bei Zimmertemperatur und mehr als 638 N/mm²
bei 1400°C hat.
7. Silciumcarbid-Sintererzeugnis nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß es eine Biegefestigkeit von mehr als
638 N/mm² bei Zimmertemperatur und mehr als 687 N/mm²
bei 1400°C hat.
8. Silciumcarbid-Sintererzeugnis nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß es 3 bis 15 Gew.-% Al, 0,2 bis
4 Gew.-% 0 und 0,1 bis 10 Gew.-% eines Elements der Gruppe
IIIa enthält.
9. Silciumcarbid-Sintererzeugnis nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß es 0,4 bis 3 Gew.-% O enthält.
10. Siliciumcarbid-Sintererzeugnis nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß es 0,5 bis 2 Gew.-% O enthält.
11. Siliciumcarbid-Sintererzeugnis nach Anspruch 8, dadurch
gekennzeichnet, daß es eine Biegefestigkeit von mehr als
687 N/mm² sowohl bei Zimmertemperatur als auch bei
1400°C aufweist.
12. Silciumcarbid-Sintererzeugnis nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß es eine Biegefestigkeit von mehr als
785 N/mm² sowohl bei Zimmertemperatur als auch bei
1400°C aufweist.
13. Siliciumcarbid-Sintererzeugnis nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem Element der
Gruppe IIIa um mindestens ein Element, ausgewählt unter
Y, La und Ce, handelt.
14. Verfahren zur Herstellung eines Siliciumcarbid-
Sintererzeugnisses, welches im wesentlichen zusammengesetzt
ist aus länglichen und/oder tafelartigen Körnern
einer SiC-AlN-feste Lösung, dadurch gekennzeichnet, daß
man
- (a) in einer Mischstufe Quellen für feuerfestes Ausgangsmaterial vermischt, so daß die Mischung, berechnet als feuerfeste Ausgangsmaterialien, (1) 50 bis 97 Gew.-% SiC-Pulver, (2) 3 bis 30 Gew.-% AlN- Pulver, (3) 0 bis 15 Gew.-% einer Quelle für ein Gruppe IIIa-Element und (4) 0 bis 20 Gew.-% mindestens eines Mitglieds der aus einer Quelle für SiO₂, einer Quelle für Al₂O₃ und Si₃N₄ bestehenden Gruppe umfaßt;
- (b) das Gemisch in einer Formstufe zur Schaffung eines Grünkörpers formt; und
- (c) in einer Sinterstufe den Grünkörper in einer nichtoxidierenden Atmosphäre bei einer Temperatur von 1900 bis 2300°C sintert.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet,
daß das Sintern während 1 bis 24 Stunden durchgeführt
wird.
16. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß
man das Sintern in einer nichtoxidierenden Atmosphäre durchführt,
die einen Dampf von Al und/oder einer Al-Verbindung enthält.
17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet,
daß der Grünkörper zusammen mit einem Pulver und/oder
stückigen Masse von AlN gesintert wird, welche den Grünkörper
umgeben.
18. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet,
daß der Grünkörper zusammen mit einem Pulvergemisch
von Al₂O₃ und SiC und/oder C oder einer stückigen Masse
aus einem derartigen Gemisch gesintert wird, welche den
Grünkörper umgeben.
9. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet,
daß der Druck der nichtoxidierenden Atmosphäre 0,5
bis 1,5 bar beträgt.
20. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet,
daß die nichtoxidierenden Atmosphäre N₂ als Hauptkomponente
enthält und ihr Druck 2 bis 50 bar beträgt.
21. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet,
daß das Gemisch 60 bis 96,8 Gew.-% SiC-Pulver, 3
bis 25 Gew.-% AlN-Pulver und 0,2 bis 15 Gew.-% einer Quelle
für ein Gruppe IIIa-Element enthält.
22. Verfahren nach Anspruch 14 oder 21, dadurch gekennzeichnet,
daß das Gemisch 0,5 bis 20 Gew.-% mindestens eines
Mitglieds der aus einer Quelle für SiO₂, einer Quelle
für Al₂O₃ und Si₃N₄ bestehenden Gruppe enthält.
23. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 22, gekennzeichnet,
durch eine zusätzliche Verfahrensstufe der Behandlung
des Sinterkörpers in einer nichtoxidierenden Atmosphäre unter
einem Druck von von 20 bis 3000 bar bei einer Temperatur von 1900
bis 2300°C.
24. Verfahren nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß
der Sinterkörper in einer Atmosphäre unter einem Druck von 50 bis
200 bar behandelt wird.
25. Verfahren nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß
der Sinterkörper in einer Atmosphäre unter einem Druck von 500
bis 2000 bar behandelt wird.
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