DE250C - Chronometer mit Kompensation - Google Patents

Chronometer mit Kompensation

Info

Publication number
DE250C
DE250C DE250DA DE250DA DE250C DE 250 C DE250 C DE 250C DE 250D A DE250D A DE 250DA DE 250D A DE250D A DE 250DA DE 250 C DE250 C DE 250C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
spring
stone
wheel
climbing
unrest
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired - Lifetime
Application number
DE250DA
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
A E Mueller Uhrmacher
Original Assignee
A E Mueller Uhrmacher
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication of DE250C publication Critical patent/DE250C/de
Application filed by A E Mueller Uhrmacher filed Critical A E Mueller Uhrmacher
Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • GPHYSICS
    • G04HOROLOGY
    • G04BMECHANICALLY-DRIVEN CLOCKS OR WATCHES; MECHANICAL PARTS OF CLOCKS OR WATCHES IN GENERAL; TIME PIECES USING THE POSITION OF THE SUN, MOON OR STARS
    • G04B15/00Escapements
    • G04B15/10Escapements with constant impulses for the regulating mechanism

Landscapes

  • Physics & Mathematics (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Percussive Tools And Related Accessories (AREA)

Description

1877.
Klasse 83.
AUGUST ERNST MÜLLER in WOLFSGRABEN bei WIEN. Chronometer mit Compensation.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 5. August 1877 ab.
Dieses Chronometersystem repräsentirt die eigenartige Zusammensetzung eines verbesserten Räderwerks mit neu construirten Unruhen und neuen Hemmungen.
Die Beschreibung und die Zeichnungen umfassen ausschliefslich nur jene Theile, für welche das Patent beansprucht ist.
I. Das Räderwerk und die Steigräder.
Die Radzähne aus Messing oder Nickellegirung greifen in die Stahltriebe der Wellen; die Zapfen der Wellen laufen in Löchern von Messing oder Rubinsteinen.
Um nun das Oelgeben gänzlich unnöthig zu machen, hat der Patent-Inhaber durch Auffindung eines Antifrictionsmetalles den Reibungscoefficient vermindert und diesen letzteren noch durch Erfindung neuer Hemmungen, welche geringere Triebkraft in Anspruch nehmen, bedeutend vermindert.
Er macht die Räder aus einer Silberlegirung, die Wellen mit Trieben aus Stahl', die Zapfen der Wellen aus gehämmertem Gold, welche gerade so, wie Cylinder-Tampons, in die gebohrten Löcher eingeschlagen werden (siehe Fig. 2 bei b und ^1) und läfst diese Zapfen in Steinlöchern laufen. Diese Zusammenstellung des Laufwerkes braucht nicht geölt zu werden, weshalb bei einer Uhr mit solchem Laufwerk keine Veränderung im Gange stattfinden kann.
Das Antifrictionsmetall besteht aus: »45 °/0 Silber, 30% Kupfer, 9% Zink, 9 % Zinn, 7 % Blei.« Diese Silberlegirung ist so hart, wie gehämmerter Stahl, und noch hämmerbar; sie nimmt eine prächtige Politur an, hat einen ebenso geringen Reibungscoeficient, wie i8karät. Gold, und daher erfordern solche Getriebe kein OeI.
Da das hartgeschlagene Blech dieser Silberlegirung, woraus die Räder gefertigt werden, bessere Eigenschaften, als das Uhrmachermessing besitzt, so können die Räder dünner gemacht werden; sie werden daher leichter und ihr Trägheitsmoment wird kleiner. Insbesondere ist man dadurch im Stande, den Durchmesser der Steigräder zu verkleinern und man kann das Trägheitsmoment des Steigrades, welches bei jedem Impuls überwunden werden müfs, selbst bis auf die Hälfte herabmindern.
Die bisherige Impulsion der Unruhe durch das Steigrad repräsentirt den unelastischen Stofs mit parallelen Axen — wie bei Hammer- und Daumenwelle — welcher einen, namhaften Kraftverlust bedingt.
Das Steigrad AA, Fig. 1 und Fig. 2, mit aufrecht stehenden Zähnen, sitzt auf der Hülse a Ci1 , Fig. 2, fest, deren Länge von jener der Triebwelle b bt abhängt. Dieses Steigrad mit Hülse ist auf die Triebwelle so aufgesteckt, dafs es sich correct und leicht darauf dreht. Im Kranze des Steigrades ist auf der Triebwelle die Spiralrolle c c auf gewöhnliche Weise aufgesetzt und an einem der drei Arme (Schenkel) des Steigrades sitzt das Spiralklötzchen d, Fig. 1, fest. Zwischen beiden läuft die kurze Spiralfeder e e, deren Enden in die Löcher der Spiralrolle und des Spiralklötzchens hineingehen und mittelst Schrauben / und ft festgesetzt werden.
Innerhalb der Zeit, bis die Unruhe zwei Oscillationen gemacht hat, d. i. beim See-Chronometer = % See, befindet sich das Steigrad in Ruhe und mittlerweile kann das Räderwerk die kleine Spiralfeder e e anspannen. Erfolgt nun die Auslösung des Steigrades, so hat die gespannte Spirale e e blos das Trägheitsmoment des kleinen, möglichst leicht gemachten Steigrades zu überwinden, woher die Impulsertheilung ohne Zeitverlust und mit voller Kraft der Feder geschieht.
Der Stofs des Steigradzahnes wirkt hier, wie. der Stofs eines elastischen Körpers auf einen unelastischen, weil der Stein h, der den Impuls entgegennimmt, in der Platte gg festgemacht ist. Fig. 4.
Der Stofs wird aber vollkommen elastisch, wenn der Impulsstein h an das Ende eines federnden Hebels / i gefafst ist, dessen Feder an der Plateausehne anliegt, Fig. 5. Erfolgt hier der Stofs des Steigradzahnes, so giebt der Impulsstein am federnden Hebel so viel nach, als es seine Feder zuläfst, und diese Feder überträgt die somit erhaltene Spannkraft ohne Zeitverlust auf die Unruhe.
Durch Anwendung dieser Construction erhält man eine gleichartige Spannung der Spiralfeder e e, Fig. i, mithin Stöfse von gleicher Kraft, weil das Laufwerk genügende Zeit hat, die Spannung der Spirale e e zu bewirken; es genügt eine geringere Zugkraft, und proportional vermindern sich die Reibungen an Zapfen und Trieben.
Das Steigrad AA, Fig. 3, mit abwärts stehen-
den Zähnen, sitzt fest auf der Welle b b und der darauf aufgesteckte Trieb α α, der mit der Spiralrolle c c ein compactes Stück bildet, wird durch die kurze Spiralfeder e e getragen. Damit dieser Trieb seine Höhenstellung beibehält, werden dessen Triebstäbe ein wenig nach rechts stehend angefertigt; so wird er durch den Druck der Zähne des Secundenrades immer nach aufwärts gehoben.
Am Steigrade A A, Fig. 11, fällt die Spiralfeder fort, weil der Impuls nicht durch die Zähne desselben ausgeführt wird. Bei Anwendung dieses Steigrades zu dem absolut constanten Impuls wird, um den Aufwand an Kraft auf Ueberwindung der Trägheitsmomente der vorangehenden Räder zu annulliren, diese Spiralfeder am Secundenrad gerade so angebracht, wie beschrieben ist und Fig. ι und 2 darstellt.
Das Material zu diesem Steigrad ist die neue Silberlegirung; aus dem Bleche desselben ist es geprefst. Mittelst Räderschneidmaschine werden die Einschnitte zu den Stiften gemacht und dann das Steigrad auf den Trieb ZZ, Fig. 12, befestigt. In diese Einschnitte nun werden die gehärteten Stahlstifte a0, a, au a%, a3, a4, <% .... eingesetzt und mit Vorsicht eingelöthet, damit dabei die Stifte nicht an Härte verlieren.
II. Die Unruhe.
Als Grundsatz stellt der Erfinder oben an:
»Die Gewichte sollen bei mittlerer Temperatur, bei grofser Kälte und bei grofser Wärme immer in einer und derselben Entfernung vom Mittelpunkte der Unruhe stehen bleiben, dann werden auch die Schwingungen jederzeit gleich grofse sein, wenn die übrigen Theile der Unruhe durch veränderte Lage und Eigengewicht keine Störungen verursachen.«
Diese Anforderung wird gröfstentheils schon erfüllt, wenn die Gewichte auf einer sich nicht ausdehnenden Basis ruhen, •wenn der Körper der Basis ein geringes specifisches Gewicht hat und wenn der Elasticitätsmodul der Oscillationsfeder ein verschwindend kleiner ist.
Als Körper der Unruhe, worauf die Compensations-Vorrichtung festgesetzt wird, erfand der Patent-Inhaber eine plastische Kohle.
Diese Kohle wird aus feinem, von Schwefel, Eisen und anderen mineralischen Theilen chemisch befreiten Koksmehl (Koks der besten englischen Steinkohle) gerade so hergestellt, wie man die Kohle zum elektrischen Lichte und zu elektrischen Elementen erzeugt.
Die Ausdehnung dieses Präparates beträgt bei 1000C. nur 0,00019 und sein specifisches Gew. ist 1,4; die Härte desselben ist eine entsprechende,, sowie auch seine Festigkeit. Durch Imprägnation mit Bernsteinlack und Vergoldung wird jeder hygroskopische Einfiufs beseitigt.
Anstatt Stahl wird zur Oscillationsfeder und zu Hemmungsfedern eine Legirung von Piatina mit Iridium, zusammengeschmolzen aus 80—90 °/0 Piatina mit 20—10 °/0 Iridium, verwendet. Je nach dem gewünschten Härtegrad wird mehr oder weniger Iridium legirt.
Diese Legirung kann gehämmert, die weichere davon auch gezogen werden; sie rostet nicht und nimmt eine schöne Politur an; ihre Längenausdehnung ist die geringste und deren Elasticitätsmodul der am wenigsten veränderliche unter allen Metallen; er ist pr. 10C = 0,0001. Der Körper der Unruhe für See-Chronometer A A, Fig. 7, 8, ist eine Scheibe aus besagter Kohle. Die beiden Gewichte B B bewegen sich, dirigirt von den unterhalb angebrachten Hebelarmen b bn c Cn bei Entfernung vom Mittelpunkte der Unruhe und Annäherung zu demselben immer genau in der Linie, welche vom Mittelpunkte der Unruhe durch den Mittelpunkt der Gewichte gezogen worden ist.
Auf dem Körper der Unruhe sind die Stifte a und Ci1 festsitzend angebracht und darauf drehen sich die zweiarmigen Hebel b bt und c C1, Fig. 7. Aus den Hebelarmen c Cn und b bn gehen die daran festsitzenden Stifte e und e, und auf diese werden die Goldgewichte B und B1 gesteckt.
Der Hebelarm b b1 repräsentirt sich als eine Feder, die auf der Schraube C anliegt. Beim Hebelarm Cc1 ist die Schraube d 1I1 eingesetzt, die bei «Ί in einer Rille läuft. An diese Schraube Jd1 stützt sich mit Halbgewinde der Expansionsstab q q, welcher an dem der Schraube (Id1 entgegengesetzten Ende seinen Stützpunkt auf der Schraube Q hat. Die Hebelarme c C11 und b bn sind gleich lang, ebenso sind die an denselben befindlichen Stifte e und ^1 gleich weit von den im Unruhekörper festsitzenden Stiften CiCi1 entfernt.
Das Gewicht B1 hat zwei, von seinem Mittelpunkte gleich weit entfernte Bohrlöcher, wohinein die Stifte e und ^1 passen.
Dreht man die Schraube C auf die Feder blt oder wird die Schraube Q angezogen, so wird in beiden Fällen der Expansionsstab q q^ an die Schraube d dt angeprefst. Durch Eindrehen der Schraube Q führt man die Hebelarme c C1 nach aufsen hin, womit gleichzeitig der correspondirende Hebelarm c Cn mit dem Stifte e nach einwärts bewegt wird und mithin auch das Gewicht B, welches darauf steckt.
Bei diesem Vorgange wird der Hebelarm b bn durch den Stift e gezwungen, ebenfalls nach einwärts die Drehung zu machen, wobei die Feder bt in eine um etwas gröfsere Spannung versetzt wird. Den Grad der Spannung hat man durch die Schraube E völlig in seiner Gewalt.
Der Expansionsstab q qt ist aus Stahl oder Silber. Je nach dem effectiven Elasticitätsmodul der Oscillationsfeder wird das Material dazu gewählt. Durch Drehung der Schraube d dt kann man den Expansionsstab der Hebelaxe c nähern oder ihn davon entfernen, wodurch seine Ausdehnung sich mehr oder weniger auf die Bewegung des Gewichtes überträgt.
Das Gleichgewicht der Unruhe wird durch die Schrauben P P1 hergestellt und diese dienen auch zur Regulirung des Ganges.
Die kleinere Unruhe A A, Fig. 9 und .10 ist mit einer einfachen Compensations-Vorrichtung ausgestattet. Die Expansivstange q <$ί ist bei ^, in einem auf dem Unruhekörper festsitzenden Stifte α drehbar eingesetzt und ihr spitziges Ende q bildet die Stütze des Hebelarmes b bt, dessen Verlängerung bx eine Feder ist, die durch den excentrischen Stiftenkopf d gespannt worden ist. Am entgegengesetzten Hebelarme befindet sich das Gewicht B. Dieser zweiarmige Hebel dreht sich auf dem Stifte g.
Bei Ausdehnung drückt das Stangenende q den Hebelarm b nach auswärts und der correspondirende Hebelarm c mit dem Gewichte B nach einwärts. Bei Contraction der Stange ^1 q führt die gespannte Feder ^1 den Hebelarm c sammt dem Gewichte B nach auswärts.
Die Regulirung des Ganges und Herstellung des Gleichgewichtes der Unruhe geschieht mittelst der vier Schrauben C, C1, C2, C3 an der Peripherie der Unruhe.
Die Ausdehnung des Unruhekörpers mit plast. Kohle kann bei dem höchst geringen Grade, in welchem sie sich kund giebt, und bei dem geringen Durchmesser (von 12—15 mm und 20—25 mm für See-Uhren) der Unruhen ganz aufser Betracht gezogen werden, weil das spec. Gew. dieser Kohle sehr gering ist. Es handelt sich also nur um die Compensation des Elasticitätsmoduls der Oscillationsfeder. Ist diese nun aus Platinirid gemacht, so ist nur eine äufserst geringe Compensation erforderlich.
III. Die Hemmungen.
Anforderungen an eine gute Hemmung sind:
ι. Zur Hebung des Aushebers und zur Auslösung soll eine geringste lebendige Kraft der Unruhe in Anspruch genommen werden.
2. Der Einfall mufs entschieden sicher nach jeder Aushebung und schnell erfolgen, und die Tiefe des Einfalles soll genau regulirt werden können.
Soll die Aushebung und Auslösung mit dem geringsten Aufwand an lebendiger Kraft erfolgen, so mufs der Hebestein t, Fig. 4, 5, 6, aufs möglichste der Unruhewelle genähert sein, damit dessen äufsere Kante eine thunlichst kleine Winkelgeschwindigkeit besitzt; ferner mufs die Weglänge,, welche zur Hebung und zur Auslösung nöthig ist, so kurz als möglich sein und schliefslich mufs jene Vorrichtung (der Ausheber oder Feder), welche durch den Hebestein gehoben wird, nicht allein ein sehr geringes absolutes Gewicht besitzen, sondern deren Länge und deren Hebelarme müssen aufs äufserste verkürzt sein, weil das Trägheitsmoment im Quadrate mit der Länge zunimmt.
Bei der englischen Federhemmung, wie bei den Bascule - Hemmungen ist man gezwungen, lange Federn und lange Hebelarme in Anwendung zu bringen, weil der Ruhestein m, Fig. 4, 5, anstatt nach seinem Einfall den Steigradzahn a zu erfassen, erst den folgenden Zahn α festhält.
Dieses Verhalten, bei welchem der Ruhestein nach erfolgtem Einfall schon den Zahn a — also jenen, der soeben den Impuls ertheilt hat —erfafst, ist die Erfindung des Patent-Inhabers, und die damit verbundenen Vortheile sind von grofser Tragweite. Durch die neuen Constructionen der Ausheber sind letztere 2 — 3 mal kürzer geworden, als die . der Bascule-Hemmung und als die Feder; sie sind weiter 4—6 mal leichter geworden, weil die Anschraubung einer Auslösungsfeder (Ressortfeder) fortgefallen ist, und schliefslich konnte Hebestein t in der halben Entfernung vom Mittelpunkte der Unruhewelle angebracht werden, wodurch die halbe Winkelgeschwindigkeit des Hebesteines gewonnen wird.
Die Hemmung für See-Uhren.
Der Ausheber BB, Fig. 4, 5, 6, ist ein zweiarmiger, an der Welle //, Fig. 6, festsitzender Hebel, in welchem die beiden elliptischen Steine/ und q eingesetzt sind und woran der Ruhestein in gefafst ist.
Damit dieser Ruhestein nicht zu tief vor den Zahn des Steigrades einfällt, befindet sich am Steg D die Anschlägschraube r, womit man die Tiefe des Einfalles genau reguliren kann.
Die Feder CC aus Platinirid ist am Steg D festgemacht.· Dieser Steg ist gerade so, wie bei änderen Chronometer-Hemmungen angefertigt, nämlich auf der Platine verschiebbar, damit man nach Erfordernifs die Feder der Aushebung nähern kann. Die Feder hat zwei Abschleifungen; die erste zunächst dem Steg D und zwar in solchem Grade, dafs sie noch stark genug bleibt, um genügenden Druck auf die Steinellipse p des Aushebers BB auszuüben, und die zweite, oberhalb dieser Ellipse p, um die genügende Biegsamkeit jenes Theiles der Feder zu erlangen, welcher bis zum Hebestein t hinreicht.
Da die Feder C C aus Platinirid kurz und Platinirid jene Metallcomposition ist, welche sich am wenigsten unter allen Metallen ausdehnt, so ist die Ausdehnung dieser Feder selbst bei extremen Temperaturgraden noch als Null zu betrachten, woher man den Einfall des Ruhesteines aufserordentlich beschränken kann, weil auch Vibrationen bei kurzen Federn nicht in dem Mafse erscheinen, wie bei den langen Federn, und weil endlich solche Vibrationen keinen schädlichen Einflufs auf den Einfall ausüben können.
Die Stellung der Feder wird so ausgeführt, dafs sie gerade genügend auf die Ellipse p andrückt, um ein Zurückprallen des Ruhesteines m beim Aufschlag des Steigradzahnes nicht zuzulassen, und dafs ihre Spitze vom Hebestein erreicht und hinlänglich nach rechts gebogen wird.
An der Welle R R der Unruhe befindet sich die Platte gg, Fig. 4, 5, 6. Diese ist eine flache Scheibe, in welche der Impulsstein h und der aufrechtstehende Hebestein t eingefafst sind.
Bei Anwendung des vollkommen elastischen Impulses ist diese Platte weit kleiner, Fig. 5, und am Ende einer, an der Plattenseite anliegenden Feder ii ist der Impulsstein h eingefafst.
Die Hemmung mit absolut constanter Kraft für Taschen-Uhren und Grofs-Uhren.
Der Ausheber BB, dessen Form die Figuren 1i, 12, 14, 15 darstellen, ist aus der Silberlegirung gemacht und auf der "Welle b b, Fig. 12, befestigt. Die Welle b b, Fig. 11, 12, besitzt unter diesem Ausheber eine halbmondförmige Ausschweifung, auf deren beiden Spitzen d und du Fig. 11, die polirte, ebene Fläche e e der Feder//, Fig. 11, 15, ruht, wodurch der Ausheber nach jeder Impulsion und jedem Aufzug des Impulsators in die ruhende Lage versetzt wird, wie sie in Fig. 15 verzeichnet ist.
Macht man diesen Ausheber aus Stahl, so müssen in die Zinken Ir1 und Cn und in die Spitze c gerade so, wie im Anker des Ankerganges Levesteine eingesetzt werden.
An der Welle C C, Fig. 11, 12, der Unruhe ist die kleine Platte D D mit dem federnden Daumen E und dem Hebesteine F aufgesteckt. Der federnde Daumen E besteht aus dem Impulsstein m, welcher am Ende der Feder / / gefafst ist; die Stellung dieser Feder ist anliegend an der Seite der Platte bei e, Fig. 11. Die Platten, Fig. 14, 15, mit feststehenden Daumen, sind für den unvollkommenen elastischen Impuls.
Der Impulsator, Fig. 11, 13, besteht aus der Welle g gv, den Hebelarmen h und A1 und dem Daumen z, auf den die Feder k k aufdrückt. Da dieser Impulsator aus Stahlblech gemacht wird, so werden am Ende des Hebelarmes A1 und des Daumens i Hebesteine eingesetzt und an die Spitze des Hebels A aber ein Einsatz von Gold oder von Silberlegirung.
Die Oscillationsfeder an den Unruhen kann spiralförmig, wie bei den gewöhnlichen Uhren sein; die cylindrischen, schraubenförmigen Federn haben einen sichereren Gang, dafür aber fordern sie einen gröfseren Höhenraum.
Beim absolut constanten Impuls der Hemmung entfällt die Nothwendigkeit, die Zugkraft durch Schnecken zu reguliren und . die Anwendung von isochronischen Oscillationsfedern. Es genügt vollkommen, wenn die Oscillationsfeder aus Platinirid, gerade so, wie die im Gebrauch stehenden stählernen, hergestellt und diese auf dieselbe Weise, wie bisher die Breguet-Spiralfedern, am Kloben und der Unruhewelle angebracht wird.
IV. Der Gang der Hemmungen,
a) Hemmung für See-Chronometer. Das sich nach Richtung des Pfeiles ν ν, Fig. ι, drehende Steigrad war gehemmt, weil der Zahn a auf den Ruhestein m aufgelegen hatte. Nun hat sich die Unruhe mit ihrer Welle R, Fig. 4, in der Pfeilrichtung w w so weit gedreht, dafs der Hebestein / die Spitze der Feder C C erfafst, dann zur Ellipse q am Ausheber geführt und endlich den Ausheber so weit nach rechts gedreht hat, dafs der Ruhestein m den Zahn a des Steigrades frei läfst und es ist jetzt der Moment dargestellt, wo der nachfolgende Steigradszahn a0 auf den Impulsstein /z den Stofs vollführen wird und somit die lebendige Kraft des Steigrades auf den Impulsstein h, mithin auf die Unruhe überträgt, d. h. den Impuls ertheilt. Fig. 4 und Fig. 5.
Vor Beendigung dieser Impulsion hat (veranlafst durch den Druck der Feder auf den Ellipsenstein /) der Ausheber seine frühere Stellung wieder eingenommen und der Zahn a0, welcher den Impuls ertheilt hat, fällt auf den Ruhestein m, wodurch das Steigrad wieder gehemmt ist.
Nach vollendeter Ausschwingung der Unruhe nach rechts kehrt die Unruhe nun wieder zurück. Die Auslösung erfolgt nun dadurch, dafs der Hebestein t, Fig. 4, die Spitze der Feder C C ergreift und sie nach links biegt. Diese Biegung erfolgt im Kreise u u des Radius p ti und hat keinen Einflufs auf die Ruhe der Hemmung. Fig. 4 und Fig. 5.
Beim Wiederkommen der Unruhe nach beendeter linker Ausschwingung in der Pfeilrichtung ' w w beginnt nun aufs neue die beschriebene Impulsion.
Man ersieht hieraus, dafs bei dieser neuen Hemmung die Auslösungs- oder »Ressortfeder«, welche das Gewicht der Hauptfedern der englischen Federhemmung und des Bascule-Armes der Bascule-Hemmung, mithin die Trägheitsmomente derselben, so ansehnlich vermehrt, gänzlich wegfällt.
b) Hemmung mit absolut constanter Kraft.
Der Gang derselben ist folgender:
Der Ausheber BB, Fig. 15, ist in seiner Ruhe dargestellt, nachdem die Impulsion stattgefunden hatte. Es liegt eine Federplatte e e auf den Spitzen des Halbmondes d d, woher die Ausheberspitze c in gerader Richtung zum Mittelpunkte der Unruhewelle C C steht.
Der Steigradstift au welcher, Fig. 15, vor der Impulsion dort gestanden hatte, wo er auf den Zinken C1 aufliegt, hat sich während der Impulsertheilung auf den Zinken C1, angelegt. Fig. 14.
Der Impulsator, dessen Hebearm h den Impuls ertheilt hat, liegt nun, gedrückt durch die Feder k k, Fig. 14, auf den Stellstiften ο und dessem Arm Zi1 steht zunächst der Steigradstift ab.
Kommt nun, nach Fig. 14, die Unruhe von ihrer Ausschwingung in der Pfeilrichtung χ χ zurück, so ergreift der Hebestein F die Spitze des Aushebers c und nimmt sie in gleicher Richtung mit, wodurch die Zinke Cn des Aushebers soweit gegen den Mittelpunkt des Steigrades gedreht wird, dafs der Radstift ^1 seine Auflage dadurch verliert. Nun bewegt sich das Steigrad nach dem Pfeile u ic, der Steigradstift a5 hebt den Impulsatorarm A1 so lange, bis der Steigradstift α auf die Zinke C1 zu liegen kommt und dabei vollführt der Hebelarm h den Weg der punktirtenLinie nachPfeil vv, Fig. 11,14. Derlmpulsator beharrt in dieser Spannung, Fig. 11,

Claims (7)

  1. bis die Ausschwingung der Unruhe vollendet und die Rückschwingung nach Pfeil ww, Fig. ii, nahe zur Hälfte vollführt ist, wo dann der Hebestein F die Ausheberspitze erfafst, diese in gleicher Richtung dreht, mithin die Zinke C1 nach auswärts führt, bis endlich der Steigradstift α seine Auflage darauf verliert und es erfolgt nun die Drehung des Steigrades nach Pfeil u u, bis dieser Steigradstift auf der Zinke C11 aufliegt. Durch diese Drehung des Steigrades verliert der Arm A1 seine Auflage auf «5 und der Impulsatorarm h vollführt auf den Stein m den Impuls mit der ganzen Kraft der Feder k k, bis er wieder auf den Stellstiften ο auffällt, wie Fig. ii —14 zur Anschauung bringen.
    Diese Action wiederholt sich fortwährend in gleicher Ordnung, so lange eine Zugkraft sich äufsert.
    Diese Hemmung mit constanter Kraft hat ihre Anwendung nicht blos in Chronometer-Taschen-Uhren, sondern auch an Thurm-Uhren und Stock-Uhren und Wand-Uhren jeder Art, und auch bei See-Chronometern.
    Patent-Ansρrüche:
    i. Eine Silbeiiegirung, welche einen geringen Reibungs - Coefficienten hat, als Material zur Anfertigung der Räder, Steigräder und Ausheber; Anwendung der in die eingebohrten Triebwellen eingeschlagenen Zapfen von Gold oder anderen Antifrictionszapfen und die Anordnung der Getriebe, Zapfen und Steine. Durch Zusammenwirken dieser Anordnungen wird das Oelgeben gänzlich beseitigt.
  2. 2. Die Constructionen der Steigräder und jene der Spannfedern am Steigrade oder Secundenrade, wodurch die Trägheitsmomente der vorangehenden Räder annullirt werden.
  3. 3. Die Fassung der Impulssteine an Federn, federnden Daumen, wodurch der vollkommen elastische Stofs (Impuls) erlangt wird.
  4. 4. Die Anwendung der plastischen Kohle zum Körper der Unruhen.
  5. 5. Die Anwendung der Legirungen aus Piatina und Iridium zu Oscillations-Hemmungs- und anderen Federn.
  6. 6. Die Compensations-Vorrichtung mit Anwendung von Expansionsstäben und Gewichten an Hebeln.
  7. 7. Die Construction der neuen Hemmungen im allgemeinen und insbesondere noch:
    a) bei der Hemmung für See-Chronometer die Anordnungen, dafs der Steigradzahn, welcher impulsirt hat, sofort wieder auf den Ruhestein fällt, dafs eine sehr kurze Aushebungsfeder angewendet wird und dafs die bei anderen Hemmungen nöthige Auslösungsfeder gänzlich \vegfällt.
    b) bei der Hemmung mit constanter Kraft für Taschen-Uhren und jeder Art von Grofs - Uhren: die Anwendung des isolirt stehenden Impulsators, und
    c) bei beiden Hemmungen die Anordnung, wodurch der Hebestein dem Mittelpunkte der Unruhewelle möglichst genähert werden kann, damit die Aushebung auf kurzem Wege und bei geringer Winkelgeschwindigkeit erfolgt.
    Hierzu I Blatt Zeichnungen.
DE250DA 1877-08-04 1877-08-04 Chronometer mit Kompensation Expired - Lifetime DE250C (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE250T 1877-08-04

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE250C true DE250C (de)

Family

ID=70961660

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE250DA Expired - Lifetime DE250C (de) 1877-08-04 1877-08-04 Chronometer mit Kompensation

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE250C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE60314156T2 (de) Chronometerhemmung für Armbanduhren
DE602005005465T2 (de) Uhr
EP2107434A1 (de) Mechanisches Bauteil, insbesondere im Räderwerk eines mechanischen Zeitmessers
DE102005058321B4 (de) Uhr
DE250C (de) Chronometer mit Kompensation
DE1901961C3 (de) Uhrwerk
DE1960701A1 (de) Reguliervorrichtung fuer Uhren
DE602005005209T2 (de) Vorrichtung zum Galoppschutz für Uhrenhemmung
DE102007051292B4 (de) Freie Hemmung mit konstanter Kraft in mechanischen Pendeluhren
DE2410098C3 (de) Zeitschalter
DE202013006409U1 (de) Zeitmesstechnischer Mechanismus für mikrometrische Verlagerung
DE2707862C2 (de) Drehpendel
DE1053416B (de) Klinkenantrieb fuer Teile eines zeithaltenden Geraets
DE513820C (de) Landwirtschaftliche Maschine mit umlaufenden, federnd nachgiebig in den Boden eingreifenden Werkzeugen
DE102010014234B4 (de) Uhr mit modifizierter Hemmung
DE202008011659U1 (de) Regelglied für mechanische Uhren
DE102006025022B4 (de) Mechanischer Aufzug für Armbanduhren sowie Armbanduhr mit einem solchen Aufzug
DE281494C (de)
DE446153C (de) Regler fuer mit Uhrwerk betriebene Zuender
DE1548072C (de) Elektrisch antreibbare Uhr
DE13091C (de) Neuerungen an Bewegungsmechanismen für Uhrwerke
DE438662C (de) Regelungseinrichtung fuer mit Uhrwerk arbeitende Zuender fuer Artilleriegeschosse
DE471713C (de) Schlagwerk fuer Uhren
DE186762C (de)
DE102016104092A1 (de) Anker und Ankerrad für mechanisches Uhrwerk