DE2805658B2 - Verfahren zur elektrolytischen Färbung des nicht anodisierten Aluminiums und seiner nicht anodisierten Legierungen - Google Patents
Verfahren zur elektrolytischen Färbung des nicht anodisierten Aluminiums und seiner nicht anodisierten LegierungenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur elektrolytischen Färbung von Werkstücken aus Aluminium
oder einer Aluminiumlegierung. Die Färbung wird bei Werkstücken, deren Oberfläche keine vorherige
Anodisierungsbehandlung durchgemacht hat, für dekorative Zwecke vorgenommen.
Im folgenden versteht man unter dem Wort »Aluminium« sowohl das reine Metall als auch seine
Legierungen.
Bei der Mehrzahl der gegenwärtig bekannten Verfahren zur Färbung des Aluminiums ist in einer
ersten Verfahrensstufe vorgesehen, das zu färbende Aluminium zu anodisieren, d. h. es der Wirkung eines
elektrischen Stromes auszusetzen, wobei es in eine passende leitende Lösung eingetaucht wird; unter
diesen Bedingungen entwickelt sich auf der Oberfläche des Aluminiums eine mehr oder weniger poröse
Oxidschicht. In einer zweiten Verfahrensstufe scheidet man in den Poren dieser Schicht organische Farbstoffe
durch einfaches Eintauchen in Bäder dieser Stoffe oder besser in Bäder gefärbter Pigmente ab, die durch
Elektrolyse mit Wechselstrom im Inneren einer wässerigen Lösung von Metallsalzen erhalten wurden.
Solche Verfahren sind in den FR-PS 15 05 185,14 77 823 und 21 42 828 beschrieben. Andere Verfahren erzeugen
diese Färbung durch eine einzige Elektrolyse mit Wechselstrom in Gegenwart von gelösten Metallsalzen,
wobei gleichzeitig eine Anodisierung des Aluminiums und eine Abscheidung von aus dem Elektrolysebad
stammenden farbigen Oxiden an seiner Oberfläche erfolgen, wie es beispielsweise aus der FR-PS 3 22 498
bekannt ist.
Alle diese Verfahren erfordern die folgenden Verfahrensschritte:
Eine vorherige Anodisierung, in deren Verlauf auf dem Aluminium eine Oxidschicht mit einer Dicke von
mehreren Zehnern von μηι gebildet werden muß, wenn man anschließend dunkle Farben zu erhalten wünscht;
dies macht den Verfahrensschritt mehr oder weniger lang und an elektrischer Energie aufwendig. Diese
Oxidschicht muß eine geeignete Porosität zur Absorption des Farbstoffes haben und gleichmäßig sein, um
eine gleichmäßige Färbung zu erzielen, was schwierig erhältlich sein kann;
ein sehr sorgfältiges Waschen, um den Anodisierungse'.ektrolyt
vollständig zu beseitigen, da er ein saurer Stoff ist, dessen Gegenwart die Gefahr eines Korrosionsangriffs
des Aluminiumsubstrats herbeiführen würde; und
eine Verdichtung der Oxidschicht nach der Färbung, um den Farbstoff zu fixieren und ihn gegenüber dem
Umgebungsmedium beständig zu machen.
Außerdem lassen sich diese Verfahrensschritte nur auf gut ausgewählte Aluminiumlegierungstypen anwenden.
ίο Trotz aller dieser Vorsichtsmaßnahmen zeigt es sich,
daß für bestimmte Verfahren, insbesondere im Fall der Färbung mittels eines organischen Farbstoffes, die
erhaltene Farbe eine geringe Beständigkeit gegenüber dem Licht aufweist oder infolge gewisser mechanischer
Oberflächenfehler für das Auge unangenehme Farbschwankungen zeigt
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art zu entwickeln,
das einfach und wirtschaftlich die Erzielung eines erweiterten Bereichs von neuen Färbungen im Vergleich
mit den bisher erhältlichen Farbtönen und außerdem solcher Färbungen ermöglicht, die ihren
Glanz unabhängig von der Dauer und der Lichteinflüsse behalten und ebenfalls die Eigenschaft aufweisen, das
2S Basismetall auf alle Arten des Aussehens, die man ihm
vorher verleihen konnte, d. h. glänzend, matt, satiniert usw., durchscheinen zu lassen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß während einer Dauer unter 10 min mittels
in Wechselstroms bei einer Spannung unter der Anodisierspannung
des Aluminiums bei Raumtemperatur in einem Bad gearbeitet wird, das einen pH-Wert unter 2
aufweist und Borsäure. Schwefelsäure und/oder Sulfaminsäure sowie wenigstens ein Sulfat, Sulfamat oder
3") Chlorid der Metalle Kupfer, Zinn, Silber, Nickel und
Gold enthält, und das so gefärbte Werkstück mit einer Schicht aus farblosem Lack überzogen wird.
Bei Verwendung von Sulfaminsäure kann auch ohne Borsäure gearbeitet werden.
4ii Die nicht anodisierte Oberfläche des Aluminiumwerkstücks
kann je nach dem Aussehen, das man am Ende erhalten will, Gegenstand von geeigneten
Anfangsbehandlungen, wie z. B. mechanisches Polieren, Polieren, Glänzen, wenn man beispielsweise ein
4r> glänzendes Aussehen wünscht, feines Sandstrahlen,
Körnen oder chemische Umwandlung, wenn man eine malte Oberfläche wünscht, Bürsten, Grobsandstrahlen,
Beizen, falls ein Satiniereffekt angestrebt wird, gewesen sein; am häufigsten begnügt man sich mit einer
w einfachen Entfettung mittels bekannter Lösungsmittel,
wie z. B. Trichloräthylen oder Perchloräthylen. Jedoch nimmt man in keinem Fall eine vorherige Anodisierung
vor.
Das zu färbende Werkstück bringt man als Elektrode
« in einen wässerigen Elektrolyten ein, wo unter de:
kombinierten Wirkung verschiedener Faktoren (Zeit, Stromart, Spannung, Temperatur, Zusammensetzung
des Bades, pH-Wert) sich der gewünschte Färbungseffekt entwickelt.
w) Diese verschiedenen Faktoren werden folgendermaßen
präzisiert:
Ausschließlich Verwendung eines Wechselstroms, da jede Polarisation, auch von kurzer Dauer, eine Wirkung
der Behinderung der entstehenden Färbung hat. Dieser
br> Strom wird in den Stromkreis während einer variablen
Zeit je nach der gewünschten Färbung und den anderen Elektrolysebedingungen geleitet, doch liegt er zwischen
30 s und 10 min.
Die angelegte Spannung ist ebenfalls Funktion der anderen Elektrolysebedingungen und liegt zwischen 2
und 12 V7 muß jedoch die Vorschrift erfüllen, nicht die
Anodisierungspannung des Aluminiums zu erreichen, welche zum Auftreten von Aluminiumoxid an der
Oberfläche des zu färbenden Werkstücks und zur Zerstörung des färbenden Films führen würde. Die
anfänglich nahe 1 A/dm2 liegende Stromdichte sinkt schnell zu Beginn des Vorganges, um sich bei
unterschiedlichen Werten je nach der Zusammensetzung des Bades im Bereich von etwa 0,3 bis 0,8 A/dm2 zu
stabilisieren.
Dieses Verfahren läuft sehr gut bei Raumtemperatur ab, und es ist kein Vorgang zur Zuführung oder
Regulierung von Wärmeströmen erforderlich.
Was das Bad betrifft, in das das zu färbende Werkstück aus Aluminium eingetaucht wird, so
entsprictt es den folgenden Merkmalen:
pH-Wert unter 2, so daß es in einer Aziditätszone bleibt, wo sich nur die gefärbten Metallabscheidungen
bilden,
die Gegenwart von Borsäure, H3BO3, die die Pufferrolle für die Azidität des Mediums spielt und
deren Konzentration unter 50 g/l liegt,
die Gegenwart von Schwefelsäure oder Sulfaminsäure in einer Menge der Größenordnung von 2 g/l
für die erste und von 2 bis 10 g/l für die zweite,
die Gegenwart eines oder mehrerer Salze von Kupfer, Zinn, Silber, Nickel und Gold, deren
Anionen unter den Sulfaten, Sulfamaten und Chloriden gewählt sind und deren Menge abhängig
vom Metall und in jedem Fall unter 50 g/l ist.
Die Gegenelektrode besteht vorzugsweise aus einem
Metall gleicher Art wie der des verwendeten Salzes.
Unter diesen Bedingungen führt die Elektrolyse zur Bildung eines sehr dünnen gefärbten Films einer Dicke
unter 1 μιη an der Oberfläche des Werksiücks aus
Aluminium.
Im letzten ihrer Merkmale weist die Erfindung nach einem sorgfältigen Spülen mit demineralisiertem Wasser
und einem Trocknen an Luft eine Behandlung des so erhaltenen Films auf, die im Eintauchen in einen
farblosen Akryllack bekannter Art besteht, der nach Trocknen im Trockenofen zwischen 100 und 1500C
während 10 bis 15 min einen Schutzüberzug darstellt und dem Werkstück aus Aluminium ein glänzendes
Aussehen gibt
Bei einer besonderen Ausführungsart der Erfindung kann man, wenn man im Elektrolysebad eine Sulfaminsäurelösung
verwendet, eventuell-die Verwendung von
Borsäure auslassen.
Das so beschriebene Verfahren ermöglicht das Erhalten eines Bereichs von Farben, der praktisch das
gesamte Spektrum überdeckt, da sie vom Rot zum Gelb,
zum Grün, zum Blau und zum Indigo reichen, ohne die zusammengesetzten Farben, wie z. B. die Grauschattierungen,
Bronze und Braun zu zählen.
Dieser weite Bereich zusätzlich zur Tatsache, daß das metallische Substrat sein Aussehen durch den gefärbten
Film hindurch bewahrt, macht aus diesem Verfahren eine Auswahlmethode zum Erhalten von Werkstücken,
die zur Innen- oder Außendekoration von Bauwerken oder auch als einfachere Gegenstände, wie z. B.
Skistöcken und anderen, wobei außerdem die erhaltene Färbung gegenüber dem Licht stabil ist und keine
irgendwelche Änderung sogar nach längerem Aussetzen gegenüber ultravioletten Strahlen erleidet. Außerdem
ist das erfindungsgemäße Verfahren auf die Färbung von Aluminiumbändern durch eine kontinuier-
!·) liehe Behandlung anwendbar.
Die Erfindung wird anhand von Beispielen in einer Tabelle näher erläutert, wo für jedes Beispiel aufgeführt
sind:
Die Art des zu färbenden Metalls, die mit A4, A5, A9
!·■> bezeichnet ist, wenn es sich um Aluminium mit 99,4 bzw.
99,5 bzw. 99,99% Aluminiumgehalt handelt, und mit »A-Z5G« für eine Legierung bezeichnet ist, die 5% Zink
und Magnesium enthält.
Die Dauer der Behandlung in min
die angelegte Spannung in V
der pH-Wert des Elektrolysebades
die Zusammensetzung dieses Bades.
die angelegte Spannung in V
der pH-Wert des Elektrolysebades
die Zusammensetzung dieses Bades.
| Beispiel | 2 | Art des | Dauer der | Ange | ρ H-Wert | Zusammensetzung | des Bades | Erhaltene Farbe |
| Nr. | 3 | gefärbten Metalls | cleklroly- | legte | des Elck- | in g/l | ||
| tischen Be | Spannung | troiyt- | ||||||
| handlung | in V | bades | ||||||
| in Minuten | ||||||||
| I | A5 | 2 | 9 | 1,5 | Borsäure | gelbgrün | ||
| HiBO, | 20 | |||||||
| Kupfersulfat | ||||||||
| CuSO4 | 5 | |||||||
| Schwefelsäure | ||||||||
| H2SO4 | 2 | |||||||
| A4M,, | 3 | 8 | 1,5 | Wie Beispiel 1 | rot | |||
| A5 | 3 | 9 | 1,4 | Zinnsulfat | grau | |||
| SnSO4 | 5 | |||||||
| HiBO, | 20 | |||||||
| H2SO4 | 2 |
ΐ:ϊ-J.vi
| Fortsetzung | Art des | Dauer d>:r | Ange | pH-Wert | Zusammensetzung des Bades | t | HSO3NH2 | 0,5 | Erhaltene Farbe |
| Beispiel | gefärbten Metalls | elektroly | legte | des hlek- | in g/l | NiSO4 · 7 H2O | 20 | ||
| Nr. | tischen Be | Spannung | trolyt- | HSO3NH2 | 2 | ||||
| handlung | in V | bades | SnSO4 | ||||||
| in Minuten | HSO3NH2 | 15 | |||||||
| »A-Z5G« | 2 | 6 | 1,4 | Silbersulfat | NiSO4 · 7 H2O | 30 | gelb | ||
| 4 | Ag2SO4 | SnSO4 | 2 | ||||||
| H3BO3 | H2SO4 | ||||||||
| H2SO4 | H3BO3 | 0,1 | |||||||
| »A-Z5G« | 0,5 | 8 | 1,7 | Nickelsulfat | CuSO4 | 20 | bronze | ||
| 5 | NiSO4 · 7 H2O | AuCI1 | 2 | ||||||
| H3BO3 | |||||||||
| H2SO4 | 10 | ||||||||
| »A-Z5G« | 1 | 8 | 1,2 | Goldchlorid | 5 | hellblau | |||
| 6 | AuCl3 | 2,5 | |||||||
| H3BO3 | 0,025 | ||||||||
| H2SO4 | Jis 0,5 | ||||||||
| »A-Z5G« | 1,5 | 8 | 0,9 | Sulfaminsäure | 2,5 | ||||
| 7 | HSO3NH2 | 15 | gelbgrün | ||||||
| CuSO4 | 2 | ||||||||
| A5 | 6 | 10 | 1,5 | HSO3NH2 | 5 | stahlblau | |||
| 8 | AuCI, | 2,5 | |||||||
| 15 | |||||||||
| »A-Z5G« | 2 | 8 | 1,6 | 5 | hellbronze | ||||
| 9 | 2 | ||||||||
| »A-Z5G« | 2 | 8 | 1,5 | 20 | dunkelgrau | ||||
| 10 | 5 | ||||||||
| A5 | 3 | 8 | 1,4 | 0,125 | grau mit roten | ||||
| 11 | Reflexen | ||||||||
| »A-Z5G« | 3 | 8 | 1,4 | graubronze | |||||
| 12 | |||||||||
Claims (2)
1. Verfahren zur elektrolytischen Färbung von Werkstücken aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung,
dadurch gekennzeichnet, daß während einer Dauer unter 10 min mittels Wechselstroms
bei einer Spannung unter der Anodisierspannung des Aluminiums bei Raumtemperatur in einem
Bad gearbeitet wird, das einen pH-Wert unter 2 aufweist und Borsäure, Schwefelsäure und/oder
Sulfaminsäure sowie wenigstens ein Sulfat, Sulfamat oder Chlorid der Metalle Kupfer, Zinn, Silber, Nickel
und Gold enthält, und das so gefärbte Werkstück mit einer Schicht aus farblosem Lack überzogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung von Sulfaminsäure
ohne Borsäure gearbeitet wird.
Applications Claiming Priority (1)
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