DE287765C - - Google Patents

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DE287765C
DE287765C DE1913287765D DE287765DD DE287765C DE 287765 C DE287765 C DE 287765C DE 1913287765 D DE1913287765 D DE 1913287765D DE 287765D D DE287765D D DE 287765DD DE 287765 C DE287765 C DE 287765C
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DE1913287765D
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    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01RMEASURING ELECTRIC VARIABLES; MEASURING MAGNETIC VARIABLES
    • G01R17/00Measuring arrangements involving comparison with a reference value, e.g. bridge
    • G01R17/10AC or DC measuring bridges
    • G01R17/105AC or DC measuring bridges for measuring impedance or resistance

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  • Physics & Mathematics (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Measurement Of Resistance Or Impedance (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
V£ 287765 ~ KLASSE 21 e. GRUPPE
H. A.W. KLINKHAMER in DELFT, Holland.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 6. Juni 1913 ab.
Durch die Patentschrift 250728 ist eine Ohmmeterschaltung nach dem Schema der Wheatstoneschen Brücke bekannt geworden, bei welcher durch Einstellung eines regelbaren Wider-Standes in dem einen Diagonalzweig die Skalenkonstante eines in einem Brückenzweig liegenden Strommessers auf 1, 10, 100 usw. einstellbar ist. Die Anzahl der dekadischen Meßbereiche kann nicht beliebig groß gemacht werden, sondern ist beschränkt nach der einen Seite durch die Stromempfindlichkeit des Amperemeters, nach der andern Seite durch dessen Eigenwiderstand. Im folgenden wird eine Schaltung gegeben, bei welcher die letzte Grenze fortfällt.
Ein zweiter Vorteil der vorliegenden Schaltung gegenüber der bekannten ist folgender: Zufolge der Änderung des spezifischen Widerstandes der Kupferspule des Amperemeters mit der Temperatur sind die Ablesungen bei der alten Schaltung von der Temperatur abhängig; diese Schaltung ist demnach für Präzisionsmessungen unbrauchbar. Bei der neuen Schaltung hingegen ist der Temperaturfehler verschwindend klein, sie kann also für Präzisionsmessungen verwendet werden.
Ein dritter Vorteil der neuen Schaltung ist folgender:
Zwecks Kompensation der Spannungsänderung der Batterie ist am Amperemeter eine Vor-
. richtung erforderlich, welche gestattet, dessen Empfindlichkeit entsprechend der Batteriespannung einzustellen. Bei der neuen Schaltung ist dies mittels eines regelbaren elektrischen Nebenschlusses möglich. Bei der alten Schaltung würde diese Art von Regulierung zu großen Meßfehlern Anlaß geben; es wurde aus diesem Grunde bis jetzt immer ein einstellbarer magnetischer Nebenschluß verwendet. Dieser hat aber neben konstruktiven Nachteilen auch den, daß er nur über einen sehr kleinen Bereich zu regulieren gestattet.
Ebenso wie die bekannte, ist auch die neue Schaltung nach dem Schema der Wheatstoneschen Brücke angeordnet, in welcher zwischen den vier Seitenwiderständen die bekannte Beziehung W1-Wi= W2-W3 besteht. Während aber in der alten Schaltung nur fünf der Zweige Widerstand haben, ist dies in der neuen Schaltung mit allen sechs der Fall. Während bei der bekannten Schaltung das Amperemeter in einem Seitenzweig, die Batterie hingegen in einem Diagonalzweig steht, ist es hier gerade umgekehrt. Die beiden Schaltungen werden in den Fig. 1 und 2 nebeneinandergestellt; Fig. 1 stellt die bekannte, Fig. 2 die neue Schaltung nach der Erfindung dar. Die Erklärung ist die folgende:
Es läßt sich beweisen, daß für beide Schaltungen, die alte und die neue, zwischen dem zu messenden Widerstand χ und dem Strom i des Amperemeters die folgende Beziehung besteht:
x==
Hierin ist mit i0 der Wert bezeichnet, den i annimmt, wenn der Widerstand χ = ο ist.
W stellt den Gesamtwiderstand der ganzen Schaltung dar, gemessen zwischen den in der Zeichnung vermerkten «-Klemmen (Klemmen, an welchen der Widerstand « anzuschließen ist).
Es handelt sich darum, i als Funktion von « auszudrücken. Man denke sich dazu die Meßklemmen offen (mit andern Worten χ = co). Die dann an diesen Klemmen auftretende
ίο Potentialdifferenz sei e. Das Einschalten des zu messenden Widerstandes denke man sich jetzt in zwei Stufen vollzogen.
Man schaltet zunächst « ein, läßt in χ aber gleichzeitig eine E. M. K. e wirken, die mit der vorhandenen Potentialdifferenz genau Gleichgewicht macht und den Zutritt des Stromes in.« verhindert. Die Stromverteilung bleibt hierbei genau wie sie war.
Man entfernt hierauf die in χ wirkende
E. M. K. e, oder was auf dasselbe hinauskommt: man läßt in χ eine zweite E. M. K. & wirken, welche die erste genau aufhebt. Es lagert sich dann über das vorhandene Strombild ein zweites, nämlich dasjenige, welches von der letzteren E. M. K. e in der Schaltung hervorgerufen werden würde, wenn keine anderen E. M. Ke. vorhanden wären. Es besteht aus einem Strom, welcher aus χ an der einen Klemme in die Schaltung eintritt, sich darin verzweigt und an der andern Klemme wieder aus der Schaltung in den Widerstand χ zurückkehrt. Nennt man den Gesamtwiderstand, welcher die Schaltung (ausgeschlossen x) dem Strom bietet, W, dann ist der Widerstand des vollständigen Stromkreises W + x, der übergelagerte Strom also
W+x
Dies ist der ganze, den Widerstand χ durchfließende Strom, weil im ursprünglichen Strombild der Strom durch χ Null war.
Nennt man den Strom im Zweige x, wenn χ = ο ist, i0, dann ist nach obiger Gleichung . «
In =
W '
Durch Elimination von e aus den beiden letzten Gleichungen ergibt sich die Gleichung
Bei der Schaltung nach Fig. 1 liegt das Galvanometer in Reihe mit dem zu messenden Widerstand; * und i0 sind also auch gleich den Galvanometerströmen.
Bei der neuen Schaltung (Fig. 2) aber ist der Galvanometerstrom nicht gleich dem ganzen, den Widerstand χ durchfließenden Strom, sondern gleich einem konstanten Teil desselben. In der Formel aber kann man i und L gleich gut als Bezeichnungen des Galvanometerstromes betrachten, weil das Verhältnis
für die Galvanometerströme gleich groß ist, wie für die Ströme durch «. ■ Hierdurch ist die Formel bewiesen.
In beiden Schaltungen sind die Zweigwiderstände.so abgeglichen, daß im einstellbaren Widerstand TF5 kein Strom fließt, wenn der Widerstand χ den Wert ο hat. Eine Änderung des Widerstandes W5 beeinflußt also den Strom i0 gar nicht, den Gesamtwiderstand W aber stark. Angenommen, daß durch eine solche Änderung von W5 der Wert W auf den η-fachen Betrag gebracht worden ist, dann ist aus der Formel ersichtlich, daß jetzt zu dem gleichen Ausschlag des Amperemeters, also zu dem gleichen i, ein Wert χ gehört, der η-mal so groß ist wie vorher. Indem man PF5 der Reihe nach solche Werte gibt, daß η = ι, 10, 100, 1000 usw., erreicht man also, daß die Ablesungen mit 1, 10, 100, 1000 usw. zu multiplizieren sind. Die Skalenkon- . stante ist also identisch oder wenigstens proportional mit dem Gesamtwiderstand W der ganzen Schaltung, gemessen zwischen den Klemmen.
Um einen möglichst großen Gesamtmeßbereich zu erhalten, wünscht man den oberen Wert Wmax. der Skalenkonstante möglichst groß, den unteren Wert Wmi„. möglichst klein zu haben. Untersuchen wir, welche Werte von Wmi„. und Wmax. mit den beiden Schaltungen erreichbar sind.
Weil die Skalenkonstante gleich dem Gesamtwiderstand W der Schaltung zwischen den «-Klemmen ist, so ist es klar, daß in beiden Schaltungen W maximal ist, wenn W5 = 00, und minimal, wenn FF6 = o. Jetzt zeigt sich aber der Vorteil der neuen Schaltung: in der alten Schaltung waren die «-Klemmen mit dem Amperemeter in Reihe geschaltet, daher konnte W,„in. auf keinen Fall kleiner als der Eigenwiderstand des Amperemeters sein. In der neuen Schaltung hingegen gibt es keine solche Grenze, weil die «-Klemmen mit der Batterie in Reihe geschaltet sind, welche einen verschwindend kleinen Widerstand hat. Aber nicht nur die untere Grenze läßt sich bei der neuen Schaltung weiter hinaus verschieben, auch für die obere Grenze ist dies der Fall. Mit Rücksicht auf die untere Grenze waren bei der alten Schaltung nämlich Amperemeter mit möglichst kleinem Eigenwiderstand erforderlich. Es war also nicht möglich, hochempfindliche Amperemeter zu verwenden, weil diese große Eigenwiderstände haben. Bei der neuen Schaltung aber steht nichts dem Gebrauch dieser hochempfindlichen Amperemeter im Wege, und
demzufolge- läßt sich auch die obere Grenze um sehr viel hinaus verschieben.
Als zweiter Vorteil der neuen Schaltung
gegenüber der alten wurde deren Überlegenheit bezüglich der Temperaturfehler genannt.
Eine Änderung des Strommesserwiderstandes wird natürlich einen Meßfehler zur Folge haben. Drückt man diesen Meßfehler aus durch die Differenz da der sich ergebenden Zeigerausschlage, so ist der Maximalfehler, welcher bei einer bestimmten Änderung des Strommesserwiderstandes auftreten kann, gleich
da =
4
dW
dW W
Hierin stellt'—rrr die relative Änderung des
Gesamtwiderstandes W dar. Dieser Ausdruck ergibt sich aus folgender Rechnung.
Unter der Voraussetzung, daß die Zeigeranschläge α den Amperemeterströmen i proportional sind, läßt sich die früher abgeleitete Formel
schreiben in der Form
W+χ °'
wenn a0 den Zeigerausschlag für χ = ο bedeutet.
Bei beiden Messungen wird vor Anfang der Messung zuerst die Empfindlichkeit des Strommessers so eingestellt, daß der Zeiger auf dem Teilstrich 0 Ohm einspielt, wenn die x-Klemmen kurzgeschlossen sind. Bei allen Messungen ist also der Zeigeranschlag a0, welcher dem Wert x=o entspricht, gleich groß, somit ist O0 in der Formel eine Konstante. Läßt man auch χ konstant, so gibt die Formel den Zusammenhang der Variablen α und PF. Es- ist
da =
dW
Es folgt hieraus, daß der Meßfehler bei einer
dW
gegebenen relativen Änderung .
ist, wenn
— (a0a)
maximal
ein Maximum ist, d. h. wenn a = \ a0.. Die Größe dieses maximalen Meßfehlers ist dann
ι dW
Unter der Annahme, daß PF2 = W4, W1 = PF3, und daß PF4 und der Strommesserwiderstand s gegen ± W3 vernachlässigbar sind, errechnen sich die Temperaturfehler nach obiger Formel
zu:
ds
Fig. i. W5 = ο f0 =
Fig. i. PF5 = 00 fco =
Fig. 2. PF5 = 0
Fig. 2. PF6 = oo f^ = — ac
Der Klemmenwiderstand W ist hier mit Wmin. bzw. W,„αχ. bezeichnet, wenn PF6 = 0 bzw. PF6 = 00. ' · ·
Um die Überlegenheit der neuen Schaltung über der alten bezüglich des Temperaturfehlers richtig beurteilen zu können, muß man beim Vergleich annehmen, daß die Skala und der Gesamtmeßbereich in beiden Fällen dieselben sind; daß also PFm!-„. und Wmax. in der neuen Schaltung gleich groß sind, wie in der alten.
Weil offenbar fo> fco und f^ >/"„', ist für den Vergleich der Schaltungen das Verhältnis
PP^™. I PF ι dW I 2PF4 I
4
ι PF„„·,,
dW 4
I
dW , I
4 °
ds A " pF"
dW 4 ds a° wmax. '
W
/0
W ■
yv min.
maßgebend.
ds,
Wenn die beschränkenden Annahmen PF2 = PF4 und PF1 = PF3 nicht gemacht werden, und s und PF4 nicht vernachlässigt werden, geht — wie sich beweisen läßt — der obige Ausdruck über in no
■fL wmin.
wmax. ·
Weil der Klemmenwiderstand PF gleichzeitig die Skalenkonstante' darstellt, und der obere Meßbereich z. B. das 100- oder 1000 fache ist vom unteren, ist nach dem Obigen der größte Temperaturfehler f'^ der neuen Schaltung mehr als 100- oder 1000 mal so klein, wie der Temperaturfehler f0 der alten Schaltung.
Der dritte Vorteil der neuen Schaltung schließlich: die Möglichkeit der Verwendung
eines regulierbaren elektrischen Nebenschlusses,
geht aus derselben Betrachtung hervor, weil
es sich auch hier um Meßfehler durch Widerstandsänderungen des Strommessers handelt.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Widerstandsmeßgerät mit direkter Ablesung und veränderlicher Skalenkonstante,
    dessen Stromkreise nach Art einer Wheatstoneschen Brücke geschaltet sind, dadurch
    gekennzeichnet, daß der eine Diagonalzweig
    der Brücke einen Strommesser enthält und
    der andere Diagonalzweig von einem regel
    baren Widerstand gebildet wird, während der zu messende Widerstand in einen Seitenzweig geschaltet wird, in welchem sich auch die Stromquelle befindet, zum Zweck, eine Erweiterung der Grenzen herbeizuführen, innerhalb welcher die Skalenkonstante mittels des regelbaren Diagonalwiderstandes veränderbar ist, ferner eine Empfindlichkeitsregelung des Strommessers mittels regelbaren elektrischen Nebenschlusses ohne Beeinträchtigung der Meßgenauigkeit zu ermöglichen und endlich den Temperaturfehler praktisch zu beseitigen.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
    BERLIN. GEBRUCKT IN DER REICHSDRÜCKEREt.
DE1913287765D 1913-06-06 1913-06-06 Expired DE287765C (de)

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