DE3139838C2 - Steuervorrichtung für ein Automatikgetriebe in einem Kraftfahrzeug - Google Patents
Steuervorrichtung für ein Automatikgetriebe in einem KraftfahrzeugInfo
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Description
Es ist bekannt, bei automatischen Stufengetrieben in Kraft
fahrzeugen eine sogenannte Kickdown-Funktion vorzusehen.
Hierunter versteht man das Verschieben der Schaltpunkte
des Schaltmusters des automatischen Stufengetriebes nach
höheren Fahrgeschwindigkeiten hin, wenn ein Kickdown-
Schalter, der üblicherweise in der Endstellung des Fahr
pedals betätigt werden kann, anspricht. Hierdurch wird es
dem Fahrer des Fahrzeugs mit automatischem Stufengetriebe
ermöglicht, mit einem Durchtreten des Fahrpedals einen
niedrigeren Gang zu "holen" so daß für Beschleunigungs-
oder Überholvorgänge eine höhere Motorleistung im nie
drigeren Gang zur Verfügung steht, als sie an und für
sich nach dem Schaltmuster des Stufengetriebes zur Ver
fügung stünde.
Es ist aus der DE-OS 15 55 170 auch bekannt, eine derartige
Kickdown-Funktion in Abhängigkeit davon auszulösen, wie
schnell das Fahrpedal durchgetreten wurde.
Die bekannten Vorrichtungen haben jedoch den Nachteil,
daß die Kickdown-Funktion nur solange eingeschaltet bleibt,
wie das Fahrpedal durchgetreten ist. Wird demnach das
Fahrpedal während des Kickdown-Betriebes nur etwas zurück
genommen, schaltet das Getriebe sofort wieder in den hö
heren Gang und die an und für sich erforderliche hohe
Motorleistung steht nicht mehr zur Verfügung.
Da die Einschaltung des Kickdowns ebenfalls nur bei durch
getretenem Fahrpedal erfolgt, ergibt sich zwangsläufig ein
großer Leistungsunterschied vor und nach Einschalten des
Kickdowns, der größer sein kann, als der tatsächlich be
nötigte Leistungsunterschied. Dies kann in bestimmten
Fahrsituationen jedoch zu ständigem Hin- und Herschalten
(Pendelschalten) führen.
Schließlich ist aus der US-PS 4 134 312 noch ein System
zur Steuerung eines automatischen Stufengetriebes bekannt
geworden, bei dem die Kickdown-Funktion durch einen üb
lichen Schalter ausgelöst, jedoch erst bei Erreichen eines
vorbestimmten kleineren Lastwertes wieder ausgeschaltet
wird. Hierzu wird ein mechanischer Hystereseschalter ver
wendet.
Aus der DE-PS 21 62 885 ist eine Kickdown-Einheit für ein auto
matisches Kraftfahrzeuggetriebe bekannt geworden, wobei diese
Kickdown-Einheit so ausgebildet ist, daß beim Kickdown-Betrieb der
Drosseldruck und der Reglerdruck verfügbar sind. Der Kickdown-Be
trieb selbst wird hierbei mittels eines Schalters ausgelöst, der
beim Durchtreten des Gaspedals betätigt wird. Ein Herunterschalten
in den nächsten Gang wird beim Kickdown-Betrieb dadurch bewirkt, daß
am Umschaltventil statt des üblichen Reglerdrucks ein Druck anliegt,
der eine wesentlich niedrigere Fahrgeschwindigkeit als die tatsäch
liche Fahrgeschwindigkeit darstellt. Der Schaltvorgang wird daher
durch die Simulation einer imaginären Fahrgeschwindigkeit bewirkt.
Aus der DE-AS 21 13 116 ist eine Steuervorrichtung für ein selb
ständig schaltbares Kraftfahrzeugwechselgetriebe bekannt. Hier wird
in Abhängigkeit vom Betätigen des Kickdown-Schalters die Neigung der
Hoch- bzw. Rückschaltkennlinie verändert bzw. eine verschiedene
Hysterese gewählt. Dies bewirkt zwar bei der Betätigung des Fahr
pedalschalters eine Verschiebung der Kennlinie, die jedoch nicht
beim Öffnen des Fahrpedalschalters eine Rückstellung der Kennlinie
bewirkt. Vielmehr ist die Verschiebung von anderen Konditionen ab
hängig. Die DE-OS 27 09 235 zeigt und beschreibt ein Verfahren und
eine Vorrichtung zur Ansteuerung von automatischen Stufengetrieben,
bei denen das Hochschalten beim Einsetzen der Drehzahlbegrenzung im
Fahrzeugmotor zwangsläufig erfolgt. Damit soll ein Überdrehen des
Motors verhindert werden. In der DE-OS 29 29 729 ist eine
Kickdown-Schaltung für automatische Wechselgetriebe beschrieben, mit
der verhindert werden soll, daß die durch Kickdown erzwungene Rück
schaltung verzögert einsetzt. Aus diesem Grund wird im Kickdown-Fall
der in Rückschaltrichtung wirkende Öldruck für eine kurze vorbe
stimmte Zeitspanne erhöht, so daß der Rückschaltvorgang sehr schnell
vonstatten geht. Konditionen für eine Verschiebung der Umschalt
punkte bzw. deren Aufhebung sind nicht erwähnt.
Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zum Steuern von auto
matischen Stufengetrieben aufzuzeigen, bei der die Schaltpunkte
nicht starr, sondern der Fahrsituation angepaßt sind. Diese Aufgabe
wird durch die Merkmale der Ansprüche 1 bis 3 gelöst.
Die Steuervorrichtung mit den
Merkmalen der Ansprüche hat demgegenüber den Vorteil, daß
die Leistungserhöhung bei Einschaltung des Kickdown nicht
starr, sondern der Fahrsituation angepaßt ist. Hierdurch
ergibt sich eine Verminderung der Schaltvorgänge und damit
eine Herabsetzung des Kraftstoffverbrauches.
Weitere Vorteile ergeben sich aus der Beschreibung der
beigefügten Zeichnung.
Die Erfindung wird anhand der beigefügten Zeichnung
veranschaulicht und in der nachfolgenden Beschreibung
näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein Blockschalt
bild einer Steuervorrichtung für ein Automatikgetriebe,
Fig. 2 Schaltmuster eines automatischen Stufengetriebes nach
dem Stand der Technik und nach der Erfindung.
Die Erfindung soll nachstehend anhand des Blockschalt
bildes in Fig. 1 und der Diagramme in Fig. 2 veran
schaulicht werden.
In Fig. 1 ist in einem Blockschaltbild eine Getriebe
steueranordnung dargestellt, die eingangsseitig an einen
Drosselklappenstellungs-Geber 10, einen Kickdown-Schalter
11, einen Fahrpedalstellungs-Geber 12 sowie einen Motor
drehzahl-Geber 13 angeschlossen ist. Die Signale dieser
Eingangselemente 10 bis 13 werden in nachstehend noch
beschriebener Weise einer an sich bekannten Getriebe
steuerung 14 zugeführt, die an übliche Eingänge 15, bei
spielsweise für Signale entsprechend der Fahrgeschwin
digkeit, der Drosselklappenstellung, der Wählschalter
stellung, usf. angeschlossen ist. Die Getriebesteuerung
14 verfügt über einen Ausgang 16, der in ebenfalls an
sich bekannter Weise auf Magnetventile, Drucksteuerventile,
die Wandlerüberbrückungskupplung usf. einwirkt.
Die Getriebesteuerung 14 wird eingangsseitig weiterhin
von einer Schaltmuster-Korrekturstufe 17 beaufschlagt,
mit der eine Veränderung des in der Getriebesteuerung
14 enthaltenen Schaltmusters möglich ist.
Bei einem derartigen Schaltmuster sind üblicherweise in
einem Kennfeld: Motorlast L/Fahrgeschwindigkeit vF
Schaltkennlinien eingezeichnet, die die Bereiche begrenzen,
in denen der eine oder der andere Gang einzulegen ist.
In Fig. 2 ist ein derartiges Diagramm dargestellt, in
das durchgezogen eine Hochschaltkennlinie HS und eine
Rückschaltkennlinie RS eingezeichnet sind. Der Bereich
zwischen den Linien HS, RS wird als Schalthysterese be
zeichnet. Wie aus Fig. 2 ersichtlich sind diese üblichen
Schaltkennlinien derart ausgelegt, daß sie für kleine
Lastwerte L parallel zur Ordinate verlaufen und dann
einen geneigten Verlauf haben, bis der Lastwert 100%
erreicht ist. Bei Erreichen dieses Vollastwertes kann
bei den Vorrichtungen nach dem Stand der Technik der
Kickdown KD aktiviert werden, wodurch sich die oberen
hakenförmigen Verläufe der Schaltgeraden ergeben. Diese
Verläufe bewirken beispielsweise bei der Rückschaltge
rade RS, daß die maximale Fahrgeschwindigkeit, bei der
ein Rückschalten noch möglich ist, von vF1 auf vF2 er
höht wird.
Schaltmuster der in Fig. 2 dargestellten Art sind bei
modernen mikroprozessorgesteuerten Getriebesteuerungen
in einem Festwertspeicher als Kennfelder abgelegt. Es
ist daher möglich, diese Kennfelder in einfacher Weise
zu variieren, indem beispielsweise von einem Kennfeld
auf ein anderes umgeschaltet wird oder wenigstens inner
halb gewisser Bereiche eine Parallelverschiebung der
Schaltkennlinien vorgenommen wird. Im ersten Fall sind
beliebige Variationen der Kennlinien erzielbar, wie dies
in Fig. 2 mit HS′ dargestellt ist. Es versteht sich da
bei, daß die Veränderung der Schaltkennlinien dabei nicht
für jede Schaltgerade gleichförmig zu sein braucht sondern
daß vielmehr für Hoch- und Rückschaltgeraden, auch in den
einzelnen Gängen unterschiedlich, verschiedene Veränderun
gen vorgenommen werden können.
Die Umschaltung des Schaltmusters in der vorstehend
beschriebenen Weise wird beim Blockschaltbild gemäß
Fig. 1 in der Schaltmuster-Korrekturstufe 17 vorge
nommen. Dabei wird bei Ansteuerung des Setzeinganges
S von dem üblichen Schaltmuster HS, RS auf das modi
fizierte Schaltmuster HS′, RS′ umgeschaltet und bei
Ansteuerung des Rücksetzeingangs R wieder auf das
übliche Schaltmuster HS, RS zurückgeschaltet.
Die Ansteuerung des Setzeinganges S erfolgt vom Aus
gang eines ODER-Gatters 18, an das eine dem Drossel
klappenstellungs-Geber 10 nachgeschaltete erste Schwell
wertstufe 20, weiter der Kickdown-Schalter 11 und
schließlich eine Reihenschaltung einer zweiten Schwell
wertstufe 21 und einer Differenzierstufe 22, die mit
dem Fahrpedalstellungs-Geber 12 verbunden ist, ange
schlossen ist. Dies bedeutet, daß eine Umschaltung des
Schaltmusters dann eingeleitet wird, wenn eine oder
mehrere der folgenden Bedingungen erfüllt wird:
- a.) Die Motorlast überschreitet einen vorgege benen Schwellwert (erste Schwellwertstufe 20)
- b.) der Kickdown-Schalter wird betätigt (11)
- c.) die Auslenkungsgeschwindigkeit des Fahrpedals überschreitet einen vorgegebenen Wert (zweite Schwellwertstufe 21 mit Differenzierstufe 22).
Dementsprechend wird durch Ansteuern des Rücksetzein
ganges R auf das übliche Schaltmuster dann wieder zu
rückgeschaltet, wenn ein ODER-Gatter 19 angesteuert
wird, an das eingangseitig einmal ein Zeitglied 23,
das mit dem Ausgang des ODER-Gatters 18 in Verbin
dung steht, zum anderen eine dritte Schwellwertstufe
24, die dem Drosselklappenstellungs-Geber 10 nachge
schaltet ist und schließlich eine vierte Schwellwert
stufe angeschlossen ist, die mit dem Motordrehzahl-
Geber 13 verbunden ist. Danach erfolgt eine Rückschal
tung des Schaltmusters dann, wenn eine oder mehrere
der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
- d.) Es ist ein vorgegebenes Zeitintervall seit Umschaltung des Schaltmusters verstrichen (Zeitglied 23)
- e.) ein vorgegebener Schwellwert der Motorlast wurde unterschritten (dritte Schwellwertstufe 24)
- f.) ein vorgegebener Motordrehzahl-Schwellwert wurde unter- oder überschritten (vierte Schwellwert stufe 25).
Es versteht sich dabei von selbst, daß statt der ODER-
Verknüpfungen 18, 19 auch andere logische Verknüpfungen
der einzelnen genannten Bedingungen a.) bis c.) bzw.
d.) bis f.) vorgesehen werden können, je nach dem ge
wünschten Verwendungszweck des Fahrzeuges, der gewünsch
ten Fahrweise und dgl. mehr.
Insgesamt ergibt damit die Steuervorrichtung
eine wesentlich differenziertere Betätigung des Kick
downs, die weitgehend unabhängig von der üblichen star
ren Betätigung: Kickdown-Schalter ein/aus ist.
Claims (6)
1. Steuervorrichtung für ein Automatikgetriebe in einem Kraft
fahrzeug, bei der die Umschaltpunkte des Stufengetriebes ab
hängig von der Motorlast oder der Fahrpedalstellung und der
Fahrgeschwindigkeit bestimmt werden,
wobei die Umschaltpunkte zu höheren Geschwindigkeiten ver schoben werden, wenn eine oder mehrere der folgenden Bedin gungen erfüllt sind:
wobei die Umschaltpunkte zu höheren Geschwindigkeiten ver schoben werden, wenn eine oder mehrere der folgenden Bedin gungen erfüllt sind:
- a) Überschreiten eines vorgegebener Motorlastschwellwertes
- b) Betätigung eines Fahrpedalschalters
- c) Überschreiten einer vorgegebenen Auslenkungsgeschwindig keit des Fahrpedals
und die Verschiebung wenigstens bei Vorliegen der folgenden
Bedingung wieder aufgehoben wird:
- d) Überschreiten eines vorgegebenen Zeitintervalls seit Ver schiebung der Umschaltpunkte.
2. Steuervorrichtung für ein Automatikgetriebe in einem Kraft
fahrzeug, bei der die Umschaltpunkte des Stufengetriebes ab
hängig von der Motorlast oder der Fahrpedalstellung und der
Fahrgeschwindigkeit bestimmt werden,
wobei die Umschaltpunkte zu höheren Geschwindigkeiten ver schoben werden, wenn wenigstens die folgende Bedingung er füllt ist:
wobei die Umschaltpunkte zu höheren Geschwindigkeiten ver schoben werden, wenn wenigstens die folgende Bedingung er füllt ist:
- c) Überschreiten einer vorgegebenen Auslenkungsgeschwindig keit des Fahrpedals
und die Verschiebung wenigstens bei Vorliegen einer oder
mehrerer der folgenden Bedingungen wieder aufgehoben wird:
- d) Überschreiten eines vorgegebenen Zeitintervalls seit Ver schiebung der Umschaltpunkte
- e) Unterschreiten eines vorgegebenen Motorlastschwellwertes
- f) Über- oder Unterschreiten von vorgegebenen Motordrehzahl schwellwerten.
3. Steuervorrichtung für ein Automatikgetriebe in einem Kraft
fahrzeug, bei der die Umschaltpunkte des Stufengetriebes ab
hängig von der Motorlast oder der Fahrpedalstellung und der
Fahrgeschwindigkeit bestimmt werden,
wobei die Umschaltpunkte zu höheren Geschwindigkeiten ver schoben werden, wenn eine oder mehrere der folgenden Bedin gungen erfüllt sind:
wobei die Umschaltpunkte zu höheren Geschwindigkeiten ver schoben werden, wenn eine oder mehrere der folgenden Bedin gungen erfüllt sind:
- a) Überschreiten eines vorgegebenen Motorlastschwellwertes
- b) Betätigung eines Fahrpedalschalters
- c) Überschreiten einer vorgegebenen Auslenkungsgeschwindig keit des Fahrpedals
und die Verschiebung wenigstens bei Vorliegen der folgenden
Bedingung wieder aufgehoben wird:
- e) Unterschreiten eines vorgegebenen Motorlastschwellwertes und
- f) Über- oder Unterschreiten von vorgegebenen Motordrehzahl schwellwerten.
Priority Applications (3)
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| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE3139838A DE3139838C2 (de) | 1981-10-07 | 1981-10-07 | Steuervorrichtung für ein Automatikgetriebe in einem Kraftfahrzeug |
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