DE2504564B2 - (+)p-alkoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzole und ein diese enthaltendes cholesterinisches fluessigkristallgemisch - Google Patents
(+)p-alkoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzole und ein diese enthaltendes cholesterinisches fluessigkristallgemischInfo
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Description
VCH1-CH-CH2-CH3
CH,
in welcher R ein Methoxy-, Äthoxy-, Propoxy- oder Butoxyrest ist.
2. Cholesterinisches Flüssigkristallgemisch aus 0,1 -1»
bis 70 Gew.-% der optisch aktiven Flüssigkristallverbindung nach Anspruch 1 und mindestens einer
nematischen Flüssigkristallverbindung in einer Menge von 99,9 bis 30 Gew.-%.
Die Erfindung betrifft optisch aktive Flüssigkristallverbindungen,
welche in elektrooptischen Vorrichtungen auf Anlegen eines elektrischen Feldes ansprechen,
und cholesterinische Flüssigkristallgemische aus mindestens einer dieser optisch aktiven Flüssigkristallverbindungen
und einem nematischen Flüssigkristall, die bei Verwendung in einer elektrooptischen Vorrichtung
eine Schwellenspannung zeigen, oberhalb der sich die Durchlässigkeit (Transmission) der Vorrichtung ändert,
wobei auf angelegte Spannungen schnell angesprochen wird.
In einer Matrixanzeigevorrichtung werden Anzeigeelemente an Schnittlinien einer Gruppe von streifenförmigen,
in einer Richtung verlaufenden Elektroden und einer weiteren Gruppe von streifenförmigen, in einer
anderen Richtung verlaufenden Elektroden gebildet. Eine Anzeige erfolgt bei Anlegen elektrischer Signale
an ausgewählte Elektroden (siehe z. B. US-PS 37 76 615). Matrixanzeigevorrichtungen haben den
Vorteil, daß die Zahl der Leitungsdrähte kleiner sein kann als die Zahl der Anzeigeelemente, sie werfen
jedoch das Problem des Kreuzeffektes auf, denn etwa die Hälfte der Spannung liegt unerwünschtermaßen an
allen Elementen der ausgewählten Elektrode an, ausgenommen das Element an der Schnittlinie; diese
Halbspannung stört das Bild. Zur Vermeidung des Kreuzeffektes ist ein spezieller Flüssigkristall erforderlich,
dessen Lichtdurchlässigkeit sich so lange nicht ändert, bis eine bestimmte (Schwellen) Spannung an der
Flüssigkristallschicht zwischen zwei gegenüberliegenden Elektroden anliegt. Außerdem wird bei Matrixar.-zeigevorrichtungen
eine rasche Ansprechbarkeit der Lichtdurchlässigkeit auf eine angelegte Spannung
gefordert, da ein Bild durch schnelles Abtasten der Anzeigeelemente gebildet wird.
Viele bekannte Flüssigkristalle eignen sich nicht zur
31) Elektrooptisch Vorrichtungen, die einen pneumatischen
Flüssigkristall mit dynamischem Streumodus verwenden, zeigen eine Schwellenspannung, jedoch nur
eine geringe Ansprechbarkeit auf angelegte Spannungen Elektrooptische Vorrichtungen, die ein cholesterinisches
Gemisch von Cholesierinderivaten und nematischen Flüssigkristallen verwenden, zeigen einen durch
ein elektrisches Feld induzierten Übergang von
cholesterinischer zu netamischer Phase und weisen sowohl eine SchwelJenspannung als auch schnelle
Ansprechbarkeit auf. Da ihre Schwellenspannung jedoch bei Temperaturänderungen der Vorrichtung
stark schwankt, bereitet die Steuerung der Antriebsspannung innerhalb eines breiteren Temperaturbereichs
erhebliche Schwierigkeiten. Elektrooptische Vorrichtungen, die mit einem cholesterinischen Flüssigkristall
aus einem Gemisch aus einem nematischen Flüssigkristall und einer optischen aktiven, jedoch nicht
mesomorphen Verbindung arbeiten, zeigen gleichfalls Schwellenspannungen und eine rasche Ansprechbarkeit.
Der mesomorphe Zustand besteht jedoch nur innerhalb eines engen Temperaturbereichs wegen des Zusatzes
einer nichtmesomorphen Verbindung zu dem nematischen Flüssigkristall.
Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, einen Flüssigkristall, der sich für elektroüptische Matrixanzeigevorrichtungen
eignet, und insbesondere ein cholesterinisches Flüssigkristallgemisch aufzufinden, das in
elektrooptischen Matrixanzeigevorrichtungen eine Schwellenspannung zeigt, die innerhalb eines breiten
Temperaturbereichs geringe Änderungen zeigt, rasch auf eine angelegte Spannung anspricht und sich daher
ausgezeichnet für diese Matrixanzeigevorrichtungen eignet.
Gegenstand der Erfindung sind ( + )p-Alkoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzole
der allgemeinen Formel
VN=NT VCH1-CH-CH1-CH3
O CH3
>-N=N
-I
O
-I
O
CH2-CH-CH2-CH3
CH3
tungen, da sie keine Schwellenspannung und nur eine geringe Ansprechbarkeit auf angelegte Spannungen
zeigen.
in welcher R ein Methoxy-, Äthoxy-, Propoxy- oder Butoxyrest ist, und ein diese enthaltendes cholesterinisches
Flüssigkristallgemisch.
Dieses cholesterinische Flüssigkristallgemisch besteht aus 99,9 bis 30 Gew.-% mindestens eines
nematischen Flüssigkristalls und 0,1 bis 70 Gew.-% mindestens einer dieser obigen mesomorphen
)p-Alkoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzole.
Die erfindungsgemäßen cholesterinischen Flüssigkristalle zeigen eine geringe Abhängigkeit der Helixganghöhe
von der Temperatur und damit geringe Temperaturabhängigkeit der Schwellenspannung, wenn sie z. B.
mit einem nematischen Flüssigkristall mit positiver dielektrischer Anisotropie gemischt werden. Des
weiteren zeichnet die Verbindungen ein in einem verhältnismäßig breiten Temperaturbereich existierender
cholesterinischer Zustand aus. ( + )p-Äthoxy-p'-(2-mpthvlhiifvl\a7nicvbpn7ol ist 7wisrhen 4 und 7fi°C!
j — -j-r j
--. — --- —-
choiesterinisch. Der Einsatzbereich für erfindungsgemäße
Flüssigkristallgemische ist größer als für entsprechende Gemische unter Verwendung bekannter chole-
terinischer Flüssigkristalle, ζ. B. Cholesterylnonanoai;
lie erfindungsgernäßen Gemische verfügen über sehr curze Ansprechzeiten bei Anlegen von Spannungen.
Fig. 1 zeigt in schematischer Perspektive den 3rundaufbau einer elektrooptischen Vorrichtung aus
Flüssigkristallverbindungen der Erfindung;
Fig. 2 zeigt im Diagramm die Abhängigkeit der Lichtdurchlässigkeit von der angelegten Spannung für
ein cholesterinisches Flüssigkristallgemisch mit Phasenübergang;
Fig. 3 diese elektrooptischen Eigenschaften eines cholesterinischen Flüssigkristallgemisches vom Memorytyp;
Fig.4 zeigt eine Perspektivansicht, teilweise auseinandergenommen,
einer Matrixanzeigevorrichtung, die erfindungsgemäße Flüssigkristalle verwendet.
In den obigen Formeln der erfindungsgemäßen Flüssigkristalle bedeutet R einen Alkoxyrest mit 1 bis 4
Kohlenstoffatomen. Das Zeichen (*) kennzeichnet ein asymmetrisches Kohlenstoffatom. Diese Verbindungen
zeigen den cholesterinischen mesomorphen (Flüssigkristall-) Zustand innerhalb folgender Temperaturbereiche:
Fest oder smektisch
-* cholesterisch
-* cholesterisch
Cholesterinisch
-' isotrop flüssig
-' isotrop flüssig
| Methoxy | 4 IC | 53°C |
| Äthoxy | 4C | 76ÜC |
| Propoxy | 33C | 591C |
| Butoxy | 46UC | 73''C |
Gemische aus einem Flüssigkristall und einem ( + )p-Alkoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzol zeigen den
cholesterinischen Flüssigkristallzustand und besitzen in einer elektrooptischen Vorrichtung eine Schwellenspannung.
Nematische Flüssigkristalle werden in zwei Klassen eingeteilt:
Nematische Flüssigkristalle, deren dielektrische Konstante parallel zur Moleküllängsachse größer ist als in
Richtung senkrecht zur Moleküllängsachse (nematische Flüssigkristalke mit positiver dielektrischer Anisotropie;
»P-nematische Flüssigkristalle«) und nematische Flüssigkristalle, deren dielektrische Konstante in Richtung
parallel zur Moleküllängsachse kleiner ist als diejenige in Richtung parallel zur Moleküllängsachse (nematische
Flüssigkristalle mit negativer dielektrischer Anisotropie; »n-nematischer Flüssigkristall«).
F i g. 1 zeigt den Grundaufbau einer elektrooptischen Vorrichtung, welche aus einer einen erfindungsgemäßen
Flüssigkristall und eine Spannungsqaelle enthaltenden Zelle besteht, worin eine Flüssigkristallschicht 7
sandwichartig zwischen zwei lichtdurchlässigen Platten t und 2 angeordnet ist, die einander gegenüberstehen
und entsprechend lichtdurchlässige und auf jeder Innenfläche elektrisch leitende Elektroden 3 und 4
aufweisen. Die Dicke der Flüssigkristallschicht oder der Abstand zwischen den gegenüberliegenden Elektroden
wird annähernd bestimmt durch Abstandshalter 5 und 6. Für die lichtdurchlässige Platte wird Quarzglas oder
Plastikmaieria! verwendet. Die lichtdurchlässige Elektrode besteht aus In2Oi SnO2 oder Cu]. Der Abstandshalter
ist aus Plastik oder Glas und gewöhnlich 5 μ bis 100 μ dick. Die Spannungsquelle 8 liefert eine
elektrische Spannung zwischen den Elektroden 3 und 4.
Gewöhnlich enthält sie Treiberschaltungen und Meßsender. Die auf Durchlässigkeit ausgerichtete elektrooptische
Vorrichtung kann leicht auf eine elektrooptische Vorrichtung auf Reflexionsbasis umbestellt
■-, werden, indem man die transparente Elektrode 3 an der Platte 1 mit einer lichtreflektierenden Elektrode
vertauscht. Außerdem kann die elektrooptische Vorrichtung F i g. 1 so modifiziert werden, daß eine Vielzahl
von Anzeigeelementen geliefert wird, indem man die
κι Elektrode auf jeder Platte in eine Vielzahl von Elektroden unterteilt.
Die Flüssigkristallschicht 7 der in Fig.] gezeigten elektrooptischen Vorrichtung enthält ein Gemisch aus
mindestens einem p-nematischen Flüssigkristall und
ι--, mindestens einem optisch aktiven ( + )p-Alkoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzol;
das Gemisch zeigt die elektrooptischen Eigenschaften gemäß F i g. 2. Nach F i g. 2
bleibt die Lichtdurchlässigkeit der elektrooptischen Vorrichtung so lange auf einem niedrigen Wert, bis die
2(i angelegte Spannung, entweder Gleich- oder Wechselspannung,
eine Schwellenspannung V1/, erreicht; und steigt dann steil an, wenn die anliegende Spannung die
Schwellenspannung V,h überschreitet und weiter zunimmt. Die Durchlässigkeit wird bei der Sättigungs-
2·-) spannung Vsa, konstant und behält einen äußerst
konstanten Wert, wenn die Spannung die Sät'.igungsspannung übersteigt. Die plötzliche Änderung der
Durchlässigkeit wird hervorgerufen durch einen durch das elektrische Feld induzierten Phasenübergang von
jo cholesterinisch zu nematisch. Der Zustand der geringen
Durchlässigkeit ist cholesterinisch und der Zustand der hohen Durchlässigkeit nematisch. Die Schwellenspannung
variiert mit Änderung der Konzentration des ( + )p-Alkoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzols, sie
j-, nimmt mit steigender Konzentration zu.
Repräsentative p-nematische Flüssigkristalle für die erfindungsgemäßen Flüssigkristallgemische sind:
p-Alkoxybenzyliden-p'-cyanoanilin,
ίο p-Cyanobenzyliden-p'-alkoxyanilin,
p-Alkylbenzyliden-p'-cyanoanilin,
p-Cyanobenzyliden-p'-alkylanilin,
p-Acyloxybenzyliden-p'-cyanoanilin,
p-Cyanobenzyliden-p'-acyloxyanilin,
p-Cyanobenzyliden-p'-alkylanilin,
p-Acyloxybenzyliden-p'-cyanoanilin,
p-Cyanobenzyliden-p'-acyloxyanilin,
a ■> p-Cyanophenyl-p'-alkylbenzoat,
p-Cyanophenyl-p'-alkoxybenzoat,
p-Alkylphenyl-p'-cyanobenzoat,
p-Alkoxyphenyl-p'-cyanobenzoat,
p-Alkoxybenzyliden-p'-aminobenzol,
p-Alkylphenyl-p'-cyanobenzoat,
p-Alkoxyphenyl-p'-cyanobenzoat,
p-Alkoxybenzyliden-p'-aminobenzol,
n-Alkyl-p-cyanobenzyliden-p'-aminocinnamat,
p-n-Alkyl-p'-n-alkylazobenzol,
p-n-Alkyl-p'-n-alkylazobenzol,
p-n-Alkyl-p'-cyanobiphenyl, und
p-n-Alkoxy-p'-cyanobiphenyl.
p-n-Alkoxy-p'-cyanobiphenyl.
Ein Gemisch mehrerer dieser p-nematischen Flüssigkristallverbindungen
ist p-nematisch und kann erfindungsgemäß verwendet werden. Ein Gemisch aus einei
p-nennatischen und einer n-nematischen Flüssigkristall verbindung kann die gleichen Eigenschaften wie die
w) p-nematischen Flüssigkristalle aufweisen und erfin
dungsgemäß ebenfalls verwendet werden. Dazu muß di( Konzentration der p-nematischen Flüssigkristallverbin
dung begrenzt werden. Zum Beispiel muß im Falle eine Gemisches aus p-Butoxybenzyliden-p'-cyanoanilii
h5 (p-nematisch) und p-Methoxybcnzyüder.-p'-n-butylani
lin (n-nematisch) die Konzentration des p-Butoxybenzy
liden-p'-eyanoanilins mehr als 5 Mol-% betragen, ur
einen nematischen Flüssigkristall mit positiver dielektr
scher Anisotropie zu erhalten. In vielen Fällen, wo die
optisch aktive Flüssigkristallverbindung des ( + )p-Alkoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzols
zu einem Gemisch aus p-nematischen und n-nematischen Flüssigkristallverbindungen
gegeben wird, ist es im allgemeinen erforderlich, die Konzentration der p-nematischen
Flüssigkristallverbindung höher als 5 Mol-% einzustellen, um den Übergang von cholesterinischer zu
nematischer Phase zu erhalten.
Repräsentative n-nematische Flüssigkristalle für die erfindungsgemäßen Flüssigkristallgemische sind
p-Alkoxy-p'-n-alkylazoxybenzol,
p-n-Alkyl-p'-alkoxyazoxybenzol,
p-Alkoxy-p'-alkoxyazoxybenzol,
p-n-Alkyl-p'-alkoxyazobenzol,
p-Alkoxy-p'-alkyl-azobenzol,
p-Alkoxy-p'-alkoxyazobenzol,
p-Alkoxy-benzyliden-p'-acyloxyanilin,
p-n-Alkylbenzyliden-p'-acyloxyanilin,
p-n-Alkylbenzyliden-p'-alkoxyanilin,
p-Alkoxybenzyliden-p'-n-alkylanilin,
p-n-Alkyl-p'-acyloxyazoxybenzol.
Ein Gemisch mehrerer n-nematischer Flüssigkristalle zeigt die gleichen Eigenschaften wie ein n-nematischer
Flüssigkristall und kann erfindungsgemäß verwendet werden.
Den erfindungsgemäßen Flüssigkristallgemischen können Nichtflüssigkristallverbindungen in begrenzter
Menge zugesetzt werden, innerhalb welcher Mengenbereiche das Gemisch den Zustand des Flüssigkristalls
zeigt. Beispielsweise wird nach Zugabe einer geringen Menge p-n-Alkylbenzyliden-p'-n-alkylanilin die Temperatur
des Überganges Fest-Flüssigkristall herabgesetzt und die Ansprechbarkeit auf eine angelegte Spannung
beschleunigt. Ferner kann zur Einstellung der elektrischen Leitfähigkeit eine kleine Menge eines organischen
Elektrolyten zugesetzt werden. Es ist zum Beispiel allgemein bekannt, die elektrische Leitfähigkeit eines
Flüssigkristalls durch Zugabe einer kleinen Menge Trimethylammoniumhalogenid zu regeln; die Zugabe
dieser Verbindung entfaltet auch ihre Wirkung bei den erfindungsgemäß verwendeten Flüssigkristallen. In der
F i g. 4 enthält eine Flüssigkristallschicht 15 ein Gemisch aus mindestens einem nematischen Flüssigkristall und
mindestens einer optisch aktiven Flüssigkristallverbindung und ist sandwichartig zwischen zwei lichtdurchlässigen
Platten 9 und 10 mit lichtdurchlässigen streifenförmigen Elektroden 11 und 12 auf jeder Innenfläche so
angeordnet. Die Richtung der streifenförmigen Elektroden auf einer Platte 9 schneidet sich mit der Richtung
der Streifenelektroden auf der anderen Platte 10. Die Abstandshalter 13 und 14 bestimmen die Dicke der
Flüssigkristallschicht 15.
Zur Anzeige von Bildern werden die vertikalen streifenförmigen Elektroden 11 auf der Platte 9 und die
horizontalen streifenförmigen Elektroden 12 auf der Platte 10 durch Spannungssignale angeregt, welche von
vertikalen Elektrodenführungen 16 und horizontalen mi
Elektrodenführungen 17 erzeugt werden. Dem Fachmann sind verschiedene Methoden zum Anlegen von
Spannungssignalen zwecks Bildanzeige allgemein bekannt.
Die vertikalen und horizontalen Elektroden in F i g. 4 t.5
können zu anderen Formen geändert werden. Zum Beispiel kann die Form der vertikalen und horizontalen
Elektroden in einer solchen Weise geändert werden.
daß die Schnittlinien der vertikalen und horizontalen
Elektroden allgemein bekannte 7-Segmentziffern bilden.
Die auf Durchlässigkeit basierende Matrixanzeigevorrichtung, wie sie in F i g. 4 gezeigt ist, kann leicht zu
einer Matrixanzeigevorrichtung des Reflexionstyps modifiziert werden durch Wechseln der transparenten
Elektroden 11 auf der Platte 9 gegen lichtreflektierende
Elektroden.
Wie hier beschrieben, macht die Erfindung eine neuartige elektrooptische Vorrichtung mit einer
Schwellenspannung und raschen Ansprechbarkeit zugänglich. Außerdem besitzt eine Matrixanzeigevorrichtung
der vorliegenden Erfindung eine vorteilhafte Leistungsfähigkeit.
Zu einer Lösung von 5 g (-t-)-p-Äthoxy-p'-(2-methylbutyl)azobenzol
in 50 ml Eisessig wurden 3 ml 30gew.-%igen Wasserstoffperoxids bei 700C unter Rühren
gegeben. Nach dem Rühren der Lösung für 1,5 Stunden wurden weitere 3 ml 30gew.-%igen Wasserstoffperoxids
zu der Lösung innerhalb von 2 Stunden bei 9O0C gegeben und wurde das Rühren für eine weitere Stunde
fortgesetzt. Nach dem Abkühlen der Lösung wurden 100 ml Wasser zu der erhaltenen Lösung gegeben und
wurde das erhaltene Lösungsgemisch mit 200 ml Benzol extrahiert. Die Benzollösung wurde dann gründlich mit
Wasser gewaschen und mit Natriumsulfat getrocknet. Nach dem Verdampfen des Benzols wurde der
Rückstand in einer geringen Menge Hexan gelöst und in 30 g Aluminiumoxid chromatographisch adsorbiert. Das
Aluminiumoxid wurde dann mit etwa 150 ml n-Hexan eluiert, und das Lösungsmittel wurde anschließend von
dem hellgelbfarbenen Eluat abgedampft. Der so erhaltene Rückstand wurde dann zweimal aus 20 ml
Äthanol unter Anwendung einer Gefriermischung von Aceton und Trockeneis umkristallisiert, und es wurden
3,2 g von hellgelbem Flüssigkristallverbindungsgemisch erhalten, das aus einem isomeren Gemisch von
p-Äthoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxy-benzol und p-(2-Methylbutyl)-p'-äthoxyazoxybenzol
bestand, welches einen rnesomorphen Bereich von 4 bis 76° C und eine
spezifische Drehung in Chloroform von +12,6° zeigte.
Unter Verwendung der Methoxy-, Propoxv- und Butoxyhomologen an Stelle von (+)-p-Äthoxy-p'-(2-methylbutyl)azobenzol
bei der obigen Umsetzung wurden die entsprechenden Azoxyderivate erhalten, die einen mesomorphen Bereich und eine spezifische
Drehung in Chloroform von (41-53°C; +9,7°), (33 - 59° C; -4-12,6°) und (46 - 73° C; +10,8°) zeigten.
Ein Gemisch aus 70 Gew.-% p-n-Hexylbenzyliden-p'-cyanoanilin
(p-nematisch) und 30 Gew.-% (+)p-Methoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzol
zeigte einen cholesterinischen Zustand. Die Lichtdurchlässigkeit einer
elektrooptischen Vorrichtung mit einem Abstandshalter von 6 μ Dicke änderte sich, wie in F i g. 1 gezeigt ist,
abrupt, wenn die angelegte Spannung von Rechteckwellcnform
und einer Frequenz von 250 Hz anstieg. Die Schwellenspannung betrug 21 Volt bei 200C und
änderte sich nur um 1,5 Volt innerhalb eines Temperaturbereiches von 0 bis 400C. Die Anstiegszeil
betrug 50 msck, wenn die angelegte Spannung 25 Voll betrug, und die Abklingzeit war 6 msck, wobei die
Anstiegszeit die Zeit ist, welche zur Änderung de: cholcsterinischen Zustandes in den nematischen Zu
(ο
stand erforderlich wird und die Abklingzeit die für den
umgekehrten Prozeß erforderliche Zeit darstellt.
Die elektrooptischen Eigenschaften wurden unter Variation der Konzentration des ( + )p-Methoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzols
untersucht.
Wenn eine Konzentration des ( + )p-Methoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzols
auf weniger als etwa 2 Gew.-% gesenkt wurde, erhöhte sich die Durchlässigkeit des cholesterinischen Zustands, und die
abrupte Änderung der Durchlässigkeit wurde unscharf, so daß die Ermittlung der Schwellenspannung nicht
eindeutig war. Eine das Gemisch mit einer Konzentration von weniger als 2 Gew.-% ( + )p-Methoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzol
enthaltende Vorrichtung zeigte eine schnelle Abklingzeit im Vergleich zu einer Vorrichtung, die einen reinen p-nematischen Flüssigkristall
enthielt, solange die Konzentration des (+)p-Methoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzols
nicht kleiner als 0,1 Gew.-% war. Eine Konzentration über 70 Gew.-% ( + )p-Methoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzol führte zu
einer hohen Schwellenspannung von über 70 Volt, was einen Durchschlag der elektrooptischen Vorrichtung
hervorrufen kann, so daß die praktische Anwendung schwierig wird. Diese Tendenz findet sich auch bei
anderen optisch aktiven Flüssigkristallverbindungen der ( + )p-Alkoxy-p'-(2-methylbuty!)azoxyber.zo!e. Um eine
ausgezeichnete Ausgestaltung zu erhalten, wird es bevorzugt, ein Gemisch mit einer Konzentration von
2 Gew.-% bis 70 Gew.-% ( + )p-Alkoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzol zu verwenden.
Ein Gemisch aus 30 Gew.-% p-Butoxybenzyliden-p'-cyanoanilin
(p-nematisch), 50 Gew.-°/o p-Methoxybenzyliden-p'-butylanilin
(n-nematisch) und 20 Gew.-% (+ )p-Äthoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzol zeigte einen cholesterinischen Zustand. Die Schwellenspannung
einer elektrooptischen Vorrichtung unter Verwendung eines 6 μ dicken Polyäthylenterephthalatfilms als
Abslandshalter, wie sie in Fig. 1 gezeigt ist, betrug 10
Volt bei 200C, wenn die angelegte Spannung Wechselspannung
von Rechteckwellenform und einer Frequenz von 250 Hz war. Die Anstiegszeit betrug 60 msek, wenn
40 Volt angelegt wurden, und die Abklingzeit 60 msek.
Eine ein Gemisch aus mindestens einem n-nemati- -r>
sehen Flüssigkristall und mindestens einer optisch aktiven Flüssigkristallverbindung der (-f)p-Alkoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzole
zeigte die in F i g. 3 abgebildeten elektrooptischen Eigenschaften; sie besitzt die Speichereigenschaft. Nach F i g. 3 ist die Lichtdurch- m>
lässigkeit der elektrooptischen Vorrichtung hoch, bevor eine elektrische Spannung angelegt wird, und der hohe
Wert wird gehalten, bis die angelegte Spannung, Gleichoder Wechselspannung unterhalb einer Grenzfrequenz,
die Schwellenspannung Vm erreicht. Eine weitere v,
Zunahme der angelegten Spannung verursacht ein Absinken der Lichtdurchlässigkeit und dann eine
Sättigung bei einer Sättigungsspannung Vs„,. Wenn die
angelegte Spannung unter die Sättigungsspannung Vs,„
absinkt, bleibt der Zustand der geringen Durchlässigkeit wi
erhalten, selbst wenn die Spannung entfernt wird. Der Zustand der geringen Durchlässigkeit kann durch
Anlegen einer Spannung mit einer höheren Frequenz als der Grenzfrequenz zurück erhalten werden bis zum
Beginn des Zustandes mit hoher Durchlässigkeit. Die hr>
Grenzfrequenz hängt von den Eigenschaften des Flüssigkristalls, wie Viskosität, elektrischer Leitfähigkeit
und Dielektrizitätskonstante, und der Temperatur ab.
Der übliche Wert der Grenzfrequenz liegt bei etwa 10 Hz bis zu wenigen kHz.
Ein Gemisch aus 70 Gew.-% p-Methoxybenzyliden-p'-n-butylanilin
und 30 Gew.-% ( + )p-Butoxy-p'-(2-methylbuty].)azoxybenzol zeigte den cholesterinischen Zustand.
Die Schwellenspannung einer elektrooptischen Vorrichtung, die einen 12 μ dicken Polyäthylenterephthalatfilm
als Abstandshalter, wie in F i g. 1 gezeigt, verwendete, betrug 10 Volt bei 20°, wenn die angelegte
Spannung Wechselspannung von Rechteckwellenform und einer Frequenz von 125 Hz war. Die Anstiegszeit
betrug 10 msek, wenn 40 Volt angelegt wurden. Die Grenzfrequenz betrug 1 kHz. Wenn eine Wechselspannung
von Rechteckwellenform einer Frequenz von 3 kHz und 75 Volt angelegt wurden, kehrte der Zustand
der geringen Durchlässigkeit in den Zustand der hohen Durchlässigkeit innerhalb einer Löschungszeit von
1,5 Sek. zurück.
Die Gedächtnis- oder Speicheretgenschaft verschwand allmählich mit Abnahme der Konzentration
des (+ )p-Alkoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzols und die Vorrichtung neigte dazu, dynamische Streuung zu
zeigen, ein allgemein bekanntes Phänomen für n-nematische Flüssigkristalle. Obwohl eine ein Gemisch mit
niedriger Konzentration von ( + )p-Alkoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzol enthaltende elektrooptische Vorrichtung
nicht die Speicher- oder Gedächtniseigenschaft hatte, zeigte die Vorrichtung eine abruptere Änderung
der Lichtdurchlässigkeit als eine Vorrichtung, die einen reinen n-nematischen Flüssigkristall enthielt, wenn die
angelegte Spannung zunahm. Dieser Effekt konnte mit einem Gemisch mit einer Konzentration nicht kleiner
als 0,1 Gew.-% der optisch aktiven Flüssigkristallverbindungen, der ( + )p-Alkoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzole,
erhalten werden. Eine elektrooptische Vorrichtung, die ein Gemisch mit einer Konzentration von mehr
als 70 Gew.-% ( + )p-Alkoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzol verwendete, zeigte eine lange Löschungszeit und
niedrige Lichtdurchlässigkeit nach Anlegen der Wechselspannung einer Frequenz oberhalb einer Grenzfrequenz.
Es wird bevorzugt, ein Gemisch von wenigen Gew.-% bis 60 Gew.-% ( + )p-Alkoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzol
zu verwenden, um eine ausgezeichnete Ausgestaltung und Funktionsfähigkeit zu erreichen.
Versuchsbericht
Die Temperaturabhängigkeit der Schwellenspannunj (oberhalb welcher ein gemischter Flüssigkristall füi
Licht transparent wird) wurde in einem Versuch gegenübergestellt, wobei eine der beanspruchter
Verbindungen und Cholesterylnonanoat verglichei wurden; letzteres ist eines der typischen Beispiele fü
eine cholesterinischc Verbindung, wie es z. B. aus de folgenden Literatur hervorgeht:
»Electro-Optic Response Times in Liquid Crystal von E. ] a k e m a η et al. in Physics Letters, Bd. 39/
Nr. 1 (1972),
»Chclesteric-Nematic Phase-Change Effect in Mi) tures Containing the Liquid-Crystal PCB« vo
J. Constant et al. in Elektronic Letters, Bd.
Nr. 24 (1973); und
»New Optical Storage Mode in Liquid Crystals« vo W. Haas et a) in Applied Physics Letters, Bd. 2
Nr. 10(1974).
Es wurden zwei Gemische hergestellt:
Mischung (1) setzte sich zusammen aus 70 Gew.-1
ίο
p-n-Hexylbenzyliden-p'-cyanoanilin und 30 Gew.-%
( + )-p-Äthoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzol, und Mischung (2) setzte sich zusammen aus 86 Gew.-%
p-n-Hexylbenzyliden-p'-cyanoanilin und 14 Gew.-%
Cholesterylnonanoat.
Die gemessene Schwellenspannung der Mischung (1) betrug 21 Volt bei 2O0C und einem Elektrodenabstand
(Dicke der Flüssigkristallschicht) von 6 Mikron, wobei die Mischung (1) nur 1,5 Volt Schwellenspannungsänderung
im Temperaturbereich zwischen 0 und 4O0C zeigte.
Andererseits betrug die gemessene Schwellenspannung von Mischung (2) ebenfalls 21 Volt bei 200C und
gleichem Elektrodenabstand (also gleicher Dicke der Flüssigkristallschicht), wobei jedoch Mischung (2) eine
Änderung der Schwellenspannung im gleichen Temperaturbereich zwischen 0 und 40° C von 4,5 Volt zeigte.
Diese große Änderung der Schwellenspannung tritt auch im Falle der Verwendung anderer bekannter
cholesterinischer Verbindungen auf. Die Variation (Temperaturabhängigkeit) der Schwellenspannung
eines Flüssigkristalls unter Verwendung von beispielsweise Cholesterinchlorid, Cholesterinoleat, Cholesterinercat
und Cholesterinpropionat ist somit bedeutend größer als bei Verwendung der beanspruchten Verbindungen
innerhalb des gleichen Temperaturbereiches.
Zur Demonstration der Verhältnisse und zum Nachweis des Einsatztemperaturbereiches, in welchem
ein Flüssigkristallgemisch unter Verwendung der beanspruchten Verbindungen eingesetzt werden kann,
wurden Vergleichsversuche durchgeführt, wobei der Arbeitsbereich, in dem ein Flüssigkristallgemisch unter
Verwendung von Cholesterylnonanoat verwendbar ist, zum Vergleich herangezogen wurde. Zu diesem Zweck
wurden die folgenden beiden Gemische hergestellt: Gemisch (3) setzte sich zusammen aus 19 Gew.-%
■5 p-n-Butyl-p'-cyanoazoxybenzol, 74 Gew.-% Nematic
NV (Produkt der Merck Co.) und 7 Gew.-% (+ )p-Äthoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzol, Gemisch
(4) setzte sich zusammen aus p-n-Butyl-p'-cyanoazoxybenzol, 77 Gew.-% Nematic NV (von Merck Co.) und
ίο 4 Gew.-°/o Cholesterylnonanoat.
Der ermittelte Arbeitsbereich für Mischung (3) lag zwischen -20 und 790C, während der ermittelte
Arbeitsbereich für Mischung (4) zwischen etwa 0 und 76° C lag.
Außerdem lag die gemessene Ansprechzeit für Mischung (3) gegenüber einer angelegten Gleichspannung
von 300 Volt bei 00C und einem Elektrodenabstand (Dicke der Flüssigkristallschicht) von 100 Mikron
bei 900 Millisekunden, während die gemessene An-Sprechzeit für Mischung (4) gegenüber der gleichen
Gleichspannung bei 5° C und dem gleichen Elektrodenabstand (Dicke der Flüssigkristallschicht) wenige
Minuten betrug. Auch die gemessene Temperaturabhängigkeit der Schwellenspannung von Mischung (4]
war bedeutend größer als die der Mischung (3).
Die erfindungsgemäßen Verbindungen verfügen gegenüber wirkungsmäßig vergleichbaren Verbindungen
somit über einen prägnanten technologischer Fortschritt auf dem Gebiet der Flüssigkristalle.
jo Die übrigen unter die allgemeine Formel fallender Verbindungen zeigen eine vergleichbare Wirkung.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
1. i + )p-Alkoxy-p'-(2-methylbutyl)azoxybenzole
der allgemeinen Formel
oder
rY
VN = N-
I
ο
CH,
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