DE2625711C2 - Anker - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Anker mit einer Flunke und einem
Schaft, der einends an der Flunke fest angebracht und andern
ends mit einer Ankerleine oder -kette verbindbar ist, wobei
die Flunke zum Schaft hin konkav abgebogen ist.
Ein derartiger Anker dient zum Festmachen eines Schiffes, eines
schwimmenden Bohrturms od. dgl. am See- oder Meeresboden. Die
Flunke weist dabei eine geneigte Fläche auf, um beim Schleppen
oder Schleifen über den Ankergrund ein Eindringen des Ankers
in diesen zu ermöglichen. Dabei werden von dieser Fläche die
das Eingraben des Ankers bewirkenden Kräfte entwickelt.
Aus der GB-PS 13 56 259 sowie aus den Zeitschriften "Motor Boat
and Yachting", September 1972, Seite 69 und "World Fishing",
September 1972, Seite 65 sind derartige rollstabilisierte Anker
in verschiedenen Bauformen bekannt. Beispielsweise ist dort die
Flunke konkav aufgebogen und folgt im wesentlichen einem ellipti
schen Querschnitt. Die längere Hauptachse der Ellipse liegt
dabei in der Symmetrieebene des Ankers. Da eine Ellipse ihre
stärkste Krümmung an den Scheitelpunkten auf der längeren Halb
achse aufweist, ist die bekannte Flunke im Bereich ihrer Mittel
linie, die in der Symmetrieebene des Ankers liegt, am stärksten
gekrümmt. Infolge dieser Krümmung ist die Flächenpressung am
Ankergrund sehr groß, und es ergibt sich eine Verdichtung des
Meeresbodens, die das Eindringen und Eingraben des Ankers in den
Meeresgrund erschwert. Dadurch kann keine große Haltekraft er
reicht werden, die aufgrund einer Wechselwirkung mit einer großen,
auf dem Anker lastenden See- oder Meeresbodenmenge zustande kommt.
Ein aus der DK-PS 59 966 bekannter Anker weist einen erhabenen
Zentralbereich auf, an den in ihrer Krümmung offenbar nicht ge
nau spezifizierte Seitenarme der Ankerflunke ansetzen. Das Krüm
mungszentrum der Seitenarme liegt in der Symmetrieebene des Ankers.
Dieser ein festsitzendes Verstauen gegen konvex gekrümmte Schiffs
buge ermöglichende Anker weist bezüglich seines Eindringens und Ein
grabens in den See- bzw. Meeresgrund dieselben Nach
teile wie die Anker gemäß dem vorstehend beschriebenen Stand
der Technik auf.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Anker zu
schaffen, der sich bei möglichst geringem Widerstand sicher und
tief in den See- oder Meeresgrund eingraben kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Flunke
einen flachen Zentralbereich mit daran ansetzenden, nach oben ge
krümmten Seitenarmen besitzt, und daß das Krümmungszentrum oder
die Krümmungszentren beider Seitenarme von der Symmetrieebene des
Ankers seitlich beabstandet auf der Seite des jeweiligen Seiten
arms liegt/liegen, und zwar außerhalb der Zone zwischen der Mittel
linie der Flunke und dem zur Befestigung von Ankerleine oder -kette
dienenden Teil des Schaftes.
Bei einem derart ausgebildeten Anker befindet sich die aufgrund
einer Wechselwirkung zwischen der Flunke und dem See- oder Meeres
boden beim Ziehen des Ankers über diesen erzeugte Höchstdruckfokus
zone mit Abstand zum Schaft und zum Vorwärtsweg der grabenden Be
wegung des Schaftes. Die Druckfokuszone bezeichnet dabei den Be
reich im Ankergrund, in dem die Druckvektoren zusammenlaufen, die
beim Eingraben des Ankers aufgrund der gegenseitigen Wechselwirkung
zwischen dem Ankergrund und dem zur einen Seite der Längsmittel
ebene des Ankers angeordneten Flunkenteil entstehen. Der Anker
kann sich dadurch schnell und leicht in den Ankergrund eingraben,
wobei eine gute Rollstabilität gewährleistet bleibt.
Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vor
teilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen des im Anspruch 1
angegebenen Ankers möglich.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung darge
stellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
Es zeigt
Fig. 1 die Seitenansicht einer ersten Ausführungsform des
Ankers gemäß vorliegender Erfindung,
Fig. 2 die schematische Vorderansicht eines aus dem britischen
Patent 13 56 259 und dem dänischen Patent 59 966 be
kannten Ankers,
Fig. 3 den Anker nach Fig. 1 in Vorderansicht in Teildarstel
lung,
Fig. 4 die Draufsicht eines Teils des Ankers gemäß Fig. 1 im
Teilschnitt,
Fig. 5 die schematiche Vorderansicht des Ankers nach Fig. 1,
Fig. 6 die Ankerflunke gemäß Fig. 1 im Schnitt entlang
der Linie A-A in Fig. 1,
Fig. 7 die Ankerflunke gemäß Fig. 1 im Schnitt entlang
der Linie B-B in Fig. 1,
Fig. 8 die Ankerflunke gemäß Fig. 1 im Schnitt entlang
der Linie C-C in Fig. 1 und
Fig. 9 die Seitenansicht einer zweiten Ausführungsform
des Ankers.
Mit Bezug auf die Fig. 1 und 2 enthält ein Anker 1, wie
es in dem britischen Patent 13 56 259 des Anmelders beschrie
ben ist, eine Flunke 2, die gekrümmte Seitenarme 3, 4 be
sitzt, die der Flunke insgesamt gesehen eine nach oben ge
richtete konkave Arbeitsfläche geben, sowie einen im wesent
lichen L-förmigen Schaft 5 mit einem kürzeren Schenkel 6,
der hinten an der Flunke 2 nach oben abstehend angebracht ist,
und mit einem längeren Schenkel 7, der sich nach vorne er
streckt und dessen freies Ende als Befestigungsstelle 8 für
ein Kabel oder eine Leine oder eine Kette ausgebildet ist.
Wie in dem britischen Patent 13 56 259 ausgeführt ist, sind
die Seitenarme 3, 4 derart angeordnet, daß sie den Anker
(falls notwendig) aufgrund der Wechselwirkung eines Arms
mit dem Ankergrund in eine vertikale grabende Arbeitsstellung
rollen oder wälzen und daß sie das Rollen oder Wälzen des
Ankers in dieser Stellung während des nachfolgenden Ein
grabens des Ankers 1 in den Ankergrund stabilisieren. Wie
aus Fig. 2 ersichtlich ist, wird der Roll- oder Wälzstabi
lisierungseffekt grundsätzlich dadurch erreicht, daß die
Menge der Normalen der oberen Arbeitsfläche jedes Seitenarms 3, 4
die Symmetriebene S-S des Ankers 1 oberhalb der Linie O-O
(Fig. 1) schneidet, die die Befestigungsstelle 8 für das
Kabel, die Leine oder die Kette mit dem Zentrum der Fläche A
der Flunke verbindet (d. h. oberhalb der Roll- oder Wälzachse
des Ankers).
Bei dem vorliegenden Anker gemäß den Fig. 1 und 5 besitzt
jeder zu einer Seite der Längsmittelebene S-S angeordnete
Seitenarm 3, 4 einen gekrümmten, konkaven Abschnitt, der
so angeordnet ist, daß die Zentren C der konkaven Krümmung
(oder bei mehreren die Menge der Zentren C der konkaven
Krümmung) der auf dieser Seitenarmseite in rechtwinklig
zur Längsmittelebene S-S des Ankers verlaufenden Ebenen
angeordneten Arbeitsflächenabschnitten in Querrichtung mit
Abstand zum Schaft 5 angeordnet sind. Bei einem entsprechen
den Anker gemäß dem Patent 13 56 259 sind diese Zentren C
konkaver Krümmung im wesentlichen in der Längsmittelebene
des Ankers unmittelbar unterhalb des Schenkels 7 des Schaftes 5
angeordnet, wie es in Fig. 2 dargestellt ist. Vergleichsweise
ist gefunden worden, daß der vorliegende Anker 1 größere
Eindringtiefen erreicht und größere Kabel-, Leinen- oder
Kettenspannungen zuläßt. Die Höchstdruckzone P im Ankergrund,
die durch die Reaktion des konkaven Flächenabschnittes jedes
Seitenarmes 3, 4 mit dem Grund während des Eingrabens ver
ursacht wird, kann als näherungsweise im Krümmungszentrum C
(oder Hauptzentrum) der konkaven Fläche angeordnet betrachtet
werden, wobei die Druckvektoren im wesentlichen mit den Nor
malen zusammenfallen. Da die vorliegende Anordnung, im
Unterschied zur bekannten, sicherstellt, daß die Druckzone P
im wesentlichen abseits der Bahn des Schaftes 5 beim Ein
graben des Ankers liegt, wird der Eingrabvorgang durch die
Druckzonen P nicht nachteilig behindert. Die Druckverteilung
im dem Anker 1 benachbarten Grund ist in Fig. 5 eingezeichnet.
Bei einem3000 kg Anker mit einer Flunkenbreite von etwa
150 cm an der entsprechenden Stelle kann das Krümmungszentrum
C (oder Hauptzentrum) jedes Seitenarmes etwa 23 cm vom Schaft in
Querrichtung versetzt sein.
Der vorliegende Anker kann durch Abändern des Aussehens des
erwähnten bekannten Ankers gemäß dem britischen Patent
13 56 259 (Fig. 2) hergestellt werden, indem jeder
Seitenarm 3, 4 um die Schnittlinie seiner Arbeitsfläche mit
der Längsmittelebene S-S ein paar Grad nach außen gedreht
wird, so daß die Hauptzentren der konkaven Krümmung C mit
Bezug auf den Schaft 5 quer versetzt werden. Alternativ,
wie in den Fig. 3 bis 5 gezeigt ist, kann jeder Seitenarm
durch Einsetzen eines flachen Zentralbereichs 9 in die
Flunke 2 derart in Querrichtung versetzt werden, daß eine
seitliche Verrückung der Hauptzentren C der konkaven Krümmung
erzielt wird. Vorteilhafterweise erzeugt ein solcher flacher
Zentralbereich 9 keine Druckfokussierung und günstigerweise
kann er so ausgebildet sein, daß er die Gestalt eines leicht
nach oben gerichteten V mit einer sehr geringen Neigung
(näherungsweise ¹/₉₈) besitzt, was den Gießvorgang er
leichtert, wenn der Anker durch ein gesondertes Gießen
des flachen Zentralbereichs 9 und des Schaftes als ein Stück und
anschließendes Anschweißen der konkav gekrümmten Seitenarme 3, 4 an
den flachen Zentralbereich 9 hergestellt wird.
Der Abstand zwischen den Zentren der Druckzonen P in jeder
querverlaufenden und rechtwinklig zur Längsmittelachse der
Flunke angeordneten Ebene geht über die Breite des Schaft
abschnittes in dieser Ebene um der Größenordnung nach min
destens 15% bis 30% oder sogar 40% hinaus. Da Druckunter
brechungsflächen oder "shear failure surfaces" (Gleitflächen)
von der Vorderkante ausgehen, ist der Fokussierungseffekt der
den Vorderkanten am nächsten liegenden Flunkenflächen am
größten. Der größte Beitrag zur Druckfokussierung mag von
den nach innen gerichteten Flunkenbereichen herrühren.
Die Flunke 2 des in der Seitenansicht dem dänischen Patent 59 966 entsprechenden Ankers
(siehe Fig. 9) kann im Querschnitt wie nach Fig. 5 bis 8 ausgestaltet sein, so daß die
Druckzentren P in Querrichtung mit Bezug auf den Schaft
versetzt sind. Die Pfeillinie M in Fig. 9 gibt die Bewegungs
richtung des Ankers an.
Claims (3)
1. Anker mit einer Flunke und einem Schaft, der einends an der
Flunke fest angebracht und andernends mit einer Ankerleine oder
-kette verbindbar ist, wobei die Flunke zum Schaft hin konkav ge
bogen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Flunke (2) einen flachen
Zentralbereich (9) mit daran ansetzenden, nach oben gekrümmten
Seitenarmen (3, 4) besitzt, und daß das Krümmungszentrum oder die
Krümmungszentren (C) beider Seitenarme (3, 4) von der Symmetrie
ebene (S-S) des Ankers seitlich beabstandet auf der Seite des
jeweiligen Seitenarms (3, 4) liegt/liegen, und zwar außerhalb der
Zone zwischen der Mittellinie der Flunke (2) und dem zur Befesti
gung von Ankerleine oder -kette dienenden Teil des Schaftes (5).
2. Anker nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der seitliche
Abstand der Krümmungszentren (C) von der Symmetrieebene (S-S) nicht
kleiner als das 0,575fache der Breite des Schaftes (5) in der Ebene
des entsprechenden Querschnitts ist.
3. Anker nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der seitliche
Abstand etwa das 0,65- bis 0,7fache der Breite des Schaftes (5)
in der Ebene des Querschnitts ist.
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