DE255304C - - Google Patents

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DE255304C
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carbazyl
acetic acid
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carbazole
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D209/00Heterocyclic compounds containing five-membered rings, condensed with other rings, with one nitrogen atom as the only ring hetero atom
    • C07D209/56Ring systems containing three or more rings
    • C07D209/80[b, c]- or [b, d]-condensed
    • C07D209/82Carbazoles; Hydrogenated carbazoles
    • C07D209/86Carbazoles; Hydrogenated carbazoles with only hydrogen atoms, hydrocarbon or substituted hydrocarbon radicals, directly attached to carbon atoms of the ring system

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Indole Compounds (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE VXp. GRUPPE
Verfahren zur Darstellung von N-Methylcarbazol.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 24. Dezember 1911 ab.
Es wurde gefunden, daß man zu dem technisch wichtigen N-Methylcarbazol auf einem neuen Wege gelangen kann. Dieser besteht darin, daß man Carbazolkaliüm mit Chloressigsäureester erhitzt, den entstandenen Carbazyl-N-essigsäureester zur Säure verseift und aus dieser durch Erhitzung über ihren Schmelzpunkt Kohlensäure abspaltet. Das neue Verfahren ist in zweierlei Hinsicht überraschend,
ίο insofern als Carbazolkaliüm sich mit den tech-' nisch zugänglichen chloressigsauren Salzen nicht zu Carbazyl-N-essigsäure kondensieren läßt, und zweitens, weil aus ähnlich substituierten Essigsäuren eine Abspaltung der Kohlensäure durch Erhitzung nicht stattfindet.
So gibt Methylaminoessigsäure (Sarkosin)
CH3-NH-CH2-CO2H,
über den Schmelzpunkt (210 bis 215 °) erhitzt, nur anfangs unter Kohlensäureentwicklung Methylamin, weitaus die Hauptmenge geht ohne Kohlensäureabspaltung in Sarkosinanhydrid über (Mylius, B. 17 [1884], "S. 286).
Äthylaminoessigsäure und Diäthylaminoessigsäure können durch Erhitzen unzersetzt sublimiert werden (Heintz, A. 140 [1866], S. 223). Phenylaminoessigsäure (Phenylglycin)geht, über den Schmelzpunkt erhitzt, ohne Kohlensäureabspaltung glatt in Diphenyl-a · y-diacipiperazin über (P. Meyer, B. 10 [1877], S. 1967). Auf Grund der vorstehenden Literaturangaben war die vollständig glatte Kohlensäureabspaltung aus Diphenylenaminoessigsäure (Carbazyl-N-essigsäure) nicht vorauszusehen.
Gegenüber der bisher bekannten Darstellungsweise des N-Methylcarbazols (Monatshefte für Chemie 32 [1911], S. 1104) erzielt das neue Verfahren den gewerblichen Fortschritt, daß an Stelle des kostspieligen Jodmethyls der technisch zugängliche, billige, weniger flüchtige uud bequem zu verarbeitende Chloressigester verwendet wird, was überdies schnelles Arbeiten bei höherer Temperatur ermöglicht.
Beispiel.
45
Man gibt 1025 g völlig trockenes Carbazolkaliüm (aus äquivalenten Mengen Carbazol und Ätzkali) in groben Stücken in 2 1 trocknen, frisch destillierten Cliloressigsäureäthylester, wobei sofort sehr heftige Reaktion eintritt, und läßt etwa 3 Stunden unter Rühren am Rückflußkühler kochen. Der unverbrauchte Chloressigester wird mit Dampf abdestilliert und der zurückbleibende Carbazyl-N-essigester (der in organischen Lösungsmitteln leicht löslich ist und. aus verdünnter Essigsäure oder Alkohol umkristallisiert, bei 97 ° schmilzt) verseift, indem man ihn mit 2 1 Natronlauge von 40° Be. am Rückflußkühler kocht und dann den gebildeten Alkohol abdestilliert. Darauf wird mit viel Wasser verdünnt und vom abgeschiedenen Carbazol abgesaugt. Aus dem Filtrat fällt verdünnte Salzsäure in der Hitze die reine Carbazyl-N-essigsäure in färblosen, glänzenden Blättchen vom Schmelzpunkt 215 ° in einer Ausbeute von etwa 70 Prozent der Theorie. Die Säure löst sich klar in Soda oder Ammoniak. Sie ist in Äther und Eisessig leicht löslich und läßt sich aus Alkohol, Chloroform oder Xylol, am besten aber aus Essigester Umkristallisieren.
Die nach vorstehender Vorschrift gewonnene Carbazyl-N-essigsäure wird im ölbad auf etwa 250 bis 270° Badtemperatur erhitzt. Einige Grade über dem Schmelzpunkt tritt lebhafte Kohlensäureentwicklung ein. Wenn bei 240 bis 250 ° Innentemperatur keine weitere Reaktion mehr bemerkbar ist, läßt man erkalten und kocht die zerkleinerte Schmelze mit verdünnter Natronlauge aus. Der ungelöste ölige Anteil erstarrt beim Abkühlen, und ist das bekannte N-Methylcarbazol vom Schmelzpunkt 87°. Aus dem alkalischen Filtrat fällt verdünnte Mineralsäure unveränderte Carbazyl-N-essigsäure, welche erneut derselben Kohlensäur eabspaltungsreaktion unterworfen wird. Die Kohlensäureabspaltung kann auch bei Gegenwart hochsiedender Lösungsmittel, wie Nitrobenzol, geschehen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung von N-Methylcarbazol, darin bestehend, daß man Carbazolkalium mit Chloressigsäureester kondensiert, den entstandenen Carbazyl-N-essigsäureester verseift und die Carbazyl-N-essigsäure über ihren Schmelzpunkt erhitzt.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP1238972A1 (de) * 2001-03-06 2002-09-11 JSR Corporation Neues Carbazolderivat und Chemisch verstärkte strahlungsempfindliche Harzzusammensetzung

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