DE27398C - Einrichtung an Bleiweifskammern zum Erschüttern der die Bleitafeln tragenden Latten von aufsen und zur Berieselung des Kammerinhaltes vor Entleerung - Google Patents
Einrichtung an Bleiweifskammern zum Erschüttern der die Bleitafeln tragenden Latten von aufsen und zur Berieselung des Kammerinhaltes vor EntleerungInfo
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- DE27398C DE27398C DENDAT27398D DE27398DA DE27398C DE 27398 C DE27398 C DE 27398C DE NDAT27398 D DENDAT27398 D DE NDAT27398D DE 27398D A DE27398D A DE 27398DA DE 27398 C DE27398 C DE 27398C
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C09—DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- C09C—TREATMENT OF INORGANIC MATERIALS, OTHER THAN FIBROUS FILLERS, TO ENHANCE THEIR PIGMENTING OR FILLING PROPERTIES ; PREPARATION OF CARBON BLACK ; PREPARATION OF INORGANIC MATERIALS WHICH ARE NO SINGLE CHEMICAL COMPOUNDS AND WHICH ARE MAINLY USED AS PIGMENTS OR FILLERS
- C09C1/00—Treatment of specific inorganic materials other than fibrous fillers; Preparation of carbon black
- C09C1/14—Compounds of lead
- C09C1/16—White lead
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Cleaning By Liquid Or Steam (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Herstellung des Bleiweifs nach der holländischen Methode gründet sich auf die Erscheinung,
dafs metallisches Blei, mit Essigdämpfen, Kohlensäure und Sauerstoff bei geeigneter
Temperatur in Berührung gebracht, sich in Bleiweifs und essigsaures Bleioxyd verwandelt.
Nach dieser Methode benutzt man in Deutschland und Oesterreich wohl ausschliefslich geheizte
Kammern," in denen der Länge nach, in mehrfachen Reihen über und neben einander,
Latten sich befinden, auf welche dünne Bleiplatten, dachförmig gebogen, gehängt werden,
die auch während des Oxydationsprocesses bis zur Entleerung der Kammern in Ruhe verbleiben,
wodurch das auf den Bleiplatten lagernde Oxyd eine schnelle Oxydation des Bleies verhindert.
Durch die ununterbrochene Zuführung von Essigdämpfen und Kohlensäure in diese Kammern vom Boden derselben aus mittelst
durch Koks geheizter Essigverdampfungskessel und der Gase von deren Feuerung verwandeln
sich die Bleiplatten von ihrer Oberfläche aus nach innen zu allmälig in Bleiweifs, welcher
Oxydationsprocefs bis zur Vollendung je nach Einrichtung und Behandlung der Kammern einen
Zeitraum von ca. 6 bis 7 Wochen beansprucht. Nach Beendigung dieses Processes werden die
auf den Balken hängenden Bleiplattenreste, sowie die auf den Boden gefallenen Oxydmassen direct
mittelst Hand bezw. Schaufel durch die Arbeiter entfernt, wobei infolge des Herunterfallens der
Oxydmasse die Kammeratmosphäre sich mit dem trockenen Bleiweifsstaube mehr oder weniger
füllt, welcher äufserst schädlich auf die Gesundheit der betreffenden Arbeiter infolge Einathmens
dieses Staubes einwirkt, so dafs deren Tod frühzeitig durch Bleivergiftung herbeigeführt wird,
wodurch selbstredend die Arbeitskraft für die Kammerentleerung sehr hoch bezahlt werden
mufs. Diese äufserst gesundheitsschädliche Einwirkung des Bleiweifsstaubes wird zwar durch Anwendung
von Schwämmen, die mit Essig getränkt sind, und anderen ähnlichen Luftfiltrirungseinrichtungen,
welche der Arbeiter während der Kammerentleerung vor den Mund bindet, ein wenig gehoben, jedoch bei weitem nicht mit
dem zu wünschenden Erfolg; auch ist das in manchen Bleiweifsfabriken übliche Bespritzen
des Kammerinnern mittelst Wasser vor der Entleerung der Kammer von der Thür derselben
aus mit Hülfe eines Schlauches wohl ohne merklichen Nutzen, da dasselbe die Entstehung
des schädlichen Bleiweifsstaubes beim Entleeren der Kammer nicht zu verhindern vermag,
indem der Wasserstrahl nur einen kleinen Theil des Kammerinnern erreichen kann.
Die Vermeidung dieses oben erwähnten Uebelstandes, sowie eine Verkürzung des Oxydationsprocesses
um circa einige Wochen soll durch nachstehend beschriebene und in den Fig. 1
bis 4 näher dargestellte Einrichtungen mehr oder weniger erzielt werden.
Die zu oxydirenden Bleiplatten werden dachförmig auf die in den Kammern befindlichen
Latten α aufgehängt, welch letztere auf den stärkeren Trägerlatten b ruhen. Die Trägerlatten
b, aus einem Stück bestehend, gehen frei von einem Kammerende durch Schlitze c der
Trägerbalken d durch die Kammerumfassungsmauer
des anderen Endes und stehen hier gegen diese Mauer noch um ein Stück e vor. In den
Schlitzlöchern c hängen diese Trägerlatten (s. Fig. 4) in beweglichen, aus rundem Messingdraht
gefertigten Hängebügeln /, die in den Bolzen g ihren Drehpunkt haben, so dafs
Latte b durch Aufschlagen mittelst eines Hammers auf Lattenkopf e, der zum Schutz gegen
Beschädigung mit einer Eisenkappe bedeckt ist, in schwingende Bewegung versetzt werden kann.
Der auf Latte b mittelst Hammerschlages in periodischen Zeitabständen ausgeübte Stofs theilt
sich den daraufliegenden Latten α und somit auch den auf diesen hängenden Bleiplatten mit,
wodurch das Herabfallen der auf den Blechen sich gebildeten pulverförmigen Oxydmasse und
ein Freilegen frischer, metallischer Bleiflächen herbeigeführt wird. Durch dieses periodische
Freilegen der metallischen Bleiflächen wird naturgemäfs eine schnellere Oxydation des Bleies
zu Bleiweifs erzielt, als wenn die Oxydmasse auf den Bleiplatten liegen bleibt. Die Mauerlöcher,
durch welche Latten b hindurchgehen, werden mittelst Gummihosen h geschlossen. An
Stelle der Hängebügel f lassen sich auch in Bolzen ruhende bewegliche Rollensegmentstücke
anwenden, welche von unten die Latten b stützen, ohne die leichte Beweglichkeit derselben
aufzuheben. Auch lassen sich die Latten α durch an der unteren Seite verzahnte Latten, die die
gleiche Länge wie Latten b haben, von der Aufsenseite der Kammer aus bewegen, indem
diese Längslatten mit ihren Ausschnitten die Latten α an den Enden der oberen Seite derselben
fassen und in schwingende Bewegung versetzen, wobei dieselben mit ihren Enden gleichzeitig in runden Ausschnitten festgelagerter
Trägerlatten ihren Drehpunkt finden.
Um keinen Bleiweifsstaub bei der Entleerung der Kammern entstehen zu lassen, wird vor der
Entleerung derselben ein Absperrhahn der Wasserleitung i geöffnet, infolge dessen das
Wasser aus den unter der Kammerdecke liegenden gelochten Kupferrohren k in Form eines
Sprühregens sich über den ganzen Kammerinhalt ergiefst, welcher das Abspülen der Oxydmasse
von den Bleiplatten herbeiführt. Hierauf wird die abgespülte, in Teigform sich befindende
Oxydmasse gleichzeitig mit den nassen Bleiplattenresten durch die Arbeiter aus der
Kammer, ohne Auftreten von Bleiweifsstaub, entfernt, wogegen das entstandene dünnflüssige
Bleiwasser durch eine entsprechende Maueröffnung an dem Boden der Kammer nach aufsen in Senkgruben abfliefst.
Claims (2)
1. .Durch mechanische Einrichtungen herbeigeführte
Beweglichkeit der Latten, auf welche die zu oxydirenden Bleiplatten in den Oxydationskammern bei der Erzeugung des
Bleiweifs gehängt werden und welche Beweglichkeit das Herabfallen der auf den Bleiplatten entstandenen Oxydmasse herbeiführt,
was die Freilegung neuer metallischer Bleiflächen und infolge dessen eine schnelle
Oxydation nach sich zieht.
2. Wasserberieselung der aufgehängten Bleiplatten in den Bleioxydationskammern von
der Decke derselben aus durch Rohrleitungen zur Verhinderung der Entstehung des gesundheitsschädlichen Bleiweifsstaubes während
der Entleerung der Kammern.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE27398C true DE27398C (de) |
Family
ID=303713
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT27398D Active DE27398C (de) | Einrichtung an Bleiweifskammern zum Erschüttern der die Bleitafeln tragenden Latten von aufsen und zur Berieselung des Kammerinhaltes vor Entleerung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE27398C (de) |
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