DE856483C - Verfahren zur Verbesserung der Fehlerortung von Kabelnebenschluessen durch Formierender Kabeladern - Google Patents

Verfahren zur Verbesserung der Fehlerortung von Kabelnebenschluessen durch Formierender Kabeladern

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DE856483C
DE856483C DEG4601A DEG0004601A DE856483C DE 856483 C DE856483 C DE 856483C DE G4601 A DEG4601 A DE G4601A DE G0004601 A DEG0004601 A DE G0004601A DE 856483 C DE856483 C DE 856483C
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cable
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DEG4601A
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English (en)
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Wilhelm Graf
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Classifications

    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01RMEASURING ELECTRIC VARIABLES; MEASURING MAGNETIC VARIABLES
    • G01R31/00Arrangements for testing electric properties; Arrangements for locating electric faults; Arrangements for electrical testing characterised by what is being tested not provided for elsewhere
    • G01R31/08Locating faults in cables, transmission lines, or networks

Landscapes

  • Physics & Mathematics (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Locating Faults (AREA)

Description

  • Verfahren zur Verbesserung der Fehlerortung von Kabelnebenschlüssen durch Formieren der Kabeladern Elektrische Kabel, vorzugsweise Feriinieldekabel mit Papierisolierung, sind häufigen Störungen durch Feuchtigkeit ausgesetzt. Die Feuchtigkeit dringt in schadhafte Stellen des Kabelmantels ein und befällt gewöhnlich mehr oder minder alle Adern, so daß die bekannten Meßschaltungen nach Varley und Murray, die eine gute Ader erfordern, nicht anwendbar sind. Für solche alladrigen Nebenschlüsse sind mehrere besondere Meßverfahren bekannt, deren Anwendungsbereich durch die Stärke des Nebenschlusses, also durch die Größe des Isolationswiderstandes, bestimmt ist.
  • Für starke Nebenschlüsse (etwa bis o,oi Megohm) wird z. B. unter anderem ein Verfahren von P o 1 e ck (Wissenschaftliche Veröffentlichungen aus den Siemenswerken, 1939, Heft 2) benutzt, für mittelstarke (etwa von o,oi bis io Megohm) überwiegend ein Verfahren von Küpfmüller (Telegraphen- und Fernsprechtechnik, 1925, Heft 9) und für schwache (etwa io Megohm und mehr) vorzugsweise ein Verfahren von H e c t o r (Telegraphen- und Fernsprechtechnik, 1938, Heft 9). Alle drei Verfahren haben die Wheatstonesche Brückenschaltung zur Grundlage, wobei zwei Brückenarme aus Meßwiderständen, die beiden anderen in der Hauptsache aus den zu messenden Kabeladern bestehen. Bei allen drei Verfahren ist es erforderlich, daß der Nebenschlußwiderstand der beiden zur ?.Messung benutzten Kabeladern gegen 1Jrde oder gegen eine dritte, der Batteriebrückendiagonale zugeordnete Kabelader etwas voneinander verschieden ist. Je größer dieser Unterschied ist. destogenauer fällt im allgemeinen die Fehlermessung aus. Diese Bedingung ist oftmals nicht erfüllt, wenn man eine Doppelader benutzt, weil deren beide Adern gewöhnlich ziemlich gleichmäßig von der Feuchtigkeit befallen sind. Man ist daher genötigt, zwei nicht benachbarte Adern zu verwenden, und muß dabei vielfach in Kauf nehmen, daß sich F remdströme in der Meßschaltung bemerkbar machen und den Brückenabgleich erschweren. Es treten auch noch andere Schwierigkeiten auf, die im folgenden näher erörtert sind.
  • Alle diese Mängel werden durch das nachstehend beschriebene, den Gegenstand der Erfindung bildende Verfahren beseitigt oder wesentlich gemildert. Der Erfindungsgedanke sei an der Meßanordnung nach Poleck als Beispiel erläutert (Abb. i). Die beiden Kabeladern i und 2 mit den Nebenschlüssen W1 und W2 sind in der dargestellten Weise mit einer Meßbrücke verbunden. Diese besteht aus einem Schleifdraht mit den vom Schleifkontakt K bestimmten beiden Abschnitten a und b, dem Galvanometer G, der Batterietaste T und dem regelbaren Widerstand R. Am Kabelende können die beiden Adern durch den Schalter S kurzgeschlossen werden. Bei der bisher üblichen Anwendung schaltet man durch T die Meßspannung ein und stellt dann das Brückengleichgewicht abwechselnd durch Verschieben von K bei offener Kabelschleife und durch Verändern von R bei geschlossener Kabelschleife her. Dies wird so lange fortgesetzt, bis beim Übergang von der einen Schaltung auf die andere kein Nachstellen mehr nötig ist. Dann gilt für den Einzelleitungswiderstand a bis zum Fehlerort die Gleichung Der Abgleich ist, wie schon eingangs angedeutet, nicht möglich, wenn Wi = W2 ist, weil dann a = b und R = 0 wird und Gleichung (i) somit den unbestimmten Wert 0/0 annimmt. Auch wenn W1 und U'2 nur wenig verschieden voneinander sind, ist die Messung unsicher, besonders deshalb, weil das Verhältnis W1: W2 unter dem Einfluß des aufgedrückten Meßstromes unbeständig wird, oftmals sogar von dem Wert < i in >i umschlägt.
  • Erfindungsgemäß umgeht man diese Schwierigkeiten, indem man die Messung nicht mit einer äußeren Meßspannung ausführt, sondern mit der elektrolytischen Eigenspannung der Fehlerstelle, die entweder von Natur aus infolge chemischer Vorgänge vorhanden ist oder eigens durch Forcnierung der Adern erzeugt wird. Dies geschieht in der Weise, daß man einer der beiden Adern vor der eigentlichen Messung eine Spannung gegen Erde oder gegen eine dritte, der Batteriediagonale zugeordnete Ader aufdrückt. In Abb. i wäre beispielsweise die Ader 2 von der Klemme X2 abzunehmen und 7' einige Minuten zu drücken. Bringt man danach T in Ruhestellung und legt Ader- 2 wieder an X., so zeigt das Galvanometer eine Ablenkung, die von einer elektrolytischen, unsymmetrisch gegen die beiden Adern wirksamen Spannung aus der Fehlerstelle herrührt. Die Brücke wird nun in gewohnter Weise wie beschrieben abgeglichen. Gegenüber der Messung mit einer äußeren Meßspannung zeigt sich der Vorteil, daß W1 und WZ ausreichend verschieden und praktisch konstant sind, so daß die Abgleichungen Zug um Zug ohne Schwierigkeiten ausgeführt werden können. Es kann sogar vorkommen, daß Wi und W2 nach der Formierung so stark verschieden erscheinen, daß der Schleifdrahtabschnitt a sehr klein und der Widerstand R dementsprechend sehr groß wird und der zur Verfügung stehende Widerstandsbetrag von R nicht ausreicht. Dann kann man die Formierung zum Teil rückgängig machen, indem man kurze Zeit mit T die äußere Meßspannung einschaltet, wobei Ader 2 an X2 verbleibt, oder Ader i von X1 abgenommen wird.
  • In ähnlicher Weise kann die Erfindung bei der Meßschaltung nach K ü p f m ü 11 e r angewendet werden, die in Abb. 2 mit einer Schleifdrahtbrücke als Beispiel dargestellt ist. Die Messung wurde bisher in der Weise ausgeführt, daß die Brücke bei gedrückter Taste abwechselnd bei am Ende geschlossener und bei offener Kabelschleife abgeglichen wird. Sind a und ä die Mittelwerte aus den Ablesungen an der Schleifdrahtskala, die beispielsweise insgesamt Zoo Teilstriche habe, so gilt die N äherungsgleichung Für diese Gleichung besteht außer der Voraussetzung W1 < W2 die weitere: W1 + W2 > r. Beide Bedingungen sind bei starkem Nebenschluß gewöhnlich nicht erfüllt, auch macht sich hier ebenfalls eine Labilität des Nebenschlußwiderstandes unter der Einwirkung der aufgedrückten Meßspannung bemerkbar.
  • Alle diese Mängel werden beseitigt, wenn man eine Ader zunächst einige Minuten in der zu Abb. i beschriebenen Weise formiert, z. B. die an _Xi liegende, und die Messung dann nach Abschaltung der äußeren Meßspannung mit der elektrolytischen Eigenspannung der Fehlerstelle ausführt. rvi und W2 erscheinen dann gewöhnlich sehr verschieden, was sogleich an dem ersten Wert ä erkennbar ist, der im vorliegenden Beispiel (2ooteilige Skala) kleiner als etwa 6o sein soll. Nötigenfalls kann zur Verbesserung des Verhältnisses W1: W2 nochmal in gleicher Weise formiert werden, unter Umständen auch nach Umpolung der Batterie, denn je größer das Verhältnis der beiden Nebenschlußwiderstände ist, desto genauer fällt bei dieser Meßschaltung das Ergebnis aus.
  • Ein weiterer Vorteil bei der Messung mit der durch Formieren erzeugten Eigenspannung des Nebenschlusses besteht darin, daß der Nebenschlußwiderstand wegen der Stromabhängigkeit von Feuchtigkeitswiderständen etwa bis zum 2ofachen größer erscheint, als wenn eine äußere Meßspannung benutzt wird. Die Bedingung Wi + W2 > r ist somit gewöhnlich weitgehend erfüllt. Wenn die beiden Nebenschlußwiderstände hoch sind, reicht die durch Formieren erzeugte elektrolytische Spannung manchmal für einen genauen Brückenabgleich nicht aus. Das Formieren ist trotzdem aber vorteilhaft, weil man das Verhältnis Wi: W2 dadurch wesentlich kleiner machen kann als es zunächst gegeben ist. Man formiert dann zweckmäßig mit einer hohen Spannung (z. B. ioo V) und mißt anschließend in üblicher Weise mit kleiner Spannung (z. B. q. V).
  • Diese Abwandlung des Formierungsverfahrens ist z. B. bei dem Meßverfahren nach Hector empfehlenswert, bei dem man nach Abb.3 mit zwei gleichen Brückenarmen b arbeitet, um den Einfluß kapazitiver, dem Meßstrom überlagerter Ströme auszuschalten, die bei einer unsymmetrischen Brückenschaltung das Galvanometer beunruhigen würden. Man beobachtet die Galvanometerablenkungen a und ä bei abwechselnd geschlossener und offener Kabelschleife, bildet die Mittelwerte und rechnet nach der Gleichung wobei g den Galvanometerwiderstand bedeutet. Da dieses Verfahren vorzugsweise für sehr hohe Nebenschlußwiderstände Anwendung findet, also iöchste Galvanometerempfindlichkeit erfordert, sind als Kabelschleife gewöhnlich nur zwei Adern eines Paares oder eines Vierers brauchbar, weil anderenfalls induktive Fremdströme auftreten. Um trotzdem ausreichend verschiedene Nebenschlußwiderstände zu erhalten, formiert man zweckmäßig vor der Messung eine Ader längere Zeit, z. B. 1/z Stunde, mit möglichst hoher und mißt anschließend in bekannter Weise mit etwas niedrigerer Spannung.

Claims (5)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Verbesserung bekannter Meßverfahren für Kabelnebenschlüsse nach der Brückenschaltung, dadurch gekennzeichnet, daß als Meßspannung die elektrolytische Eigenspannung des Nebenschlusses verwendet wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch r, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrolytische Eigenspannung durch Formieren erzeugt wird, indem eine der beiden für die Messung bestimmten Kabeladern vor der Messung einige Zeit einer Spannung gegen Erde oder gegen eine dritte in der Stromquellendiagonale liegende Ader ausgesetzt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß auch die zweite Ader nach Bedarf kurzzeitig formiert wird, um ein für die Messung günstiges Verhältnis der Nebenschlußwiderstände zu schaffen.
  4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß durch mehrfaches Formieren der einen Ader oder durch Umpolung der Formierungsspannung die Wirkung erhöht wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß mit möglichst hoher Spannung formiert und mit niedrigerer Spannung gemessen wird.
DEG4601A 1950-11-19 1950-11-19 Verfahren zur Verbesserung der Fehlerortung von Kabelnebenschluessen durch Formierender Kabeladern Expired DE856483C (de)

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