DE2601460C2 - Verfahren zum Entfernen von Verunreinigungen aus dem Kühlgas von Hochtemperatur-Kernreaktoren - Google Patents

Verfahren zum Entfernen von Verunreinigungen aus dem Kühlgas von Hochtemperatur-Kernreaktoren

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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entfernen von Verunreinigungen, insbesondere korrosiver Verunreinigungen, aus dem Kühlgas von HochtemperatUi·- Kernreaktoren, insbesondere von heliumgekühlten Hochtemperatur-Kernreaktoren, deren Einbauten und/ oder Brennelemente überwiegend aus Graphit bestehen.
Die Reinheit des Kühlgases ist in vielfacher Hinsicht gerade bei Hochtemperatur-Kernreaktoren von besonderer Bedeutung, und zwar sowohl im Hinblick auf ihre Auswirkungen nach außen als auch nach innen. Je nach der Art der Führung des Kühlgaskreises können nämlich radioaktive Spaltprodukte oder Aktivierungsprodukte an Stellen gelangen und sich dort niederschlagen, die unter Umständen gelegentlich zugänglich sein und daher in mehr oder weniger aufwendiger Weise dekontaminiert werden müssen. Andererseits können bestimmte Verunreinigungen zu erheblichen Korrosions-Schäden insbesondere im Kern und an dessen Aufbauten führen.
Ein Kühlmittel, das sich in hervorragender Weise für Hochtemperätur-Reaktoren. .eignet, ist Helium. Zwar werden die Reaktoren mit Reinsthelium gefüllt, jedoch sind Gasreinigungsanlagen nicht zu vermeiden, um den betrieblich erforderlichen Reinheitsgrad des Heliums aufrechtzuerhalten. Dabei werden aus wirtschaftlichen Gründen bis zu etwa 10% des gesamten Heliumvolumens pro Stunde in einem By-pass durch die Reini
gungsanlage geleitet
Außer den sich durch den nuklearen Betrieb des Reaktors ergebenden, bereits erwähnten radioaktiven Spaltprodukten oder Aktivldrungsprodukten treten im Kühlmittel Verunreinigungen gUnzlich anderer Herkunft im Betrieb auf.
Bei der Errichtung von Hochtemperatur-Reaktoren, deren Einbauten überwiegend aus Graphit bestehen, werden große Mengen an Graphit benötigt, und zwar
ίο sowohl als Reflektorgraphit als auch als Moderatorgraphit; beim THTR-300 (Thorium-Hochtemperatur-Reaktor) ungefähr 6001 Reflektorgraphit und 1301 Moderatorgraphit). Darüber hinaus kann, der Moderator-Graphit gleichzeitig das Strukturmaterial der Brennelemente bilden, was z. B. bei dem mit kugelförmigen Brennelementen bestückten, soeben erwähnten THTR-300 der Fall ist
Während des Zusammenbaus gelangen durch diesen Graphit relativ große Mengen Wasser in den Reaktor, und zwar durch die an der Oberfläche des zugänglichen Porenvolumens des Graphits adsorbierte Luftfeuchte; im erwähnten Beispie! dürfte die Wassermenge ca. i t betragen. Zwar wird dieses Wasser dem Graphit vor Inbetriebsetzen des Reaktors mit konventionellen Mkteln, d. h. durch nichtnukleare Heizung zum überwiegenden Teil entzogen, indem trockne Luft und anschließend trockner Stickstoff umgewälzt werden, jedoch verbleibt im Graphir noch Feuchtigkeit, die erst im nuklearen Betrieb, bei dem Temperaturen erreicht werden können, die mit der erwähnten nichtnuklearen Fremdbeheizung nicht möglich sind, desorbiert wird und den Heliumkreislauf dann verunreinigt
Aber auch nach Inbetriebnahme des Reaktors gibt es verschiedene Ursachen, die zu einer unerwünschten Zufuhr von Wasser führen. So muß beispielsweise bei größeren Reparaturen und Inspektionen, bei denen das Kühlmittel abgepumpt wird, mit größeren Lufteinbrüchen gerechnet werden und damit einer Zufuhr von Luftfeuchte. Eine weitere Quelle für derartige Verunreinigungen ist für sämtliche Kügelhüufen-Reaktoren dadurch gegeben, daß während des Vollastbetriebes verbrauchte Brennelemente kontinuierlich abgezogen und neue zugegeben werden, im allgemeinen werden die neuen Brennelemente in den Heliumkreislauf über Schleusen, die evakuiert und gespült werden, eingegeben. Diese Maßnahmen können jedoch nicht verhindern, daß sowohl Luft als auch Feuchtigkeit kontinuierlich in den Heliumkreislauf gelangen. Da außer Stickstoff auch Sauerstoff und Wasser besonders am Graphit adsorbieren, ist mit einer ständigen Zufuhr dieser Verunreinigungen während des Be -iebes zu rechnen. Dies nicht zuletzt auch dadurch, weil nicht auszuschließen ist aaß über Poren oder Mikrorisse an Wärmetauschern, die die im Reaktor erzeugte Wärme an einen Wassersekundärkreislauf abgeben, ständig geringe Wassermengen in den Primärkreislauf eindringen können. In diesem Zusammenhang ist auch zu erwähnen, daß das zum Kompensieren der Leckverluste erforderliche Nachfüllen an Kühlmittel eine Zufuhr von Verunreinigungen mit sich bringt.
Die sich aus vorstehendem ergebende Vermutung, daß ein ständiger Zustrom von Wasser und Luft vorhanden ist, konnte durch Messungen der Kuhlgasverunreinigungen eines im Betrieb befindlichen heliumgekühlten Hochtemperatur-Reaktors bestätigt werden, wobei mit Sicherheit dzyon ausgegangen werden kann, daß die dabei als zu den Hauptbestandteilen zählend ermittelten Komponenten H2, N2, CO und CO2 von den unbeab-
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sichtigt bzw. unerwünscht in den Kühlkreis gelangten Verunreinigungen Wasser bzw. Luft herrühren.
An kugelförmigen, eine Graphitmatrix besitzenden Brennelementen sind Oberflächenschäden in Art eines »Pelleffekts« oder auch als Lochfraß festgestellt worden, deren Entstehen zwar auf verschiedene Einflüsse zurückgeführt wird, unter Berücksichtigung der Reaktionsrichtung der Boudouard-Reaktion und der Wassergasreaktion bei hohen Temperaturen der Einfluß der Korrosion jedoch als sicher unterstellt werden muß. Damit sind bei einem stationären Kern während einer Beschickungsperiode stets die gleichen Brennelemente, nämlich die heißesten Brennelemente, der Korrosionsgefahr ausgesetzt; bei einp.m nichtstationären Kern, wie es beispielsweise im Kugelhaufenreaktor mit kontinuierücher Beschickung gegeben ist werden zwar jeweils nur wenige Brennelemente, die stets nur kurze Zeit auf hohem Temperaturniveau liegen, diesen Einflüssen ausgesetzt, jedoch wird sich statistisch die Korrosion auf alle Brennelemente verteilen, was nicht zuletzt durch die zuvor erwähnten Untersuchungen bestätigt wurde. Derartige Beschädigungen sind für einen kontinuierlichen, ungestörten Reaktorbetrieb außerordentlich nachteilig und schon geraume Zeit ein ungelöstes Problem.
Aus der DE-OS 16 14 084 und der DE-OS 25 03 137 sind Reinigungsverfahren bekannt, bei denen das Kühlmittel in einem Nebenkreis, z. B. durch eine Filterung, gereinigt wird. Dabei betrifft die erstgenannte Druckschrift dampfgekühlte Kernreaktoren, bei denen den Verdampfern jeweils mindestens ein Filterkreislauf parallelgeschaltet werden soll. Für den Hauptkühlkreis des aus der zweitgenannten Druckschrift bekannten heliumgekühlten Kernreaktors wird ein Reinigungsnebenkreis vorgesehen.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren vorzuschlagen, das einen Angriff durch unerwünscht in den Kühlkreislauf gelangte Verunreinigungen auf die Brennelemente sowie andere Graphiteinbauten auf ein Minimum reduziert oder ganz vermeidet Der erfindungsgemäßen Lösung dieser Aufgabe liegt der Gedanke zugrunde, eine quasi allgegenwärtige, homogen verteilte Senke im Einflußbereich der gefährdeten Gebiete vorzusehen, die die Verunreinigungen anzieht und/oder inaktiviert Die Lösung der Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Ln darin gesehen, daß dem Kühlkreislauf Kohlenstoffstaub in Koüoidkörnung zugeführt und mindestens ein Teil des Kühlgases durch eine vorzugsweise in einem By-pass angeordnete Reinigungsanlage geleite: wird. Unter »Kolloidkörnung« ist im vorliegenden Fall eine Teilchengröße zu verstehen, die eine kolloide Lösung des Kohlenstoffstaubs ais Schwebeteilchen im Kühlmittel bewirkt bzw. zuläßt, in Art der Aerosole, allerdings mit dem Kühlmittel als Dispersionsmittel. Die mögliche Teilchengröße ist daher so bemessen, daß die Teilchen bei der im Reaktor jeweils herrschenden Gasdichte und Gasgeschwindigkeit im Schwebezustand bleiben.
Durch die erfindungsgemäßen Verfahrensschritte wird erreicht daß das Kühlmittel, vorzugsweise Helium, quasi homogen mit Kohlenstoffstaubpartikeln gemischt wird, so daß eine schnelle Anlagerung, vorzugsweise von H2O- und O2-Molekülen, am Kohlenstoffstaub bewirkt wird, bevor die Verunreinigungen die Brennelemente im Reaktorkern erreichen, sich dort anlagern und mit dem Graphit reagieren können. Sobald der H2O- oder Ö2-Moleküie tragende Kohlenstoffstaub in die heißen Zonen gelangt, werden die Wassermoleküle mit den angelagerten Kohlenstoffpartikeln gemäß der Wassergasreaktion zu H2 + CO reagieren, und die O2-Molekü-Ie zu CO uder CO2 verbrennen, ohne daß der Grapiät der Brennelemente oder der Einbauten korrodiert wird. Da verschiedenartige Brennelemente unterschiedliche Korrosionseigenschaften haben können, sollte der einzubringende Kohlenstoffstaub in seiner Sorte derart gewählt werden, daß er nach Möglichkeit reaktiver ist als der Kohlenstoff der zu schützenden Teile. Besonders geeignet im Rahmen der Erfindung ist feinkristalliner Kohlenstoff, wie beispielsweise Aktivkohle, Koks oder Ruß. Die Menge des einzubringenden Kohlenstoffstaubs wird in Abhängigkeit von den gemessenen Verunreiniguiigswerten geregelt und liegt wesentlich über der durch Abrieb oder den eingangs erwähnten »Pelleffekt« entstehenden Partikelmenge.
Anhand der beigefügten Zeichnung, die das Schema eines Reaktors mit in einem By-pass angeordneter Reinigungsanlage als bevorzugtes Ausführungsbeispiel zeigt wird die Erfindung nachfolgend näher erläutert:
Wenn das Kühlgas über einen Bypass durch eine aus Reingasversorgung 11, Staubabscheidung 12, Verzögerungsadsorption 13, H2/CO-Oxydation 14, H2O/CO2 Adsorption 15, Tieftemperaturadsorber 16, Regeru-rativ-Wärmetauschern 17 und dem Gebläse 18 bestehende Reinigungsanlage geleitet wird, kann der Kohlenstoffstaub vorteilhafterweise über eine das im By-pass gereinigte Gas in den Reaktorkühlkreislauf zurückführende Druckleitung zugegeben werden. Für einen Reaktor vom Typ des THTR-300 oder mit ähnlichem Aufbau ergibt sich durch diese Maßnahme für den Kohlenstoffstaub eine recht beträchtliche Strecke von der Einspeisungsstelle 6 bis zu den ersten Brennelementen im Kern 1; im Falle des THTR-300 beträgt diese Entfernung etwa 28 m. In diesem Bereich ist der Strömungsquerschnitt groß, so daß sich eine niedrige Strömungsgeschwindigkeit ergibt und genügend Zeit für eine homogene Durchmischung des Kühlmittels Helium mit dem Kohlenstoffstaub zur Bildung einer kolloiden Losung bleibt. Bei dem erwähnten Beispiel, für das die Erfindun -; besonders geeignet ist, werden für den ersten Teil des Weges von den Gebläsen 2 in dem Ringraum zwischen dem thermischen Schild 3 und der Auskleidungs-Isolierung 4, auf dem das Kühlgas abwärts Strömt und nur mit Stahloberflächen in Berührung kommt, wegen des großen Strömungsquerschnittes etwa 14 Sekunden gebraucht, während für den zweiten Teil des Weges in dem Ringraum zwischen thermischem Schild 3 und Außenoberfläche des Reflektors 5 bis zu den Brennelementen im Kern 1 nur etwa 2 Sekunden benötigt werden. Auf dem letzten Teii des Weges kommt das Kühlgas mit der Außenoberfläche des Reflektorgraphits und dem Graphit des Deckenreflektors 7 in Berührung. Durch diese Verhältnisse ergibt sich der besondere Vorteil, daß den Verunreinigungen von der Einspeisungsstelle 6 des Kohlenstoffstaubs während des ersten, wesentlich längeren Wegteils pur Kohlenstoff zur Verfugung steht der für die Ablagerung vorgesehen ist d. h. hier die gewählte Einspeisungsstelle den mit der Erfindung angestrebten Effekt besonders begünstigt. Im Vergleich dazu ist dis Strecke, in deren Bereich eine Anlagerung ivon Verunreinigungen am Graphit ausgeschlossen oder zumindest minimal gehalten werden soil, sehr kurz, nämlich im Vergleich der Strömungszeiten nur V7.
Bei einem vorzugsweise mit Helium gekühlten Reaktor, das über einen By-pass durch eine Reinigungsanlage geleitet wird, bietet sich die vorteilhafte Möglichkeit an, atomaren Kohlenstoff im By-pass an der Stelle 8 direkt
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zu erzeugen, was z. B. mit Hilfe eines Lichtbogens zwischen Elektroden aus Kohlenstoff erreicht werden kann. In statu nascendi zunächst 1-atomiger Kohlenstoff ist im vorliegenden Zusammenhang am wirkungsvollsten. Er entsteht, wenn Kohlenstoff im elektrischen Lichtbogen auf Temperaturen über 365O0C, der Sublimationstemperatur, erhitzt wird.
Außer der bereits erwähnten »Senken«-Funktion des eingespeisten Kohlenstoffstaubs zur Verhinderung insbesondere korrodierender Reaktionen der Verunreini- |ungen mit den Brennelementen und Graphiteinbauten besitzt das erfindungsgemäße Verfahren den zusätzlichen Vorteil, daß ein gleichmäßig im Kühlgasstrom verteilter Kohlenstoffstaub auch radioaktive Spaltprodukte oder Aktivierungsprodukte, die sich im Kühlgas be- is finden, anlagen, so daß sich diese Produkte überwiegend nicht an den Stahlflächen, z. B. den Dampferzeugerrohren 9, anlagern können, sondern mit dem Staub zur Gasreinigungsanlage transportiert und dort zentral abgeschieden werden. Es handelt sich hier z. B. um Fe, Co, Cr, Sb, Cs, Ba. Ag, Zn.
Die letztgenannte Anlagerung wird nicht 100%ig erfolgen, so daß sich ein gewisser Anteil dieser Elemente mit anderen Elementen, die sich nur schwer am Kohlenstoff anlagern können, weil sie bevorzugt an relativ kaiten Flächen kondensieren — hierzu gehört beispielsweise Jod — an den verschiedenen, zur Verfügung stehenden Metalloberflächen absetzen wird. Wenngleich zu erwarten ist, daß sich diese Oberflächen mit der Zeit mit feinen Graphitstäuben adsorbtiv überziehen, und damit eine gewisse Behinderung des direkten Kontaktes der radioaktiven Elemente mit den Stahloberflächen gegeben sein wird, sollte das Kühlmittel vorzugsweise schon vor dem Anfahren bzw. Heißfahren des Reaktors mit Kohlenstoffstaub beladen und solange umgewälzt werden, bis alle Metallflächen, insbesondere die des Dampferzeugers mit Kohlenstoffstaub bedeckt sind. Hierfür wird eine Betriebszeit von ungefähr 2 Wochen benötigt werden, wenn etwa 2 weitere Wochen nach der ersten Kritikalität während der aus anderen Gründen notwendigen physikalischen Messungen maximale Temperaturen der Brennelemente gefahren werden, die unter etwa 6000C liegen. Eine unter Umständen später erforderlich werdende Dekontamination der Oberflächen ist dann durch einfaches Abwischen oder Abwaschen mit mit leicht flüchtiger Flüssigkeit getränkten Tüchern ohne weiteres möglich.
Das Beschichten bzw. Abdecken von für Spaltprodukte oder Aktivierungsprodukte als Niederschlagsflächen besonders geeigneten Stellen mit Hilfe des für das Entfernen unerwünschter Verunreinigungen vorgesehenen Kohlenstoffstaubs gewinnt insbesondere in den Fällen Bedeutung, in denen diese Nicderschlagsflächen, beispielsweise die Dampferzeuger 9, getrennt von dem Reaktordruckgefäß 10 untergebracht sind und deshalb durch direkte Neutronenstrahlung nicht aktiviert werden können.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
60

Claims (6)

26 Ol 460 Patentansprüche:
1. Verfahren zum Entfernen von Verunreinigungen aus dem Kühlgas von Hochtemperatur-Kernreaktoren, insbesondere von heliumgekühlten Hochtemperatur-Kernreaktoren, deren Einbauten und/ oder Brennelemente überwiegend aus Graphit bestehen, dadurch gekennzeichnet, daß dem Kühlkreislauf Kohlenstoffstaub in Kolloidkörnung zugeführt und mindestens ein Teil des Kühlgases durch eine vorzugsweise in einem By-pass angeordnete Reinigungsanlage geleitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kohlenstoffstaub aus feinkristallisiem Kohlenstoff, wie Aktivkohle, Koks, Ruß oder deren Mischungen, besteht
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in statu nascendi zunächst 1-atomiger Kohlenstoff verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der feinkristalline Kohlenstotfstaub mit dem im By-pass gereinigten Gas, über die zum Reaktorkühlkreislauf zurückführende Druckleitung zugegeben wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der zunächst 1 atomige Kohlenstoff mit Hilfe eines Lichtbogens zwischen Graphitelektroden im By-pass erzeugt wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Kühlmittel schon vor dem Anfahren bzw. Heißfahren des Reaktors mit feinkri-'^llinem Kohlenstoffstaub beladen und solarge umgewälzt wird, bis alle Metallflächen, insbesondere d': des Dampferzeugers, mit Kohlenstoffstaub bedeckt sind.
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