DE280694C - - Google Patents
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
M 280694 KLASSE 12 m. GRUPPE
Flüssigkeiten.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung der radioaktiven Bestandteile aus
sie enthaltenden Flüssigkeiten durch Ausscheidung mittels fester Stoffe. Zweck der Erfindung
ist insbesondere die Gewinnung radioaktiver Substanzen aus solchen Flüssigkeiten,
wie z. B. natürlichen Wässern, welche sie in so geringen Mengen enthalten, daß ihre Gewinnung
daraus bisher praktisch unlohnend
ίο war. Es hat sich gezeigt, daß es in überraschend
einfacher Weise möglich ist, die radioaktiven Bestandteile der Wässer aus diesen
in fester Form dadurch zu gewinnen, daß man derartige Wässer mit solchen festen Stoffen
in Berührung bringt, die nach Art der natürlichen und künstlichen Zeotithe ihre Basen gegen die radioaktiven Bestandteile
auszutauschen vermögen. Es genügt, die Wässer über solche basenaustauschenden Stoffe in
dünner Schicht fließen zu lassen oder sie noch zweckmäßiger durch ein aus diesen Stoffen
hergestelltes Filter hindurchfließen zu lassen, um den Basenaustausch und damit die chemische
Bindung der radioaktiven Bestandteile der Wässer an die festen Stoffe herbeizuführen.
Je nach der Wassermenge, welche man mit den in Betracht kommenden festen Stoffen
in Berührung bringt, läßt sich dabei ohne weiteres eine mehr oder weniger starke Anreicherung
der radioaktiven Substanzen in den festen Körpern erzielen.
Man hat zwar bereits vorgeschlagen, die radioaktiven Bestandteile aus Flüssigkeiten
durch feste Stoffe abzuscheiden. Dabei wurden aber als feste Stoffe Kolloide, wie kolloidale
Kieselsäure angewandt, welche imstande sind, durch Adsorption, also auf physikalischem
Wege die radioaktiven Bestandteile der Flüssigkeiten festzuhalten. Um eine derartige Adsorption
zu bewirken, bedarf es jedoch einer langdauernden und innigen Berührung zwischen
Kolloid und Lösung, und man muß beispielsweise zur Erreichung des Zwecks die radioaktive
Flüssigkeit mehrere Stunden lang mit dem Kolloid bei erhöhter Temperatur intensiv
schütteln. Auf diese Weise ist die Gewinnung radioaktiver Substanzen aus sehr großen Flüssigkeitsmengen,
beispielsweise diejenige der radioaktiven Bestandteile aus den natürlichen Wässern, praktisch völlig ausgeschlossen. Erst
durch die vorliegende Erfindung, bei welcher infolge chemischer Umsetzung die Bindung
der radioaktiven Substanzen an die festen Stoffe sofort bei der Berührung eintritt und
wo also die Flüssigkeit nur kurze Zeit mit dem die Bindung bewirkenden Stoff in Berührung
zu bleiben braucht, wird die Bewältigung derartig großer Wassermengen, wie sie in den natürlichen Wässern vorliegen, praktisch
durchführbar.
Zur Ausführung des Verfahrens sind in erster Linie die natürlichen und künstlichen Zeolithe,
d. h. Tonerdesilikate, geeignet, welche die Fähigkeit besitzen, ihre Basen gegen Alkalien,
alkalische Erden und andere Metalloxyde austauschen zu können. Man geht dabei zweckmäßig
von den Alkalizeolithen aus und ver- ■ fährt beispielsweise so, daß man die betreffen-
den Wasser durch ein aus Alkalizeolithen gebildetes Filter hindurchfließen läßt. Wie die
Versuche ergeben· haben, wird dabei fast der ganze Radiumgehalt den Wässern entzogen.
Die dabei durch Austausch des Alkalis der Zeolithe gegen das Radium o. dgl. gewonnenen
Radiumzeolithe können unter Umständen ohne weiteres für Bestrahlungszwecke u. dgl. verwendet werden.
ίο Man kann daraus aber auch ebenso wie aus
anderen zur Bindung der radioaktiven Substanzen benutzten Körpern durch Behandlung
mit geeigneten Säuren oder Salzlösungen die radioaktiven Stoffe in konzentrierter Form
. 15 herauslösen. Beispielsweise kann dies bei Verwendung der Zeolithe niit Hilfe, von Salzsäure
oder Kochsalzlösung geschehen. Im letzteren Falle erzielt man gleichzeitig eine' Regenerierung
der Zeolithe, die dann zur Gewinnung
ao neuer Radiummengen benutzt werden können. Aus den in der angegebenen Weise erhaltenen
konzentrierten Lösungen der radioaktiven Stoffe lassen sich diese dann auf an sich bekannte
Weise in relativ reinem festen Zustande isolieren,„_ beispielsweise durch Ausfällung des
Radiums mit Hilfe von Schwefelsäure als Sulfat.
Falls erwünscht, kann man den Wässern bei oder während ihrer Berührung mit den
Zeolithen Hydroxyde der alkalischen Erden zusetzen, wodurch die Abscheidung der radioaktiven
Substanzen noch sicherer und schneller bewirkt werden kann.
Werden die radioaktiven Substanzen aus den sie enthaltenden Zeolithen o. dgl. nicht
direkt in der oben angegebenen Weise durch Behandlung mit Alkalichlorid regeneriert, so
kann ihre Regenerierung noch auf andere an sich bekannte Weise erfolgen.
Claims (2)
1. Verfahren zur Gewinnung der radioaktiven Bestandteile aus sie enthaltenden
Flüssigkeiten durch Ausscheidung mittels fester Stoffe, dadurch gekennzeichnet, daß
die Bindung der radioaktiven Bestandteile durch solche festen Stoffe erfolgt, die nach
Art der natürlichen oder künstlichen Zeolithe ihre Basen gegen die · radioaktiven
Bestandteile auszutauschen vermögen.
2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch' gekennzeichnet, daß
die basenaustauschenden Stoffe in Form von Filtern verwendet werden, durch die
man die radioaktiven Flüssigkeiten hindurchlaufen läßt, wobei die radioaktiven Bestandteile von dem Filtermaterial chemisch
gebunden werden.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE280694C true DE280694C (de) |
Family
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Country Status (1)
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