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Kunstarm. Gegenstand der Erfindung ist eine weitere Ausgestaltung
der im Hauptpatent beschriebenen Sperrvorrichtung, durch die einerseits eine wesentliche
Vereinfachung der Bauart und Verringerung des beanspruchten Raumes zur Unterbringung
dieser Sperrvorrichtung erzielt wird, anderseits -eine Nachspannung vermittels des
die Sperrvorrichtung betätigenden Zugorgans möglich gemacht ist, so daß die Finger
nach Erfassen eines -Gegenstandes diesen letzteren mit vermehrtem Klemmdruck festhalten
können.
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Es wird dadurch einem bei Kunsthänden dringenden Bedürfnis abgeholfen,
da es namentlich bei flachen, glatten und zugleich verhältnismäßig schweren Gegenständen,
wie gebundenen Büchern u. dgl., nicht genügt, dieselben zu erfassen, sondern auch
ein derart festes Einklemmen derselben zwischen den in Beugestellung gebrachten
Fingern bewirkt werden muß, daß der erfaßte Gegenstand der ihn haltenden Hand nicht
entgleiten kann, namentlich wenn der Kunstarm samt dem Gegenstand verschiedene Bewegungen
auszuführen hat.
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Eine solche Sperrvorrichtung in Verbindung mit einer Nachspannvorrichtung
der angegebenen Art ist in der Zeichnung veranschaulicht.
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Fig. i zeigt einen Mittelschnitt durch die @-örrichtungen, Fig.2 eine
Seitenansicht und Fig.3 einen Gruridriß derselben.
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Auf der Achse 98, welche die .Arme trägt, an denen die zu den Fingern
der Kunsthänd führenden Zugorgane befestigt sind, sitzen zu beiden Seiten des mit
Sperrzähnen besetzten oder auch glatten, feststehenden Bogenstückes 89 die schlaufenförmigenBügel
96, 961, die durch Quer stifte 97 und 117 verbunden sind. Auf der Achse 98 sitzen
ferner, ebenfalls svmmetrisch zum Bogenstück 89, die beiden Stützarme ioo, cool,
die nahe ihren freien Enden durch ein Querstück 118 verbunden sind und zwischen
sich eine mit dem Bogenstück 89 zusammenwirkende Sperrklinke -9o bzw. ein Brems-
oder Keilstück eingelagert haben, auf dessen Drehbolzen Zig ein Gabelarm 120 (Fig.
2) festsitzt, in dessen Gabelöffnung eine Flachfeder 121 hineinragt, die in einem
der Bügel 96 festgeklemmt ist.
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Zwischen -den Bügeln 96, 961 lagert auf dem einen Querstift 97 drehbar
eine Einfallklinke i22, 123, deren einer abgestufter Arm z22 bei gehobener Lage
mit dem Querstück 118 in Anlehnung gelangen oder bei gesenkter Lage darunter sich
einschieben kann; der andere Arm 123 dieser Einfällklinke wird durch eine Flachfeder
i2@ beeinflußt, die in diesen Arm eingesetzt, über das Querstück der. Stützarme
ioo, iool hinweggeführt
ist und mit ihrem anderen - Ende auf dem
Bolzen i25 eines Lenkers 12,6 autliegt, der bei 1261 (an den Bügeln 96, 96') drehbar
ist, an dem das zum Schultergelenk geführte Zugorgan 3o angreift. Der Arm 123 der
Einfallklinke kommt; wenn die Bügel 96, 961 in ihrer Anfangsstellung sich befinden,
zur Anlage mit einem vorragenden Ansatz 891
am Ende des. Bogenstückes 89.
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Auf der Drehachse der Bügel steckt noch die gewundene Feder ioi, die
gegen einen an einem der Bügel 961 vorragenden Stift io2 drückt und sich
mit dem anderen Ende 103 gegen die Grundplatte stemmt.
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Die Nachspannvorrichtung besteht aus einem zweiarmigen Hebel 127,
der zwischen den Bügeln 96, 961- um den Querstift 1i7 drehbar und dessen kürzerer
Arm zu einem Zahn 1271 oder einem Klemmbacken ausgebildet ist, der mit dem gezahnten
bzw. glatten Bogenstück 89 zusammenwirken kann. Der längere Arm dieses Hebels 127
ist durch ei-Achse 1261 mit dem früher genq.nnten £enker 126 verbunden, und an letzterem
bzw. an dem Bolzen 12,5 greifen Schraubenfedern 128 an, die stärker sind als die
gewundene Feder ioi und mit ihren anderen Enden an Verlängerungen des Querstiftes
97, der die Achse der Einfallklinke 122, 123 bildet, angehängt sind.
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Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: In der Ruhelage sind
die Bügel 96, 961 so weit zur Seite geschwenkt, daß die Einfalte klinke 122, 123
auf den Ansatz 891 des Bogenstückes 89 sich stützt und infolgedessen der abgestufte
Arm 1a2 dieser Klinke entgegen der Wirkung der Flachfeder 124 gesenkt und unter
das Verbindungsstück i i8 der Stützarme ioo; Tool eingeschoben ist; die stärkeren"
Schraubenfedern 128 halten den Nachspannhebel 127 außer Berührung mit dem Bogenstück
89.
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Wird nun durch Bewegung des Schultergelenks ein Zug auf das Zugorgan
3o ausgeübt, so wird dieser Zug, der für gewöhnlich schwächer ist als die Spannung
der Schraubenfedern 128, durch den Lenker 126 und den Nachspannhebel 127 auf die
Bügel 96, 961
übertragen. Letztere erfahren eine Drehung um ihre Achse 98,
und die Einfallklinke 122, 123 kommt außer Anlehnung mit dem Ansatz 891 des Bogenstückes.
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Durch die Drehung der Bügel gelangt der verstärkte Teil des Querstiftes
97 zur Anlage an die Stützarme ioo, iool und nimmt diese mit,`wobei die Sperrklinke
go über das Bogenstück 89 gleitet. Die durch die Bügel ebenfalls mitgenommene Flachfeder
121 ist dabei bereits seitlich, im Sinne der- Drehrichtung, ausgebogen und dadurch
gespannt -worden; so daß sie den Gabelarm 120 verdreht und die durch die Achse i
ig mit ihm starr verbundene Sperrklinke 9o bzw. das Keilstück gegen den gezahnten
bzw. glatten Umfang des Bogenstückes 89 drückt.
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Sind) durch diese Drehbewegung die Finger der Kunsthand in Beugestellung
und damit zur Anlage an den zu erfassenden Gegenstand gebracht, so wird durch einen
weiteren Zug am Zugorgan 3o der Nachspannhebel 127 verdreht; dabei werden die Schraubenfedern
128 angespannt. Der Nachspannhebel greift mit seinem Zahn oder Keilstück an dem
Bogenstück 89 an und iübt eine hebebaumartige Wirkung aus, wodurch die Bügel eine
Weiterdrehung erfahren und infolgedessen die Finger mit verstärktem Klemmdruck an
den erfaßten Gegenstand angepreßt werden.
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Um diesen Druck noch weiter zu verstärken, wird das Zugorgan nur so
weit nachgelassen, daß die Schraubenfedern 128 ihre 'Anfangsspannung annehmen und
dabei den Nachspannhebel 127 außer Eingriff- oder Anlage mit dem Bogenstück 89 bringen.
Sodann kann durch neuerlichen Zug an dem Zugorgan 30 wieder eine. hebebaumartige
Wirkung des N achspannhebes hervorgerufen und das Bügelpaar an dem Bogenstück abermals
«eiterbewegt werden. Die Sperrklinke go hindert nach jeder solchen Bewegung ein
Zurückdrehen aus der eingestellten Lage.
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Soll die Klemmung aufgehoben und die . Hand geöffnet werden, so wird
das Zugorgan 3o dauernd nachgelassen, so daß nach den Federn 128 auch die Feder
ioi zur Wirkung gelangt und infolge ihres Druckes auf den Stift io2 die Bügel 96,
961 in die Anfangs-Lage zurückdreht. Hierbei tritt die mit den Bügeln mitbewegte
Einfallklinke 122, 123
unter dem Querstück 118 der durch die Sperrklinke oder
das Keilstück festgehaltenen Stützarme ioo, cool heraus, und ihr abgestufter Arm
122 -wird durch die Feder 124 zum Einfallen an .diesem Querstück gebracht. Gleichzeitig
ist die Blattfeder 121 nach .der anderen Seite durchgebogen und somit in.entgegengesetztem
Sinne gespannt worden.
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Wird nun am Zugorgan 30 wieder gezogen, so wird infolge der
Mitnahme der Stützarme ioo, 100' durch die Einfallklinke 122, 123 die Sperrklinke
go (oder das Keilstück) entlastet, und die vorgespannte Flachfeder 121 ist imstande,
die Klinke oder das Keilstück von dem Bogenstück abzuheben, .worauf durch abermaliges
Nachlassen, des Zugorgans die ganze Sperr- und Nachspannvorrichtung in die Anfangslage
zurückkehren kann, und zwar unter Mithilfe der auf die Achse 98 drehend wirkenden
Feder 103.
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° In Fällen, wo eine Nachspannung nicht unbedingt gefordert wird,
kann der Hebel 127
entfallen ünd der mit dem Zugörgan
30 verbundene Lenker i26 direkt an dem Bügelpaar 96, 96' verbolzt
sein.