DE3022112C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines farb
lich gemusterten metallischen Verbundmaterials gem. dem Oberbe
griff des Patentanspruchs 1 sowie ein nach diesem Verfahren her
gestelltes Verbundmaterial.
Es ist bekannt, insbesondere Alu-Folien, -Granulat oder -Pulver
durch Kaltwalzen, Warmtiefziehen oder Extrudieren, durch Form
pressen und anschließendes Extrudieren sowie durch Formpressen
in einer inerten Atmosphäre und anschließendem Sintern zu einem
Verbundmaterial mit einer regelmäßig gemusterten Oberfläche mit
einander dauerhaft zu verbinden und die Oberfläche mittels ano
discher Oxidation einzufärben oder in ihren Poren zu füllen und
die Oberfläche anschließend auf Hochglanz zu polieren; vgl. US-
PS 39 63 589.
Solche Farbschichten sind extrem dünn, sie liegen
in aller Regel im µ-Bereich, so daß bei einer formverändernden
Weiterverarbeitung eines solchen Verbundmaterials eine solch
dünne Farbschicht sofort wieder zerstört wird. Dieses Verbund
material kann daher nur durch Stanzen in die gewünschte End
form, z. B. in ein Uhrengehäuse gebracht werden, oder muß vor
der anodischen Oxidation bereits die gewünschte Form, beispiels
weise die Form eines Manschettenknopfes aufweisen, andernfalls
das erzeugte Farbdekor zerstört wird.
Es ist auch bekannt, Verbundwerkstoffe aus Edel- und anderen
Metallen und deren Legierungen zur Herstellung von Schmuckwa
ren, Schmuckelementen, modischen Accessoires und handwerklichen
Produkten, wie Armbänder, Armbänder für Uhren, Feuerzeuge, Bro
schen, Schließen, Füllfederhalter, Zigarettenetuis, Anhänger,
Krawattennadeln, Manschettenknöpfe u. ä., im Einlegeverfahren,
durch Löten oder Kleben miteinander zu verbinden.
Das Einlegeverfahren ist wenig zufriedenstellend, da vielfach
Lücken oder kleine Spalte an den Berührungsflächen der zu ver
bindenden Metalle entstehen, die ein Lösen der zusammengefüg
ten Metalle voneinander begünstigen. Selbst wenn die Metalle
sich nicht voneinander lösen, so hat ein nach diesem Verfah
ren hergestelltes Verbundmaterial doch den Nachteil, daß sich
in den Lücken leicht Fremdkörper wie Staub, Schmutz u. ä. ab
setzen können, worunter das Aussehen der aus solchem Verbund
material gefertigten Endprodukte erheblich leidet, was aus
Gründen der Ästhetik unerwünscht ist.
Auch das Lötverfahren und das Verkleben erfüllt nicht die Er
wartung, da der jeweilige Lötstoff bzw. der Kleber unweiger
lich an den Berührungsflächen der miteinander zu verbindenden
Metallteile etwas austritt, also von außen sichtbar wird. Hier
durch werden angestrebte Farbgebungen des Verbundmaterials be
einträchtigt.
Auch lassen sich mit dem zuvor genannten Verfahren nur wenige
Metalle zu Verbundmaterial verarbeiten, so daß zwar Verbund
material mit einfachen Farbzusammenstellungen auf dem Markt
zu haben ist, Verbundmaterial mit vielschichtigen Farbkombina
tionen aber nicht erhältlich ist.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, unter Meidung der ange
führten Mängel ein Verfahren zur Herstellung eines Verbund
materials sowie ein Verbundmaterial zu schaffen, das mit ge
ringem fertigungstechnischen Aufwand und kostengünstig her
stellbar ist und sowohl hinsichtlich der Farbgebung als auch
der Strukturierung bisher nicht erzielbare Effekte ermöglicht
sowie diese auch bei einer formgebenden Weiterverarbeitung des
Verbundmaterials dauerhaft beibehalten werden.
Ausgehend von einem metallischen Verbundmaterial der eingangs
genannten Art wird diese Aufgabe für das Verfahren durch die
kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs 1 und für das Ver
bundmaterial durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentan
spruchs 7 gelöst.
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteran
sprüchen.
Als Ausgangswerkstoff für das erfindungsgemäße Verbundmaterial
dienen also mehr als zwei Metalle unterschiedlicher Färbung in
Form von Pulver, Granulaten, Stäben, Plättchen oder Spänen u. ä.,
die in einen Metallbehälter mit vorzugsweise höherem Schmelz
punkt als den metallischen Ausgangswerkstoffen gefüllt werden,
der beispielsweise auf seiner Innenwandung ein die Verformung
begünstigendes Schmiermittel aufweisen kann. Der Metallbehäl
ter wird anschließend vakuumverschlossen und durch Warmwalzen,
Warm-Extrudieren, Extrudieren unter hydrostatischem Druck,
Warmziehen u. ä. bis auf mehr als 30% seines ursprünglichen
Volumens reduziert, wobei die aneinanderstoßenden Metallteile
der Ausgangswerkstoffe in Metallbehältern metallurgisch mitein
ander verbunden werden. Nach dem Abnehmen des Metallbehälters
durch Beizen, Schleifen, oder mit Hilfe eines spanabhebenden
Verfahrens, verbleibt ein Verbundmaterial, dessen Oberfläche
infolge der während der Bearbeitungsvorgänge und der Hitze ent
stehenden Bearbeitungs- oder Fließspuren eine vielschichtige
Musterung verschiedenster Farbkombinationen aufweist. Das auf
diese Weise erhaltene Verbundmaterial kann noch einem Satinie
rungs- oder Mattierungsverfahren unterzogen werden, um eine
matte Oberfläche zu erreichen, bei der die farblichen Kontraste
besser zur Geltung kommen.
Durch die Volumenreduzierung auf mehr als 30% werden alle Aus
gangswerkstoffe vollständig miteinander zu dem gewünschten Ver
bundmaterial metallisch verbunden, so daß Verschiebungen oder
ein Ablösen der Komponenten auch dann nicht vorkommen kann,
wenn das Verbundmaterial starken Beanspruchungen, wie z. B.
bei nachfolgenden Verformungsverfahren unterworfen wird.
Darüber hinaus hat das Verbundmaterial in seinem modischen
Aussehen einen inhärenten dekorativen Effekt erhalten und
läßt sich ohne Aufwand und mit geringen Kosten herstellen.
Die Erfindung ist nachstehend anhand eines in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiels erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung, teilweise im Schnitt,
eines Metallbehälters in Form eines Zylinders, der mit metallischen Ausgangsstoffen
unterschiedlicher Färbung gefüllt ist,
Fig. 2 eine Fig. 1 entsprechende Darstellung, in der der mit
Metallstoffen gefüllte Zylinder zusammengedrückt ist und
Fig. 3 perspektivisch einen nach dem erfindungsgemäßen Verfah
ren hergestellten Verbundwerkstoff.
Die Herstellung eines in Fig. 3 dargestellten Verbundmaterials
in Form eines Rohlings (R) wird nachstehend unter Hinweis auf die
Zeichnungen anhand von drei Beispielen im einzelnen beschrieben.
18 K Goldlegierungspartikel (75% Au-25% Cu) mit rötlicher
Färbung, 18 K Goldlegierungspartikel (75% Au-20% Pd-
5% Ag) weißlicher Färbung und 18 K Goldlegierungspartikel
(75% Au-17% Ag-8% Cu) gelblicher Färbung - die Pro
zentangaben sind Gewichtsprozente - dienen als Ausgangsma
terial.
Die in Fig. 1 mit P bezeichneten Partikel dieser 18Gold
legierungen haben einen Durchmesser von 1 bis 3 mm. Die Le
gierungen wurden zu gleichen Teilen vermischt und das Ge
misch wurde dann in einen an einer Stirnseite geschlossenen
zylindrischen Behälter 1 aus Fließstahl gefüllt, vgl. Fig. 1.
Dieser zylindrische Behälter ist 50 mm lang, der lichte Durch
messer beträgt 30 mm und die Wandstärke 2 mm. Der Innendruck
im Metallbehälter wurde auf 10-5 Torr evakuiert und dieser Druck
durch vakuumdichtes Verschließen des
Metallbehälters aufrechterhalten.
Der nunmehr verschlossene Behälter wurde auf eine Temperatur
von 750°C erhitzt und dreimal im Warmwalzverfahren zwecks
Überführung in die in Fig. 2 gezeigte Form gewalzt. Der Metallbe
hälter wurde anschließend in ein verdünntes Schwefelsäurebad
eingetaucht, damit sich der Behältermantel von dem darin be
findlichen Metall löst. Die nunmehr von ihrer Umhüllung, näm
lich dem Behälter, befreite Goldlegierung wurde einer Wärme
behandlung von 750°C unterworfen und anschließend
siebenmal warmgewalzt, so daß sie auf 20% ihrer ursprüng
lichen Dicke reduziert wurde. Das Verbundmaterial R
einer gesinterten Goldlegierung hat
nunmehr die in Fig. 3 gezeigte Dicke.
Bei dem nach diesem Verfahren erzielten Verbundmaterial sind die
drei unterschiedlichen Goldlegierungen in Teilchenform voll
ständig metallurgisch an ihren jeweiligen Berührungsflächen
miteinander verbunden. Das Verbundmaterial weist ferner
ein vielseitiges Dekor in verschiedenen Farbzusammenstel
lungen auf, das das beim Warmwalzen entstandene Fließgebilde
wiederspiegelt.
Das Ausgangsmaterial für das Verbundmaterial bestand hier
aus Plättchen aus rostfreiem, weißlichem Stahl (Japanische Normbezeich
nung SUS 385) und aus reinen Kupferplättchen roter Farbe.
Hieraus wurde zu gleichen Teilen ein Gemisch hergestellt.
Das Gemisch wurde in eine Form gefüllt, deren Aufnahmeraum
50 mm lang, 100 mm breit und 10 mm tief war. Die Metallplätt
chen wurden nunmehr unter Druck von 30 kg/mm2 zu einem festen
Teil gesintert. Dieses feste Teil wurde in einen kastenförmi
gen Behälter aus weichem Stahl mit einer Wandstärke von 5 mm
gelegt. Der Innenraum des Behälters hatte die Abmessungen
100 mm Breite, 50 mm Länge und 9 mm Tiefe. Der Behälter wurde
nunmehr vakuumverschlossen. Anschließend wurde der Behälter
auf 900°C erhitzt und durch zweimaliges Warmwalzen auf 30%
seiner ursprünglichen Dicke reduziert. Der gewalzte Behälter
wurde dann in ein verdünntes Schwefelsäurebad zwecks Ent
fernen des Behälters getaucht. Nach diesem Ätzvorgang war
das Verbundmaterial fertig. Der Vorgang wur
de so ausgeführt, daß die Stahlplättchen und die Kupfer
plättchen an ihren jeweiligen Berührungsflächen vollständig
metallisch miteinander verbunden waren. Infolge der beim Warm
walzen auftretenden Fließspuren erhielt die Oberfläche des
Verbundmaterials ein neuartiges dekoratives Muster, das auf
der Farbkombination beruht.
Das auf diese Weise hergestellte Verbundmaterial kann im Kaltwalz
verfahren zu Platten mit einer für die praktische Verwendung
geeigneten Dicke gewalzt werden.
Das nach dem Beispiel 1 hergestellte Verbundmaterial aus
drei verschiedenen Goldlegierungen wurde nunmehr geschwabbelt
und in einem bekannten Trommelverfahren satiniert, um eine
matte Oberfläche zu erzielen. Auf diese Weise konnte eine
auffallende Änderung in der Tönung des Dekors im Verbundmaterial
erzielt werden. Die Mattierung kann auch durch andere bekann
te Verfahren erreicht werden, beispielsweise durch Ätzen
oder durch spanabhebende Verfahren, wie Diamantschleifen.
Außer den in den vorgenannten Beispielen aufgeführten Metal
len können als Ausgangsmaterial auch andere Metalle ver
wendet werden. Für einen weißlichen Ton eignen sich Flußstahl,
Nickel und Nickellegierungen, Aluminium und Aluminiumlegie
rungen, Titan und Titanlegierungen, Kupfernickellegierungen,
Monel-Metall, Alpaca, also Nickel-Silberlegierungen, Silber
und Silberlegierungen u. ähnl. Als Ausgangsmaterial im Gelb
ton eignet sich Gold, Messing, Aluminiumbronze; als Ausgangs
material mit rötlicher Färbung dagegen reines Kupfer, niedrig
legiertes Kupfer und ähnl.
Das erfindungsgemäße metallische Verbundmaterial weist erhebliche
Vorteile auf, da die einzelnen Metallbestandteile metallurgisch
fest miteinander verbunden sind, so daß Verschiebungen oder
ein Ablösen der Komponenten auch dann nicht vorkommen kann,
wenn das Verbundmaterial starken Beanspruchungen, wie bei nachfolgenden
Verformungsverfahren, unterworfen wird.
Darüber hinaus weist das Verbundmaterial im modi
schen Aussehen einen inhärenten dekorativen Effekt auf und
läßt sich ohne Aufwand mit geringen Kosten herstellen.
Claims (7)
1. Verfahren zur Herstellung eines metallischen Verbund
materials für Schmuck- und ähnliche Waren unter Anwen
dung einer mechanischen Behandlung zwecks Erzeugung von
Materialfließspuren der sich verbindenden Materialkompo
nenten, gekennzeichnet durch folgende Ver
fahrensschritte:
- a) Einbringen mindestens zweier Metall in Form von Par tikeln, Plättchen, o. ä. unterschiedlicher Färbung in einen Metallbehälter,
- b) anschließendes Evakuieren und vakuumdichtes Verschlie ßen des Metallbehälters,
- c) Reduzieren der ursprünglichen Stärke des die Metalle umfassenden Metallbehälters bis auf weniger als 30% durch Warmwalzen zum Zwecke der Verformung und der metallurgischen Verbindung der Metalle an ihrem beim Warmwalzen entstehenden jeweiligen Berührungsflächen und
- d) Ablösen des Metallbehälters zwecks Aufbringung des ein den unregelmäßigen Bearbeitungs- oder Fließspuren ent sprechendes, dekoratives Muster unterschiedlicher Tönung aufweisenden Verbundmaterial-Rohlings.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß der Rohling nach dem Ablösen des Behälters ei
ner weiteren Warmbehandlung unterworfen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die Metalle vor Einbringung in den Behälter in
einer Form gesintert werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die Oberfläche des Verbundmaterial-Rohlings
nach Abnehmen des Behälters mattiert wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die Metalle in einer vorbestimmten Partikelkon
figuration verwendet werden.
6. Metallisches Verbundmaterial, hergestellt nach den Merk
malen der Patentansprüche 1-5, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Verbundmaterial (R) aus mindestens
zwei Metallen (P) unterschiedlicher Färbung besteht, die
an ihren jeweiligen, durch Warmwalzen entstandenen Fließ
gebilden als Berührungsflächen zwecks Bildung eines dauer
haften, dekorativen Dekors metallurgisch miteinander ver
bunden sind.
7. Verbundmaterial nach Anspruch 6, dadurch gekenn
zeichnet, daß es eine
mattierte Oberfläche besitzt.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| JP54083746A JPS6036354B2 (ja) | 1979-07-02 | 1979-07-02 | 装飾部品用金属複合材の製造法 |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE3022112A1 DE3022112A1 (de) | 1981-01-08 |
| DE3022112C2 true DE3022112C2 (de) | 1988-10-06 |
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ID=13811087
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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Country Status (5)
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| GB (1) | GB2055901B (de) |
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- 1980-06-26 FR FR8014587A patent/FR2460744A1/fr active Granted
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