DE2918940C2 - Festes Ionenleitermaterial, seine Verwendung und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents
Festes Ionenleitermaterial, seine Verwendung und Verfahren zu seiner HerstellungInfo
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Description
1.,, OjS-V^
enthält oder daraus besteht.
3. Ionenleitermaterlal nach A.Rspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß es Verbindungen der Formel
I, Oix^
3D
enthält oder daraus besteht.
4. Verwendung eines Ioncn?,-Jtermaterials nach einem der Ansprüche 1 bK 3 in einer galvanischen
Zelle.
5. Verfahren zur Herstellung fester Ionenleiterma- .«
terlalien (Elektrolyte) auf Basis von Lithium- bzw.
Natriumverbindungen, welche mit ihrem Alkallmetall im thermodynamischen Gleichgewicht stehen,
und die der allgemeinen Formel nach Anspruch 1 entsprechen, wobei zwei oder mehr binäre Lithium-
bzw. Natriumverbindungen mit entsprechenden und gegebenenfalls verschiedenen Anionen miteinander
in solchen Mengen und so lange umgesetzt werden, bis sich ein phasenreines Produkt gebildet hat.
dadurch gekennzeichnet, daß das Anion aus einem oder mehreren Elementen der Gruppe Stickstoff,
Phosphor, Arsen, Sauerstoff, Schwefel, Selen, Tellur, Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom oder Jod gebildet Ist
und gegebenenfalls binäre Verbindungen umgesetzt werden, die miteinander strukturell verschiedene 5»
ternäre Phasen bilden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß eis erste binäre Verbindung Li2O und
als zweite binäre Verbindung LiH, LlF, LlCI, LlBr oder LiJ verwendet wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß Lithiumnitrid und Llthlumhalogenid in
dem der gewünschten Zusammensetzung entsprechenden molaren Anteil unter Inertgas innig
vermischt, das Gemisch unter einem Druck von mindestens 50 MPa verpreßt, der Preßling in Stickstoffatmosphäre
rasch aus 460 bis 550° C erhitzt und danach Im Falle von LlCI bei 350 bis 450° C, Im
Falle von LlBr bei 330 bis 430° C und Im Falle von
LiJ bei 200 bis 35O0C getempert wird bis die Reak- <>5
tion beendet ist.
8. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekenn-' zeichnet, daß Lithiumoxid und Lithlumhalogenld
oder/und Lithiumhydrid in den der gewünschten Zusammensetzung entsprechenden molaren Anteilen
unter Inertgas innig vermischt werden, das Gemisch unter einem Druck von mindestens 50 MPa verpreßt
wird und der Preßling bei einer Temperatur, die 10 bis 150"C unterhalb des Schmelzpunktes der am'
tiefsten schmelzenden Komponenten liegt, getempert wird, bis die Reaktion beendet Ist.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 -ois 8,
dadurch gekennzeichnet, daß das Verpressen bei Drücken zwischen 90 und etwa 120 MPa durchgeführt
wird.
10. Verfahren nach Anspruch 5 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Lithiumnitridbildung in situ
durchgeführt wird, wobei Llthiumhalogenid und Lithiummetall im gewünschten molaren Verhältnis
gemischt und unter Stickstoff erhitzt werden, bis der
Stickstoff druckkonstant bleibt.
11. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß man bei einem Stickstoffpartlaldruck zwischen i und 100 kra und einer Temperatur
zwischen 150 und 500° C umsetzt.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet,
daß man bei einer Temperatur zwischen 180 bis 230° C umsetzt.
13. Verfahren nach Anspruch 5 zur Herstellung
fester lonenleitermiiterialien in Form sehr dünner
Schichten, dadurch gekennzeichnet, daß man entweder
a) die binären Lithium- oder Natriumverbindungen in den gewünschten molaren Verhältnissen auf
ein Elektrodenmaterial aus Lithium- bzw. Natriummetall oder einer Legierung oder Intermetallischen
Verbindung davon aufdampft und dort durch Erhitzen zur Reaktion bringt oder
b) Lithium bzw. Natrium oder eine lithium- oder natriumhaltige Elektrode mit einem Gasgemisch
aus H2, O2, N2, F2, Cl2, Br2,12, oder H2O, H2S,
H2Se, H2Te, NH3, PH3, AsH1, HF, HCl, HBf,
HI oder mit Lösungen dieser Gase reagieren läßt oder
c) auf Lithium bzw. Natrium oder lithiumhaltigen bzw. natrlumhaltlgen Elektroden elektrochemische
Abscheidung oder Zersetzungsreaktionen durchführt, welche zur Bildung der binären
Verbindungen führen.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet,
daß als elektrochemische Abscheldungs- oder Zersetzungsreaktion die elektrolytische Zersetzung
einer Lösung eines oder mehrerer Lithiumsalze oder Natriumsalze In Propylencarbonat verwendet
wird.
15. Verfahren nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß die dünnen Schichten auf
einem keramischen Trägermaterial erzeugt werden.
Die Erfindung betrifft neue feste lonenleltermaterlallen
auf Lithium- bzw. Natriumbasis sowie ein Verfahren zur Herstellung dieser festen Lithium- bzw. Natrlumionenleltermateriallen
und deren Verwendung In galvanischen Zellen.
Für eine technologische Nutzung kommen als feste Ionenlelter Insbesondere Verbindungen der Alkalime-
talle Lithium und Natrium in Betracht. Wegen des
geringen Äquivalentgewichtes und des starken elektropositiven Charakters dieser Metalle sind galvanische
Zellen herstellbar, die ein günstiges Verhältnis zwischen der gespeicherten Energie und dem Gewicht der Zelle
aufweisen. Bei gleichwertiger Leitfähigkeit und thermodynamischer Stabilität werden die Lithiumverbindungen
den Natriumverbindungen vorgezogen.
In galvanischen Zellen verwendbare Ionenleiter sollen die nachfolgenden Bedingungen erfüllen:
IO
1. Hohe ionische, bei vergleichsweise geringer elektronischer
Leitfähigkeit,
2. thermodynamische Stabilität gegenüber Elektrodenmaterialien mit hoher Lithium- bzw. Nalrlumaktivität
und
3. möglichst hohe thermodynamische Zersetzungsspannung.
Während der letzten Jahre wurde auf der Suche nach neuen lonenieitermsteriaHeri die Bedingung !. stets in
den Vordergrund gestellt. Na-Zi-Al2O3 und LVZJ-AI2O3
waren die ersten Verbindungen einer Reihe von Metallaten, Silikaten und Phosphaten des Natriums und
Lithiums, für die eine hohe Ionenleitfähigkeit gefunden wurde. Diese Verbindungen sind gekennzeichnet durch
ihre offenen Kristallstrukturen, die den Ionen Na+ bzw.
Li+ eine für die Ionenleitung ausreichende Zahl von
Defekten (Leerstellen oder Zwischengitterteilchen) bieten. Eine Vermehrung der Defekte und eine damit
verbundene Verbesserung der Leitfähigkeit wurden durch eine Substitution der einwertigen Alkalimetallionen
durch höherwertige Kationen (z. B. Zn2+, Mg2*)
erreicht.
Obwohl unter diesen strukturellen Aspekten eine Vielzahl von lonenleitenden Verbindungen hergestellt
werden konnte, blieb die Ausbeute an verwendbaren Ionenleitermaterialien gering, da die Bedingung 2.,
nämlich thermodynamische Stabilität gegenüber den Elektrodenmaterialien von den meisten Verbindungen
nicht erfüllt wurde. So sind Insbesondere viele Llthlumionenleiter,
wie z. B. Li-ZJ-Al2O3 oder Ll14Zi (GeO4 )4
gegen Lithiumelektroden als Anoden nicht beständig. Die Instabilität kann dabei auf einer Zersetzungsreaktion
von Lithium mit dem komplexen Anion (ζ. Β. GeO4*-) und/oder mit dem zudotierten Kation (z. B.
Zn2*) beruhen.
Für eine Anwendung von festen Ionenleitermaterialien In primären und sekundären Energiespeichern Ist
Bedingung 3., also eine hohe thermodynamische Zersetzungsspannung,
eine weitere wichtige Voraussetzung, da die Elektroden sich in der Aktivität der Komponente,
die elektrochemisch überführt wird (Lithium oder Natrium) deutlich unterscheiden müssen. Als
Kathoden kommen daher bevorzugt Übergangsmetall· oxide oder -sulfide In Frage. Die Zersetzungsspannung
des lonenlclters sollte dabei mindestens 2 V betragen. Auch diese Bedingung wird wird von vielen bekannten
Ionenleitern nicht erfüllt. Bekannte Materialien, die mit
Lithium bzw. Natrium Im thermodynamlschen Gleich- ''" gewicht stehen und dabei eine hohe Zersetzungsspannung
aufweisen, sind Insbesondere binäre Verbindungen dieser Alkalimetalle mit solchen Elementen, die
eine hohe Elektronegatlvltät aufweisen. Die Ionenleitfählgkelt
dieser Verbindungen, insbesondere die Oxide *5
und Halogenide, wie z. B. Li2O, LlF oder LlCl, Ist
jedoch bei technisch anwendbaren Temperaturen wegen einer manRelnden Zahl von Defekten sehr gering
(<W**25°C10* 'cm1)·
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, feste ionenleitende Lithium- oder Natriumverbindungen
herzustellen, welche die oben aufgeführten drei Bedingungen besser als die bisher bekannten festen Ionenleiter
erfüllen und welche neben einer hohen Ionenleitfähigkeit eine hohe thermodynamische Stabilität gegenüber
den Elektrodenmaterialien, insbesondere gegenüber Lithium und Natrium, und eine hohe Zersetzungsspannung aufweisen. Ferner bezweckt die Erfindung,
ein Herstellungsverfahren für derartige ionenleitende
Lithium- oder Natriumverbindungen mit den angegebenen Eigenschaften zu entwickeln. Schließlich ist es
Aufgabe der Erfindung, galvanische Zellen zu schaffen, welche die erfindungsgemäßen festen lonenleitenden
Materialien enthalten.
Diese Aufgabe wird durch die in den Patentansprüchen definierten festen Ionenleitermaterialien gelöst
sowie durch das dort angegebene Verfahren zur Herstellung der Ionenleitermaterialien (Elektrolyte) auf Basis
von Lithium- bzw. Natriumverbindungen, die mit ihrem Alkalimetall im thermodynamisclien Gleichgewicht
stehen und eine hohe Zersetzungsspannung aufweisen. Die Aufgabe wird weiterhin gelöst durch die
ebenfalls in den Patentansprüchen definierte Verwendung der festen Ionenleitermaterialien in galvanischen
Zellen.
Zur Herstellung der beanspruchten Verbindungen werden zwei oder mehr binäre Lithium- bzw. Natriumverbindungen,
die als Anion eines oder mehrere der Elemente Stickstoff, Phosphor, Arsen, Sauerstoff,
Schwefel, Selen, Tellur, Wasserstoff, Fluor, Chlor, Brom oder Jod enthalten und welche mit ihrem Alkalimetall
im thermodynamischen Gleichgewicht stehen, miteinander In solchen Mengen und so lange umgesetzt,
bis sich ein röntgenographisch phasenreines Produkt gebildet hat.
Durch die erfindungsgemäße Reaktion von zwei oder
mehreren binären Lithium- bzw. Natriumverbindungen, die mit dem jeweiligen Alkalimetall im thermodynamischer.
Gleichgewicht stehen, werden ionenleitende Verbindungen gebildet, welche die Bedingungen für
Ideale Ionenleiter Insgesamt besser erfüllen als die A usgangsverbi ndu ngen.
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabt wird welter gelöst durch neue Ionenleitermaterialien auf
Basis von Lithium- oder Natriumverbindungen, welche gekennzeichnet sind durch die allgemeine Formel
In der
A Lithium oder Natrium,
X Stickstoff, Phosphor oder/und Arsen,
Y Sauerstoff, Schwefel, Tellur odcr/unci Selen.
Z Wasserstoff oder/und Halogen und
H. v, w je eine Zahl von O bis I einschließlich bedeuten,
mit der Maßgabe, uaß nur eine der Zahlen (/, v, w den
Wert O annehmen kann.
Im Rahmen der Erfindung gelten als X, Y, Z auch
die Mischungen der angegebenen Elemente, die durch diese Symbole dargestellt werden sollen.
Bevorzugte Verbindungen der allgemeinen Formel entsprechen den Forrniln L!4_tNHal|.,, wobei Οζ.<<
1 gilt, und Ll4.3V-N,.vHal, wobei ebenfalls O sj.x ς 1 gilt.
Die erfindungsgemäße Umsetzung von binären Lithium- bzw. Natriumverbindungen kann entweder zu
einer Verbindung führen, die eine von den Ausgiingsvcrblndungen
unterschiedliche Kristallstruktur iiulwclsl.
oder zu einer Subsillullonsvcrblndung. in der die
Kristallstruktur einer Ausgungsvurhindung erhallen
bleibt. Beide Möglichkeiten werden im folgenden am Beispiel von Lithiumverbindungen erläutert. Wegen der
ahnlichen physikalisch-chemischen Eigenschuften verhalten sich entsprechende Natriumverbindungen
analog.
Es wird angenommen, daß sich die Erfindung durch
die folgenden thermodynamischen Überlegungen In Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen erklären
läßt. In dieser stellen dar:
Flg. 1 das ternäre Phasendiagramm des Systems A-X-Y.
Fig. 2 das Phasendiagramm der bisher allgemein vorgenommenen Substitution von A durch ein anderes
!\aiiün υ.
Fig. 3 ein Leitfählgkclisdlagramm für einige erflndungsgemälie
loncnleltcr, und
Fig. 4 ein Lcltl'ahigkcllsdiagramm für einen ;indcrcn
erflndungsgcmiillcn loncnlclter und seine binäre Ausgangs verbindung.
In dem in ('ig. I der beigefügten Zeichnung dargestellten
tcrnären Phasendiagramm des Systems A-X-Y seien A4X und A,Y die Α-reichsten Verbindungen der
binären Systeme A-X und A-Y. Beide stehen mit A thermodynamisch im Gleichgewicht. Die erfindungsgemäßen
Verbindungen liegen auf dem quasi-binären Schnitt Aj-A/Y. Diese stehen mit der reinen Komponente
A ebenfalls im Gleichgewicht, wenn keine an A reicheren Phasen im Dreieck A-A4X-A,Y existieren,
welche für die hier betrachteten Alkalimetalle bislang
nicht beobachtet wurden. Die Bedingung 2. ist damit erfüllt. Die gleiche Betrachtung gilt, wenn statt X oder
Y das Element Z steht oder dieses zusätzlich aufgenommen wird. Im Gegensatz dazu (Fig. 2) kann die
thermodynamische Stabilität mit der bisher im allgemeinen vorgenommenen Substitution von A durch ein
anderes Kation B nicht erreicht werden, wenn die Alkalimetallverbindung
AjX eine stärkere negative Gibbs'sche Bildungsenergie hat als die hinzugefügte
Phase B„X. In diesem Fall existiert ein 2-Phasenglelchgewicht
zwischen A4X und B. das die 3-Pha.scngcbicie
A. A,X. B und Λχχ B1nX. B voneinander trennt, so
daß die gebildete neue ternäre Phase nicht im Glcichgcwichi
mit A steht.
Jede der zwischen A1X und A, Y gebildeten Phasen
hat eine höhere Zersetzungsspannung als die geringste der beiden binären Systeme, da es anderenfalls nicht
zur Bildung der ternären Verbindung oder zur Löslichkeit kommen würde. Dieses läßt sich auch daraus ersehen,
daß stets von A ausgehende Geraden in Gibbs'sehen Dreieck existieren, die zuerst das mit A4X
oder A,Y im Gleichgewicht stehende 3-Phasengebiet mit geringster Α-Aktivität oder ein Gebiet mit noch
geringerer Aktivität schneiden, bevor sie das mit den neuen Phasen im Gleichgewicht stehende 3-Phasengebiet
passieren (W. Weppner. Chen Li-chuan und W. Piekarczyk. J. Am. Ceram. Soc.. zur Publikation eingereicht).
Je näher die ternäre Phase an der thermodynamisch stabileren Phase liegt, desto höher ist deren Zersetzungsspnnnung.
iramii Ist die ohägc Fordepjng 3. für
einen praktisch anwendbaren festen lonenlcitcr erfüllt,
da die /.crseUungsspannung in jedem !-'all die der thermodynamisch
am wenigsten stabilen binären Phase übersteigt- Auf diese Weise können auch mit wenig
stabilen Verbindungen tcrnarc Phasen erhalten werden,
die eine vielfach höhere Zersclzungsspannung aufweisen,
wie das Beispiel Ll1,N114CIn,, gezeigt hat (K Hartwig,
W. Weppner u. w'. Wlchclhaus, Mat. Res. Bull.
s Vol. 14, Heft 4 [1079I).
Da die für hohe loncnlcitung erforderliche hohe
Dcfcktkonzentratlon in den bisher bekannten binaren
Phasen nicht erfüllt ist, werden im Rahmen der Erfindung die Defekte durch die Löslichkeit einer Verbln-
Ki dung mit verschledenwertlgem Anion oder durch die
Bildung strukturell verschiedener ternärer Phasen erzeugt. Bei der Substitution mit anderen Anionen
werden etwa gleiche Defektkonzentrationen erzielt, wie sie bisher nur durch den Austausch der Kationen
\i erreicht wurden. Damit ist auch die Bedingung 1. für
ein geeignetes festes lonenleitermaterial grundsätzlich erfüllt. Zur Bildung neuer Phasen können, wie oben
schon erwähnt, auch Anionen gleicher Wertigkeit gewählt werden, falls sich eine strukturelle Fehlordnung
.1H ergibt.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der
l'.rflndung wird als erste binäre Verbindung Ll3N und
als /weite binäre Verbindung LlCI, LiBr oder LlI bzw. ein Gemisch davon verwendet. Im Rahmen der Erfin-
.'■> dung erwiesen sich nämlich die auf den quasl-blnärcn
Schnitten Ll3N-LiCI, Ll3N-LlBr und Ll3N-LlI liegenden
tcrnären Verbindungen als besonders geeignete feste lonenleitermateriallen hinsichtlich der Erfüllung der
Bedingungen 1. bis 3. Aus Naturwiss. 51, 534 (1964)
.«> sind dabei die Verbindungen Ll1N2Cl3, Ll11N3Cl2,
Ll6NBr3, Ll13N4Br, LI5NI2 und LI1O.UN3_,I (O^x^l),
Ihre Herstellung sowie teilweise Ihre Kristallstruktur
bekannt. Das erfindungsgemäße Verfahren, welches die generelle Herstellung von beständigen festen Ionenlel-
.»> tern mit hoher Zersetzungsspannung ermöglicht, ließ
sich daraus jedoch nicht herleiten.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Äusführungsiöfm
der Erfindung werden als erste binäre Llthiumverblndung Li2O und als zweite binäre Lithiumverbindung
4Ii mit anderen Anionen LlH, LlF, LiCI, LiBr oder LlI
verwendet. In diesem Fall handelt es sich um Substitutionsverbindungen,
bei denen eine Löslichkeit bis zu einem gewissen Anteil in festem Li2O vorliegt. Auch
die so erhaltenen Verbindungen stellen besonders geeig-
4> nclc loncnlcitcrmalerlallen gemäß den Bedingungen I.
bis 3. dar. Der gelöste Anteil hängt dabei sowohl von der lösenden als auch von der gelösten Llthlumverbindung
ab. Für die entsprechenden Natriumverbindungen gilt dies analog.
5ü Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform Jes
Verfahrens der Erfindung vermischt man Lithiumnitrid und Lithiumhalogenid In dem der gewünschten Zusammensetzung
entsprechenden molaren Anteil innig unter Inertgas, verpreßt das Gemisch unter einem Druck von
mindestens 50 MPa, erhitzt den Preßling in Stickstoffatmosphäre rasch auf 460 bis 550° C und tempert
danach bei Temperaturen zwischen 200 und 550° C, bis die Reaktion beendet ist. Dabei wird im Falle von LiCl
zweckmäßig bei 350 bis 450° C, im Falle von LiBr bei
w) 330 bis 430° C und im Falle von LiI bei 200 bis 3500C
getempert. Innerhalb der hier angegebenen Bereiche wird die Temperungstemperatur bei den lithiumhalogenidreichen
Verbindungen, insbesondere bei LlI, tiefer gewählt als bei den Li3N-relchen Verbindungen.
'■·'< F.lnc besonders günstige Ausführungsform dieses
Verfahrens stellt nach Art einer F.inlopfrcaklion i.ithiumnltrld
als eine der binären Ausgangskomponcnlcn gleichzeitig in situ aus den Elementen dar. Hierbei
werden Llthlumhalogenld und l.ithlummctall im
gewünschten molaren Verhältnis gemischt und unter
Stickstoff erhitzt, bis der Sllckstoffdruck konstant
bleibt. Anschließend wird, wie oben angegeben, unter Druck verpreßt, erhitzt und getempert. Ähnlich wie
oben für Lithiumnitrid und Llthlumhalogenld als binare Komponenten beschrieben, wird auch vorgegangen,
wenn sunjtelle von Lithiumnitrid Lithiumoxid verwendet und teste Lösungen oder Verbindungen von Llthlumhalogenld oder Lithiumhydrid In Lithiumoxid hergestellt werden sollen. In diesem Fall werden Lithiumoxid
und Llthlumhalogenld oder/und Lithiumhydrid In den der gewünschten Zusammensetzung entsprechenden
molaren Anteilen unter Inertgas Innig vermischt, das Gemisch wird unter einem Druck von mindestens 50
MPa verpreßt und der Preßling wird anschließend bei einer Temperatur, die 10 bis 150° C unterhalb des
Schmelzpunkts der am tiefsten schmelzenden binären Komponente liegt, getempert, bis die Reaktion beendet
1st.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung werden als Ltlhlumhalogenid die Einzelglieder Llthlumfluorld,
Lithlumchlorld, Lithlumbromld und Lithiumiodid oder Gemische davon verstanden. Gleiches gilt für die
entsprechenden Natriumverbindungen.
Der zum Verpressen des Gemisches von Lithiumnitrid und Lithlumhalogenld angewendete Druck kann
jeden technisch sinnvollen Wert über dem angegebenen unteren Grenzwert ausmachen. Bevorzugt werden
Drücke zwischen etwa 90 und etwa 120 MPa. Dauer und 'temperatur der Temperungsbehandlung hängen
von dem angewendeten Druck ab. Entspricht der Stickstoffdruck bzw. der Inertgasdruck dem Außendruck,
wird also kein erhöhter Druck angewendet, so verläuft die Umsetzung normalerweise in etwa 15 bis 25 Stunden, obwohl auch kürzere und längere Reaktionszelten
auftreten können. Das Ende der Umsetzung !Sßt sich
dadurch feststellen, daß das Reaktionsprodukt röntgenographisch als phasenrein Identifiziert wird. Die hierfür anzuwendende Dauer der Temperungsbehandlung
bei den verschiedenen anwendbaren Temperaturen läßt sich durch einfache Vorversuche leicht feststellen.
Bei erhöhtem Druck läßt sich die Dauer oder/und Temperatur der Temperungsbehandlung herabsetzen.
Im allgemeinen ist daher die Umsetzung bei erhöhten Drucken in einem Zeltraum zwischen 5 und 120 Minuten durchführbar, wobei Temperaturen zwischen etwa
100 und 430° C zur Anwendung kommen. Diese Ausführungsform des erflndungsgcrnOßen Verfahrens
läßt sich beispielsweise In einer Druck.slntcrpres.sc
durchführen. Dabei können Preßlinge beliebiger Form erhalten werden, beispielsweise Tabletten, Tiegel,
Rohre, Platten u. ä.
Die Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens, bei welcher ein Gemisch von metallischem
Lithium und Lithlumhalogenld verwendet wird, welches man mit Stickstoff erhitzt, läßt sich bei Temperaturen im Bereich von etwa 150 bis 500° C durchführen. Bevorzugt wird ein Bereich von 180 bis 230° C. Der
Stlckstoffpartialdruck sollte zwischen 1 und 100 kPa
liegen. Der Stickstoff kann in reiner Form oder Im Gemisch mit Inertgasen zur Anwendung kommen. Das
Ende der Umsetzung läßt sich dadurch erkennen, daß kein weiterer Stickstoff mehr aufgenommen wird, der
SlickstoiTdruck also konstant bleibt.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung der festen lonenleitermaleriallen in Form sehr dünner Schichten. Dieses Ist
dadurch gekennzeichnet, dall man entweder
a) die blnüren Lithium- oder Natriumverbindungen In
den gewünschten molaren Verhaltnissen auf ein
ί
Elektrodenmaterial aus Lithium- bzw. Natriummetall oder einer Legierung oder Intermetallischen
Verbindung davon aufdampft und dort durch Erhitzen zur Reaktion bringt oder
b) Lithium bzw. Natrium oder eine lithium- oder in natrlumhaltlge Elektrode mit einem Gasgemisch
Hi. O2, Nj, Fi, CIj, Bn, h oder H1O, HjS, HiSe,
HrTe, NHj, PHj, AsHj, HF, HCI, HBr. HI oder mit Lösungen dieser Gase reagieren läßt oder
c) auf Lithium bzw. Natrium oder llthlumhaltlgen
bzw. natrlumhalilgen Elektroden elektrochemische
Abscheidung oder Zersetzungsreaktionen durchführt, welche zur Bildung der binären Verbindungen führen.
Diese Aüäfüniungsforrn der Erfindung ist besonders
deshalb vorteilhaft, weil in den meisten Fällen eine technologische Nutzung der durch ihre Stabilität gegen
Alkalimetalle sowie durch die hohen Zersetzungsspannungen ausgezeichneten Verbindungen der Erfindung
In der Regel dünne Schichten dieser Verbindungen
."> notwendig sind.
Das Elektrodenmaterial kann aus den Alkalimetallen
selbst oder Legierungen oder intermetallischen Verbindungen derselben bestehen. Die Form der Elektroden
kann beliebig sein, z. B. zylindrisch, plattenförmig oder
.«ι tlegelförmlg. Bei Durchführung dieser Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens mit Hilfe von
Lösungen können als Lösungsmittel organische Flüssigkeiten verwendet werden, die mit Lithium oder
Natrium und den jeweiligen Gasen nicht reagieren.
.15 Beispiele hierfür sind Benzine, Leichtöle (Alkane). Benzol. Äther, wie THF, und Propylencarbonat. Ein
Beispie! für eine elektrochemische Abscheidung?;- und
Zersetzungsreaktion ist die elektrolytische Zersetzung einer Natrium- oder Lithiumsalzlösung, wie z. B. LiCl
4« in Propylencarbonat gelösi. Hierbei scheidet sich auf
einer Lithiumelektrode (Anode) eine Lithiumchloridschicht ab. Aber auch die anderen, beispielsweise oben
genannten Lösungsmittel, sind hler anwendbar, soweit sie die Alkallsalze zu lösen vermögen.
Gemäß einer speziellen Ausführungsform dieser Variante des erflndungsgcmäßen Verfahrens erfolgt die
Aufbringung der dünnen Schichten auf einem keramischen Trägermaterial, welches vorzugsweise ebenfalls
platten- oder schachtförmig ist. Man erhält auf diese
mi Weise ein Schichtverbundmaterial, welches direkt
zwischen den Elektroden in galvanischen Zellen angeordnet v/erden kann. Das keramische Trägermaterial hat
dabei die Funktion, die galvanische Zelle mechanisch zu stabilisieren. Das keramische Material muß nicht im
thermodynamischen Gleichgewicht mit den Elektroden stehen. Es kann selbst neben einer ionischen auch eine
elektronische Leitfähigkeit aufweisen. Soweit das Keramikmaterial nicht selbst einen Ionenleiter darstellt,
muß es porös sein. Auch elektronisch leitende oder
ω gemischt leitende Keramiken können verwendet
werden, beispielsweise Graphitfilz. Andere geeignete keramische Materialien sind Metallate, Silikate und
Phosphate, sowie andere oxidische Materialien. Auch gewöhnliche Keramiken kommen in Betracht, soweit
6«. sie gegen feste Elektrolyte thermodynamisch stabil sind.
und eine Schicht aus keramischem Material aufweisen.
lassen sich außer durch die vorstehend beschriebene
Methode der direkten schichtförmlgen Herstellung des Materials auch aus dem durch Erhitzen und Tempern
von Preßlingen erhaltenen ternären Material herstellen.
Indem letzteres aufgedampft oder aufgeschmolzen und so auf der Keramik eine dichte Beschichtung hergestellt
wird.
An erflndungsgerr.aßen lonenleltern wurden die Leitfähigkeiten
Im Temperaturbereich von 25 bis 55O°C
gemessen. Die Ergebnisse sind In den Flg. 3 und 4 der
Zeichnung dargestellt. Für LIi3N4Br ergibt sich aus
Flg. 3 eine Ionische Leitfähigkeit von 1,4 χ IO 3 Sl'cm1 bei 300" C. Bei etwa 2200C
findet eine Phasenumwandlung statt. Ll6NBr3 zeigt bei
1000C eine Ionische Leitfähigkeit von 2XlO-6Ji 'cm '.
LInN3CI2 zeigt bei 350° C eine Leitfähigkeit von
3,5XKr1Ji-1Cm-1. Bei allen Verbindungen Ist die elektronische
Leitfähigkeit über den gesamten Temperaturbereich um mindestens den Faktor 10* kleiner.
Der Einfluß, der durch Substitution eines zweiwertigen Anions durch ein einwertiges Anion auf die Leitfähigkeit
ausgeübt wird, wird In Flg. 4 am Beispiel des Llthlumoxld-Lithiumchlorid-Systems erläutert. Während
die Leitfähigkeit von Lithiumoxid bei 25O0C 1,5XlO-4Q-1Cm-' beträgt, ergibt sich für eine Probe
mit 20% Ltthlumchlorld, die auch In der Llthtumoxldstruktur
kristallisiert, bei dieser Temperatur eine Leitfähigkeit von 6χ 10"5ίί-'cm"1.
Das erfindungsgemäße feste Ionenleltermaterlal eignet sich besonders zur Verwendung als Elektrolyt in
galvanischen Zellen, beispielsweise In primären oder sekundären Batterien, elektrochromcn Anzeigen
(Display-Systeme), Timern und Memory-Elementen. Ein weiterer Gegenstand der Erfindung Ist daher die
Verwendung der erflndungsgemäßen bzw. erfindungsgemäß
erhältlichen festen Ionenleltermaterlallen In einer galvanischen Zeile. Das lonenieitermaieriäl ist hierbei
zwischen Elektroden angeordnet. Eine derartige galvanische Zelle weist wenigstens eine Lithium oder Natrium
abgebende Elektrode auf, beispielsweise metallisches Lithium oder Natrium oder eine Lithium- oder Natriumlegierung
oder Intermetallische Verbindung sowie wenigstens eine weitere positive Elektrode, die
beispielsweise aus sulfidiertem Titan oder Molybdän bestehen kann.
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung weiter.
20 Mol-96 LiBr und 80 Mol% Ll3N wurden unter
Inertgas Innig vermengt unter Bildung eines Gemisches der summarischen Zusammensetzung Li13N4Br. Das
Gemisch wurde bei einem Druck von 100 MPa zu Tabletten von 10 mm Durchmesser und 2 bis 5 mm
Dicke verpreßt. Die Tabletten wurden in einen Molybdänbehälter gebracht und in einer Stickstoffatmosphäre
getempert. Hierzu wurde zunächst rasch auf 450° C aufgeheizt und danach 20 Stunden bei 3800C unter
Beibehaltung der Stickstoffatmosphäre getempert. Es wurden harte gesinterte Tabletten erhalten, die sich
ohne Veränderung an trockener Luft aufbewahren lassen. In analoger Weise wurde Li11N3Cl2 und Li6NBr3
dargestellt, indem die Ausgangsverbindungen und deren Zusammensetzung entsprechend abgeändert
wurden. Die Temperatur lag in diesem Fall bei 425
20 MoI-*. LlCI und 80 Mol-96 Ll2O wurden unter
Inertgas Innig vermengt. Das Gemisch wurde bei einem
Druck von 100 MPa zu Tabletten von 10 mm Durchmesser und 2 bis 5 mm Dicke verpreßt. Die Tabletten
wurden In einen Wolframbehälter gebracht und unter Alrnosphärendruck 30 Stunden bei 513° C getempert. Es
in wurden hart gesinterte Tabletten erhalten, die sich an
trockener Luft aufbewahren lassen.
Feinkörniges Lithiumiodid und Lithiumstücke werden Im Molverhültnls 2 : 3 unter einer Stickstoffatmosphäre
von 1 bar in einem Edelstahlgefäß In einer Ölsuspension bei Temperaturen von 100 bis 2000C kräfiig
gerührt. Der Verbrauch an Stickstoff wird während der Reaktion über den Gasdruck kontrolliert. Gleichbleibender
Stickstoffdruck zeigt das Ende der Reaktion an. Das öl wird durch Dekantieren und Auswaschen
mit Benzin entfernt. Es bleibt ein inniges Gemisch von
Lithiumiodid und Lithiumnitrid zurück, das durch Tempern bei 350° C In Li5NI2 überführt wird.
Aus einem Lithiummetallstab (Handelsform) wird
.M) eine Scheibe geschnitten. Diese wird In einem Glasrohr
einem Strom aus Argon, dem Sauerstoff und Chlor im Molverhältnis 9 : 1 zugemischt sind, ausgesetzt. Auf der
Llthlumoberfläche bildet sich eine dünne Anlaufschicht
von Lithiumoxid mit gelöstem Lithiumchlorid. Zur
Js Homogenisierung wird die Probe abschließend unter
reinstem Argon bei 150° C getempert.
Lithiumiodid und Lithiumnitrid (Molverhältnis 2:1)
werden in einer Kugelmühle aus Edelstahl zerkleinert und miteinander vermischt. Unter Stickstoff- oder
Argonatmosphäre wird das Gemisch in einem Molybdäntiegel langsam auf 630° C erhitzt. Nach zwelstündigern
Tempern bildet sich eine Schmelze aus Li5NI2, aus
der beim Abkühlen eine dichte Kristallmasse entsteht.
Diese läßt sich durch Sägen leicht zu Scheiben, Tabletten oder Blöcken zerteilen.
5i) B e i s ρ 1 e I 6
Auf porösen Keramiken, wie Aluminiumoxid oder auf Graphitfilz, werden dünne, dichte Schichten von
Li5NI2 erzeugt, wenn diese nach kurzem Eintauchen in
die LI5NI2-Schmelze langsam (ca. 100°C/Stunde) abgekühlt
werden.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Festes Ionenleitermaterlal (Elektrolyt) auf Basis
von Lithium- oder Natriumverbindungen, gekennzeichnet durch die allgemeine Formel
in der w
A Lithium oder Natrium,
X Stickstoff, Phosphor oder/und Arsen,
Y Sauerstoff, Schwefel, Tellur oder/und Selen,
Z Wasserstoff oder/und Halogen und u, ν, w je eine Zahl von 0 bis 1 einschließlich bedeuten, mit der Maßgabe, daß nur eine der Zahlen u, v, w den Wert 0 annehmen kann.
X Stickstoff, Phosphor oder/und Arsen,
Y Sauerstoff, Schwefel, Tellur oder/und Selen,
Z Wasserstoff oder/und Halogen und u, ν, w je eine Zahl von 0 bis 1 einschließlich bedeuten, mit der Maßgabe, daß nur eine der Zahlen u, v, w den Wert 0 annehmen kann.
2. Ionenleitermaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es Verbindungen mit der
Formel
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|---|---|---|---|
| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
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| D2 | Grant after examination | ||
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