DE286271C - - Google Patents
Info
- Publication number
- DE286271C DE286271C DENDAT286271D DE286271DA DE286271C DE 286271 C DE286271 C DE 286271C DE NDAT286271 D DENDAT286271 D DE NDAT286271D DE 286271D A DE286271D A DE 286271DA DE 286271 C DE286271 C DE 286271C
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- mixed
- decomposition
- substance
- indifferent
- diazo compounds
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Active
Links
Classifications
-
- A—HUMAN NECESSITIES
- A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
- A61L—METHODS OR APPARATUS FOR STERILISING MATERIALS OR OBJECTS IN GENERAL; DISINFECTION, STERILISATION OR DEODORISATION OF AIR; CHEMICAL ASPECTS OF BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES; MATERIALS FOR BANDAGES, DRESSINGS, ABSORBENT PADS OR SURGICAL ARTICLES
- A61L2/00—Disinfection or sterilisation of materials or objects, in general; Accessories therefor
- A61L2/16—Disinfection or sterilisation of materials or objects, in general; Accessories therefor using chemical substances
- A61L2/20—Gaseous substances, e.g. vapours
Landscapes
- Health & Medical Sciences (AREA)
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- General Chemical & Material Sciences (AREA)
- Epidemiology (AREA)
- Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
- Animal Behavior & Ethology (AREA)
- General Health & Medical Sciences (AREA)
- Public Health (AREA)
- Veterinary Medicine (AREA)
- Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
Vr 286271 KLASSE 30 L GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 25. Juni 1914 ab.
Sulfonierte aromatische Diazokörper zersetzen sich im absolut trockenen Zustand auf
Zündung oder Schlag, oft auch schon durch Reibung, unter heftiger Explosion und Wärmeentwicklung,
mitunter bis zur Feuererscheinung und Abgabe von Stickstoff, schwefliger
Säure, Wasserdampf und Dämpfen anderer Art, wie phenolartiger Verbindungen. Als Rückstand
verbleibt eine graphitisch aussehende,
ίο sehr voluminöse Kohle.
Die genannten Zersetzungsprodukte, gewaltsam in den Raum geschleudert, haben desinfizierende
und feuerlöschende Wirkung. Da sie in den sulfonierten Diazoverbindungen gewissermaßen
aufgespeichert enthalten sind, mußte es von Wert sein, ein Verfahren ausfindig
zu machen zur Herstellung eines Präparates, in welchem diese Körper ohne Gefahr
verwendet werden können, d. h. eines Präparates, das sicher gehandhabt und auf Funkenzündung explosionslos und ruhig und
womöglich ohne Feuererscheinung zur Zersetzung gebracht werden kann.
Versuche, die mit den hier namentlich in Betracht kommenden, leicht isolierbaren, aus
Sulfanilsäure und Naphthionsäure erhältlichen Diazokörpern angestellt wurden, haben nun
ergeben, daß dieselben, sobald sie in Form kleiner Stücke auf einer indifferenten Unterlage
ζ. B. aus Holz, Papier oder Baumwollstoff in einem schwach erwärmten Raum unvollkommen
getrocknet werden, ohne Gefahr zwischen Holzwalzen mit gelinder Gegenpressung zu Pulver zerdrückt werden können. Die
Temperatur des Trockenraumes soll zweckmäßig für Diazobenzolsulfosäure 1 · 4 200C nicht
überschreiten, wobei eine Ware von etwa 7 Prozent Wassergehalt erhalten wird. Für
Diazonaphtalinsulfosäure 1-4 wird dagegen
eine Temperatur von höchstens 450C gewählt,
wobei der Feuchtigkeitsgehalt auf 2 bis 3 Prozent zurückgeht.-
Aus derart getrockneter, noch wasserhaltiger Ware können nun sehr leicht ruhig und
feuerlos abbrennende Präparate dargestellt wer-,den, und zwar:
1. Durch Mischung mit indifferenten, nicht flüchtigen Stoffen, wie Kieselgur, Bariumsulfat,
Gips, Glaspulver usw., wodurch eine teilweise Isolierung der Partikel bewirkt wird, 5"
welche eine rasche Fortpflanzung der Reaktionswärme durch die Masse und deren plötzliche Zersetzung verhindert, und
2. durch Mischung mit indifferenten, flüchtigen Stoffen, festen oder flüssigen, welche
nicht nur Partikel isolierend wirken, sondern auch bei eingeleiteter Zersetzung einen Teil
der Reaktionswärme für ihre Verdampfung verbrauchen. Als hierzu geeignete Stoffe kommen
in Betracht: Tetrachlormethan, Dichlormethan, Polychloräthane und Polychloräthylene,
Paraformaldehyd, Cumarin und andere Verbindungen, die, den Zersetzungsprodukten der
Diazokörper in Dampfform beigemischt, deren Verwendung zu verschiedenen Zwecken fördernd
zu Hilfe kommen.
600 g. Diazonaphtalinsulfosäure 1 · 4 von
3 Prozent Wassergehalt, erhalten durch Trocknen gut ausgewaschenen, zentrifugierten und
zerkleinerten Diazotierguts bei 450C auf Papierunterlage,
werden mit 400 g Kieselgur von gleichem Feuchtigkeitsgehalt vermengt und im Mörser oder in einem Walzengang bei gelinder
Pressung zerrieben. Das so erhaltene Gemenge, in eine Kartonbüchse oder Glasgefäß
gestopft, brennt auf Funkenzündung vollkommen ruhig und feuerlos ab. Einfacher
wird indessen dieses Präparat durch direktes Hinzufügen der Kieselgur im richtigen Mengenverhältnis
zu der Naphthionsäure, Diazotierung, Absaugen, Auswaschen und Zentrifugieren des Gemenges und Trocknen desselben
bei 45° C in kleinen Stücken auf Papier gewonnen. Man erhält so eine sehr homogene
Mischung, die beim Abbrennen etwa 20 Prozent an Gasen und Dämpfen verliert. Dieses
Präparat und eine entsprechend dargestellte Diazobenzolsulfosäure 1 · 4-Kieselgurmischung
von gleichen Gewichtsteilen der Komponenten sind nicht nur lagerbeständig, sondern
auch durchaus reibsicher. Ja, sie können 50-gar ohne Gefahr in einer Email- oder Porzellanschale
auf dem Wasserbad vollkommen zu Ende getrocknet und warm mit dem Pistill unter starkem Drücken zerrieben werden,
ohne daß Zersetzung eintritt. Das Diazonaphtalinsulfosäure ι · 4 enthaltende Präparat,
in Stück- oder Pulverform in Karton oder Glasgefäß gestopft, eignet sich für Feuerlöschzwecke in geschlossenen Räumen, während
das Diazobenzolsulfosäure 1 · 4 enthaltende sich mehr für Raumdesinfektion eignet, indem
es auf Funkenzündung neben SO2 noch Phe-.
noldämpfe entwickelt. In ebenso leichter Weise können sehr homogene, Bariumsulfat.
enthaltende Präparate erhalten werden, indem man der Diazotierung ein lösliches Bariumsalz
beifügt und nachträglich durch Natriumsulfat ausfällt, doch zeigen diese Mischungen
gegenüber den kieselgurhaltigen keinen Vorteil und sind teurer.
75° g wie eingangs erwähnt bis auf 3 Prozent Wassergehalt getrocknete Diazonaphtalinsulfosäure
ι · 4 werden mit 250 g Tetrachlormethan übergössen und zerrieben. Das Gemenge,
in ein Glasgefäß gestopft, brennt auf Funkenzündung ruhig ab, unter Entwicklung
eines sehr starken, weißen Rauches, wobei alles Tetrachlormethan mitverdampft wird.
Dieses Präparat eignet sich für Feuerlöschzwecke in geschlossenen Räumen.
800 g wie eingangs erwähnt getrocknete, noch 3 Prozent Wasser enthaltende Diazonaphtalinsulfosäure
ι · 4 werden gepulvert und mit 200 g Paraformaldehydpulver lose vermengt..
Diese Mischung, in ein Gefäß aus Glas oder Karton gestopft, brennt auf Funkenzündung
(nicht Flammenzündung, da die sich entwickelnden Formaldehyddämpfe sonst Feuer fangen) feuerlos und' ruhig ab unter
Entwicklung eines rötlichen, stark nach Formaldehyd riechenden Rauchs, der desinfizierend
wirkt. Eine ebenso aus Diazobenzolsulfosäure ι · 4 bereitete Mischung brennt
ebenfalls unter. roter Rauchentwicklung ab. Da deren Zersetzungsprodukte drei desinfizierende
Substanzen, schweflige Säure, Phenol und Formaldehyd, enthalten, so dürfte dieses
Präparat für Desinfektionszwecke besonders geeignet sein. Werden 80 g Diazonaphtalinsulfosäure
1 · 4 mit 20 g Cumarin vermengt, so erhält man ein auf Zündung Cumarindämpfe
entwickelndes Präparat, das, in kleine Glas- oder Kartondosen gefüllt, zur Bekämpfung
der Motten verwendet werden kann.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von explosions- und feuerlos Gase und Dämpfe entwickelnden
Präparaten aus aromatischen, sulfonierten Diazoverbindungen, irisbesondere
für Desinfektions- und Feuerlöschzwecke, dadurch gekennzeichnet, daß die Diazoverbindungen bei niedrigen, ihrer jeweiligen
Zersetzlichkeit angepaßten Temperaturen auf einer indifferenten Unterlage unvollkommen getrocknet und darauf
mit einem indifferenten, nicht flüchtigen Stoff vermengt werden, oder daß die Diazokörper
noch feucht mit dem betreffenden Stoff vermengt und das Gemisch nachher
der Trocknung unterworfen wird.
2. Ausführungsform des Verfahrens nach , Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
aromatische, sulfonierte Diazoverbindungen im Zustand unvollkommener Trocknung mit einem flüchtigen, indifferenten Stoff
vermengt werden, der bei eingeleiteter Zersetzung verdampft. , no
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE286271C true DE286271C (de) |
Family
ID=541608
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT286271D Active DE286271C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE286271C (de) |
-
0
- DE DENDAT286271D patent/DE286271C/de active Active
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| CH258218A (de) | Rauchentwickelndes Mittel. | |
| DE1196080B (de) | Feuerloeschmittel in Form waessriger Loesungen von Kaliumacetat, sowie Verfahren zu dessen Herstellung | |
| DE60308537T2 (de) | Flammschutzbehandlungslösung und flammhemmendes material davon | |
| DE286271C (de) | ||
| DE390840C (de) | Verfahren zur Verhinderung der Entzuendung leicht brennbarer Gegenstaende und zur Erstickung von Braenden | |
| EP0229600A1 (de) | Mittel zur Feuerlöschung und Imprägnierung gegen Brand | |
| DE1519476A1 (de) | Verfahren zum optischen Aufhellen von polymere Ester der Terephthalsaeure enthaltendem Fasermaterial | |
| DE1299849B (de) | Verfahren zum Flammsichermachen von Lignocellulose-Massen oder -Gegenstaenden | |
| US2413855A (en) | Emulsion | |
| DE1120127B (de) | Verfahren zur Erhoehung der Feuerbestaendigkeit von Polychloropren-Kautschukschaum | |
| DE1792669A1 (de) | Flammschutzmittel | |
| DE914448C (de) | Raeuchermasse zum Verschwelen bzw. Verdampfen von Insekticiden | |
| DE639211C (de) | Verfahren zur Herstellung von Feuerschutzmitteln | |
| US2067047A (en) | Insect and fungi toxic fibrous material | |
| DE873386C (de) | Geruchlose, synthetische Kohle | |
| DE906614C (de) | Verfahren zur Behandlung von Tannenzapfen | |
| DE493687C (de) | Verfahren zum Verfluessigen und Loeslichmachen von Cellulose, Holz und Kohlen | |
| CH264518A (de) | Verfahren zur Behandlung eines geschlossenen Raumes zur Ungeziefervertilgung bzw. Desinfektion. | |
| DE443766C (de) | Verfahren zur Herstellung von leicht verglimmendem Papier | |
| DE935164C (de) | Raeuchermittel zur Vernichtung schaedlicher Organismen | |
| DE622219C (de) | Loeschen von mit gefuellten Brandbomben | |
| DE429918C (de) | Verfahren zum Feuersichermachen organischer Stoffe | |
| DE448728C (de) | Verfahren zur Herstellung trockener Diazo- und Diazotierungspraeparate | |
| DE497212C (de) | Verfahren zur Herstellung sprengsalpeteraehnlicher Gemische | |
| US2094366A (en) | Herbicide |