DE2807049C2 - Verfahren und Vorrichtung zum Erzeugen dauerhafter Falten in einem Textilartikel - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Erzeugen dauerhafter Falten in einem TextilartikelInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erzeugen dauerhafter Falten wie Bugelfalten in einem Textilartikel,
bei dem die Falte mit einem zunächst fließfähigen und dann aushärtenden Fixiermittel dauerhaft gemacht
wird. Außerdem betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Durchführen dieses Verfahrens, mit einem
Vorratsbehälter für Fixiermittel, einer Abgabeöffnung für das Fixiermittel und einem mit dem zu behandelnden
Textilartikel in Kontakt kommenden drehbaren Teil.
Zum Erzeugen dauerhafter Falten wie Bügelfalten in
ίο TextiJartikeln ist es bekannt (DE-OS 24 17 148), ein
flüssiges Fixiermittel in eine vorgeformte Falte mit Hilfe eines Rädchens einzurollen, woraufhin das Fixiermittel
aushärten bzw. abbinden kann, so daß es sowohl in Wasser als auch in bei der Trockenreinigung verwendeten
Lösungsmitteln unlöslich isL Es hat sich jedoch gezeigt, daß durch das Einrollen des Fixiermittels in die
vorgeformte Bügelfalte nicht immer eine ausreichende Menge des Fixiermittels in den Bereich der Bügelfalte
gelangt, so daß deren Dauerhaftigkeit oft ungenügend ist. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß vor dem
Einrollen des Fixiermittels zunächst eine Bügelfalte geformt und die Bügelfalte nach dem Einrollen des
Fixiermittels nachgebügelt werden muß. Daher sind zwei getrennte Bügelvorgänge erforderlich, die in
Produktionsstraßen zwei gesonderte Bügelpressen notwendig machen, wodurch erhöhte Anlage- und
Betriebskosten entstehen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, mit einfacheren Mitteln bessere und dauerhaftere Falten
wie Bügelfalten in Textilartikeln herstellen zu können.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das fließfähige Fixiermittel fortschreitend linienförmig
auf den Textilartikel stranggepreßt aufgebracht und der so behandelte Teil des Textüartikels zu der
gewünschten Falte gepreßt wird. Im Gegensatz zum Stand der Technik wird das Fixiermittel also zwangsweise
durch Strangpressen auf den Textilartikel aufgebracht und die gewünschte Falte nur einmal
geformt. Daher wird stets eine ausreichende Menge Fixiermittel aufgetragen, die sich entsprechend der
Auftraggeschwindigkeit auch steuern läßt, und es ist nur ein einziger Bügelvorgang erforderlich. Dementsprechend
werden mit einfacheren Mitteln dauerhaftere und gleichförmigere Bügelfalten erzeugt. Dabei ist es
gleichgültig, ob erst das Fixiermittel aufgetragen und dann die Bügelfalte geformt wird oder ob man zunächst
die Bügelfalte formt und das Fixiermittel in dieselbe einbringt. In jedem Falle reicht ein einziger Bügelvorgang,
um die Bügelfalte zu bilden. Ein Nachbügeln der bereits vorgeformten Bügelfalte nach dem Aufbringen
des Fixiermitlels ist nicht erforderlich.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Ansprüche 2 und 3.
Weiterhin wird die Aufgabe der Erfindung mit einer Vorrichtung der eingangs genannten Gattung gelöst, bei
der die Auslaßöffnung des Behälters eine Düse ist, die entfernt vom drehbaren Teil der Vorrichtung liegt,
wobei der drehbare Teil mit einem Druckglied verbunden ist, welches beim Drehen des drehbaren
Teiles Fixiermittel aus dem Behälter durch die Düse ausdrückt. Das Fixiermittel wird also zwangsweise
ausgepreßt, wenn man die Vorrichtung entlang der gewünschten dauerhaft zu machenden Falte verfährt.
Die Menge des auszupressenden Fixiermittels wird dabei von der Geschwindigkeit, mit der die Vorrichtung
entlang der gewünschten Falte verfahren wird, bestimmt, so daß stets eine gleichförmige und ausreichende
Menge von Fixiermittel auf den Textilartikel
aufgetragen wird, unabhängig von der jeweiligen Fahrgeschwindigkeit der Vorrichtung. Selbst bei
schwankenden Fahrgeschwindigkeiten erfolgt ein gleichmäßiger Auftrag von Fixiermittel.
Die Düse hat vorzugsweise eine schlitzförmige Austrittsöffnung, die sich senkrecht zur Drehachse des
drehbaren Teiles erstreckt, so daß das Fixiermittel streifenförmig auf den für die Fa:'..; gewünschten
Bereich des Textilartikel aufgetragen wird.
Der Behälter kann eine austauschbare Wegwerfpatrone sein, die sich an einem Injektionsspritzenkör^er
aus Kunststoff anbringen läßt. Derartige Injektionsspritzenkörper sind handelsüblich erhältlich und somit
preiswert. Die Düse läßt sich an die an diesem injektionsspritzenkörper schon vorhandene Düse ansetzen.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind Gegenstand der Ansprüche 6 bis 9.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann vorteilhaft in Verbindung mit einer Führung benutzt werden, die an
der Oberfläche mit einem profilierten Kanal zur Aufnahme der zu formenden Falte des Textilartikel
versehen ist, um den Textilartikel beim Auftragen des Fixiermittels abzustützen. Die Textilartikel können
Bekleidungsstücke wie Faltenröcke oder Hosen sein. Die Stoffe können aus beliebigen Fasern oder
Fasermischungen natürlicher oder synthetischer Art hergestellt sein. Das Verfahren ist insbesondere bei
nicht wärmehärtenden Naturfasern wie beispielsweise Zellulose- und Keratinfasern, insbesondere bei Wolle,
anwendbar. Die Stoffe können gewebte oder gestrickte Stoffe oder auch non-wovens sein. Die Erfindung ist
besonders zweckmäßig bei gestrickten Stoffen anwendbar, bei denen es bisher schwierig war, dauerhafte
Falten zu erzeugen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles der
erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Auftragen von Fixiermittel auf Textilartikel erläutert, und zwar zeigt
F i g. 1 die Vorrichtung in einem Längsschnitt,
F i g. 2 eine Stirnansicht der Vorrichtung aus F i g. 1 in Richtung des Pfeiles II,
Fig. 3 eine teilweise geschnittene Stirnansicht der
Vorrichtung aus F i g. 1 in Richtung des Pfeiles III,
F i g. 4 eine Seitenansicht der Vorrichtung und
Fi g. 5 eine Ansicht ähnlich wie in Fig. 3, wobei die
Vorrichtung auf eine Führung und einen auf dieser liegenden Textilartikel aufgesetzt ist.
Gemäß den Figuren weist eine Austeilvorrichtung 10 einen Behälter Sl auf, der in Form eines geformten
Kunststoff-Injektionsspritzenkörpers mit einer Düse 12 ausgebildet ist. Die Düse 12 ist mit einem Gewinde
versehen, auf das ein fischschwanzartiges Düsenendgüed 14 aufgeschraubt ist. Das letztere ist, wie es aus
F i g. 2 ersichtlich ist, eben bzw. flach und bildet einen schlitzförmigen Austritt für den Inhalt des Behälters 11.
Wenn der Behälter eine andere Form hat und beispielsweise mit einer axial abschließenden Düse
versehen ist, wie es bei Injektionsspritzenkörpern üblicher ist, kann die Form der Düse 12, insbesondere
deren Länge und Winkelausrichtung, entsprechend abgewandelt werden. Der Behälter 11 ist auf einen aus
Kunststoff bestehenden Verschluß 16 aufgeschoben oder aufgeschraubt. Der Verschluß 16 kann zum
Anbringen an irgendeiner geeigneten Behälterform angepaßt sein. Ein Kunststoffblock 18 hat einen
Gleitsitz in einer zylindrischen Aussparung im Verschluß 16 und wird von einer Druckfeder 20 nach außen
vorgespannt. Eine Metallabdeckung 22, die über einen Stift 24 schwenkbar an dem Verschluß 16 angebracht ist,
sorgt für ein positionsmäßiges Halten des Blocks 18 mittels Haltezapfen 26, die sich von dem Block 18 in
ausgesparte Bereiche 28 der Abdeckung 22 erstrecken. Die Form der ausgesparten Bereiche 28 ist dergestalt,
daß die Zapfen 26 normalerweise in ihren untersten Eckbereichen liegen, wenn nicht die Abdeckung nach
unten geschwenkt ist. Wenn sich die Zapfen längs der
ίο angrenzenden geneigten Oberfläche 32 hochbewegen,
wird der Block 18 weiter in die Aussparung im Verschluß 16 gedrückt
Der Block 18 ist mit einer Aussparung 34 ausgebildet, die ein mit Innengewinde versehenes und außen
verzahntes Zahnrad 36 trägt. Eine Gewindestange 38 befindet sich in Eingriff mit dem Innengewinde des
Zahnrades 36, während das letztere außen mit einem Schneckentrieb 40 in Eingriff kommt, welcher einen
drehbaren Teil 42 mit zwei äußeren Flanschen bzw. Rändern 46 und zwei inneren Gummioberflächen 48
bildet Wenn somit der Teil 42 gedreht wird, erfolgt eine Drehung des Zahnrades 36, und die Stange 38 bewegt
sich relativ zum Block 18 in axialer Richtung. Am Ende der Gewindestange 38 befindet sich in dem Behälter 11
ein dicht verschiebbar eingepaßtes Dichtungsglied 50, das von einem Formblock 52 getragen wird und dazu
dient, den Inhalt des Behälters 11 zu der Düse 12 zu bringen bzw. zu drücken.
Im Betrieb wird der Behälter 11 mit einem Fluid gefüllt, beispielsweise mit einer härtbaren Silikonkautschukzusammensetzung.
Der Verschluß 16 wird an dem Behälter 11 angebracht bzw. eingepaßt, wobei die Gewindestange 38 und die Dichtungsbaugruppe bis
nahe zum Block geschraubt sind. Wenn der drehbare Teil 42 mit der Oberfläche in Eingriff kommt, auf die das
Fluid aufgebracht werden soll, wird die Abdeckung 22 in einen Kontakt mit dem Block 18 niedergedrückt, wobei
der Zapfen 26 längs der geneigten Oberflächen 32 zu der in F i g. 1 dargestellten Position gedrückt und das
Fluid in dem Behälter leicht unter Druck gesetzt wird, um es zu der Mündung der Düse 12 zu bringen. Die Düse
wird in der erwünschten Weise positioniert, und die Vorrichtung wird durch Abrollen auf dem drehbaren
Teil 42 bewegt. Das letztere dreht sich und treibt somit die Gewindestange 38 sowie das Dichtungsglied 50
durch den Behälter, wobei aus dem Düsenendglied 14 Fluid in einer zur Drehzahl des Teiles 42 proportionalen
Menge ausgedrückt wird. Wenn die erwünschte Fluidbeaufschlagungslinie durchlaufen ist, wird die
Vorrichtung von der Oberfläche abgehoben und der Druck an der Abdeckung 22 aufgehoben. Die durch den
Block 18 und die Zapfen 26 v/irkende Feder 20 drückt die letzteren längs der Oberflächen 32 zu den untersten
Eckenbereichen der Aussparungen 30, wodurch die Gewindestange 38 sowie das Dichtungsgüed 50 leicht
abgezogen und der Behälter 11 druckentlastet wird, um
hierdurch ein ungewolltes Austreten von Fluid aus dem Düsenendglied 14 zu vermeiden.
Gemäß der Darstellung kann ein gerändelter Knopf am Ende der Gewindestange 38 vorgesehen sein, um das
betriebsmäßige Vorbelasten des Kolbens 15 zu unterstützen, wenn eine neue Klebstoifpatrone (das heißt ein
Behälter 11) an dem Betätigungsmechanismus angebracht wird.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist besonders zweckmäßig zum Durchführen des Faltenbildungsvorgangs
nach der Erfindung, insbesondere in Verbindung mit einer gefurchten Kleidungsabstützung und Füh-
rungsvorrichtung, mit der die erfindungsgemäße Vorrichtung gemäß der Auslegung zusammenarbeiten soll.
Fig.5 zeigt die betriebsmäßige Kombination im Betrieb, wobei ein gefurchter Stützarm 54 ein von innen
nach außen umgekrempeltes Hosenbein 56 abstützt, welches eine vorübergehende Falte 58 aufweist und mit
der erfindungsgemäßen Vorrichtung 10 in Eingriff gebracht wird. Die Flansche oder Ränder 46 des
drehbaren Teiles 42 liegen an jeder Seite des oberen Teils des Stützarms 54 an, und die Gummioberflächen 48
lagern auf dem Hosenstoff an jeder Seite der linienförmigen Falte 58. Der Schneckentrieb 40 kommt
somit nicht mit dem Stoff in Berührung. Das Düsenendglied 14 kann genau in die Spitze der Falte
gerichtet werden, um eine sehr genaue Aufbringung der Silikonzusammensetzung auf die mit vorläufigen Falten
versehenen Hosenbeine zu erzielen. Diese werden dann von dem Arm 54 entfernt, wieder auf die richtige Seite
umgekrempelt und flach ausgelegt, damit die Zusammensetzung härten kann. Derart behandelte Hosenbeine
besitzen Falten, die ein gutes Aussehen haben und die bei einem Tragen, bei einer Trockenreinigung und beim
Waschen dauerhaft sind.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (9)
1. Verfahren zum Erzeugen dauerhafter Falten wie Bügelfalten in einem Textilartikel, bei dem die
Falte mit einem zunächst fließfähigen und dann aushärtendem Fixiermittel dauerhaft gemacht wird,
dadurch gekennzeichnet, daß das fließfähige Fixiermittel fortschreitend linienförmig auf den
Textilartikel stranggepreßt aufgebracht und der so behandelte Teil des Textüartikels zu der gewünschten
Falte gepreßt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Textilartikel beim Aufbringen des
Fixiermittels beidseits der gewünschten Falte festgehalten wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Textilartikel beim Auftragen
des Fixiermittels auf einer kanalformigen
Führung angeordnet und auf diese mittels eines drehbaren Teiles gedrückt wird, der mit einer
Düsenöffnung verbunden ist, die beim Auspressen des Fixiermittels vom Kanal entlang der gewünschten
Falte geführt wird.
4. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 3, mit einem
Vorratsbehälter für Fixiermittel, einer Abgabeöffnung für das Fixiermittel und einem mit dem zu
behandelnden Textilartikel in Kontakt kommenden drehbaren Teil, dadurch gekennzeichnet, daß die
Auslaßöffnung des Behälters (11) eine entfernt von dem drehbaren Teil (42) liegende Düse (12) ist und
daß der drehbare Teil mit einem Druckglied (38,50, 52) verbunden ist, welches beim Drehen des
drehbaren Teiles Fixiermitte! aus dem Behälter (11)
durch die Düse (12) ausdrücki.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Düse (12) eine schlitzförmige
Austrittsöffnung aufweist, die sich senkrecht zur Drehachse des drehbaren Teiles (42) erstreckt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter (11) sowohl von
der Düse (12) als auch von dem drehbaren Teil (42) und dem mit diesem verbundenen Druckglied (38,
50,52) zu lösen ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der drehbare Teil (42)
als Rolle ausgebildet ist, welche mit dem Textilartikel (56) beidseits der ge-vünschten Falte in Kontakt
treten kann.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter (11) am
hinteren Ende offen ist, am entgegengesetzten Ende die Düse (12) aufweist und mit einem sein offenes
Ende verschließenden Verschluß (16) versehen ist, an dem ein in den Behälter einfahrbarer Kolben (15),
ein drehbarer Teil (42), der um eine senkrecht zur Bewegungsrichtung des Kolbens verlaufende Achse
drehbar gelagert ist, und ein Verbindungsmechanismus zwischen dem Kolben und dem drehbaren Teil
angeordnet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Düse (12) am Auslaßende des
Behälters (11) lösbar angebracht ist.
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