DE256964C - - Google Patents
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07G—COMPOUNDS OF UNKNOWN CONSTITUTION
- C07G1/00—Low-molecular-weight derivatives of lignin
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C05—FERTILISERS; MANUFACTURE THEREOF
- C05F—ORGANIC FERTILISERS NOT COVERED BY SUBCLASSES C05B, C05C, e.g. FERTILISERS FROM WASTE OR REFUSE
- C05F7/00—Fertilisers from waste water, sewage sludge, sea slime, ooze or similar masses
- C05F7/02—Fertilisers from waste water, sewage sludge, sea slime, ooze or similar masses from sulfite liquor or other waste lyes from the manufacture of cellulose
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- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07G—COMPOUNDS OF UNKNOWN CONSTITUTION
- C07G99/00—Subject matter not provided for in other groups of this subclass
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Environmental & Geological Engineering (AREA)
- Processing Of Solid Wastes (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
256964-KLASSE 12 o. GRUPPE
in FALUN, Schweden.
Verfahren zur Gewinnung humusartiger Stoffe. Patentiert im Deutschen Reiche vom 11. März 1911 ab.
Bei der Herstellung von Zellulose aus Holz nach der Sulfitmethode werden bekanntlich die
inkrustierenden Stoffe des Holzes von der Kochlauge gelöst, wobei außerdem ein geringer
Teil der Zellulose in Zuckerarten invertiert wird, die gleichfalls in Lösung gehen. Die
Sulfitabfallauge enthält daher ungefähr 50 Prozent der Holzsubstanz in gelöstem Zustand.
Die in der Abfallauge enthaltenen Zuckerarten hat man mit wirtschaftlichem Erfolg zur Herstellung
von Alkohol verwerten können; alle Versuche, die übrigens aus der Ligninsubstanz
des Holzes stammenden organischen Verbindungen wirtschaftlich zu verwerten, sind aber
gescheitert. Die schon gemachten Versuche, diese organischen Stoffe als Trockensubstanz
durch Eindampfung der Lauge zu gewinnen, haben sich auf Grund des großen Wassergehaltes
der Lauge (etwa 90 Prozent) nicht bewährt. In den Sulfitzellulosefabriken mußte
daher die Abfallauge als wertlos in die Flüsse abgelassen werden. Bei Fabriken mit ungenügendem
Zugang an fließendem Wasser waren sogar kostspielige Veranstaltungen erforderlich,
um die Verunreinigung des Wassers durch die abgelassene Lauge zu verhindern. Die Maßnahmen,
welche in dieser Richtung mit Erfolg ! ausgeführt worden sind, bestehen in der Neutralisation
der Lauge mittels Kalks und Oxydation durch Lüftung. Durch solche Maßnahmen wird die Lauge von ihrem Gehalt an
schädlichem Schwefeldioxyd befreit, und ferner werden gewisse harzartige Bestandteile der
Lauge abgeschieden. Dagegen hat es sich bis jetzt als unmöglich erwiesen, die übrigen organischen
Bestandteile der Lauge, welche aus der Ligninsu&tanz des Holzes stammen und
den Hauptteil der organischen Stoffe der Lauge bilden, durch chemische Mittel abzuscheiden.
Der Erfinder hat nun die überraschende Entdeckung gemacht, daß die letztgenannten
in der Lauge gelösten Stoffe mittels basischer Stoffe gefällt werden können, nachdem die
Lauge vergoren und destilliert worden ist. Die Ursache dieser überraschenden Wirkung ist
noch nicht festgestellt worden, sie scheint aber mit den chemischen Vorgängen in der
Lauge während der Alkoholgärung und der darauffolgenden Destillation zusammen zu hängen.
Bei der genannten Verarbeitung der Lauge auf Alkohol werden bei der Neutralisation,
die vor der Alkoholgärung stattfindet, die Harzverbindungen abgeschieden und später
bei der Gärung und der Destillation der Hauptteil der Zuckerarten, zusammen etwa
15 Prozent der organischen Stoffe der Lauge, entfernt.
Als Fällungsmittel bei der Ausführung der Erfindung können sowohl anorganische als organische
Basen verwendet werden. Als Beispiel einer verwendbaren anorganischen Base mag in erster Linie Ätzkalk erwähnt werden; als
Beispiel einer organischen Base kann Anilin genannt werden.
Die Erfindung kann am einfachsten derart ausgeführt werden, daß der Abfallauge, nachdem
sie vergoren und der Alkohol abdestilliert
worden ist, Ätzkalk in einer Menge von etwa ι Prozent ,der Lauge zugesetzt wird. Hierbei
wird sofort etwa 40 Prozent des Gehaltes der Lauge aii organischen Stoffen als eine körnige,
bräunliche, humusartige Masse gefällt, die ohne Schwierigkeit durch Nutschung oder andere
Filtrierung von der Lauge getrennt werden kann.- Das erhaltene Produkt ist nicht hygroskopisch
und enthält nach der Nutschung nur etwa 30 Prozent Wasser und kann durch
gewöhnliche Lufttrocknung praktisch wasserfrei erhalten werden. Es ist brennbar und
enthält etwa 15 Prozent Aschenbestandteile, hauptsächlich Kalk, und kann daher mit Vorteil
als Brennstoff verwertet werden. Das Produkt dürfte auch als Ausgangsmaterial zur
Herstellung anderer chemischer Stoffe Verwendung finden können.
Noch vorteilhaftere Resultate werden erreicht, wenn die Fällung mittels Basen mit
Lüftung der Lauge kombiniert wird, die eine Oxydation der organischen Verbindungen der
Lauge bewirkt, welche in diesem Falle die überraschende Wirkung hat, daß die Fällung
der Ligninverbindungen sehr begünstigt wird. Die Lüftung kann stattfinden, während die
Lauge sauer oder alkalisch ist. Am vorteilhaftesten hat es sich erwiesen, so viel des
basischen Stoffes zuzusetzen, daß die Lösung schwach alkalisch ist, während die Lüftung
vorgenommen wird. Durch die Lüftung wird die Alkalinität der Lauge vermindert und dabei
wird noch etwa 40 Prozent der organischen Stoffe der Lauge in derselben Form, wie oben
.angegeben worden ist, ausgeschieden, so daß in dieser Weise bis auf 80 Prozent des Gesamt-.
gehaltes der organischen Verbindungen der Lauge gewonnen werden können.
Die Oxydation verläuft leichter und vollständiger, wenn sie in Anwesenheit eines Sauerstoffüberträgers
stattfindet. Als solcher Zusatz kann jeder bekannte Sauerstoff Überträger verwendet
werden. Ein guter Erfolg wurde mit Mangansalzen, vorzugsweise Mangansulfat, erhalten,
wenn von der letztgenannten Verbindung ein Zusatz von 5 bis 10 kg pro 100 t
Lauge verwendet wurde.
Die Lüftung wird· zweckmäßig bei der Temperatur vorgenommen, welche die Lauge besitzt,
wenn sie von den Destillationsapparaten abfließt, d. h. etwa 100 °, und soll bei großen
Chargen etwa 5 bis 10 Stunden dauern, wobei die Temperatur um etwa 20 bis 30° sinkt.
Die Erfindung .kann auch zur Gewinnung der organischen Bestandteile der Destillationsrückstände
benutzt werden, die bei Herstellung von Alkohol aus zuckerhaltigen Laugen erhalten werden, welche durch Kochung von
anderen zellulosehaltigen Stoffen als Holz, ζ. B. Torf, mit sauren Lösungen erzeugt worden
sind.
Claims (3)
1. Verfahren zur Gewinnung humusartiger Stoffe aus Sulfitabfallauge und ahn- A?
liehen, durch Kochung von zellulosehaltigen Stoffen mit sauren Lösungen hergestellten
Laugen durch Behandlung mit basischen Stoffen, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung mit den basischen
Stoffen, wie z. B. Ätzkalk, vorgenommen wird, nachdem die Lauge auf Alkohol verarbeitet
worden ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der basische Stoff in
solcher Menge zugesetzt wird, daß die Lösung schwach alkalisch wird, und daß die
Wirkung des genannten Stoffes durch Oxydation der Lauge verstärkt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Oxydation
der Lauge durch Lüftung in Anwesenheit eines Sauerstoffüberträgers, z.B. eines Mangansalzes, in der Lauge bewirkt wird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE256964C true DE256964C (de) |
Family
ID=514923
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT256964D Active DE256964C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE256964C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US5448583A (en) * | 1989-08-28 | 1995-09-05 | Fujitsu Limited | Apparatus and method using analog viterbi decoding techniques |
-
0
- DE DENDAT256964D patent/DE256964C/de active Active
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US5448583A (en) * | 1989-08-28 | 1995-09-05 | Fujitsu Limited | Apparatus and method using analog viterbi decoding techniques |
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