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Kunstarm. Die Erfindung bezieht sich auf einen Kunstarm, der aus einer
Oberarm- und einer Unterarrnhülse mit daran zu befestigender, die Hand und Finger
tragender Handhülse besteht die auf die Unterarmhülse aufschiebbar ist, wobei sowohl
die mit letzterer. kugpelbare Handhülse als auch deren Finger von der Schulter atis
durch je ein. besonderes Zugorgan bewegt werden, um das Beugen im Ellbogengelenk,
das Verdrehen der Hand und das Strecken und Krümmen der Finger zu bewerkstelligen.
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Die Erfindung besteht in der Anordnung einer unverschieblich, aber
drehbar in der Unterarmhülse gelagerten Hohlwelle, welche den. Kuppelteil für die
Handhülse, die aus zwei gelenkig verbundenen Teilen gebildet ist, trägt und von
einer Torsionsfeder umgeben ist, welche die Rückdrehung der durch das eine Zugorgan
bis etwa z2o° einwärts drehbaren Handhülse bei entlasteter Hohlwelle veranlaßt,-
während bei festgestellter Hohlwelle durch das erwähnte Zugorgan die Beugung des
Armes im Ellbogengelenk veranlaßt wird.
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Das andere zum Krümmen der Finger dienende Zugorgan, durchzieht die
Hohlwelle ihrer Länge nach, so daß die Zugorgane sich gegenseitig nicht behindern.
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Die Kupplung ist eile solche, daß sie jederzeit das Abnehmen der Handhülse
leicht ermöglicht, wenn z. B. die Kunsthand durch ein Greifwerkzeug ersetzt werden
soll. Die Handhülse ist in' Bedarfsfalle gegen Drehung festzustellen, und die Oberarmhülse
ist durch ein besonderes Tragorgan an der Schulter derart angebracht, daß sie durch.
den Armstumpf nach allen Seiten bewegt werden kann.
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. Sperrvorrichtungen in der Unterarmhülse und in der künstlichen Hand,
die auch spannschloßartig in die bezüglichen Zugorgane eingeschaltet sein können,
ermöglichen die Feststellung des Ellbogengelenkes bei der Beugung des Armes sowie
die Feststellung der Finger in der Beugelage.
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Die Zeichnung veranschaulicht einen derartigen Kunstarm in beispielsweiser
Ausführung.
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Fig, r zeigt denselben in der Außenansicht. Die Fig. 2 und 3 stellen
in zwei zueinander senkrecht geführten Längsschnitten durch die Unterarmhülse, Handhülse
und Hand - die innere Einrichtung des Kunstarmes, und_ zwar in größerem Maßstabe,
dar.
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Fig. za zeigt eine für das Zugorgan der Finger bestimmte Kupplungsvorrichtung.
Fig. 4-ist ein Schnitt durch die Handhülse und zeigt die zur. Begrenzung, der Drehbewegung
dieser letzteren vorgesehene Vorrichtung.
Die Fig. 5 und 6 sind
Seiten- und Oberansicht der in die Unterarmhülse eingebauten selbsttätigen, doppelt
wirkenden Sperrvorrichtung, die mit dem- zum Beugen des Ellbogengelenkes dienenden
Zugorgan in Verbindung gesetzt ist.
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Die Fig. 7 und 8 veranschaulichen in- gleichen Ansichten eine in die
künstliche.Hand eingebaute einfach wirkende Sperrvorrichtung.
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Die Fig. g und io zeigen in Seitenansicht, zum Teil im Schnitt, und
in' Endansicht eine in- jedes der verwendeten Zugorgane einschaltbare, nach Art
eines Spannschlosses wirkende Sperrvorrichtung.
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Der Kunstarm für den Oberarmstumpf besteht aus der zur Aufnahme für
den Stumpf bestimmten Oberarmhülse i (Fig. 1,:2 und 3), aus der daran unter Bildung
des Ellbogengelenkes 2 angelenkten Unterarmhülse 3, aus einer die Fortsetzung des
Unterarmes bildenden, an der Hülse 3 verdrehbar gelagerten Handhülse 4, 4' und aus
der im Handgelenk 5 an letzterer beweglichen Hand 6.
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Der Stumpf sitzt in dem korbartig durchbrochenen oberen Endteil 1'
der Oberarmhülse (Fig, i) und ist durch Gurten festgehalten, während der Korb mittels
Bänder an der Achselplatte 7 befestigt ist.
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Die Unterarmhülse 3 ist im Ellbogengelenk 2 mittels Bolzen drehbar,
bildet bei gestrecktem Arm die Fortsetzung der _Oberarmhülse i und schließt sich
. an diese längs der äußeren Hälfte ihres Umfangs unmittelbar an, so daß die einander
zugekehrten Ränder der beiden Hülsen 1 und 3 an dieser Seite aneinanderliegen und
die Auswärts- bzw. Streckbewegung begrenzt erscheint (Fig. i). Längs der inneren
Umfangshälfte der Unterarmhülse 3 ist zwischen dieser und der Oberarmhülse ein Spielraum
gelassen, und die Hülsenränder verlaufen schräg so daß die Beugung ermöglicht ist
und hierbei die Unterarmhülse über das vorstehende Ende der Oberarmhülse sich aufschieben
kann.
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Die Handhülse 4, 4' ist mittels einer Muffe 8 auf die Unterarmhülse
3 aufgeschoben und wird durch eine in der Längsachse des Armes liegende Hohlwelle
9 (Fig. 2 und 3) in später beschriebener Weise an der Hülse 3 gehalten; diese Hohlwelle
9 ist in Lagern der Stege io und i i in der Unterarmhülse 3 drehbar und trägt eine
Schnurrolle 12, welche an dem Lager r1 anliegt und die Hohlwelle gegen Längsverschiebung
sichert. Die Hohlwelle 9 dient zum Drehen der Handhülse 4, 4' mittels des Zugorgans
13, das: an der Schnurrolle 12 befestigt und um diese herumführt, sodann über eine
Führungsrolle 14 geleitet und längs der Oberarmhülse 1 zu einem biegsamen Metallrohr
15 (Fig. i) geführt ist, in dem es Führung findet; das Rohr 15 ist einerseits mittels
einer Hülse 16 an der Oberarmhülse i, andererseits mittels einer Hülse 17 an der
Achselplatte 7 befestigt. Das aus der Hülse 17 austretende. Zugorgan 13 ist zu einer
an der Achselplatte gelagerten Rolle 18 geleitet.
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Durch Ziehen des Zugorgans 13 wird die Schnurrolle 12 gedreht und
damit auch die Hohlwelle 9, die ihrerseits die Handhülse 4, 4' vermittels einer
Kappe 23 um, den mit dem Steg io verbundenen Lagerring 1g dreht. Hierbei wird eine
um die Hohlwelle gewundene Schraubenfeder 2o gespannt, welche nach Freigabe des
Zugorgans 13 die Hohlwelle g und somit auch die Handhülse 4, 4' in die Anfangslage
zurückdreht.
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Durch Führung des- Zugorgans 13 über den halben Umfang der Rolle 12
wird eine Drehung der Handhülse um 18o° ermöglicht.
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Um die Hand 6 durch Aufstützen gegen eine feste Unterlage auch seitlich
nach innen schwenken zu können, ist die Handhülse 4, 4' in zwei Teile geteilt, welche
durch .eine parallel zur Ellbogengelenkachse 2 liegende Achse 21 drehbar miteinander
verbunden sind, so daß der. die Hand tragende Teil 4' der Handhülse entgegen der
Wirkung einer Feder 22 (Fig. 2) aus der in Fig. 1 gestreckt gezeichneten Lage zur
Seite gedreht werden kann, bis er mit seiner abgeschrägten Innenkante auf die gegenülßerliegende
Kante des anderen Hülsenteiles 4 trifft und an. einer weiteren Drehung gehindert
wird.
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Das untere Ende der Unterarmhülse 3 ist durch die schon genannte kegelförmige
Kappe 23 abgeschlossen, welche mit ihrem Wulstrande in einer Ausdrehung des Lagerringes
1 g drehbar lagert. Auf die Kappe 23 ist der Teil- 4 der Handhülse aufgeschoben,
deren richtige Lage mit Bezug auf. die Unterarmhülse dadurch ermöglicht wird, daß
eine an der Kappe vorgesehene Nase in einen Einschnitt in der Handhülse eintritt..
-Die Hand befindet sich alsdann in solcher Stellung, daß ihre innere Fläche dem
Körper zugewendet ist. Zum Kuppeln der Handhülse mit der Kappe 23 dienen zwei Bolzen
25 (Fig. 2), die in der Handhülse an einem Quersteg 26 verschiebbar sind, und deren
äußere Enden druckknopfartig aus Öffnungen der Handhülse vorstehen. Jeder Bolzen
hat einen Haken 27, der in eine an dein Kappenboden vorstehende Öse 28 aufschiebbar
ist und unter der Wirkung einer Feder 29 in Eingriff erhalten wird.
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Um die Handhülse abzunehmen, genügt ein Druck auf die beiden äußeren
Enden der Bolzen, bei deren Einwärtsschieben die Haken außer Eingriff mit den Ösen
gebracht werden.
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Um beim Aufschieben der Handhülse 4, 4' ein selbsttätiges Kuppeln
der zur Bewegung der Finger dienenden Vorrichtung mit einem
durch
die Hohlwelle 9 geführten Zugorgan 3:0 zu erreichen, ist letzteres an einem in der
Hohlwelle verschiebbaren Gleitstück 3 i (Fig. 2, 2a) befestigt, das beispielsweise
vier Blattfedern 32 trägt; an-welchen Kupplungshaken 33 sitzen, die beim Austreten
aus der Hohlwelle nach außen federn und dadurch das Einführen eines Bundes 34 einer
im Steg 26 der Handhülse begrenzt verschiebbar gelagerten und mit der Fingerbetätigungsvorrichtüng
verbundenen Stange 35 zwischen die Haken 33 ermöglichen. Beim Aufschieben der Handhülse
kommt' der den zweiten. Kupplungsteil bildende Bund 34 mit den Haken 33 in Eingriff;
weil das Gleitstück 31 durch die Stange 35 in der Hohlwelle einwärts verschoben
wird. Demnach ist die Stange 35, die die Fingerbetätigungsvorrichtung beeinflußt,
mit dem Zugorgan 30 verbunden. Wenn an letzterem gezogen wird, so wird eine
zwischen dem Gleitstück 31 und einem die Hohlweile abschließenden Ring 36 eingelagerte
Feder 37 (Fig.2) gespannt, die beim Nachlassen des Zuges die Stange 35 wieder auswärtsschiebt,
um das Strecken der Finger bzw. bei Abnehmen der Handhülse das Loskuppeln zu ermöglichen.
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Das Zugorgan 30 geht zwischen zwei Führungsrollen 38 (Fig.
z und 3) über eine Rolle 39 aus der Oberarmhülse i. heraus und ist ähnlich wie das
Zugorgan 13 durch ein biegsames Metallrohr 4o (Fig. i) geführt, das einerseits in
eine Hülse- 41 eingesetzt, andererseits an. der Schulterplatte 7 befestigt ist.
-Die aufgeschobene Handhülse 4 ist außer mit diesem Zugorgan 3o durch die Kappe
23 mit der Hohlwelle 9 auf-Drehung-gekuppelt, so daß sie an einer Drehnug der Hohlwelle
durch das Zugorgan 13, welches auch das Heben des Unterarmes zu bewirken hat, teilnimmt.
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Die Drehung der Handhülse 4, 4' bzw. der Hand aus ihrer Normallage
kann wahlweise auf eine Vierteldrehung nach der einen oder anderen Richtung oder.
auf eine halbe Umdrehung eingeengt werden.
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Zu diesem Zweck ist auf der Innenseite der Kappe 23 ein die Hohlwelle
9 konzentrisch umgebender, innen verzahnter Kranz 42 (Fig. 4) vorgesehen, der sich
über einen- halben Kreisumfang erstreckt und dessen beide Endzähne 43 über die übrigen
Zähne vorstehen, so daß sie als Anschläge dienen können, während der mittlere Zahn
44 ebenfalls über die übrigen Zähne vorsteht, jedoch kürzer als die Endzähne ist.
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Durch Einstellung eines am Lagerstege io der Hohlwelle drehbaren Winkelhebels
45 (Fig. 2 und 3), dessen einer Arm aus einer Öffnung in der Unterarmhülse 3 herausragt;,
kann der andere Arm in die Bahn des mittleren Zahnes 44 eingestellt und dadurch
die Drehung der Handhülse auf den zwischen diesem Zahn und einem der Endzähne liegenden
Viertelkreis beschränkt werden, wobei je nach Einstellung des Hebelarmes auf der
einen oder anderen Seite des Zahnes 44 die- Drehrichtung bestimmt ist; der Arm des
Winkelhebels 45 kann auch aus der Bahn dieses mittleren Zahnes gebracht werden.,
so daß er nur in die Bahn der etwas höheren Endzähne 43 hineinragt, die die Handverdrehung
auf eine halbe-Umdrehung begrenzen. Wird hingegen der Hebelarm zwischen zwei der
übrigen Zähne des Zahnkranzes 42 eingedrückt, so ist die Handhülse in der jeweils
eingestellten Läge festgestellt.
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Damit die Oberarmhülse i durch den Armstumpf nach allen Seiten hin
bewegt werden kann, ist sie in eine aus. einem Tragorgan 46 und Metallrohren 47
gebildete Schleife (Fig. i) eingehängt, deren Endstücke in Befestigungshülsen 48
an der Achselplatte -7 ihren Halt finden. Das Organ 46 ist über am Korbe i' .gelagerte.Führungsrollen
49 geleitet, durch Führungshülsen 5o hindurch in die Metallrohre 47 eingeführt und
nach Austritt aus deren an der Oberarmhülse befestigten Führungshülsen 51 um eine
gleichfalls an der Oberarmhülse gelagerte Tragrolle 52 gelegt.
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Das Anziehen des Zugorgans 13 zum- Heben. der Unterarmhülse und zum
Drehen der Hand wird durch Heben der dem Stumpf zugehörigen Schulter bewirkt; das
Anziehen des Zugorgans 30 zum Betätigen der in der Hand eingebauten. Bewegungsvorrichtung
durch Krümmen des Rückens.
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Zur Feststellung des Ellbogengelenkes ist in der Unterarmhülse 3 eine
selbsttätig und doppelt wirkende Sperrvorrichtung (Fig. 2, 3, 5 _ und 6) eingebaut,
die aus zwei parallel stehenden Zahnbogen 68, 69 mit entgegengesetzt gerichteten
Sperrzähnen und aus den Sperrklinken 7o, 71 (Fig. 3, 5 und 6) besteht. Letztere
sind um eine gemeinsame Achse, 72 drehbar, die in Tragplatten 73 (Fig.2 und 6) gelagert
ist. In einer dieser Tragplatten ist ein Arm 74 drehbar, an dem ein Schalthaken
75 angelenkt ist, der in ein Schaltrad 76 (Fig. 3 und 5) eingreift. Dieses sitzt
fest auf einer Welle 76', welche zwei parallele Exzenter 77, 77' (Fig. 5 und 6)
trägt, die mit den Sperrklinkenarmen 70', 71'
zusammenarbeiten, und zwar so,
daß immer eine Klinke außer Eingriff mit ihrem Zahnbogen steht, wenn die andere
in Eingriff mit dem .ihr zugehörigen. Zahnbogen ist. Beide Sperrklinken sind- unter
der Wirkung einer Feder 78 bestrebt, in Eingriff mit ihren Zahnbogen zu bleiben.
'Der Drehzapfen 79 des Schalthakens 75 ist mittels einer Zugfeder 8o
mit
einer an der Unterarrnhülse 3 befestigten Öse 81 verbunden, so daß der Arm 74. stets
in seiner Ruhelage. gehalten wird und der Schalthaken 75 nicht außer Eingriff mit
dem Schaltrad 76 kommen kann.
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Der Arm 74 ist noch durch eine Zugfeder 82 mit einem Winkelhebel 83
(Fig.3) verbunden, dessen anderer Arm die Rolle 14 trägt, über welche das zur Betätigung
des Ellbogengelenkes dienende Zugorgan 13 läuft.
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Angenommen, daß die Un.terarmhülse 3 in der dem gestreckten Arm entsprechenden
Lage sich befindet und die Sperrklinke 71 in ihren Zahnbogen 69- eingerückt ist,
so erfolgt bei Betätigung des Zugorgans 13 eine Drehung des Winkelhebels
83 bis zum Anschlag 84. (Fig. 3), wobei die Feder 82 vorgespannt wird.. Nach Anheben
der Unterarmhülse 3 wirkt die in der Feder 82 aufgespeicherte Kraft auf den mit
ihr verbundenen Arm 74, der nach außen gedreht wird. Dieser Arm nimmt entgegen der
schwächeren Feder 8o den Schalthaken 75 mit, der das Schaltrad 76 um einen Zahn
weiterdreht. Dadurch wird eine Drehung der Welle 76' und der Exzenter
77, 77' bewirkt. Das letztgenannte Exzenter gelangt in seine Ruhelage, das
Exzenter 77 dagegen in die wirksame Stellung, so daß die Sperrklinke 7i in unbelastetem
Zustand entgegen der Wirkung der Feder 78 außer Eingriff mit dem Zahnbogen 69 kommt,
ohne aus demselben gewaltsam herausgerissen werden zu müssen, während die Sperrklinke
70 unter der Wirkung der Feder 78 den Zahnbogen 68 sperrt. Wenn an dem Zugorgan
13 weiter gezogen wird, bis der untere Arm des Winkelhebels 83 gegen den Anschlag
84 (Fig.3) stößt, kann die Aufwärtsdrehung des Kunstarmes im Ellbogengelenk ungestört
vor sich gehen; denn da der Winkelhebel 83 nunmehr festgestellt ist, bewirkt das
Zugorgan- 13 die Aufwärtsbewegung der Unterarmhülse 3 um das Scharnier 2. -Ist die
Unterarmhülse in die gewünschte Lage gebracht, so wird das Zugorgan 13 entspannt,.
der Winkelhebel 83 kehrt unter der Wirkung der Feder 82 in die Ruhelage zurück,
und die dadurch entspannte Feder gibt den Arm 74 frei, der unter Wirkung der Feder
8o in seine Ruhestellung.zurückgeht,- so daß der Schalthaken 75 mit dem nächsten
Zahn des Schaltrades 76 in Eingriff kommt.
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Durch eine als Bremse wirkende Blattfeder 85 (Fig.5 und 6) wird die
Drehung des Schaltrades geregelt und gleichzeitig dessen Rückdrehung verhindert.
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In ähnlicher Weise kann durch die Betätigung des Zugorgans 13 die
Aufwärtsbewegung gesperrt und die Abwärtsbewegung freigegeben werden, wobei letztere
entweder unter der Wirkung der Schwerkraft der auf die Hand wirkenden Last oder
auf andere .Weise stattfinden kann.
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Die beschriebene Sperrvorrichtung kann auch vollständig ausgeschaltet
werden, - in welchem Falle das Ellbogengelenk mittels des Zugorgans 13 nach beiden
Richtungen frei verstellbar ist. Zu diesem Zwecke ist in den Tragplatten 73 eine
Welle 86. gelagert, die aus der Unterarmhülse 3 herausragt und eine Handkurbel 87
(Fig.2) trägt. Auf dieser Welle sitzen zwei Nocken 88 (Fig. 5), die mit den Sperrklinkenarmen
70' und 71' zusammen arbeiten und in der Ruhelage außer -Berührung mit diesem Arm
stehen; während sie,. bei Drehung der Handkurbel gegen diese Arme drücken und die
Sperrklinken 70, 71
außer Eingriff mit den Zahnbogen 68, 69 bringen.
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An der Handhülse 6 ist ebenfalls eine Sperrvorrichtung (Fig. 2, 3,
7 und 8) angebracht, die an das zum Betätigen der Fingerglieder bestimmte Zugorgan
3o angeschlossen ist und" die Finger in der jeweils. eingestellten gebeugten Läge
hält.
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Sie ist einfach wirkend und besteht aus einem halbkreisförmigen Zahnbogen
89 und der Sperrklinke go, deren Arm go' unter der Wirkung eines Exzenters gi steht
(Fig.7). Die Welle gi' dieses Exzenters trägt ein Schaltrad 92, in. welches eine
Klinke 93 eingreift, die an einem Winkelhebel 94 drehbar ist und unter Federdruck
steht. Der Winkelhebel 94. ist bei 95 an einem Arm 96 drehbar, welcher durch eine
Querstange 97, an der das Zugorgan 3o angreift, mit einem zweiten Arm 96' in Verbindung
gebracht ist (Fig.8). Beide Arme sind mit der Welle 98 drehbar, an der die Zugorgane
für die Finger angreifen. Der eine Arm, 96 ist mittels einer. Zugfeder 9c9. mit
dem- Winkelhebel 94 verbunden, so daß letzterer stets in einer bestimmten Lage verbleibt.
Auf der Welle 98 sitzen- fest zwei Platten ioo, die mit Anschlägen ioi für die Arme
96, 96' und mit Haltearmen io2 für die Federn 103 versehen sind, welch letztere
die Platten ioo entgegen _ der Wirkung des Zugorgans 3o in einer bestimmten Lage
halten. Auf der Welle.98 sind noch Hebel 1/J4 befestigt, die mit den T-Stücken
105 verbunden sind, an welchen die zu den Fingern führenden Zugorgane io6
(Fig.2 und 3) hängen. Wird das Zugorgan 3o gezogen, so schleift die Sperrklinke
go über den Zahnkranz -89 frei hinweg, um bei Aufhören des Zuges -nach Beugen der
Finger - in den Zahnkranz einzufallen.
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Zwecks Streckens der Finger wird das Zugorgan 3o neuerlich betätigt,
bis das Armpaar 96 an die Anschläge ioi gelangt. Dadurch bewegt die gespannte Feder
99 infolge ihres Zuges an dem Winkelhebel 94 die Schaltklinke
93,
welche das Schaltrad 92 und das Exzenter gi dreht, wodurch die Sperrklinke go ohne
Herausreißen in unbelastetem Zustande ausgelöst wird. Die Sperrwirkung ist nun aufgehoben,
und die Verstellung der, Fingerglieder in ihre Strecklage ist erfolgt.
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Da die Platten ioo sämtliche Drehzapfen der Sperrvorrichtung trägen.,'
so kann die Drehung dieser Platten um die -Welle 98- eine gegenseitige Verschiebung
der Sperrorgane nicht im Gefolge haben, so daß ein Wiedereinfallen der Sperrklinke
go in den Zahnbogen 89 in dieser Lage nicht erfolgen kann. Dieses findet nur in
dem Augenblick statt, wenn durch Aufheben der Zugwirkung der Platten ioo, die Arme
96; 96' und somit auch die Schaltklinke 93 und :das Schaltrad 92 samt dem Exzenter
gi in die Ruhelage zurückkehren: Auf- diese Weise können die Finger in beliebige
Lagen gebeugt und in "diesen Lagen festgehalten bzw. wieder gestreckt werden.
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Eine andere, in den Fig.9 und i@o dargestellte Ausführungsform der
- Sperrvorrichtung, die nach Art eines Spannschlosses in jedes Zugorgan -eingeschaltet
werden kann und keinen festen Stützpunkt braucht, besteht aus einem vierseitigen
Rahmen io7, an dessen wagerechten Teilen zwei Winkelhebel io8 drehbar sind, die
mit je einem Schlitz ver= sehen sind und durch einen mit Zugorgan 30 verbundenen
Stift iog ' zusammengehalten werden. -Auf dem Zugorgan ist -eine Hohlwelle i ro
drehbar, die an zwei gegenüberliegenden Seiten mit Sperrverzahnungen i i i versehen
- ist, in welche Sperrklinken 112 eingreifen. Befindet sich die Hohlwelle in der
in Fig. g. dargestellten Lage, so- sind -die Klinken wirksam, und eine Verschiebung
des Klinkenträgers 113 gegen den Rahmen 107 ist ausgeschlossen. Um eine derartige
Bewegung zu ermöglichen, muß die Hohlwelle i i o um go° gedreht werden, damit ihre
Verzahnungen außer Eingriff mit den * Sperrklinken 112 kommen. Diese Drehung wird
selbsttätig mit Hilfe der an den Winkelhebeln io8 angelenkten Blattfedern 114 herbeigeführt,
deren Nasen 115 (Fig. io) mit den Zähnen des mit der Hohlwelle i io fest verbundenen
Schaltrades 116 zusammenwirken. Dies geschieht in folgender Weise: Wird das -Zugorgan
30 verstellt, so bewirkt die Verschiebung des Stiftes zog ein Ausschwenken
der Winkelhebel 1o8 und dadurch eine Bewegung der Blattfedern 11q., deren Nasen
die gewünschte Vierteldrehung der Welle 'i io-und somit die Auslösung der Sperrvorrichtung
herbeiführen. Läßt der Zug auf das Zugorgan nach, so kehren die Blattfedern in ihre
ursprüngliche Lage zurück. Bei dem nächstfolgenden Verstellen des Zugorgans a findet
abermals eine Vierteldrehung der Welle -iio statt, die auf diese Weise wieder in
die .Sperrlage gelangt.