DE2579A - Brückendecke mit massiver Fahrbahn - Google Patents

Brückendecke mit massiver Fahrbahn

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DE2579A
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Original Assignee
P. SCHÖNLAU, Ingenieur und Stadtbaumeister, in Detmold

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Description

1878.
Klasse 19.
P. SCHÖNLAU in DETMOLD. Brückendecke mit massiver Fahrbahn.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 6. April 1878 ab.
Die durch beiliegende Zeichnung dargestellte neue Construction einer Brückendecke bezweckt, bei ausreichender Stabilität und einer massiven Oberfläche die Herstellung einer möglichst dünnen Decke (bei der gezeichneten Construction nur 28 cm Stärke), um in einzelnen Fällen bei hohem Wasserstande einen Auftrag der Strafse zu vermeiden und wegen des geringen Gewichtes der dünnen Decke die Träger und das Mauerwerk so wenig als möglich zu belasten. Diese Construction wird hauptsächlich bei Brücken von ein oder mehreren geringeren Spannungen von 4 bis 8 m und auch zur Ueberdeckung gröfserer Gitterbrücken verwendet werden. Im ersten Falle werden die dabei angewendeten I-Träger der Länge nach als Hauptträger von der einen Widerlagsmauer zu der anderen gelegt, während bei der Ueberdeckung der Gitterträger die J-Träger quer über dieselben oder in der Richtung der Breite der Brücke gelegt werden.
Bei der gezeichneten Construction sind zwischen die T-Träger zum Tragen der Decke Schwellen von 10 cm starkem Eichenholze, auf den untern Flantschen ruhend, angenommen. Hierbei bleiben die oberen Theile der T-Träger frei stehen; dieselben werden zur Herstellung von Rippen für die Fahrbahn verwendet, um nicht allein die Fahrbahndecke in einzelne schmale Felder zu theilen, sondern auch um die Rippen als Widerlager zur Aufnahme der einzelnen Fahrbahnfelder zu benutzen. Zu diesem Zwecke werden nach Fig. α die Träger an den Seiten zwischen den oberen Flantschen und der Tragdecke mit hartgebrannten Ziegeln m von angemessener Form eingeschlossen und die obere Fläche der Träger mit einer möglichst dünnen Schicht η abgedeckt. Da die Ziegelsteine etwas über die Flantschenbreiten vorstehen und das Material zur Einfassung der Träger mit dem Eisen durch guten Cementmörtel verbunden wird, so bilden die auf diese Weise hergestellten Rippen feste massive Massen, welche bei der gezeichneten Form feste Widerlager für die einzelnen Fahrbahnfelder bilden. Die Masse zur Abdeckung der Oberfläche der Träger erfordert wegen der festen Unterlage nur eine je nach dem Material mehr oder weniger geringe Dicke von 2 bis 5 cm und ist dieselbe in Fig. a 3 cm stark gezeichnet; sie mufs dabei aber eine besondere Widerstandsfähigkeit gegen das Zermalmen besitzen. Es würden daher zur Abdeckung kleine Basaltplatten, künstlich gebrannte kleine harte Platten verschiedener Art, Betonschichten, kleine rauhe Glasplatten u. s. w. oder wohl am besten eine Asphaltschicht zu verwenden sein. Die ersteren Materialien würden die gröfsere Stärke bis zu 5 cm erhalten müssen, während die letzteren in geringeren Dicken bis zu 2 cm angewendet werden könnten.
Zwischen die künstlich hergestellten, als Widerlager geformten, Fahrbahnrippen werden entweder die einzelnen Fahrbahnfelder als Pflaster mit einer Sandunterlage eingerammt oder besser von behauenen Sandsteinen von etwa 13 und 12 cm Oberfläche und 10 bis 13 cm Stärke verbandmäfsig mit gutem Mörtel auf die Sand- bezw. Kiesschüttung eingespannt, wie Fig. b und Fig. c zeigen. In diesem Falle werden die beiden nächsten Steinschichten mit den Rippen verbunden, diese wieder mit den anderen, so dafs die Rippen bei der geringen Entfernung von etwa 93 cm nicht allein auf das Pflaster in der Richtung der Breite der einzelnen Felder, sondern auch der Länge nach einen grofsen vortheilhaften Einflufs haben. Das Pflaster wird bei geringer Dicke, einer dünnen Sandschicht und bei einer vollständig festen Schwellendecke von aufsergewöhnlicher Dauerhaftigkeit sein, da an ein Verschieben der Steine wegen der Verbindung mit den Rippen und an ein Durchziehen des Pflasters wegen der festen Spannung und der Unterlage nicht zu denken ist. Hierbei wird noch eine gute Verankerung der Träger nothwendig sein. Die eichenen Schwellen, welche auch zugleich durch Herstellung der Pflasterrippen fest eingespannt sind, werden am zweckmäfsigsten in Breiten von ca. 25 cm verwendet, dieselben zur gröfseren Haltbarkeit zweimal mit gutem Firnifs gestrichen und die Fläche unter der Sandschicht mit verzinktem Eisenbleche abgedeckt, welches letztere noch mit einem Mennige-Anstriche zu versehen ist. Das Eisenblech wird umgekantet und in die schmalen Fugen zwischen den Schwellen eingelassen, so dafs das Wasser, welches durch die Stein- und Sandschicht zieht, das Holzwerk nicht berühren und durch die Fugen abtropfen kann. Die Brücke würde da-

Claims (1)

  1. her bei einer vollständig flachen Oberfläche immer trocken sein. Ein Ziehen oder Werfen der in Vorschlag gebrachten Schwellen zur Herstellung der Tragdecke ist nicht zu befürchten, wenn dieselben im Kerne getrennt sind.
    Die zweckmäfsigste Wahl und Verwendung der Massen zur Herstellung der ganzen Brückendecke kann sich erst bei Ausführungen zeigen.
    Patent-Anspruch: Die Anordnung der Umhüllung der oberen, freistehenden Theile der J-Träger einer Brückendecke, nachdem die unteren Theile derselben zur Aufnahme einer möglichst flachen und dünnen Tragdecke benutzt und umschlossen sind, zur Herstellung von Rippen für die ganze Fahrbahndecke, und der Verwendung der einzelnen, künstlich hergestellten Rippen als Widerlager zur Aufnahme der einzelnen Fahrbahnfelder, indem zwischen die als Widerlager geformten Rippen die feste Masse zur Herstellung der Fahrbahn mehr oder weniger stark eingespannt und mit den Rippen verbunden wird, um infolge der einzelnen, schmalen, fest eingespannten Fahrbahnfelder und den dabei zulässigen geringen Stärken der Fahrbahnmassen, eine dauerhafte unverschiebbare massive Fahrbahn, bei möglichst geringer Dicke und geringem Gewichte der ganzen Brückendecke, herstellen zu können.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.

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