DE26747C - Verfahren und Instrument, Entfernungen von einem Standplatze aus zu bestimmen, Aufnahmen zu machen und Curven abzustecken. I (U - Google Patents
Verfahren und Instrument, Entfernungen von einem Standplatze aus zu bestimmen, Aufnahmen zu machen und Curven abzustecken. I (UInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 42: Instrumente.
Dr. L. CEREBOTANI in BERLIN.
zu machen und Curven abzustecken.
Zweites Zusatz-Patent zu No. 16523 vom 9. März 1881.
Fatentirt im Deutschen Reiche vom 5. September 1883 ab. Längste Dauer: 8. März 1896.
Das Instrument besteht: a) · aus dem im
Patent No. 16523 unter Fig. 3 erläuterten Telemeter; b) aus der oberhalb des Instruments zur
Höhen- und Tiefenmessung angeordneten Vorrichtung T; c) aus einem auf dem Dreifufs unverrückbar,
d. i. unabhängig von den Stativkopfbewegungen,
ruhenden Reifsbrett- RB; d) aus einem metrisch getheilten, an dem
Stativkopf in seitlich beliebiger Richtung befestigten und um die verticale Achse desselben
sammt dem Telemeter drehbaren Lineal L.
Gebrauch.
i. Will man, nachdem die directe Entfernung eines beliebigen Punktes ermittelt worden
ist, auch dessen Höhe oder Tiefe in Bezug auf das Niveau des Standpunktes und die sogen.
Projectionslinie bestimmen, so stellt man vermittelst der Elevationsbewegung e die mit einer
Libelle versehene Vorrichtung T möglichst horizontal (der Richtung nach dem fraglichen
Punkte nach; zur seitlichen horizontalen Lage bezw. senkrechten Stellung genügt das Augenmafs),
blickt durch Diopter d über die Visirspitze s, dreht ζ und verschiebt d über den
vertical stehenden Mafsstab v, bis Gerade ds
in die Visirlinie fällt. Ist das geschehen, so sieht man nach, wie weit d von dem Nullpunkt
0 verschöben worden ist und sucht in der Tabelle das sich ergebene d o. Letztere
siebt die zwei Quotienten · Das Pro-
d s d s
duct aus dem ersten und der bekannten Entfernung ist die fragliche Höhe (oder Tiefe), das
aus dem zweiten und der Entfernung die Projection.
2. Will man die Distanz zwischen zwei von dem Standplatz ungleich entfernt liegenden
Punkten ermitteln, so richtet man die Fernrohre (das Lineal dreht sich mit) nach dem
einen der qu. Punkte; man bestimmt die Entfernung, führt den Schieber χ- zu dem Endpunkt
eines festgesetzten Bruches derselben Entfernung, z.B. 1:1 000, und drückt den Knopf,
was in dem darunter aufgespannten Papier einen Stich hervorbringt; hierauf dreht man
(grobe und feine Bewegung bei q und z) das Instrument und folglich das Lineal mit, visirt
den zweiten Punkt ein, liest die Entfernung ab, schiebt χ zu dem Endpunkt des entsprechenden
, nach dem gleichen Mafsstab ι : 100.0 bestimmten Abschnitts, sticht ein und
zieht eine Gerade von dem einen zu dem anderen Stich; letztere ist derselbe festgesetzte
Bruch, also 1 : 1000 von der qu. Distanz.
3. Will man daher die topographische Lage einer Stadt, eines Landes, eines Terrains, eines
Sees, einer Küste, den Umrifs eines Gebäudes, irgend ein Polygon, eine Curve etc. aufnehmen,
so braucht man weiter nichts, als von einem und demselben Standplatz aus die einzelnen
Entfernungen von den betreffenden Punkten in natura (die Kante eines Gebäudes,, die
Gipfel der Bäume, die Ritze eines Gesteins etc.)
zugleich die entsprechenden Abschnitte mit dem jedesmaligen Druck auf den Knopf χ zu
bestimmen. Das' hierdurch entstehende Netz ist die genaue Topographie, das treueste Bild,
und zwar in dem ad libitum festgesetzten Mafsstabe des betreffenden Gegenstandes (in natura).
4. Was das Abstechen von Punkten, Geraden und beliebigen Curven anbelangt, so genügt
es, darauf aufmerksam zu machen, dafs ■wie aus dem Gegenstand das Bild, so vice versa
aus dem Bild der Gegenstand hervorgebracht werden kann. ■
Anmerkung.
Da das Fernrohr einen Kreis beschreibt, während die Kante des ,Lineals, die Mittelachse
durchschneidend, sich um dieselbe dreht, so erfolgt nöthigerweise in der Richtung der
Radien eine Abweichung. Aber dieselbe ist so gering und unbedeutend, dafs ich es nicht der
Mühe werth erachte, das übrigens sehr leichte Reductionsverfahren hier anzudeuten. Das die
Vorrichtung zur Landesaufnahme separat hergestellt und damit operirt werden kann, wie
Fig. 2 zeigt, bedarf wohl keiner näheren Erläuterung. Ja sogar die directe Entfernung
bezw. die Entfernungen aller aufzunehmenden Punkte können vermittelst derselben Vorrichtung,
Fig. 2, ohne Zuziehung eines Extra-Telemeters vermittelt werden. Es sei P, Fig. 3,
der fragliche Punkt, R B die erste Aufstellung (eines und desselben Reifsbrettes), b der Drehpunkt
des Lineals. Ich visire P ein und ziehe die Gerade b p. Hierauf lenke ich ab und
ziehe beliebig, rechts oder links hin, je nachdem, die Gerade bg. Ich rücke ferner seitwärts
hin und stelle das Reifsbrett bei B' R' auf, aber so, dafs b' g' sich in der Richtung b g
oder in einer derselben Richtung parallelen Geraden befindet. Ist das geschehen, so stellt
sich b' p' ebenfalls parallel zu b · p. Ich lenke ab und visire von b' aus denselben fraglichen
Punkt P ein. Ich ziehe b Z1 dann odjjb' g'.
Ich messe die Gerade b />' ab (5 bis 10 m), die Entfernung b p ist so oft b b', als in η in
b' m
b' m enthalten, b P= b b
. .,. b' η
m η
oder b1 P
Beträgt z. B. b b' 8 m, mn
ία 'α
mm und b m 25 cm, so ist <5>
Ζ3 = 400 m.
Die Hauptsache dieses Verfahrens ist, R' B' so zu stellen, dafs b' g' die Richtung b g oder
eine derselben Parallele einnimmt. Das kann aber entweder durch Verwendung einer Boussole
oder durch Fixirung eines zweiten, beliebig seitlich, aber möglichst weit liegenden Punktes
leicht und sicher erreicht werden.
Claims (2)
1. Eine mit dem oben erwähnten Telemeter behufs Landesvermessungen, sowie behufs
Absteckens von Punkten, Geraden und beliebigen Curven (wie im D. R. P. No. 16523
erläutert) in Zusammenhang (und zwar quatenus in Zusammenhang) gebrachte Vorrichtung
bezw. das darauf bezügliche Verfahren, bestehend aus:
a) einem metrisch getheilten Lineal bezw. Linealkante, welches, an dem Stativkopf,
worauf das Telemeter ruht, in seitlich beliebiger Richtung befestigt, um die verticale Achse drehbar ist;
b) dem auf diesem Lineal hin- und herschiebbaren, mit einem Knopf zur Erzeugung
von Punkten, wie vorstehend erläutert und beschrieben, versehenen Schieber;
c) dem auf dem Dreifufs unverrückbar, d. h. unabhängig von den Bewegungen
des Stativkopfes, befestigten Reifsbrett, in dessen Ebene das oben erwähnte Lineal drehbar ist.
2. Eine als Ergänzung und Bestandtheil des oben erwähnten Telemeters angeordnete
Vorrichtung zur Ermittelung von Höhen, Tiefen, Neigungen etc., bestehend aus einer
auf- und abbeweglichen Diopter etc., wie bereits erläutert und beschrieben.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE26747C true DE26747C (de) |
Family
ID=303106
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT26747D Active DE26747C (de) | Verfahren und Instrument, Entfernungen von einem Standplatze aus zu bestimmen, Aufnahmen zu machen und Curven abzustecken. I (U |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE26747C (de) |
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0
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