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Taschenbleistiftspitzmaschine. Gegenstand der Erfindung ist eine Bleistiftspitzmaschine,
welche ohne weiteres in der Westentaschegetragen werden kann. Bisher kannte man
zwei verschiedene Arten von Bleistiftspitzvorrichtungen, von denen die einen so
klein und leicht waren, daß sie in die Tasche gesteckt werden konnten, während die
anderen größere maschinelle Vorrichtungen waren, die meistenteils an der Tischplatte
angeschraubt wurden. Die Taschenspitzer waren dagegen stets ohne maschinelle oder
mechanische Einrichtungen und bestanden gewöhnlich aus einer mit Messern oder Schneiden
bebesetzten Hülse, die von Hand gedreht wurde.
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Der Gegenstand der Erfindung soll die Vorzüge der einen Gattung mit
denen der anderen verbinden. Von einer derartigen Spitzmaschine müssen folgende
Eigenschaften verlangt werden: i. Sie muß so leicht und so klein sein,- daß sie
ohne weiteres in einer Westentasche untergebracht werden kann; auch darf sie keine
stark hervorstehenden Teile besitzen.
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2. Sie muß einen maschinellen Betrieb vorsehen derart, daß außer einer
drehbaren Lagerung des Messerkopfs in einem Gehäuse und einem Kurbelantrieb für
den Messerkopf ein Raum zur Aufnahme der Bleistiftabfälle und schließlich eine mechanische
Zuführungsvorrichtung für den Bleistift vorgesehen ist.
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3. Die Teile müssen so angeordnet sein, daß sie billig, d. h. durch
einfaches Stanzen o. dg1., hergestellt werden können.
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Keine der erwähnten Bleistiftspitzmaschinen konnte diesen Bedingungen
genügen, besonders sind die bisher bekannten Spitzmaschinen, abgesehen davon, daß
sie "erheblichen Raum einnehmen, sehr teuer und sehr schwer.
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Die gestellte Aufgabe wird nach der Erfindung zunächst durch die besondere
Anordnung des Messerkopfs gelöst. Alle bisher bekannten' Vorrichtungen, wie Fräser,
Messerwalzen oder Messerhülsen sind teuer, schwer und platzraubend. Außerdem ist
in den meisten Fällen ihre Herstellung als Massenartikel nicht möglich.
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Der Messerkopf nach der Erfindung besteht aus zwei unter sich gleichen
unsymmetrischen Blechwerkstücken, die durch einfaches Stanzen hergestellt werden.
Jedes dieser Werkstücke besitzt einen winkelförmigen Befestigungslappen, der eine
Aufwölbung von der Gestalt eines halben Hohlkegels trägt. Mit seiner einen Längskante
schließt sich dieser Hohlkegel an den Befestigungslappen an, während die gegenüberliegende
freie Längskante angeschliffen ist, um als Schneide zu dienen. Zwei solcher Blechw
erkstücke werden nach Herstellung der Aufwölbung flach aufeinander gelegt, so daß
die beiden Aufwölbungen zusammen eine hohlkegelige Hülse mit zwei Schneiden bilden.
Diese aufeinander gelegten Werkstücke werden an einem Verbindungsstück, etwa durch
Anschrauben, befestigt, das den Zapfen zum Angriff der Kurbel trägt. Ein so hergestellter
Messerkopf wird nach der Erfindung in einem allseitig umschlossenen Blechgehäuse
von der Form und Größe einer kleinen -Streichholzschachtel untergebracht. Er ist
oben und unten in dem Gehäuse gelagert: sein Kurbelzapfen durchdringt die obere
Wandung
des Gehäuses und trägt dort die Kurbel. Neben dein Messerkopf verbleibt in dem Gehäuse
ein Raum für-den Spitzabfall und an der entgegengesetzten Seite eine Gleitbahn für
den Schaft der Zuführungsvorrichtung. Diese Zuführungsvorrichtung, welche den Bleistift
gegen den Messerkopf vortreibt, besteht nach der Erfindung aus einer Klaue, deren
Backen den Bleistift umfassen und durch eine Druckschraube über ihm zusammengepreßtwerden
können. Am einen Ende ist die Klaue auf einen Schaft befestigt, der die untere Stirnwand
des Gehäuses durchdringt, und dort in einer Gleitbahn geführt ist. Das Vortreiben
des Bleistifts kann entweder kraftschlüssig oder zwangläufig erfolgen. Der erste
Fall wird durch eine Feder bewirkt; im zweiten Fall besteht die Zuführungsvorrichttung
aus einem zusammengebogenen U-förmigen Blechstreifen, der zwischen seinen Schenkeln
eine sogenannte Nürnberger Schere faßt. Diese wird durch einen seitlich am Gehäuse
vorstehenden Druckhebel verstellt.
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Um den Spitzer bequem in die Tasche stecken zu können, ist die Kurbel
umklappbar ausgebildet, so daß sie mit ihrem Schenkel sich an die eine Längskante
des Gehäuses anlegen kann, während der Griff zwischen die Backen der Zuführungsvorrichtung
eingreift. Es wird so vermieden, daß irgendein Teil der Vorrichtung in unbequemer
Weise vorsteht, wenn sie in die Tasche gesteckt werden soll.
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Zwei Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes sind in der Zeichnung
dargestellt; es zeigen Fig. i die drei Werkstücke, aus denen der Messerkopf hergestellt
ist, in schaubildlicher Darstellung, Fig. a und 3 zeigen zwei verschiedene Ausführungsformen
mit kraftschlüssigem und zwangläufigem Vortrieb der Zuführungsvorrichtung im Schnitt
von der Seite, Fig. 3a eine Einzelheit, Fig. 4. die zusammengeklappte Vorrichtung
von der unteren Stirnseite aus.
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Der Messerkopf a besteht aus zwei unter= einander vollständig gleichen
Blechwerkstücken b. Diese werden durch Stanzen hergestellt. Jedes, dieser Werkstücke
besitzt einen winkelförmigen Befestigungslappen b1 und eine sich daran anschließende
Aufwölbung b. Diese Aufwölbung hat die Gestalt eines halben Hohlkegels, dessen eine
Seitenkante b3 sich an den Längsschenkel des Winkelstücks b anschließt, während
die freie Längskante b4 angeschliffen ist. Vervollständigt wird der Messerkopf durch
ein Verbindungsstück c, welches zwei Verbindungslappen cl, c= und eine Leiste c3
besitzt, welche den Kurbelzapfen c'' trägt. Um den Messerkopf herzustellen, werden
die beiden identischen Stücke b flach aufeinander gelegt und hierauf an dem Verbindungsstück
c festgeschraubt. Es entsteht somit eine Messerhülse finit einem Kurbelzapfen und
zwei Schneiden. Der Messerkopf ist in einem Gehäuse a" untergebracht, und zwar nimmt
er die. eine Seite dieses Gehäuses ein. Das Gehäuse besteht aus dünnem Blech und
ist, völlig umschlossen. Der Messerkopf ist am unteren Ende in dem Gehäuse geführt,
welches an dieser Stelle zur Durchführung des Bleistiftes ein Loch dl besitzt. Der
Kurbelzapfen c4 durchdringt die obere Stirnseite des Gehäuses, hier trägt er eine
Kurbel e. Diese besteht aus einem auf dem Kurbelzapfen c befestigten kurzen Schenkel
e1 und einem mit ihm durch ein Gelenk e2 verbundenen langen Schenkel e3, der einen
Griff e4 trägt. Diese Kurbel kann, wie in Fig. 3 angedeutet, um das Gelenk e2 geschwenkt
werden, bis der lange Schenkel e3 an der einen Längskante des Gehäuses anliegt.
In dieser Stellung, der Transportstellung der Vorrichtung, greift der Griff e' zwischen
die Backen der später zu beschreibenden Zuführungsvorrichtung fein (Fig. q.).
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Diese Zuführungsvorrichtung besteht aus einer Klaue f1, welche zwei
Backen f2 besitzt (vgl. Fig. d.). Diese Klauen können durch eine Druckschraube f
3 zusammengeklemmt werden; sie umfassen den hindurchgesteckten Bleistift und werden
darauf durch die Druckschraube f s festgeklemmt. Die Klaue f 1 ist
mit dem den Backen entgegengesetzten Ende auf einem Schaft f4 befestigt, der durch
eine entsprechende Aussparung in das Gehäuse hineinragt. Bei der Ausführungsform
nach Fig. a endet er in ein kolbenartiges Führungsstück f@, das in einer röhrenförmigen
Gleitbahn f 6 geführt ist. Eine Feder f 7 wird beim Herausziehen der Klaue zusammengedrückt
und treibt den eingespannten Bleistift beim Spitzen kraftschlüssig dem Messerkopf
zu.
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Bei der Ausführungsform nach Fig. -3 ist die Anordnung zwangläufig
getroffen. Bei dieser Anordnung ist der Messerkopf mit seinem Getriebe in gleicher
Weise ausgebildet wie-bei der zuerst dargestellten Ausführungsform. Die Zuführungsvorrichtung
für den Bleistift dagegen ist in einer für die Massenfabrikation besonderen zweckmäßigen
Weise ausgebildet. Die Zuführungsklaue und ihr Schaft sind hier aus einem einzigen
Stück Blech zusammengebogen. Zu diesem Zweck wird aus dem Blech ein U-förmiges Werkstück
ausgeschnitten. Dieses Werkstück wird dann in der in Fig.3a gezeigten Weise zu einer
Zuführungsklaue zusammengebogen, wobei die Klaue aus zwei identischen Schenkeln
g1, g2 besteht, deren parallel sich gegenüberstehende freie Enden zu Greifbacken
gebogen sind. Zwischen den beiden Schenkeln g1, g2 verbleibt ein schmaler Steg g,
der die Vorrichtung zusammenhält. Zum Zweck
des Einkleminens des
Bleistifts werden die beiden Klauenschenkel durch eine Druckschraube einander genähert.
Das Schaftende der Schenkel g1, g- greift durch entsprechende Schlitze in das Gehäuse
ein. Zwischen der unteren Gehäusewand und dem Steg g3 ist eine Vorrichtung angebracht,
die man gewöhnlich mit dem Namen Nürnberger Schere bezeichnet. Sie besteht aus einer
Reihe von sich überkreuzenden Lenkern, die mit den Enden aneinander gelenkt sind.
Bekanntlich kann man die Endpunkte einer derartigen Nürnberger Schere h'- dadurch
voneinander entfernen oder einander nähern, daß man einen der Lenker durch ein hebelartiges
Stück verlängert und dieses mit der Hand verstellt. Im vorliegenden Falle ist die
Schere mit ihren beiden äußersten Drehpunkten an dem Steg g3 und an der Gehäusewand
befestigt. Einer der Lenker ist durch einen Druckhebel la' verlängert, der durch
einen entsprechenden Schlitz im Gehäuse zutage tritt. Soll der Bleistiftspitzer
benutzt werden, so zieht man die Zuführungsvorrichtung heraus, soweit es geht, wobei
der Hebel h' sich von der Gehäusewand entfernt. Hierauf spannt man den Bleistift
ein und drückt nun, während man die Kurbel e dreht, mit sanftem Druck den Hebel
bat gegen die Gehäusewand.
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Der Raum d- zwischen dem Messerkopf und der Gleitbahn des Schaftes
der Zuführungsvorrichtung bleibt für die Aufnahme der Spitzüberreste frei. Er kann
mit einer Entleerungsklappe versehen sein.