DE32607C - Rundstrickmaschine - Google Patents

Rundstrickmaschine

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DE32607C
DE32607C DENDAT32607D DE32607DA DE32607C DE 32607 C DE32607 C DE 32607C DE NDAT32607 D DENDAT32607 D DE NDAT32607D DE 32607D A DE32607D A DE 32607DA DE 32607 C DE32607 C DE 32607C
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DENDAT32607D
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English (en)
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J. H. COOPER in Evington und W. j. FORD in Humberstone, Grafschaft Leicester, England
Publication of DE32607C publication Critical patent/DE32607C/de
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Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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    • DTEXTILES; PAPER
    • D04BRAIDING; LACE-MAKING; KNITTING; TRIMMINGS; NON-WOVEN FABRICS
    • D04BKNITTING
    • D04B9/00Circular knitting machines with independently-movable needles
    • D04B9/20Circular knitting machines with independently-movable needles with provision for narrowing or widening; with reciprocatory action, e.g. for knitting of flat portions

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Knitting Machines (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 2.3: Flecht- und Strickmaschinen.
JOHN HARRIS COOPER in EVINGTON
und WILLIAM JAMES FORD in HUMBERSTONE
(Grafsch. Leicester, England).
Rundstrickmaschine.
Patentirt im Deutschen Reiche voirt 26. JnIi 1884 ab.
Zweck der vorliegenden Erfindung ist, Rundstrickmaschinen mit beweglichem Nadelcylinder und feststehendem Schlofs so einzurichten, dafs auf denselben glatte Schlauchwaage (durch continuirliche Drehung) zur Bildung der Strumpflänge und des Fufstheiles, oder auch reguläre Waare (durch hin- und hergehende Bewegung) zur Bildung der Ferse und der Fufsspitze hergestellt und an beliebigen Stellen der Länge erstere auch noch entweder am ganzen Umfange oder an Theilen desselben durch Anwendung zweier Fäden zur Maschenbildung gedoppelt, also verstärkt werden kann. Man kann also mit dieser Vorrichtung Strümpfe herstellen, deren Längen am Knie an der vorderen und oberhalb der Ferse an der hinteren Hälfte oder am ganzen Umfange, deren Ferse und auch, wenn man dies wünscht, deren Sohle verstärkt oder gedoppelt sind. Diese Neuerung läfst sich auch leicht an Rundstrickmaschinen mit feststehender Nadelfontour und beweglichem Schlofscylinder, z. B. Griswold-Maschinen, anbringen. Ferner ist charakteristisch an der vorliegenden Rundstrickmaschine mit beweglichem Nadelcylinder die Verstellung des Fadenführers von einem bis zum anderen Ende des Schlosses am Schlüsse jeder Hin- ode,r Herbewegung durch Mitnahme desselben durch einen Stift der Antriebskurbel für die oscillirende Bewegung, damit ebensowohl bei der Bewegung im einen als auch im anderen Sinne.immer zur richtigen Zeit die Zungennadeln mit Faden zur Maschenbildung versehen werden. ;
Der Vorgang bei der Doppelung oder Verstärkung des Strumpfes oder Sockens an einzelnen Stellen ist dahin zu charakterisiren, dafs an der Stelle, wo die Verstärkung beginnen soll, ein zweiter, bis dahin geklemmter Faden den Nadeln zugeführt und an dem Punkte, wo sie aufhören soll, dieser zweite Faden wieder abgerissen wird.
Die Fig. i, 2, 3 und 4 stellen die Anwendung der vorliegenden Erfindung auf die Rundstrickmaschinen mit beweglicher Nadelfontour und feststehendem, das Schlofs enthaltendem Mantel dar, und zwar ist:
Fig. ι eine Seitenansicht der Maschine,
Fig. 2 eine Oberansicht,
Fig. 3 ein Verticalschnitt durch die Mitte des Nadelcylinders und des Schlosses,
Fig. 4 ein Verticalschnitt, 90° gegen den früheren, durch den Mantel mit der Ansicht des Schlosses an der rückwärtigen Mantel-Innenfläche.
In diesen Figuren ist A der Mantel, welcher das Schlofs zum Senken und Heben der Nadeln trägt. B ist der Nadelcylinder, welcher in verticalen Führungsnuthen die einzelnen Züngeiinadeln im Kreise herum trägt. Das untere Ende des Cylinders B ist mit einem Kegelrade J3X verbunden, Fig. 1, das von einer horizontalen Welle mit Hülfe eines anderen Kegelrades angetrieben wird. Diese horizontale Welle empfängt ihren Antrieb von der um 900 gegen sie gestellten horizontalen Hauptwelle mit Hülfe eines zweiten Kegelräderpaares, von
welchem das Antriebsrad C, Fig. 2, eine Nabe mit eingedrehtem Halse D besitzt, in welchen ein nicht gezeichneter Ausrückhebel eingreift. Man kann also das Rad C ausrücken und dadurch die rotirende Bewegung des Nadelcylinders aufheben.
E sind die nach Art der englischen Rundkulirstühle vertical gestellten Zungennadeln, Fig. ι und 3. F ist das dieselben bethätigende Schlofs, Fig. 4 und Fig. 3 rechts im Schnitt. Stehen die Nadeln so, wie in Fig. 3 links gezeichnet, so werden sie durch die untere Kante der dreieckigen Schlofsplatte bei ihrer Bewegung durch das Schlofs zuerst gesenkt und dann wieder gehoben. Durch die Senkung wird in bekannter Weise der Faden von den Haken der Nadeln erfafst und bei noch weiterem Sinken die an den Schäften der Nadeln hängende alte Schleifenreihe auf die sich dadurch schliefsenden Zungen aufgetragen und schliefslich über die Abschlagkante des Nadelcylinders abgeschlagen, wie es in Fig. 3 rechts gezeichnet ist. Beim Heben der Nadeln gleiten die neuen Fadenlagen über die sich dadurch öffnenden Zungen nach unten und vertreten bei Bildung der nächsten Masche die oben genannte alte Schleifenreihe.
Wenn man jedoch die Nadeln so weit hebt, dafs sie bei ihrer Bewegung mit den ausgebogenen, aus der Aufsenfiäche des Nadelcylinders vorstehenden Schafttheilen über der oberen horizontalen Begrenzungslinie der dreieckigen Schlofsplatte liegen, so können sie über derselben^ hinweggehen, ohne von ihr beeinflufst zu werden. Man benutzt dies z. B. beim Herstellen der Ferse zum Aufserbetriebsetzen der, einen Nadelhälfte und zum beiderseitigen Mindern, indem man jene Nadeln hebt, die in der nächsten Maschenreihe keine neuen Maschen bilden sollen.
Das Schlofs F tritt mittelst eines in die dreieckige Heberplatte eingeschraubten seitlichen Ansatzes durch einen Schlitz des ä'ufseren Mantels A hindurch, Fig. 3, und kann mittelst einer Schraube G, Fig. 3 und 1, gehoben und gesenkt werden, um dichtere oder lockerere Waare zu erzeugen.
H ist ein am Mantel A drehbarer Ring, Fig. ι und 3. An einem Punkte desselben ist ein Klotz / befestigt, der den Fadenführer oder das Oehr J trägt, Fig. 1 und 2. Am Klotz I ist eine Platte K um eine horizontale Achse drehbar angebracht, welche Platte eine verticale Rippe K1 besitzt.
Der Faden Y, der das Grundgewirke bildet, wird längs der Platte K an deren oberer Seite auf der einen Seite der Rippe K1 zum Fadenführer oder Oehr / geleitet; der zweite Faden X, der zum Doppeln oder Verstärken der Waare an den gewünschten Stellen dient, wird ebenfalls längs der Platte K, aber auf der anderen Seite der Rippe K1, zum Oehr J geführt. Man verhindert dadurch das Verwickeln der beiden Fäden. Der Faden X wird, wenn kein Hindernifs obwaltet, von dem im Oehr dicht neben ihm liegenden Faden Y nach den Nadeln hin mitgenommen und kann dann von diesen mit zur Bildung der Schleifen erfafst werden.
Um nun die Waare blos an jenen Stellen verstärken zu können, an welchen dies gewünscht wird, sind folgende Einrichtungen getroffen:
Der Faden X, Fig. 2a, wird durch ein Loch K2 in der Platte K unter dieselbe geleitet, um durch ein Loch K3 wieder an die obere Fläche derselben zu treten und zum Oehr J weiter zu gehen, oder der Faden X wird von oben her am Rande der Platte K vorbei, Fig. 2 b, unter dieselbe geleitet und geht durch ein Loch ΚΆ in der Platte K wieder hinauf und von hier weiter zum Oehr, welcher Fall in Fig. 2 angenommen ist.
Unter der Platte K befindet sich ein Lederkissen L, Fig. i, das den Faden X gegen die untere Seite der Platte K drückt, wenn deren rechtes Ende, d. i. das den Nadeln zugekehrte, herabgezogen wird. Dadurch wird aber der Faden X eingeklemmt, am Weitergehen zum Oehr gehindert und somit, da die Nadeln, an denen er mit seinen Maschen hängt, sich weiter bewegen, wenn z. B. eine Strumpflänge gewirkt wird, zwischen dem Oehr und den Nadeln zerrissen. Vor dem Abreifsen wird der Faden durch einen kleinen Hebel M gespannt, Fig. i, der seinen Drehpunkt an einem herabgehenden Theile der Platte K besitzt und an dessen oberem Hebelarmende sich ein Loch befindet, durch welches der Faden X hindurchgeführt wird. Der untere, kürzere Arm des Hebels ist gegabelt und umfafst einen Stift Mx, der eigentlich das horizontal umgebogene Ende eines am Gestell unten befestigten Stückes ist, so dafs also der Ring H sammt dem Klotz 1 und der Platte K nicht an einer Bewegung in der Richtung der strichpunktirten Linie, Fig. 2, behindert wird. Sobald das den Nadeln zugekehrte Ende des Hebels K sich senkt, also der Faden abreifst, geht das andere Ende von K mit dem Drehpunkt von M in die Höhe und es wird dadurch, da Mx ein Heben des horizontalen Hebelarmes von M verhindert, der verticale Hebelarm, durch welchen oben der Faden gesteckt ist, nach aufsen gedreht und somit der Faden, wie dies in Fig. 1 punktirt dargestellt ist, gespannt. Wird das äufsere Ende von K niederbewegt, so wird der Faden X wieder freigegeben und zugleich nachgelassen, indem dann das obere Ende des Hebels M sich nach einwärts dreht. Der Faden X kann dann vom Grundfaden Y zu den Nadeln geführt werden.
Das Heben und Senken der Platte K besorgt ein Hebel N, Fig. i. Ein Ende desselben trägt eine Rolle N1, welche auf einer Führungsleiste, die sich am unteren Ende des Nadelcylinders befindet, aufliegt. Diese Führungsleiste läuft nur auf einem Theile des Umfanges des Nadelcylinders, so dafs durch sie bei Umdrehung des letzteren die Rolle N1 bald eine höhere, bald eine tiefere Lage erhalt. Vom anderen Arm des Hebels N geht ein Arm Nx hinauf, dessen oberes Ende einen Stift trägt, welcher in eine Aussparung eines Ansatzes an der Unterseite der Platte K hineinragt. Gelangt demnach die Rolle N1 auf die Führungsleiste am unteren Ende des Nadelcylinders, so wird sie herabgedrückt und somit das äufsere Ende der Platte K hinauf bewegt. Es wird dann der Faden abgerissen und nur einfache Waare erzeugt. Kommt jedoch die Rolle N1 von der Führungsleiste los, also an den freien Theil der Stirnfläche des Nadelcylinders, so kann der untere Arm des Hebels durch sein eigenes, gröfseres Gewicht nach abwärts gehen, es geht somit auch das äufsere Ende der Platte K herunter, und da der Faden X dadurch frei wird, so wird gedoppelte oder verstärkte Waare gestrickt, so dafs also in diesem Falle stets nur ein Theil des Umfanges verstärkt wird.
Handelt es sich aber darum, einfache Waare am ganzen Umfange zu stricken, so treibt man einen Keil O, Fig. ι und 2, unter den äufseren Arm des Hebels N, wodurch das äufsere Ende der Platte K gehoben wird, während sieh die RoIIeAT1 so weit herabsenkt, dafs die Führungsleiste über sie hinweggeht, ohne sie zu beeinflussen. Es bleibt dann natürlich der Faden X beständig festgeklemmt und es wird einfache Waare am ganzen Umfange erzeugt. Will man dagegen das Wirkstück am ganzen Umfange verstärken, so wird der Arm N1 ausgerückt, indem man den Keil O herauszieht und hierauf den Arm Nx nach einwärts drückt, wodurch der Stift am oberen Ende dieses Armes aus der für ihn bestimmten Ausnehmung im Ansatz an der Platte K tritt und das äufsere Ende der Platte K entweder durch seine eigene Schwere oder, wenn nöthig, durch den Zug einer Feder niedergehen kann. Ist der Arm N* einmal ausgerückt, so übt die Bewegung des Hebels IV keinen Einflufs mehr auf die Platte K aus, und der Verstärkungsfaden X wird am ganzen Umfange den Nadeln zugeführt. Der Arm Nx wird dadurch in der einen oder anderen der beiden Stellungen festgehalten, dafs ein auf demselben befindlicher Stift N2 in die eine oder die andere zweier scharfen Biegungen der Feder P eintritt.
Zu beiden Seiten des Fadenführers sind Abstreichplatten Q. Q., Fig. 2, angebracht; dieselben dienen dazu, bei der Aufwärtsbewegung der Nadeln ein Zurückschnellen der Zungen in die geschlossene Stellung zu verhindern und also dieselben ganz sicher in der herabhängenden Stellung zu erhalten, so dafs also, wenn die Nadeln wieder zum Fadenführer kommen, ganz sicher deren Haken offen sind · und den Faden erfassen können. Die eine der Plattten Q, z. B. die in Fig. 2 weiter oben gelegene, besorgt das Abstreichen bei der Drehung im Sinne des Zeigers einer Uhr, während die andere Platte Q. für die entgegengesetzte Bewegung dient, wofür sie, wie weiter unten erklärt werden soll, mit dem Fadenführer in die für diese Drehrichtung richtige Stellung gebracht wird.
Um dem Nadelcylinder eine hin- und hergehende Bewegung mitzutheilen, wie dies zum Stricken der Ferse nothwendig ist, wird das Rad C auf der Hauptwelle ausgerückt und eine Kurbel mit Griff R, Fig. 1 und 2, in eine Pfanne im Nadelcylinder geschoben. Aus der Kurbel R ragt ein Bolzen JR1 heraus, der am Ende jeder Hin- und Herbewegung gegen eine der Nasen 5 stöfst, die an diametral gegenüberliegenden Punkten aus dem Ringe H herausstehen. Dadurch wird dieser Ring am Ende jeder Hin- und Herdrehung ein bestimmtes Stück mitgenommen, und zwar so weit, bis der Klotz / mit dem Fadenführer J in die für die umgekehrte Drehrichtung richtige Stellung gegenüber dem Schlosse gelangt. Es mufs nämlich jede Nadel zuerst zum Oehr J und dann erst zum Schlofs kommen, da sie ja erst beim Oehr J Faden bekommen mufs, bevor ihr Senken und Heben maschenbildend wirken kann. Es mufs also bei der Drehrichtung im Sinne des Zeigers einer Uhr der Fadenführerapparat die in Fig. 2 gezeichnete Stellung haben und bei der Drehrichtung im entgegengesetzten Sinne die durch . die strichpunktirte Gerade angedeutete. Die Mitte des Schlosses halbirt den Neigungswinkel dieser beiden Stellungen, und die Entfernung dieser beiden von dieser Mitte bestimmt sich aus dem Umstände, dafs die Nadeln nach Empfang des Fadens sich senken müssen, so dafs also der Fadenführer sich immer von einem Ende des Schlosses bis zum anderen bewegen mufs. Die Bewegung des Ringes H wird dadurch begrenzt, dafs eine Schraube, die in den Mantel A eingeschraubt ist, durch einen Schlitz im Ringe H hindurchgeht, Fig. i, so dafs also dieser sich nicht weiter bewegen kann, als bis das Ende des Schlitzes an die Schraube stöfst. Dadurch sind aber auch die beiden richtigen Stellungen des Fadenführers genau fixirt.
Wird der Nadelcylinder nunmehr zurückgedreht, so bleibt der Fadenführer J stehen, da sich der Bolzen R1 vom Ansatz S entfernt, und die in das Schlofs eintretenden Nadeln bilden nunmehr auch bei der Rückdrehung
Maschen, da sie vor ihrem Eintritt in das Schlofs Faden empfangen. ■
Bei der Einleitung der Hin- und Herbewegung, also z. B. bei Bildung der Ferse,-.wird zuerst die Hälfte der Nadeln aufser Thätigkeit gesetzt,, indem man sie über die obere Kante der Schlofsheberplatte emporzieht, und werden dann im weiteren Verlaufe am Ende eines jeden Ganges beiderseits je eine Nadel emporgezogen, um sie aufser Thätigkeit zu setzen und ein spitz zulaufendes Waarenstück zu erhalten. Diese Nadeln werden dann nach und1 nach und schliefslich auch wieder die andere Hälfte der Nadeln gesenkt, wodurch man in bekannter Weise die Ferse erhält, worauf bei Erklärung des Vorganges beim Stricken eines ganzen Strumpfes nochmals zurückgekommen werden soll. Die Waare bleibt fortwährend auch auf den nicht arbeitenden Nadeln.'
Der Vorgang bei Herstellung eines Strumpfes oder SockensL ist demnach einfach folgender: Man strickt zunächst auf der Maschine einen Schlauch einfacher Waare, welcher die Länge bildet; dabei ist der Keil O unter den Hebel N eingeschoben und also der Verstärkungsfaden zwischen Platte K und Lederkissen L eingeklemmt. Hierauf wird der Keil O herausgezogen, so dafs der Hebel JV durch die Führungsschiene am Nadelcylinder bethätigt wird, und man ■ strickt so eine gewünschte AnJ zahl von Gängen, die auf der rückwärtigen Seite oberhalb der ' Ferse verstärkt oder gedoppelt sind. Nachdem dies geschehen ist, wird die Maschine zum Stillstand gebracht, das Antriebsrad C auf der Hauptwelle wird ausgerückt, die Kurbel R wird in den Nadelcylinder eingeschoben;' die zur Arbeit nicht erforderlichen Nadeln werden gehoben, so dafs sie in die in Fig. ι durch punktirte Linien angedeutete Lage kommen; in welcher sie über das Schlofs. F unbeeinflufst hinweggehen können, doch bleibt die Waare auf denselben. Man ertheilt hierauf dem Nadelcylinder die hin- und hergehende Bewegung mit Hülfe des Griffes R und strickt in der oben beschriebenen Weise durch Emporziehen immer der letzten in der Reihe der arbeitenden Nadeln am Ende jedes Ganges ein Stück gedoppelter, spitz zulaufender Waare. Der Arm Nx ist hierbei aus der Platte K ausgerückt und dadurch also, wie bereits erklärt, der Verstärkungsfaden X beständig freigegeben. " Der Fadenführer J sammt der Platte K wechselt dabei am Ende jedes Hin-und Herganges seine Position und wird stets so gestellt, dafs die ■ Nadeln zuerst auf ihn und dann erst auf das Schlofs treffen, wie es eben zur Maschenbildung nöthig ist. Hierauf strickt, man eine gleiche Anzahl Gänge verstärkter Waare in derselben Weise, nur mit dem'Unterschiede, dafs man hierbei am Ende eines jeden Ganges die nächstfolgende Nadel in Thätigkeit setzt, indem man sie herunterdrückt und so fortfährt, bis wieder sämmtliche Nadeln,: auf denen früher verstärkte oder ge-. doppelte Waare gestrickt worden war, in Thätigkeit sind. Während dieser ganzen Zeit wird der Faden X nicht abgerissen, so dafs also in der verstärkten Ferse der Faden X in einem Stück durchläuft. ·
Nachdem so die Ferse vollendet ist, wird ■ die Kurbel R aus dem Nadelcylinder gezogen, alle Nadeln werden herabgeschoben, so dafs sie wieder in Thätigkeit kommen, und der Arm Nx wird wieder in den unteren Ansatz der Platte K eingerückt. Man ertheilt hierauf der Maschine eine continuirliche Drehung, wie im Anfange beim Stricken der Länge, indem man das Rad C wieder einrückt, und erzeugt somit wieder einen Schlauch zur Bildung des Fufstheiles. Derselbe wird infolge der Stellung des Armes 2VX an der Sohle verstärkt. Hat der verstärkte Theil die gewünschte Länge erreicht, so wird der Keil O eingeschoben und der Fufstheil einfach weiter gestrickt, bis auch er die gewünschte Länge erreicht hat.
Bei der Herstellung des nächsten Strumpfes oder Sockens verfährt man in umgekehrter Ordnung, d. h. man strickt zuerst den Fufs, dann die Ferse und dann die Länge. Um die Spitze zu bilden, kann man die Waare auf die Nadeln einer gewöhnlichen Rund- oder Flachstrickmaschine bringen und die Spitze in gewöhnlicher Weise herstellen, oder für ordinäre Waaren den schlauchförmigen Fufstheil passend zuschneiden und dann zusammennähen, oder aber man stellt, ähnlich wie bei Herstellung der Ferse, zwei spitz zulaufende Stücke her, die man an den Rändern zusammennäht.
In den Fig. 5 und 6 ist die Anwendung der vorliegenden Erfindung auf eine Art von Rundstrickmaschinen, die sogenannten Griswold-Maschinen, dargestellt, bei welcher der Nadelcylinder stillsteht, während der Mantel mit dem Schlosse rotirt. Die allgemeine Construction der Maschinen ist hinreichend bekannt (engl. Patent No. 2489 vom 21. August 1872) und bedarf keiner näheren Erörterung.
Fig. 5 ist eine Seitenansicht mit theilweisem Schnitt, .
Fig. 6 eine Oberansicht der Maschine
' . A ist der feste Cylinder mit den verticalen Führungsnuthen für die Zungennadeln, B ist der Mantel mit dem Schlofs zum Senken und Heben derselben, C ist das angetriebene Rad, welches von einem Kegelrade auf der Antriebswelle, Fig. 6, getrieben wird. -D ist ein vom Rade C aufsteigender Ständer, an dessen oberem Ende sich der Fadenführer oder das Oehr Dx befindet. E E sind Ansätze, die aus dem Mantel B herausragen, gegen welche der Fufs des Ständers D stöfst und dadurch den Mantel B bei der Umdrehung· des Rades C
mitnimmt. So weit ist die Maschine in der bekannten Weise constrüirt. .
■ Zu dieser Maschine fügt man einen mit dem Mantel und Nadelcvlinder concentrischen Ring F mit zwei Führungsschienen F1 F2, Fig. 6, welche das Auflegen des zweiten Fadens controliren. Mit dem oberen Ende des Ständers D verbindet man einen Mechanismus zum Einlegen des zweiten Fadens, der ähnlich constrüirt ist wie der in Fig. ι und 2 dargestellte. Am Mantel B befestigt man ferner einen Bügel Bx, der in der in Fig. 5 gezeichneten Weise gebogen ist und der über den Nadeln und conaxiäl mit dem Nadelcylinder eine Spule für den Verstärkungsfaden X trägt. Der Faden Y zur Herstellung des Grundes der Waare befindet sich auf einer Spule, die auf einem festen" Träger in einer gewissen Entfernung vertical oberhalb der Maschine sich dreht.
Der Einlegemechanismus für den Verstärkungsfaden X besteht aus der Platte K mit der verticalen Rippe ΚΛ, die aus der Mitte der Plätte nach oben ragt; diese Rippe hat den Zweck, die beiden Fäden von einander zu trennen. .Der Faden X wird in der in Fig. 2 a dargestellten Weise durch ein Loch K^ in der Platte K herabgeführt und dann wieder durch ein anderes Loch Ka hinaufgeleitet, bevor er in den Fadenführer D x eintritt, Fig. 5. Unterhalb der Platte K befindet sich ein Kissen L für jenen Theil des zweiten Fadens X, der frei auf der Unterseite der Platte K liegt. Das Kissen drückt gegen den Faden oder eigentlich preist die Platte K den Faden gegen das Kissen, wenn derselbe abgerissen werden soll. Das hintere Ende der Platte K ist nach abwärts gebogen und durch einen durchgesteckten Bolzen mit dem oberen Ende eines Gleitstückes M verbunden, das sich in Führungen im Ständer D vertical heben und senken kann. Das untere Ende des Gleitstückes M trägt eine Rolle TV, die "auf der einen oder der anderen oder auf ^keiner der beiden Schienen F1 F2 laufen kann. Die eine der beiden Führungsschienen, F2, hat einen kleineren Halbmesser als die andere, F1, Fig. 6.
Nach Fig. 5 wird die Rolle N über der einen oder der anderen der beiden Schienen erhalten, indem sie in der einen oder der anderen von zwei Einkerbungen der Feder O gehalten wird. Die Rolle kann aber auch von den Führungsschienen weg nach aufsen gezogen werden, so dafs sie in keiner der Einkerbungen der Feder O festgehalten wird, und ist dann aufser Thätigkeit gesetzt.
Man könnte aufser den in Fig. 5 gezeichneten auch noch andere Mittel anwenden, um die Rolle in der einen oder anderen ihrer drei Stellungen zu erhalten. Sie könnte z. B., wie in Fig. 7 und 8 dargestellt ist, von einer Gabel Z umfafst werden, die parallel zur Achse der Rolle verschoben .und in der gewünschten Stellung durch eine· Klemmschraube an eine feste Stange Z1 festgeklemmt werden kann, die aus'dem Ständer D herausrägt.
Die Platte K kann auch ohne Rippe K1 hergestellt werden. Der Faden X könnte dann durch einen Fadenführer Υϊ, Fig. 8, auf einer Seite der Platte K geführt werden, und es wird dann dadurch derselbe Zweck, die Fäden getrennt zu erhalten, bevor sie im Fadenführer -'Dx zusammenkommen, nur auf andere Weise, erreicht. . .
P ist der Hebel, Fig. 5, zum Spannen des zweiten Fadens zur Zeit, wo er abgerissen wer-' den soll, und zum Nachlassen desselben, sobald er wieder den Nadeln zugeführt wird. Dieser Hebel P ist am Ständer D drehbar befestigt und ein Stift Px, der aus dem Gleit stück: M herausragt und in den zweiten horizontalen, gabelförmigen Hebelarm von P eingreift, bewirkt ein Herausgehen des längeren Armes von P, also ein Spannen des Fadens X, wenn das Gleitstück M sich hebt, also der Faden abreifst, und andererseits ein Hineingehen jenes, also ein Nachlassen des Fadens, wenn M sich senkt, also X wieder freigegeben ist. ..'■·'...-.
Wenn sich die Rolle in-einer solchen Stellung befindet, dafs sie auf der einen der beiden Schienen F1 F2 aufläuft, so wird der Verstärkungsfaden X an der Vorderseite des Strumpfes in die Waare eingelegt, wie dies erforderlich ist, wenn der Strumpf am: Knie verdickt werden soll, während dann, wenn sie sich auf der anderen Führungsschiene bewegt, dieser zweite Faden an der Rückseite des Strumpfes eingelegt wird, wie dies beim Verdicken der Waare oberhalb der Ferse, an der Ferse selbst und an der Sohle des Fufses erforderlich ist.
Wenn ein ununterbrochenes Stück einer nicht verdickten Waare erzeugt werden soll, so wird die Rolle N von beiden Führungsschienen weggezogen und das Gleitstück M wird durch einen Schieber Q, Fig. 7 und 8, emporgehalten. Dieser Schieber Q hat eine schiefe Fläche am Ende, welche, wenn man denselben in seiner Längsrichtung, also horizontal bewegt, an einen Stift, der aus dem Gleitstück M herausragt, stöfst, diesen und dadurch M hebt und emporhält, also den FadenX dauernd einklemmt. Will man ein ununterbrochenes Stück verstärkter Waare stricken, so zieht man die Rolle gleichfalls von den beiden Führungsschienen'weg, so dafs sie auf der ebenen Fläche unten läuft, und zieht auch noch den Schieber Q. heraus, so dafs also das Gleitstück M beständig gesenkt, der Faden X daher, beständig freigegeben ist..
Statt dafs man das Gleitstück M derart einrichtet, dafs es sich zu den geeigneten Zeiten
hebt und senkt und dies durch eine Rolle bewirkt, die mit Schienen'jF1 oder F2 in Berührung kommt, kann man auch, Fig. 9 und 10, das Gleitstück M durch Stifte R1 heben, welche von einem drehbaren Speichenrad R getragen werden, das sich auf einem am Ständer D befestigten Bolzen dreht. In diesem Falle kann man die beiden Schienen F1 und F2 entbehren und sie durch zwei Stifte Fx mit umklappbaren Riegeln ersetzen, die auf entgegengesetzten Seiten der Maschine angebracht sind. Das Speichenrad JR hat vier radiale Speichen, und diese stofsen nach einander gegen die horizontal eingelegten Riegel der' Stifte Fx, wenn das Rad C angetrieben wird. Jedesmal wenn der eine oder der: andere der radialen Arme von R gegen einen der Riegel von Fx stöfst, erhält das Rad R eine Vierteldrehung. Zwei einander gegenüberliegende Arme von R haben Stifte R\ die an ihnen herausragen und bei ihrer Aufwärtsdrehung in der oberen Hälfte des Drehungskreises gegen einen Ansatz M1 des Gleitstückes M stofsen und diesen Ansatz und damit auch M heben. Gelangt dagegen eine der radialen Speichen, die keinen Stift R1 trägt, vor das Gleitstück, so fällt, dieses letztere wieder herab. Das Gleitstück wird auf diese Weise während einer halben Umdrehung des Rades C hochgehalten, während es während der zweiten Hälfte der Umdrehung, tief steht. Das Rad R wird durch die Reibung einer Feder R2 an einer zu leichten Umdrehung verhindert. Bei am ganzen Umfange verdickter und bei einfacher Waare bedarf man der Riegel der Stifte Fx nicht, um auf das Rad R zu wirken; man dreht dann diese Riegel um ihre Scharniere nach aufsen, dafs sie nicht mit dem Rade R in Berührung kommen, und stellt bei ganz verdichteter Wäare das Rad R so, dafs eine Speiche ohne Stift unter dem Ansatz M1 steht, während man bei am ganzen Umfange einfacher Waare durch eine Speiche mit einem Stift R1 den Ansatz des Gleitstückes und somit auch dieses hochhält.
Man sieht auch, dafs dadurch, dafs die Spule mit dem zweiten Faden X vom rotirenden Mantel B getragen wird und sich oberhalb des Nadelcylinders und conaxial mit demselben befindet, nicht nur eine Verdrehung des Fadens vermieden wird, sondern dafs auch dadurch der Verstärkungsfaden X den das Grundgestricke der erzeugten Waare bildenden Faden Y in keiner Weise behindert.

Claims (2)

PateNT-A NSPRüCHE:
1. Eine Rundstrickmaschine mit beweglichem Nadelcylinder, bei welcher die Verstellung des Fadenführers J gegen das feststehende Schlofs F am Ende jeder Ausschwingung durch einen Stift R1 der Antriebskurbel R für die oscillirende Bewegung geschieht.
2. Eine Rundstrickmaschine der unter 1. festgesetzten Art für an beliebigen Stellen verstärkte Waare, bei welcher ein Verstärkungsfaden X durch einen aus einer Platte K und einem Lederkissen L bestehenden Klemmapparat entweder freigegeben oder zurückgehalten'werden kann.
Hierzu 5 Blatt Zeichnungen.
DENDAT32607D Rundstrickmaschine Expired - Lifetime DE32607C (de)

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