DE2852802C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zum Messen der Übertragungseigenschaften
eines Meßobjektes gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1. Sie umfaßt auch eine Schaltungsanordnung
(Anspruch 5) zum Durchführen des Verfahrens nach Anspruch 1.
Ein solches Verfahren ist aus der Zeitschrift "Electronic
Engineering", August 1966, Seiten 516 bis 519 bekannt. Bei
diesem Verfahren wird die Messung der Übertragungsfunktion mit
Hilfe von kurzen Impulsen durchgeführt. Ausgehend von der
Erkenntnis, daß eine Δ -Funktion mit unendlich schmalen Impulsen
in der Fourieranalyse eine Verteilung der Harmonischen mit
konstanter Amplitude bei allen Frequenzen (bis unendlich)
liefern würde, wird in der Praxis ein möglichst kurzer Impuls
verwendet, der für seine Spektralkomponenten allerdings nur
eine Funktion ergibt. Eine Folge derartiger schmaler
Impulse wird auf das Meßobjekt gegeben, und empfangsseitig wird
die Kurvenform des durch die Übertragung veränderten Impulses
nach Abtastung aufgezeichnet und einer Fourieranalyse unterworfen.
In gleicher Weise ist auch schon vor der Übertragung eine Abtastung
des Sendeimpulses durchzuführen, und auch dieses
Ergebnis wird gespeichert und ebenfalls einer Fourieranalyse
unterworfen.
Dieses Verfahren hat den Nachteil, daß eine
Aufzeichnung sowohl des Sendeimpulses als auch des verzerrten
empfangenen Impulses durchgeführt werden muß. Außerdem ist
erforderlich, daß beide Impulsformen der Fourieranalyse unterworfen
werden. Bei der Messung an Übertragungsstrecken ergibt
sich dabei das Problem, daß die Fourieranalyse für den Sendeimpuls
an der Empfangsstelle nicht direkt zur Verfügung steht.
Es muß also entweder eine entsprechende zusätzliche Übertragung
der sendeseitigen Spektralanalyse zur empfangsseitigen
Meßstelle vorgenommen werden oder es wird umgekehrt die
empfangsseitige Spektralanalyse zur Sendeseite zurückübertragen.
Dabei ergibt sich neben dem großen Aufwand ein Nachteil
dadurch, daß jeglicher Übertragungsfehler unmittelbar das Meßergebnis
beeinflußt. In das Meßergebnis gehen weiterhin die
Fehler sowohl bei der sendeseitigen als auch bei der empfangsseitigen
Fourier-Analyse mit ein.
Es ist auch zu beachten, daß die bei derartigen Impulsen
auftretenden unendlich vielen Harmonischen
sehr breite Frequenzbänder belegen und zu Störungen führen
können, wenn in bestimmten Kanälen gemessen werden soll,
während in benachbarten Kanälen eine normale Nachrichtenübertragung
stattfindet. Schließlich ist es noch für den
praktischen Betrieb von Nachteil, daß die Amplituden der
einzelnen Harmonischen (und ebenso deren Phasen) durch die Form
des verwendeten Sendeimpulses vorgegeben sind und somit nicht
frei gewählt werden können. Dies ist vor allem bei der Messung
an Objektiven mit einer Filtercharakteristik von Nachteil und
beeinträchtigt die Genauigkeit des Meßergebnisses.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
der eingangs genannten Art so weiterzubilden, daß in
einfacher und schneller Weise die Bestimmung des Widerstandes
eines Zweipols durchführbar ist. Gemäß der Erfindung wird dies
mit den Maßnahmen des Anspruchs 1 erreicht.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung ist es möglich, in
paralleler Form gleichzeitig für alle n-Frequenzen, aus denen
der Testimpuls zusammengesetzt ist, den Widerstandswert durch
eine mehrfache Quotientenbildung zu ermitteln und einer entsprechenden
Anzeige- oder Registriereinrichtung zuzuführen.
Dann liegt mit einem Meßvorgang praktisch auch schon der ganze
Frequenzgang des gesuchten Widerstandes vor. Die Darstellung
des gemessenen Widerstandswertes kann in Betragsform oder auch
in komplexer Form erfolgen.
Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
wiedergegeben.
Die Erfindung und ihre Weiterbildung werden nachfolgend anhand
von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 einen Schaltungsaufbau für die Erzeugung des Testpulses
(Sendeseite),
Fig. 2 einen Schaltungsaufbau für die Auswertung des Testpulses
am Ausgang der Meßschaltung (Empfangsseite),
Fig. 3 das Zeigerdiagramm eines Testpulses nach der Übertragung
und empfangsseitigen Aufbereitung,
Fig. 4 einen vollständigen Meßaufbau nach der Erfindung.
In Fig. 1 ist ein Quarzgenerator QG vorgesehen, dem ein erster
Frequenzteiler FD 0 nachgeschaltet ist (Teilungsverhältnis m : 1).
Am Ausgang dieses Frequenzteilers liegt beispielsweise eine
rechteckförmige Spannungsfolge mit der Frequenz 12,8 kHz vor.
Diese Rechteckspannungsfolge wird einer Reihe von
7 Frequenzteilern FD 1 bis FD 7 zugeführt, die hintereinander
geschaltet sind und jeweils ein Teilverhältnis
von 2 : 1 aufweisen.
Mit dem 7stufigen Binärteiler (FD 1 . . . FD 7) können 27 =
128 verschiedene Kombinationen aufeinanderfolgend auf
den 7 Ausgangsleitungen erzeugt werden, welche als
Adreßleitungen einem programmierbaren Speicherwerk
(z. B. PROM) zugeführt werden, das mit PR bezeichnet ist.
Mit jeder der 27 = 128 Adressen wird ein Speicherwort
im Speicher PR angesprochen und auf den Ausgang durchgeschaltet.
Jedes Speicherwort hat z. B. eine Länge von
12 Bit und beinhaltet den digitalisierten Amplituden-
Momentanwert der unverzerrten Zeitfunktion (n = ganzzahlig)
Durch Aneinanderreihen dieser aufeinanderfolgenden Momentanwerte
wird der Testpuls als Treppkurve erzeugt,
wobei diese Testpulse zweckmäßig fortlaufend (d. h. ohne
zeitliche Lücke aneinandergereiht) ausgesandt werden.
Eine Periode des Testpulses ist gegeben durch , wobei
f 1 die Frequenz der niedrigsten Harmonischen bedeutet
(im vorliegenden Beispiel ist f 1 = 100 Hz gewählt).
Mit dem angenommenen Zahlenbeispiel von insgesamt 32
einzelnen Harmonischen von je 100 Hz Frequenzabstand
kann ein Frequenzband von 100 Hz bis 3200 Hz ausgemessen
werden. Für die Auslegung der Arbeitsweise der
Schaltung nach Fig. 1 ist zu beachten, daß nach dem
Abtasttheorem die höhere Frequenz (3200 Hz) mehr als
zweimal abgetastet werden muß, so daß die Abtastfrequenz
über 6400 Hz liegen muß. Im vorliegenden Beispiel ist
davon ausgegangen, daß die Abtastfrequenz mit 12,8 kHz
gewählt ist, so daß die Abtastbedingung für die höchste
Frequenz mit Sicherheit erfüllt ist.
Im einzelnen wird für die Programmierung des Speichers
PR folgendermaßen vorgegangen:
Zunächst wird mit den jeweiligen Amplitudenwerten A 1
bis An und den Anfangsphasenwerten d 1 bis ϕ n ein
Testpuls der Periodendauer T = festgelegt. Die Periodendauer
beträgt für das angegebene Beispiel somit
T = 10 msec. Die Amplitudenwerte A 1 bis An werden dabei
unterschiedlich groß gewählt, wie näher im Zusammenhang
mit Fig. 3 erläutert wird.
Von dem so zeichnerisch oder rechnerisch ermittelten,
aus den einzelnen Harmonischen mit den Anplituden A 1
bis A 32 und mit den Anfangsphasen ϕ 1 bis d 32 zusammengesetzten
Testpuls werden nun während einer Periodendauer
T, also z. B. während 10 msec eine ausreichende
Zahl z. B. von k = 128 aufeinanderfolgenden Abtastwerten
im zeitlichen Abstand von , im vorliegenden Beispiel
also
entnommen. Diese Werte der Zeitfunktion werden in digitaler
Form im Speicher PR aufeinanderfolgend unter der
jeweiligen Adresse d. h. z. B. unter Nr. 1 bis Nr. 128 abgelegt.
Dadurch ist sichergestellt, daß durch Fortschalten
der Adressen aufeinanderfolgend beim Auslesen
k = 128 Abtastwerte in der richtigen Reihenfolge nacheinander
ausgelesen werden und daß nach Digital-Analogumwandlung
im Digital-Analogumsetzer DAC diese Abtastwerte
eine Treppenkurve bilden, welche praktisch dem
idealen für die Berechnung der Abtastwerte benutzten
Testimpulse entspricht. Die Glättung, d. h. die Überführung
der einzelnen Spannungsstufen in ein stetiges
Analogsignal erfolgt mit dem nachgeschalteten Tiefpaßfilter
LP.
Nach Ablauf einer vollen Periode, d. h. nach T = 10 msec
beginnt ohne Zwischenraum das Programm von neuem, d. h.
es folgen wieder 128 Abtastwerte aufeinander, welche
die gleiche Treppenkurve ergeben (= nächste Periode
der Zeitfunktion).
Es werden aufeinanderfolgend mindestens so viele Testimpulse
ausgesandt, wie das jeweilige Meßobjekt bis zum
vollständigen Einschwingen benötigt. Im eingeschwungenen
Zustand kann dann empfangsseitig mindestens eine Periode
T abgetastet werden und zwar nach dem gleichen Schema,
nach dem sendeseitig die Erzeugung der einzelnen Abtastproben
durchgeführt wurde. Im vorliegenden Beispiel
würden sich somit auf der Empfangsseite wieder 128 Abtastwerte
ergeben, die dann in analoger oder digitalisierter
Form der Fourieranalyse unterworfen werden können
und dadurch insgesamt die einzelnen Amplitudenwerte
A 1* bis A 32* sowie die Phasenwerte ϕ 1* bis ϕ 32* liefern.
Sollten im Tiefpaßfilter LP irgendwelche bekannte Verfälschungen
der Zeitfunktion (z. B. durch Dämpfungswelligkeit
im Durchlaßbereich oder durch eine Phasenverschiebung)
eintreten, können diese durch eine entsprechende
Vorkorrektur der Abtastwerte (Vorentzerrung) ausgeglichen
werden.
Diese Zeit-Spannungsfunktion, welche den Testpuls bildet,
gelangt über einen einstellbaren Verstärker AM 1
zu einer Anpaßschaltung TR 1, z. B. in Form eines Leitungsübertragers
und von dort aus zu einem Meßobjekt
TE.
In Fig. 2 ist die Schaltung zur Auswertung der durch
das Meßobjekt veränderten Testpulse dargestellt. Von
dem Meßobjekt TE gelangt der verzerrte Testpuls zunächst
zu einer Anpaßschaltung TR 2, an deren Ausgang ein
Dämpfungsglied AT angeschlossen ist, dem ein einstellbarer
Verstärker AM 2 nachfolgt. Von hier aus zweigt
eine Regelschleife ab, die über einen Gleichrichter GR
und eine Schwellenschaltung SW geführt ist und die
Dämpfung des Dämpfungsgliedes AT sowie die Verstärkung
des Verstärkers AM 2 so beeinflußt, daß eine in
engen Grenzen tolerierte Maximalamplitude des empfangenen
Testpulses vorhanden ist. Nachgeschaltet ist ein
eine Abtast- und Halteschaltung aufweisender Analog-
Digital-Umsetzer ADC, welcher gesteuert mit einer Taktfrequenz
von 12,8 kHz die Momentanwerte des empfangenen
Testpulses digitalisiert. Diese 12,8 kHz entsprechen
mit hinreichender Genauigkeit dem am Ausgang des ersten
Frequenzumsetzers FD 0 in Fig. 1 an der mit A bezeichneten
Klemme auftretenden Takt.
Die Taktfrequenz von 12,8 kHz wird einem Frequenzteiler
FD 8 zugeführt, der für das gewählte Beispiel ein Teilungsverhältnis
von 128 : 1 hat. Dieser Frequenzteiler FD 8
hat im wesentlichen den gleichen Aufbau wie der Teiler
FD 1 bis FD 7 in Fig. 1. Er kann sogar z. B. bei Schleifenmessung
mit diesem identisch sein und bildet auf seinen
7 Ausgangsleitungen die Adressen, unter denen die vom
Analog-Digital-Umsetzer aufeinanderfolgend gelieferten
und dem jeweiligen Momentanwert des empfangenen Testpulses
entsprechenden Binärwerte in dem Speicher ST 0 abgespeichert
werden. Nach einem Durchlauf des Teiler FD 8,
d. h. nach dem Abspeichern von z. B. 128 Momentanwerten
des empfangenen Testpulses, wird dieser Vorgang beendet.
Mit den 128 Werten wird somit genau eine Periode des
Testpulses in digitalisierter Form abgespeichert.
Dieser Speicher ST 0 arbeitet mit einem Computer CO im
Dialogverkehr zusammen, wobei zunächst die abgespeicherten
128 Abtastwerte nach einem Fast-Fourier-Programm
(FFT-Programm) verrechnet werden. Das Programm hierfür
ist in einem Programmspeicher PST enthalten, der auch
die sendeseitig für die Erzeugung des Testpulses maßgebenden
einzelnen Amplitudenwerte A 1, A 2 . . . An und die
Phasenwerte ϕ 1, ϕ 2 . . . ϕ n enthält.
Ein Beispiel für ein derartiges FFT-Programm zur Berechnung
der schnellen Fourier-Transform ist in dem
Buch "The Fast Fourier Transform" von G. Oran Brigham
auf den Seiten 163 bis 171 beschrieben.
Mit diesem FFT-Rechenvorgang wird der Übergang von dem
Zeitbereich in den Frequenzbereich ausgeführt. Als Ergebnis
wird für jede der z. B. n = 32 Harmonischen der
Real- (Rn*) und der Imaginärteil (In*) erhalten. Hiervon
wird anschließend für jede Harmonische der Betrag
der Amplitude An* nach der Gleichung
errechnet sowie die Phasen ϕ * n nach der Gleichung
Die hierfür erforderlichen Programme sind ebenfalls in
dem Programmspeicher PST enthalten.
Die empfangsseitig errechneten Einzelamplituden A 1*. . . .
An* der Harmonischen nicht mehr identisch mit den
Einzelamplituden A 1 . . . An, aus denen sich der gesendete
Testpuls zusammensetzte (siehe Gleichung 1).
In dem Rechner CO wird eine Quotientenbildung (angedeutet
durch den Schaltungsteil QS) der komplexen Zeiger
A*x und Ax nach der Beziehung durchgeführt. Der
so erhaltene Wert stellt ein Maß für den Widerstand eines
Meßobjektes dar, wie näher im Zusammenhang mit Fig. 4
erläutert wird. Das erforderliche Programm für die Quotientenbildung
ist ebenfalls im Programmspeicher PST
enthalten, d. h. auch die Information über die sendeseitig
gewählten Amplitudenverteilung A 1 bis An.
Fig. 3 zeigt in einer Zeigerdiagrammdarstellung die Beziehung
für die am Ausgang der Schaltung nach Fig. 2
erhaltenen Werte ϕ * 1 bis ϕ * n und A* 1 bis A*n. Die
sendeseitigen Amplitudenwerte A 1 bis A 32 sind mit der
Anfangsphase ϕ n = 0 angenommen. In der Fig. 3 sind nur
wenige dieser empfangsseitigen Amplituden- und Phasenwerte
aufgezeichnet und zwar der Zeiger A* 1 (für die
Frequenz f 1 = 100 Hz), der Zeiger A* 2 (für die Frequenz
200 Hz) und der Zeiger A* 9 (für die Frequenz 900 Hz).
Zwischen dem Zeiger A* 1 und dem Zeiger A 1 besteht eine
Phasenverschiebung ϕ * 1, zwischen A 2 und A* 2 eine solche
von ϕ * 2 usw. Ein vollständiges Zeigerdiagramm nach
Fig. 3 würde somit das vom Computer CO nach Fig. 2 gelieferte
Gesamtergebnis wiedergeben.
Bei der nachfolgenden Quotientenbildung ist zu beachten,
daß jeweils A* 1 auf A 1, A* 2 auf A 2 auf A 2 und A*n auf An bezogen
werden muß, um zu dem gewünschten Widerstandswert
jeweils bei der Frequenz n · f zu gelangen. Es ergibt
sich der Widerstandswert Zx bei der Frequenz fx zu
wobei fx eine der n-Harmonischen ist und A*x bzw. Ax
den jeweiligen Amplitudenwert, ϕ * x bzw. ϕ x den jeweiligen
Phasenwert und Rv eine Konstante bedeutet, die
näher bei Fig. 4 erläutert wird.
Die komplexen Widerstandswerte Z 1 bis Zn bei den verschiedenen
Frequenzen f 1bis fn werden in geeigneter
Form auf der Anzeige- und/oder Registriereinrichtung
DSP nach Fig. 2 festgehalten. Wenn nur ein Teil der n
Widerstandswerte von Interesse sein sollte, so können
die übrigen weggelassen werden.
Bei dem Blockschaltbild nach Fig. 4 ist der Sender der
Meßschaltung mit SE bezeichnet. Er hat den in Fig. 1
im einzelnen dargestellten Aufbau und gibt sein Meßsignal
in Form unmittelbar aufeinanderfolgender Testimpulse
TJ von bestimmter vorgegebener Dauer an die Meßschaltung
M 0 ab. Diese Meßschaltung enthält einen ohmschen
Serienwiderstand Rv (bei symmetrischen Meßobjekten
sind dementsprechend zwei Vorwiderstände Rv vorzusehen),
sowie den Zweipol X, der hier als Ersatzwiderstand
dargestellt ist und dessen Widerstandswert gemessen
werden soll. Am Ausgang der Meßschaltung M 0 ist
eine Empfangsschaltung EM vorgesehen, welche den in
Fig. 2 näher dargestellten Aufbau hat. Bei dem dort gezeichneten
Rechner CO liegen, wie bereits erwähnt, die
einzelnen Amplitudenwerte A* 1 bis A*n in komplexer Form
vor, so daß für eine Frequenz fx der n-Frequenzen gilt
A*x = |A*x| · e j ϕ *x (5)
Die komplexen Zeiger A* 1 bis A*n am Ausgang der Empfangsschaltung
nach Fig. 2 entstehen durch eine Fourier-Analyse
(schnelle Fourier-Transformation-FFT) in der Empfangsschaltung
EM durch Analyse des durch die Meßschaltung
M 0 veränderten Testimpulses TJ*.
Darüber hinaus ist in dem Programmspeicher PST, wie
ebenfalls in Fig. 2 schematisch angedeutet, auch die
Information über die sendeseitigen komplexen Zeiger A 1
bis An vorhanden, d. h. die einzelnen Phasen- und Amplitudenwerte
der n-Harmonischen, welche den Testimpuls TJ
bilden. Dabei gilt für eine Frequenz fx der n-Harmonischen
auf der Sendeseite die Beziehung
Ax = |Ax| · e j ϕ x
Bei der Quotientenbildung (angedeutet durch den Block
QS) werden die Quotienten aus den komplexen Werten
gebildet und zwar fortlaufend Q 1 = , Q 2 = usw.
bis . Die so gewonnenen Größen Q 1 bis Qn stellen
ein Maß (und zwar in komplexer Form) für den Widerstand
des Meßobjektes X dar. Dies ergibt sich aus folgenden
Überlegungen:
Für die Spannung Ue am Eingang des Meßobjektes MO und
für die Spannung Ua am Ausgang des Meßobjektes MO gilt
folgende Beziehung:
Unter der Voraussetzung, daß der Vorwiderstand Rv wesentlich
größer gewählt ist als der Widerstand Z des
Meßobjektes X (z. B. 100 kΩ gegenüber 600 Ω Wellenwiderstand)
läßt sich die Beziehung der Spannung Ue und Ua
wie folgt vereinfachen:
Aufgelöst nach dem komplexen Widerstand Z des Meßobjektes ergibt
durch Umformen der Gleichung (7)
Die Größe Rv ist als eine Korrekturgröße aufzufassen,
so daß, wenn die beiden Spannungswerte Ua und Ue bekannt
sind, der Widerstand Z nach der Gleichung (8)
berechnet werden kann.
Die Erfindung zeigt einen Weg, wie für n-Frequenzen
gleichzeitig in einfacher Weise die beiden Spannungen
Ue und Ua gewonnen und daraus die gewünschten frequenzabhängigen
Widerstandswerte Z erhalten werden können.
Der Testimpuls TJ, welcher sendeseitig in das Meßobjekt
MO eingegeben wird, stellt sich dar als die Summe aus
der Überlagerung der verschiedenen harmonischen Einzelschwingungen
mit den den Frequenzen f 1 bis fn zugeordneten
Amplitudenwerten A 1 bis An unter Berücksichtigung
der Phasenwerte ϕ 1 bis ϕ n . Betrachtet man zunächst
der Einfachheit halber allein die Frequenz f 1, so kann
davon ausgegangen werden, daß am Eingang der Meßschaltung
MO die Spannung Ue dem Amplitudenwert A 1 entspricht.
Darüber hinaus entspricht die ausgangsseitige
Spannung Ua dem bei der Empfangsschaltung EM nach
Fig. 2 erhaltenen Amplitudenwert A* 1 für die Frequenz
f 1. Dabei ist zu berücksichtigten, daß am Ausgang der
Schaltung EM die einzelnen Amplitudenwerte A* als komplexe
Zeiger vorhanden sind. Ebenso ist auf der Empfangsseite
die Information über die Amplitudenwerte A 1
bis An und der Phasenwerte ϕ 1 bis ϕ n der Sendeseite
in dem Programmspeicher PST nach Fig. 2 enthalten und
somit für die Auswertung bereitgestellt. In der Empfangsschaltung
EM nach Fig. 2 braucht somit lediglich
eine Quotientenbildung durchgeführt werden, welche aus
den einzelnen Amplitudenwerten A* 1 bis A*n einerseits
und A 1 bis An andererseits durch Quotientenbildung die
jeweiligen Quotientenwerte Q 1 bis Qn bereitstellt nach
der Beziehung
Diese Quotientenwerte können bis hinauf zur Frequenz fn
gebildet werden, wobei gilt
Besonders einfach wird diese komplexe Quotientenbildung,
wenn mit normierten Amplitudenwerten gearbeitet wird.
Setzt man nämlich für alle sendeseitigen Amplitudenwerte
A 1 bis An gleich 1, so ist |A*x| = , weil
im Nenner eine 1 steht. Die Quotientenbildung beschränkt
sich somit auf die Bildung der Phasendifferenz (ϕ * x -ϕ x ).
Die Quotientenwerte Q 1 bis Qn werden in komplexer Form
einer Multiplikation (angedeutet durch den Block MS)
unterworfen, in welcher der Quotientenwert mit dem
Korrekturfaktor Rv beaufschlagt wird und dadurch den
jeweiligen komplexen Widerstandswert Z 1 bis Zn nach
Gleichung (8) ergibt. Dieser Wert Z 1 bis Zn wird in
einer entsprechenden Anzeige- und Registriereinrichtung
ARE dargestellt und/oder gespeichert. Der Multiplikationsschritt
mit dem für alle Quotienten Q 1 bis Qn
konstanten Korrekturfaktor Rv kann auch dadurch realisiert
werden, daß bei der Anzeige- und Registriereinrichtung
ARE ein entsprechender Maßstab gewählt wird,
welcher die Quotienten Q 1 bis Qn gleich in der notwendigen
Größe und Dimension darstellt.
Durch die Erfindung kann somit unmittelbar für n verschiedene
Frequenzen, d. h. innerhalb eines größeren
Meßfrequenzbereiches oder eines Meßfrequenzbandes praktisch
parallel der Wert für die jeweiligen frequenzabhängigen komplexen
Widerstände
Z 1 bis Zn bei diesen n-Frequenzen berechnet und dargestellt
bzw. registriert werden. Aufwendige Durchstimm-
oder Ablauf-Meßvorgänge sind nicht erforderlich.
Die Taktfrequenz für die beiden, die Gesamt-Meßanordnung
bildenden Sende- und Empfangsschaltungen SE und EM
von z. B. 12,8 kHz wird an dem Punkt A zugeführt und ist
für sowohl den Sender SE als auch für den Empfänger EM
gleich groß. Dadurch ist die Bandfilterstruktur, welche
der FFT-Prozessor im Empfänger EM liefert, für alle
Amplitudenwerte A 1 bis An mit den Frequenzen f 1 bis fn
so gelegt, daß diese jeweils in der Mitte der einzelnen
empfangsseitigen Teilfrequenzbereiche liegen, welche
die Kammerfilterstruktur (Filterbank) des FFT-Prozessors
in Fig. 2 bildet.
Claims (6)
1. Verfahren zum Messen der Übertragungseigenschaften eines
Meßobjektes, dem von einem Meßsender ein Testpuls zugeführt
wird, dessen durch das Meßobjekt veränderte Impulse
(Pulsantwort) ausgewertet werden unter Einsatz eines Rechners,
der die in einem Empfangsspeicher (STO) gespeicherte Pulsantwort
mit Hilfe der Fourier-Analyse zerlegt, die einzelnen
Frequenzkomponenten hinsichtlich ihrer Amplituden und ihrer
Phasenlagen bestimmt und in Kenntnis der Amplituden und der
Phasenlagen der einzelnen Frequenzkomponenten des Testimpulses
die Übertragungseigenschaften des Meßobjektes ermittelt,
dadurch gekennzeichnet,
daß zum Messen des Widerstandes eines Zweipols als Meßobjekt
- - sendeseitig die Amplitudenwerte (A n ) und Phasenlagen ( ϕ n ) der einzelnen Frequenzkomponenten des Testimpulses mittels eines Speichers (PR) im Meßsender nach der Gleichung gebildet werden mit x als einer im Hinblick auf die zu untersuchende Bandbreite des Meßobjektes gewählten Zahl, mit f als Grundfrequenz (1. Harmonische) und n als Ordnungszahl der jeweiligen Frequenzkomponente,
- - empfangsseitig
- - - von dem Rechner (CO) aus der Pulsantwort- mindestens ein komplexer empfangsseitiger Amplitudenwert (A*x) bereitgestellt wird, der auf eine bestimmte Frequenzkomponente fx des sendeseitigen Testimpulses zurückgeht,
- - - von einem weiteren Speicher (Programmspeicher PST) die Amplitudenwerte (A n ) und Phasenlagen ( ϕ n ) der einzelnen Frequenzkomponenten des Testimpulses dem Rechner (CO) zur Verfügung gestellt werden, der ohne eine Verbindung zum Meßsender ist,
- - - aus den zur Verfügung gestellten Amplitudenwerten (A n ) ein Amplitudenwert (Ax) einer Frequenzkomponente fx bereitgestellt wird, die der bestimmten Frequenzkomponente fx des sendeseitigen Testimpulses entspricht,
- - - aus beiden bereitgestellten Amplitudenwerten (A*n, Ax) eine Quotientenbildung durchgeführt und
- - - der so erhaltene Quotient nach Multiplikation mit einem Korrekturfaktor als Widerstand des Meßobjektes angezeigt und/oder registriert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß für die n-Amplitudenwerte der n im Testimpuls enthaltenen
Harmonischen die Quotientenbildung n-fach durchgeführt und so
der frequenzabhängige Verlauf des gesuchten Widerstandswertes
ermittelt und entsprechend dargestellt und/oder registriert
wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die einzelnen Testimpulse lückenlos aneinandergereiht ausgesandt
werden.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß für das sendeseitige Auslesen der Abtastwerte aus dem
Speicher (PR) einerseits bzw. für die Abtastung der Pulsantwort
auf der Empfangsseite die gleiche Abtastfrequenz (z. B. 12,8 kHz)
verwendet wird.
5. Schaltungsanordnung zum Durchführen des Verfahrens nach
einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
- - im Meßsender ein Speicher (PR) vorgesehen ist, der ausreichend viele zeitlich aufeinanderfolgende Abtastwerte aus einem mit den unterschiedlichen Amplitudenwerten (A 1 bis An) gebildeten Testimpuls enthält, die nacheinander ausgelesen werden,
- - empfangsseitig ein weiterer Speicher (Programmspeicher PST) vorgesehen ist, in dem die Ausgangswerte des sendeseitig mit den unterschiedlichen Amplitudenwerten gebildeten Testimpulses ebenfalls gespeichert und zur Auswertung bereitgestellt sind,
- - eine Schaltung (ADC) für die Abtastung der Pulsantwort vorgesehen ist, der ein zusätzlicher Speicher (STD) nachgeordnet ist,
- - zwischen dem Meßsender (SE) und der Empfangsseite eine den zu messenden Zweipol (X) als Meßobjekt enthaltende Meßschaltung (MO) eingefügt ist,
- - ein Rechner (CO) zur Quotientenbildung sowohl an den weiteren als auch an den zusätzlichen Speicher (PST; STO) angeschlossen ist und
- - mit dem Rechner (CO) eine Anzeige und/oder Registriereinrichtung (DSP) verbunden ist.
6. Schaltungsanordnung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Speicher (PR im Meßsender als Digitalspeicher ausgebildet
ist und einen nachgeschalteten Digital-Analog-Wandler
(DAC) aufweist, dem ein Tiefpaßfilter (LP) nachgeschaltet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19782852802 DE2852802A1 (de) | 1978-12-06 | 1978-12-06 | Verfahren und schaltungsanordnung zur messung der uebertragungseigenschaften eines messobjekts |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19782852802 DE2852802A1 (de) | 1978-12-06 | 1978-12-06 | Verfahren und schaltungsanordnung zur messung der uebertragungseigenschaften eines messobjekts |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2852802A1 DE2852802A1 (de) | 1980-06-12 |
| DE2852802C2 true DE2852802C2 (de) | 1989-10-12 |
Family
ID=6056489
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19782852802 Granted DE2852802A1 (de) | 1978-12-06 | 1978-12-06 | Verfahren und schaltungsanordnung zur messung der uebertragungseigenschaften eines messobjekts |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2852802A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19654740A1 (de) * | 1996-12-30 | 1998-07-02 | Holger Mueller | Meßverfahren zur Vierpolanalyse mit hoher Bandbreite |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4633411A (en) * | 1982-12-27 | 1986-12-30 | Rockwell International Corporation | Link quality analyzer |
Family Cites Families (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US3988667A (en) * | 1975-03-06 | 1976-10-26 | Hewlett-Packard Company | Noise source for transfer function testing |
| DE2724991B2 (de) * | 1977-06-02 | 1979-08-09 | Siemens Ag, 1000 Berlin Und 8000 Muenchen | Meßverfahren und Schaltungsanordnung zur Ermittlung der Dämpfungsverzerrung und der Gruppenlaufzeitverzerrung eines Meßobjekts |
-
1978
- 1978-12-06 DE DE19782852802 patent/DE2852802A1/de active Granted
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19654740A1 (de) * | 1996-12-30 | 1998-07-02 | Holger Mueller | Meßverfahren zur Vierpolanalyse mit hoher Bandbreite |
| DE19654740C2 (de) * | 1996-12-30 | 1999-05-06 | Holger Mueller | Meßverfahren zur Vierpolanalyse mit hoher Bandbreite |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE2852802A1 (de) | 1980-06-12 |
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