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Werkzeug zum Ausschneiden von Baumkrebs-und Gummiflusswunden u. dgl., insbesondere an Obstbäumen
Die Erfindung hat ein Werkzeug zum Aus- schneiden von Baumkrebs-und Gummifluss- wunden sowie von Blutlausbefall aufweisenden
Stellen, insbesondere an Obstbäumen zum Gegen- stand, das sich durch mehrere verschiedenartige
Schneiden und seine besondere Handlichkeit auszeichnet und dadurch eine saubere Wund- entfernung an jeder beliebigen Stelle des Baumes gewährleistet.
Dieses Werkzeug besteht gemäss der Erfindung aus einem mit dem Griffstück direkt verbundenen
Stemmeisen mit bogenförmiger Schneide und einem mit ihm ein Kreuz bildenden Schneidenträger, der an seinen beiden Enden eine runde und eine eckig zurückgekröpfte Schneide besitzt, welche nach unten, also zur Griffseite des Werkzeuges gerichtet sind und so einen ziehenden
Schnitt zum glatten Ausschneiden von Wunden in Astachseln, am Wurzelhals und an allen anderen
Stellen des Baumes gewährleisten. Überdies ist das Querhaupt (Schneidtnträger) mit dem Meisselschaft leicht lösbar zu einem Ganzen verbunden.
Es ist allerdings ein für die Baumpflege bestimmtes Messer bekannt, das gleichfalls einen ziehenden Schnitt ermöglicht. Dieses Messer dient jedoch zum Veredeln der Obstbäume und benötigt zwei Winkelmesser mit zueinander entgegengesetzt wirkenden Schneiden gleichen Winkels, die in Nuten von Klemmbacken eingesetzt sind und von denen das eine zum Schneiden des Edelreises verwendet wird, während mit dem anderen die keilförmige Rinne im Wildling zur Aufnahme des Edelreises geschnitten wird ; eine runde Schneide ist als zum Pfropfen ungeeignet nicht vorgesehen. Bei dem Messer gemäss der Erfindung werden hingegen in erster Linie runde Schneiden benötigt, da mit diesem Baumkrebs-und Gummiflusswunden ausgeschnitten werden sollen.
Um die nötige Kraft aufbringen zu können, ist eine der runden Schneiden an einem meissel-oder stemmeisenartigen Teile angeordnet, der zur Behandlung des Stammes oder starker Äste dient. Eine zweite, allerdings nur halbrunde Schneide ist an dem einen freien Ende des Querhauptes angeordnet, das am entgegengesetzten Ende eine zweimal rechtwinkelig gekröpfte Schneide trägt ; diese Schneiden setzen sich in einen in den Schaft übergehenden geraden Schneidenteil fort und ermöglichen das Bearbeiten von Astachseln und des Wurzelhalses, Stellen, für die der Meissel zu derb wäre oder zu denen er nicht gelangen könnte. Aus diesem Grunde ist das Werkzeug auch in seine beiden Teile zer- legbar. Diese Zerlegbarkeit in zwei Werkzeuge und der quer zur Griffrichtung liegende zusätzliche
Schneidenteil ist dem Pfropfmesser fremd.
In der Zeichnung ist ein im Sinne der Erfindung ausgebildetes Werkzeug in einer beispielsweisen
Ausführungsform in Fig. 1 im Aufriss veran- schaulicht. In den Fig. 2 und 3 sind zwei Schnitte nach den Linien II-II und III-III der Fig. 1 dargestellt. Die Fig. 4 zeigt den Schneidenträger allein in der Richtung des Pfeiles IV gesehen, also in Ansicht von der Schneidenseite.
Das Meisel besteht aus einem mit dem Griff 1 versehenen Schaft 2 und einer bogenförmigen
Schneide 3, die mit ihren Spitzen das Verschneiden von tieferliegenden Wunden einwandfrei gewährleistet. An dem Meiselschaft ist ein Schneidenträger als Querhaupt 4 befestigt, das mit dem Meiselschaft zusammen ein Kreuz bildet und an einem seiner beiden freien Enden eine halbrunde
Schneide 5 trägt, die sich in einem in den Schaft übergehenden geraden Schneidenteil 6 fortsetzt und zum Ausschneiden von Astachseln und des Wurzelhalses dient. Die am anderen Ende des Querhauptes 4 vorgesehene Schneide 7 ist zweimal rechtwinkelig gekröpft, so dass ausschliesslich gerade Schneidenstrecken entstehen, mit denen gerade, glatte Schnitte ausgeführt werden können.
Beide Schneiden 5 und 7 sind nach unten gerichtet und befinden sich auf der dem Meiselgriff zugewendeten Kante des Schneidenträgers, so dass mit dem Werkzeug bei Verwendung der Schneiden 5 und 7 nur ein ziehender Schnitt ausgeführt werden kann, der glatte und absatzlose Schnittflächen gewährleistet.
Das Werkzeug ist universell an allen Bäumen und an allen Stellen des Baumes anwendbar und zur Vereinfachung seiner Herstellung und Erleichterung des Nachschleifens der Schneiden 3, 5 oder 7 aus zwei zusammensetzbaren Teilen, nämlich dem Meisel 1, 2, 3 und dem Schneidenträger 4-7 gebildet. Der Schneidenträger besitzt zu diesem Zweck eine Rast 8, deren Breite dem Meiselschaft 2 entspricht. Mit dieser Rast umgreift der Schneidenträger 4 den Meiselschaft 2, so dass er auf diesem unverdrehbar festsitzt.
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Eine, beide Teile 2 und 4 durchsetzende Schraube 9 mit Flügelmutter 10 verbindet beide Teile fest, jedoch lösbar miteinander, so dass sie zusammen ein einheitliches Ganzes bilden, das bei Bedarf in zwei Teile zerlegt werden kann.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Werkzeug zum Ausschneiden von Baum- krebs-und Gummnflusswunden sowie von Stellen mit Blutlausbefall, insbesondere an Obstbäumen, gekennzeichnet durch ein mit einem Griffstück (1) direkt verbundenes Stemmeisen (2) mit bogen- förmiger Schneide (3) und einem mit ihm kreuzweise verbundenem Schneidenträger (Querhaupt 4), der an seinen beiden Enden eine rund und eine eckig zurückgekröpfte Schneide (5, 7) besitzt, welche nach unten bzw. an der zur Griffseite gerichteten Kante des Querhauptes vorgesehen sind und einen ziehenden Schnitt gewährleisten.