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Die Erfindung betrifft ein dreh- oder schwenkbar gelagertes Sperrelement für das Riegelwerk von Tresor- oder Wertbehältertüren, welches in Schließstellung als Anschlag für einen Gegenanschlag insbesondere eines mit einer Bolzenschiene od. dgl. verbundenen Sperrschaftes dient.
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Die Sicherung von Riegelwerken mit Hilfe von Sperrelementen ist beispielsweise aus der DE-PS 21 38 537 bekannt. Die zugehörigen Riegel können nur geöffnet werden, wenn die Sperrelemente eines solchen Riegelwerkes zuvor durch entsprechende Betätigung zugehöriger Schlösser in die richtige Öffnungsstellung gebracht sind. Dabei sind diese Sperrelemente dreh- oder schwenkbar angeordnet und bilden in Schließstellung einen Anschlag z. B. für einen Sperrnocken eines mit der Bolzenschiene der Türe verbundenen Sperrschaftes.
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Die bekannten Sperrelemente haben einen Lagerpunkt sowie einen Eintritt für den Sperrnocken. Im Falle eines Angriffes auf ein solches Riegelwerk kann die Funktion des Sperrelementes also durch einen einzigen Durchbruch, sei es an der Stelle seiner Lagerung, sei es im Bereich des Sperrnockens, außer Kraft gesetzt werden. Dies geht mit modernen Mitteln verhältnismäßig schnell, so daß die Widerstandszeit einer solchen Türe zu gering ist. Dabei gilt dies sowohl für Sperrelemente für den Schlössern zugeordnete Sperrpunkte als auch für solche einer Notverriegelung. Zur Erhöhung der Widerstandszeit von solchen Türen hat man nämlich Notverriegelungen vorgesehen, die die Bolzenschiene sperren sollen, wenn ein Angriff auf ein Schloß erfolgt. Die Widerstandszeit der Türe wird jedoch dann nicht erhöht, wenn der Angriff gegen das Sperrelement gerichtet wird. Auch eine Verstärkung des Materiales der Türe bringt keine nennenswerte Abhilfe, erhöht jedoch die Kosten und den Montageaufwand.
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Es besteht deshalb die Aufgabe, ein Sperrelement der eingangs erwähnten Art mit möglichst einfachen Mitteln so auszubilden, daß die Widerstandszeit erhöht wird.
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Die Lösung dieser Aufgabe besteht darin, daß das Sperrelement wenigstens zwei Lagerstellen und wenigstens zwei mit entsprechenden Gegenanschlägen zusammenwirkende Sperrnocken od. dgl. aufweist. Auf diese überraschend einfache Weise kann die Widerstandszeit erheblich erhöht werden, weil ein Durchbruch im Bereich eines Sperrnockens oder einer Lagerstelle das Sperrelement noch nicht außer Funktion setzt. Je nach erwünschter Widerstandszeit können also entsprechend viele Lagerstellen und Sperrnocken vorgesehen werden, die eine entsprechend große Anzahl von Durchbrüchen zum Erbrechen der Türe notwendig machen würden. Dabei hat die Anordnung von Sperrnocken an dem Sperrelement den zusätzlichen Vorteil, daß dessen Festigkeit nicht durch einen Durchbruch für den Eintritt des Gegennockens geschwächt ist. Gleichzeitig ist dadurch eine Ausgestaltung der Sperrscheibe möglich, die auch deren Verschwenkung bei Offenstellung der Bolzenschiene ohne Schwächung der Scheibe erlaubt, was bei den herkömmlichen Sperrelementen mit Durchbruch nicht möglich ist, weil diese für eine solche Verschwenkung ein Fenster parallel zum Rand der Scheibe benötigen. Es stellt deshalb eine eigene schutzwürdige Ausgestaltung der Erfindung dar, daß der oder die Sperrnocken auf einer Seite des Sperrelementes angeordnet sind und mit den entsprechenden Gegennocken zusammenwirken.
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Die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Sperrelementes weicht also von den herkömmlichen Sperrelementen ganz erheblich ab, indem der übliche Eintritt für den Gegennocken vermieden und durch einen eigenen Sperrnocken ersetzt wird, der zur Vergrößerung der Widerstandszeit ebenso wie die Gegennocken mehrfach vorgesehen werden kann, während bei einer Sperrscheibe mit Einschnitten auch für mehrere Gegenanschläge die Scheibe in nachteiliger Weise umso mehr geschwächt würde.
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Bei einer Ausführungsform eines Sperrelementes mit einer zentralen Lagerung für seine Verschwenkung ist es vorteilhaft, wenn die zusätzlichen Lagerbolzen od. dgl. durch bogenförmige Langschlitze des Sperrelementes greifen. Dadurch lassen sich eine oder mehrere zusätzliche Lagerstellen problemlos anbringen und stören auch nicht die Funktion des Sperrelementes, zumal diese zusätzlichen Lagerbolzen und die Langschlitze gegeneinander ein großzügiges Spiel haben können. Selbst wenn der zentrale Lagerbolzen entfernt wird, kann ein Riegelwerk bei einer solchen Konstruktion noch nicht geöffnet werden, weil die zusätzlichen Lagerbolzen das Sperrelement noch in seiner Position halten.
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Es ist auch möglich, alle Lagerbolzen od. dgl. auf Kreisbögen um den zentralen Schwenkpunkt anzuordnen und durch entsprechende bogenförmige Langschlitze greifen zu lassen. In diesem Falle würde ein zentraler Lagerbolzen eingespart. Würde in einem solchen Falle ein Angriff auf die Stelle gerichtet, wo ein zentraler Lagerbolzen in der Regel vorhanden ist, ginge dieser Angriff zunächst ins Leere.
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Zweckmäßig ist es, wenn die Sperrnocken in Schwenkrichtung nebeneinander angeordnet sind. Bei mehr als zwei Sperrnocken kann es jedoch vorteilhaft sein, wenn diese Sperrnocken teilweise auch radial hintereinander liegend angeordnet sind, wobei der Abstand der Sperrnocken etwa der Ausdehnung der Gegennocken entspricht, damit die verschiedenen Nocken und Gegennocken auch kammartig aneinander vorbeigeführt werden können und zwar sowohl bei einer Öffnungs- und Schließbewegung des Sperrschaftes relativ zu dem Sperrelement als auch bei dessen Verschwenkung relativ zu dem Sperrschaft.
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Die Sicherheit des Sperrelementes gegen Zerstörung durch Durchbrüche und die Widerstandszeit werden weiter erhöht, wenn das an dem Sperrelement angebrachte Betätigungsglied für seine Verschwenkung eine Ausdehnung hat, die dem Gesamtquerschnitt der vorgesehenen Sperrnocken bzw. der Lagerstellen oder -bolzen etwa entspricht. Dadurch wird erreicht, daß auch an dieser Stelle die Widerstandszeit entsprechend erhöht wird.
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Insbesondere bei Kombination einzelner oder mehreren der vorbeschriebenen Merkmale und Maßnahmen ergibt sich ein Sperrelement für jeweils Schlössern zugeordnete Sperrpunkte oder für eine Notverriegelung, welches die gewünschte erhöhte Widerstandszeit gegen Angriffe aufweist, wobei die Möglichkeit gegeben ist, diese Widerstandszeit nahezu beliebig zu steigern.
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Nachstehend ist die Erfindung mit ihren ihr als wesentlich zugehörenden Einzelheiten anhand der Zeichnung noch näher beschrieben. Es zeigt
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Fig. 1 eine teilweise im Längsschnitt gehaltene Seitenansicht eines Sperrelementes mit seinem Betätigungsglied und dem mit ihm zusammenwirkenden Ende eines Sperrschaftes,
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Fig. 2 eine Draufsicht des Endes des Sperrschaftes mit dem Sperrelement in blockierter Position sowie
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Fig. 3 eine der Fig. 2 etwa entsprechende Darstellung, jedoch gemäß der Schnittlinie III-III in Fig. 1, wobei sich das Sperrelement und der Sperrschaft in Öffnungsstellung befinden.
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Ein Sperrelement 1 für ein nicht näher dargestelltes Riegelwerk von Tresor- oder Wertbehältertüren ist schwenkbar auf einem Lagerbolzen 2 gelagert. Dieses Sperrelement 1 dient in der in Fig. 2 dargestellten Schließstellung als Anschlag für einen mit einer Bolzenschiene od. dgl. der Tresor- oder Wertbehältertür verbundenen Sperrschaft 3, dessen hinteres Ende man in den Figuren erkennt, während das entgegengesetzte Ende an der erwähnten Bolzenschiene in bekannter Weise angreift. Im Ausführungsbeispiel unterhalb des Sperrelementes ist dessen Betätigungselement 4 angeordnet, an welchem zur Durchführung der Schwenkbewegung ein entsprechender, mit nicht näher dargestellten Schlössern verbundener Schaft oder Holm 5 angreift. Man erkennt vor allem in den Fig. 2 und 3, daß das Betätigungselement 4 eine an seinen Seitenflächen ballige Form hat und der Schaft 5 oder Holm eine ebenfalls ballige Anlagefläche 6 für dieses Betätigungselement 4 hat. Eine geradlinige Bewegung des Schaftes 5 gemäß dem Doppelpfeil Pf 1 bewirkt dann eine Verschwenkung des Sperrelementes 1 um dessen zentralen Lagerbolzen 2, wobei die balligen Flächen des Schaftes 5 und des Betätigungselementes 4 aufeinander abrollen können.
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Man erkennt in den Figuren, daß das Sperrelement 1 mehr als eine Lagerstelle und auch mehr als einen mit entsprechenden Gegenanschlägen 7 zusammenwirkenden Sperrnocken 8 aufweist. Je nach erwünschter Widerstandszeit können entsprechend viele Lagerstellen und Sperrnocken vorgesehen werden, so daß zum Erbrechen einer derartig gesicherten Türe entsprechend viele Durchbrüche mit einem entsprechenden Zeitaufwand notwendig wären. Im Ausführungsbeispiel sind außer dem Lagerbolzen 2 drei weitere Lagerbolzen 9 vorgesehen, wobei diese zusätzlichen Lagerbolzen 9 durch bogenförmige Langschlitze 10 des Sperrelementes 1 greifen. Dadurch ist die Verschwenkung des Sperrelementes 1 trotz dieser außerhalb des eigentlichen Schwenkpunktes sitzenden zusätzlichen Lagerstellen möglich. Wollte man im Ausführungsbeispiel durch einen Angriff auf die Lagerung das Sperrelement 1 unwirksam machen, müßten insgesamt vier Durchbrüche durchgeführt werden. Bei einer Tresor- oder Wertbehältertüre sind nun in der Regel mehrere Sperrelemente 1 an dessen Riegelwerk verteilt, so daß die Widerstandszeit einer solchen Türe beträchtlich gesteigert werden kann.
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Die Sperrnocken 8 sind in Schwenkrichtung nebeneinander angeordnet, wobei jedoch im Ausführungsbeispiel insgesamt vier solche Sperrnocken 8 vorgesehen sind, die dann auch teilweise radial hintereinander liegen. Das gleiche gilt für die Gegennocken 7 und der Abstand jeweils zwischen diesen Nocken ist gemäß den Fig. 2 und 3 etwa so groß wie die Ausdehnung dieser Nocken, so daß sie kammartig aneinander vorbeigeführt werden können. Dies gilt sowohl für eine Schwenkbewegung des Sperrelementes mit seinen Sperrnocken 8 relativ zu den Gegennocken 7 des Sperrschaftes 3 in oder aus der Lage gemäß Fig. 2 als auch für eine Verschiebebewegung des Sperrschaftes 3 relativ zu dem Sperrelement, die in der in Fig. 3 dargestellten Position möglich ist.
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Das schon erwähnte Betätigungselement 4 hat dabei eine Ausdehnung, die etwa dem Gesamtquerschnitt der vorgesehenen Sperrnocken oder der Lagerstellen bzw. Lagerbolzen 2 und 9 entspricht. Dies erhöht die Sicherheit, weil auch ein Angriff gegen das Sperrelement nicht mit einem einzigen Durchbruch erfolgreich sein kann.
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Die Sperrnocken 8 sind auf einer Seite 11 des Sperrelementes 1 angeordnet und wirken mit den entsprechend angeordneten Gegennocken 7 zusammen, so daß Durchbrüche im Sperrelement für den Eintritt von Gegennocken und damit eine Schwächung des Sperrelementes 1 vermieden werden. Die gemäß Fig. 1 zahnartig gegeneinander und ineinander greifenden Sperr- und Gegennocken 7 und 8 können dabei entsprechend robust dimensioniert werden.