DE2640397B2 - Behandlungszelt, insbesondere Operationszelt - Google Patents
Behandlungszelt, insbesondere OperationszeltInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Behandlungszelt, insbesondere Operationszelt zur Behandlung von
Menschen unter abgeschlossener Atmosphäre, wozu das gesamte Behandlungszelt unter geringem Überdruck steht, mit einem oberen festen Rahmen mit einem
Dach und einer daran bis zum Boden herunterhängenden, dichten, biegsamen und teilweise transparenten
Hülle, welche die Behandlungsunterlage, insbesondere den Operationstisch, die Behandlungsgeräte und die
Behandlungspersonen umgibt
Ein solches Behandlungszelt ist der FR-PS 21 33 344
zu entnehmen. Das Behandlungszelt besteht dabei aus einem aufwendigen Rahmen mit einer Vielzahl von
starren Rohren, wobei von den oberen Stützrohren eine Hülle in Form von Vorhängen herabhängt Der
Behandlungsraum selbst ist in drei Unterkammern aufgeteilt, wobei die mittlere Kammer, in der der Patient
liegt, keimfrei und luftdicht gegenüber den anderen Räumen abgedichtet ist In der Verbindungswand sind
eine Reihe von Plastik-Ausstülpungen vorgesehen, damit der Operateur die Operationsbewegungen ohne
Berührung mit dem Patienten ausführen kann. Das in dieser Patentschrift vorgesehene Behandlungszelt ist
für eine geringe Anzahl von äußerst kritischen Operationen gedacht bei denen das Immunsystem des
Patienten so stark geschwächt ist daß wegen der hohen Infektionsgefahr jede Berührung mit der Umwelt
vermieden werden soll, Für die meisten Operationen genügen jedoch geringere Anforderungen.
In der FR-PS 9 39 474 ist ein einfach gestaltetes Sauerstoffzelt beschrieben, das entweder lediglich den
Oberteil des Patienten umgibt oder einen kleinen Raum, in dem sich der Patient aufhalten kann, üabei ist ein
einfacher Rahmen aufgehängt, von dem eine Hülle bis zum Körper des liegenden Patienten bzw. bis zum
Boden herunterhängt Die Sauerstoffzufuhr erfolgt von oben, wobei die Oberseite im wesentlichen mit der
Umgebungsluft verbunden ist Ein Überdruck oder eine geschlossene Atmosphäre ist in dem Sauerstoffzelt nicht
vorhanden.
Gemäß der DE-AS 12 90302 umschließt eine Isolierkammer eng eine Behandlungsunterlage, insbesondere ein Krankenbett, wobei die Hülle mit der
Behandlungsunterlage unmittelbar verbunden ist Dadurch muß die Hülle zieharmonikaartig zusammenschiebbar sein, damit die zu behandelnde Person auf die
Unterlage gelegt werden kann. Demzufolge kann eine Behandlung des Patienten lediglich durch eine kleine
Öffnung in der Hülle durch Einstecken der Arme vorgenommen werden, und zwar derart daß der in der
Hülle wirkende Überdruck nicht abfällt Hierdurch ist jedoch die Bewegungsfreiheit der behandelnden Person
sehr stark eingeschränkt, da diese die Behandlung innerhalb der Hülle von außen vornehmen muß. Die
zieharmonikaartigen Falten bewirken außerdem eine Sichtbehinderung.
Der US-PS 30 06 339 ist ein ähnlich aufgebautes Sauerstoffzelt zu entnehmen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Behandlungszelt der eingangs benannten
Art so auszubilden, daß es konstruktiv einfach und für weite Anwendungsbereiche des Alltagsbetriebes einsetzbar ist und zudem eine ungehinderte Behandlung
des Patienten gestattet
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Hülle am Boden durch einen mit ihr
verbundenen und mit Wasser auffüllbaren Schlauch druckdicht aufliegt, daß der Rahmen ein aufgehängter
Tragring ist, und daß die Hülle bis zum Tragring anhebbar ist
Durch die Erfindung wird ein sehr leichtes und einfach herzustellendes Behandlungszelt geschaffen, das damit
sehr billig in der Herstellung ist. Dadurch, daß die Hülle
aufhängbar ist, ist es auch sehr platzsparend und kann
auch in Räumen untergebracht werden, dii sonst für
andere Zwecke vielseitig nutzbar sind. Man kann sogar
die Aufhängung des Zeltes mit der Aufhängung der Opsrationsleuchte kombinieren, so daß noch zusätzlich
eine günstig gelegene Beleuchtungsquelle erhalten wird. Zudem kann in einem derartigen 3.ehandlungszelt in
vorteilhafter Weise eine Operation ungehindert vorbereitet werden, wonach das Operationsteam in einem
kleineren, besser keimfrei zu haltenden Raum, im übrigen aber mit der nötigen Bewegungsfreiheit und
ohne Sickibehinderung eine Operation durchführen kann.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Beschreibung des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert
Die Zeichnung zeigt schematisch im Querschnitt ein Operationsfeld in einem Operationsraum.
Ein im Betriebszustand rein schematisch dargestelltes
Operationszelt 10 besteht im wesentlichen aus einer Hülle 12, einem die obere Begrenzung der Hülle
bildenden Tragring 14 und einem Zeltdach 16. Der Tragring 14 wird durch Aufhängeeinrichtungen 18, 22
an der Decke 20 oder der Deckenhalterung 24 oder Operationsleuchte 26, die oberhalb des Daches 16 der
Hülle 12 an der Deckenhalterung schwenkbar aufgehängt ist, befestigt Die Operationsleuchte 26 kann
direkt am Dach 16 der Hülle 12 anschließen und diese unmittelbar durchleuchten. Allerdings kann auch die
Operationsleuchte frei oberhalb des Daches 16 angeordnet sein, damit die Bewegungsfreiheit der
Operationsleuchte voll erhalten bleibt Dabei ist das Dach 16 derart transparent ausgebildet, daß eine
einwandfreie Beleuchtung eines darunter befindlichen Operationstisches 29 möglich ist Am unteren Rand der
Hülle 12 befindet sich ein Schlauch 28, der auf dem Boden 46 des Operationsraumes aufliegt Hinsichtlich
einer einwandfreien Abdichtung zum Boden hin wird dieser Schlauch 28 über eine Leitung 27 mit Wasser
gefüllt. Vorzugsweise durch den Boden erfolgt über einen Luftzuführkanal 30 von unten her eine Belüftung
des Operationszeltes 10 in vorteilhafter Weise mit klimatisierter, keimfreier Luft Die Luftabfuhr kann
dabei entweder über vorgesehene Undichtigkeiten des Operationszeltes erfolgen, aber auch mit geeignet
dosierter Drosselung über einen Luftabfuhrkanal 32. Dabei muß darauf geachtet werden, daß im Zeltinneren
gegenüber dem Umgebungsdruck ein geringer Überdruck herrscht.
Mittels einer Anhebvorrichtung 38 kann die Hülle bis zum Tragring angehoben werden. Diese Anhebvorrichtung
besteht im wesentlichen aus einem Zugseil 40, welches mit dem unteren Ende am Schlauch 28
verbunden ist und um eine an der Decke 20 befindliche Umlenkrolle 42 verläuft Dabei ν erläuft im Bereich der
Hülle das Zugseil durch an der Hülle befestigte Ringe 44. Zieht man am Zugseil 40, welches natürlich an
verschiedenen Stellen des Schlauches befestigt sein
Ό muß, so kann die Hülle mitsamt dem Schlauch bis zum
Tragring angehoben und geordnet zusammengelegt werden. Damit ist nach der Operation wiederum die
sterile Verpackung 36 der zusammengelegten Hülle 34 und dem daran befindlichen Schlauch 28 möglich wie
'5 vor der Operation.
Die Inbetriebnahme des Behandlungszeltes erfolgt folgendermaßen. Vor der eigentlichen Operation wird
beispielsweise die Sterilpackung 36 am Tragring 14 eingehängt und verbleibt zunächst in der angehobenen
Stellung. In dieser Stellung kann ohne jegliche Behinderung die Operation vorbereitet werden, d. h. der
Operationstisch und seine unmittelbare Umgebung ist ohne weiteres durch das Personal zugänglich. Wenn
nach dieser Vorbereitung das Operations-Team die Arbeitsplätze eingenommen hat, wir die Sterilverpak kung
36 gelöst und die Hülle 12 herabgelassen. Die Abdichtung gegenüber dem Boden erfolgt dann
dadurch, daß in den Schlauch 28 Wasser gepumpt wird; gleichzeitig wird die Belüftung bzw. die Luftaufbereitungsanlage
in Betrieb genommen.
Während der Operation beleuchten eine oder mehrere Operationsleuchten von außen durch das
tansparente Zelt bzw. durch den Dachbereich das Operationsfeld, wobei eng anliegend die Lampen dabei
von innen ohne Rücksicht auf das Zelt mit nur geringem Lichtintcnsitätsverlust manipuliert werden können. Die
Dachaufhängung verhindert im wesentlichen den Zusammenfall des Zeltes für den Fall eines unvorhersehbaren
Druckabfalls.
Sobald die Operation beendet ist, wird die Belüftung
wieder ausgeschaltet und das Wasser aus dem Schlauch 28 abgelassen oder abgepumpt, so daß mittels der
Anhebvorrichtung 38 leicht und mit geringem Aufwand die Hülle 12 hochgezogen werden kann. Im einfachsten
Falle wird die Hülle als Wegwerffolie vom Tragring gelöst und weggeworfen, so daß für die nächste
Operation eine neue sterile Einheit verwendet wird. Selbstverständlich kann man auch eine immer wieder zu
verwendende Hülle benutzen, die dann jeweils von Zeit zu Zeit wieder sterilisiert werden muß.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (10)
1. Behandlungszelt, insbesondere Operationszelt zur Behandlung von Menschen unter abgeschlossener Atmosphäre, wozu das gesamte Behandlungszelt
unter geringem Oberdruck steht, mit einem oberen
festen Rahmen mit einem Dach und einer daran bis zum Boden herunterhängenden, dichten, biegsamen
und teilweise transparenten Hülle, welche die Behandlungsunterlage, insbesondere den Operationstisch, die Behandlungsgeräte und die Behandlungspersonen umgibt, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülle (12) am Boden (46) durch
einen mit ihr verbundenen und mit Wasser auffüllbaren Schlauch (28) druckdicht aufliegt, daß
der Rahmen ein aufgehängter Tragring (14) ist, und daß die Hülle (12) bis zum Tragring (14) anhebbar ist
2. Behandlungszelt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zufuhr des Gas-Überdrukkes vom Boden (46) her über einen Luftzufuhrkanal
(30) und der Abzug über vorgesehene Undichtigkeiten des Operationszeltes oder einen Luftabzugskanal (32) erfolgt
3. Behandlungszelt nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das Dach (16) starr ausgebildet ist
4. Behandlungszelt nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das starre Dach (16) ein Teil der
Operationsleuchte (26) ist
5. Behandlungszelt nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Hülle (12) mit dem Tragring (14) und dem Schlauch (28) lösbar verbunden ist und aus einer Wegwerf-Fo-He besteht
6. Behandlungszelt nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der
Bodenberührungsteil der Hülle (12) mit dieser sowie dem Schlauch (28) lösbar verbunden ist und aus einer
Wegwerf-Folie besteht
7. Behandlungszelt nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der
Tragring (14) oder das Dach (16) über Befestigungseinrichtungen (18, 22, 24) mit der Decke (20)
verbunden ist
8. Behandlungszelt nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der
Tragring (14) oder das Dach (16) mit der Operationsleuchte (26) verbunden ist.
9. Behandlungszelt nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der
Tragring (14) so ausgebildet ist, daß eine keimfreie Verpackung (36) für die zusammengelegte Hülle (34)
einhängbar ist
10. Behandlungszelt nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das
Anheben und gleichzeitig das Zusammenlegen der Hülle (12) durch ein Seil (40) erfolgt, das an mehreren
Stellen des Schlauches (28) befestigt ist und über an der Decke (20) befestigte Umlenkrollen (42) läuft.
W)
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