DE280694C - - Google Patents

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DE280694C
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radioactive
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01FCOMPOUNDS OF THE METALS BERYLLIUM, MAGNESIUM, ALUMINIUM, CALCIUM, STRONTIUM, BARIUM, RADIUM, THORIUM, OR OF THE RARE-EARTH METALS
    • C01F13/00Compounds of radium

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Geology (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Solid-Sorbent Or Filter-Aiding Compositions (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
M 280694 KLASSE 12 m. GRUPPE
Flüssigkeiten.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 10. Januar 1914 ab.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung der radioaktiven Bestandteile aus sie enthaltenden Flüssigkeiten durch Ausscheidung mittels fester Stoffe. Zweck der Erfindung ist insbesondere die Gewinnung radioaktiver Substanzen aus solchen Flüssigkeiten, wie z. B. natürlichen Wässern, welche sie in so geringen Mengen enthalten, daß ihre Gewinnung daraus bisher praktisch unlohnend
ίο war. Es hat sich gezeigt, daß es in überraschend einfacher Weise möglich ist, die radioaktiven Bestandteile der Wässer aus diesen in fester Form dadurch zu gewinnen, daß man derartige Wässer mit solchen festen Stoffen in Berührung bringt, die nach Art der natürlichen und künstlichen Zeotithe ihre Basen gegen die radioaktiven Bestandteile auszutauschen vermögen. Es genügt, die Wässer über solche basenaustauschenden Stoffe in dünner Schicht fließen zu lassen oder sie noch zweckmäßiger durch ein aus diesen Stoffen hergestelltes Filter hindurchfließen zu lassen, um den Basenaustausch und damit die chemische Bindung der radioaktiven Bestandteile der Wässer an die festen Stoffe herbeizuführen. Je nach der Wassermenge, welche man mit den in Betracht kommenden festen Stoffen in Berührung bringt, läßt sich dabei ohne weiteres eine mehr oder weniger starke Anreicherung der radioaktiven Substanzen in den festen Körpern erzielen.
Man hat zwar bereits vorgeschlagen, die radioaktiven Bestandteile aus Flüssigkeiten durch feste Stoffe abzuscheiden. Dabei wurden aber als feste Stoffe Kolloide, wie kolloidale Kieselsäure angewandt, welche imstande sind, durch Adsorption, also auf physikalischem Wege die radioaktiven Bestandteile der Flüssigkeiten festzuhalten. Um eine derartige Adsorption zu bewirken, bedarf es jedoch einer langdauernden und innigen Berührung zwischen Kolloid und Lösung, und man muß beispielsweise zur Erreichung des Zwecks die radioaktive Flüssigkeit mehrere Stunden lang mit dem Kolloid bei erhöhter Temperatur intensiv schütteln. Auf diese Weise ist die Gewinnung radioaktiver Substanzen aus sehr großen Flüssigkeitsmengen, beispielsweise diejenige der radioaktiven Bestandteile aus den natürlichen Wässern, praktisch völlig ausgeschlossen. Erst durch die vorliegende Erfindung, bei welcher infolge chemischer Umsetzung die Bindung der radioaktiven Substanzen an die festen Stoffe sofort bei der Berührung eintritt und wo also die Flüssigkeit nur kurze Zeit mit dem die Bindung bewirkenden Stoff in Berührung zu bleiben braucht, wird die Bewältigung derartig großer Wassermengen, wie sie in den natürlichen Wässern vorliegen, praktisch durchführbar.
Zur Ausführung des Verfahrens sind in erster Linie die natürlichen und künstlichen Zeolithe, d. h. Tonerdesilikate, geeignet, welche die Fähigkeit besitzen, ihre Basen gegen Alkalien, alkalische Erden und andere Metalloxyde austauschen zu können. Man geht dabei zweckmäßig von den Alkalizeolithen aus und ver- ■ fährt beispielsweise so, daß man die betreffen-
den Wasser durch ein aus Alkalizeolithen gebildetes Filter hindurchfließen läßt. Wie die Versuche ergeben· haben, wird dabei fast der ganze Radiumgehalt den Wässern entzogen. Die dabei durch Austausch des Alkalis der Zeolithe gegen das Radium o. dgl. gewonnenen Radiumzeolithe können unter Umständen ohne weiteres für Bestrahlungszwecke u. dgl. verwendet werden.
ίο Man kann daraus aber auch ebenso wie aus anderen zur Bindung der radioaktiven Substanzen benutzten Körpern durch Behandlung mit geeigneten Säuren oder Salzlösungen die radioaktiven Stoffe in konzentrierter Form . 15 herauslösen. Beispielsweise kann dies bei Verwendung der Zeolithe niit Hilfe, von Salzsäure oder Kochsalzlösung geschehen. Im letzteren Falle erzielt man gleichzeitig eine' Regenerierung der Zeolithe, die dann zur Gewinnung
ao neuer Radiummengen benutzt werden können. Aus den in der angegebenen Weise erhaltenen konzentrierten Lösungen der radioaktiven Stoffe lassen sich diese dann auf an sich bekannte Weise in relativ reinem festen Zustande isolieren,„_ beispielsweise durch Ausfällung des Radiums mit Hilfe von Schwefelsäure als Sulfat.
Falls erwünscht, kann man den Wässern bei oder während ihrer Berührung mit den Zeolithen Hydroxyde der alkalischen Erden zusetzen, wodurch die Abscheidung der radioaktiven Substanzen noch sicherer und schneller bewirkt werden kann.
Werden die radioaktiven Substanzen aus den sie enthaltenden Zeolithen o. dgl. nicht direkt in der oben angegebenen Weise durch Behandlung mit Alkalichlorid regeneriert, so kann ihre Regenerierung noch auf andere an sich bekannte Weise erfolgen.

Claims (2)

Patent-An Sprüche:
1. Verfahren zur Gewinnung der radioaktiven Bestandteile aus sie enthaltenden Flüssigkeiten durch Ausscheidung mittels fester Stoffe, dadurch gekennzeichnet, daß die Bindung der radioaktiven Bestandteile durch solche festen Stoffe erfolgt, die nach Art der natürlichen oder künstlichen Zeolithe ihre Basen gegen die · radioaktiven Bestandteile auszutauschen vermögen.
2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch' gekennzeichnet, daß die basenaustauschenden Stoffe in Form von Filtern verwendet werden, durch die man die radioaktiven Flüssigkeiten hindurchlaufen läßt, wobei die radioaktiven Bestandteile von dem Filtermaterial chemisch gebunden werden.
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