DE2503270C2 - Verfahren zur Herstellung von aliphatischen Isocyanaten - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von aliphatischen Isocyanaten

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    • C07C263/04Preparation of derivatives of isocyanic acid from or via carbamates or carbamoyl halides

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Description

R—N—C—X
H O
in der R die vorgenannte Bedeutung hat und X für Halogen steht, in Gegenwart eines inerten, organischen Lösungsmittels, dadurch gekennzeichnet, daß man die thermische Zersetzung in Gegenwart des inerten organischen Lösungsmittels in einem ersten Reaktionsgefäß maximal bis zur Gleichgewiphtseinstellung durchführt, den dabei abgespaltenen Halogenwasserstoff über einen Rückflußkühler abtrennt,
das im ersten Reaktionsgefäß erhaltene Carbaminsäurehalogenid-Isocyanat-Gemisch in ein zweites Reaktionsgefäß überführt, dort die thermische Zersetzung des restlichen Carbpuninsäurehalogenids unter Durchleiten von Inertgas weiterführt, den mit dem Inertgas abgeführten Halogenwasserstoff mit Isocyanat unterhalb der Zersetzungstemperatur zu Carbaminsäurehalogenid umsetzt, die so erhaltene Carbaminsäurehalogenid enthaltende Mischung in das erste ResVtionsgefäß einleitet und
das so gereinigte Inertgas in day jcweite Reaktionsgefäß zurückführt
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man den mit dem Inertgas aus dem zweiten Reaktionsgefäß abgeführten Halogenwasserstoff durch Umsetzung mit einer isocyanathaltigen Mischung, die dem ersten und/oder dem zweiten Reaktionsgefäß entnommen wird, bindet
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von aliphatischen Isocyanaten durch partielle thermische Zersetzung von aliphatischen Carbaminsäurehalogeniden in einem ersten Reaktionsgefäß, weitere thermische Zersetzung unter Durchleiten von Inertgas in einem zweiten Reaktionsgefäß, anschließende Reinigung de; Inertgases von Halogenwasserstoff durch Absorption in einer isocyanathaltigen Mischung zu Carbaminsäurehalogenid unterhalb der Zersetzungstemperatur, Einleiten dieser das Carbaminsäurehalogenid enthaltenden Absorptionsflüssigkeit in das erste Reaktionsgefäß und Rückführung des gereinigten Inertgases in das zweite Reaktionsgefäß.
Die Herstellung von Isocyanaten durch thermische Zersetzung von Carbaminsäurehalogeniden in Gegenwart von inerten organischen Lösungsmitteln ist bekannt. Die Reaktion kann durch folgende Gleichung wiedergegeben werden:
R—N—C—X
H O
R-N = C = O + HX Um die Rückreaktjon zu verhindern, muß der Halogenwasserstoff aus dem Gleichgewicht entfernt werden.
Bei Durchführung der Zersetzung in Gegenwart
s organischer Basen, wie tertiärer Amine oder von N.N-Dialkylcarbonsäureamiden (DE-OS 15 93 554) oder wäßriger Lösungen oder Suspensionen von Säurebindemittel, wie Alkali- und Erdalkalihydroxiden, Alkali- und Erdalkalicarbonaten, Alkalihyclrogencarbo naten, Trialkylaminen, Pyridin und N-Methylpiperidin (GB-PS 12 08 862) kann der bei der Reaktion gebildete Halogenwasserstoff gebunden werden.
Die genannten Verfahren haben den Nachteil, daß die Isocyanate in einem Medium entstehen, in dem sie gegen Zersetzung empfindlich sind. Aus Houben-Weyl, Methoden der organischen Chemie, Band 8, Seite 136 11952), ist bekannt, daß Isocyanate in Gegenwart tertiärer Amine dimerisieren. Gegenüber wäßrigem Alkali sind sie äußerst inst-bil und gehen selbst bei Verwendung stöchiometrischer Mengen aji wäßrigem Alkali zu einem großen Teil in Carbaiminate bzw. Carbaminsäuren über.
Eine Arbeit in Annalen der Chemie 562, 75 bis 109 (1949), beschreibt die thermische Zersetzung von N-Phenyl-carbaminsäurechlorid, wobei darauf hingewiesen wird, daß die Isolierung der Isocyanate nur gelingt, wenn der entstehende Chlorwasserstoff durch chemische Agenzien, wie gebrannten MaIk, gebunden wird. Hierbei treten gelegentlich Nebenreaiktionen, wie die Bildung polymerer Isocyanate, auf.
Außerdem soll die Zersetzung nur bei aromatischen, aber nicht bei aliphatischen Carbaminsäurechloriden zu Isocyanaten führen. '
Die DE-PS 11 93 034 empfiehlt dagegen,, den bei der
thermischen Zersetzung von N-Alkylcarbaminsäurechloriden entstehenden Chlorwasserstoff über einen Rückflußkühler aus dem Reaktionsraum abzuführen und gleichzeitig das entstehende Isocyanat über eine getrennt angeordnete Kolonne abzudestillieren.
Außerdem wurde ein Verfahren beschrieben (DE-OS 24 11 442), bei dem die thermische Zersetzung zu aliphatischen Isocyanaten unter Durchleiten eines Inertgases durch das Reaktionsgemisch durchgeführt und der entstehende Halogenwasserstoff zusammen mit diesem Inertgas aus dem Reaktionsraum entfernt wird. Mit den Gasen mitgerissenes Lösungsmittel, Isocyanat und Carbaminsäurehalogenid können beispielsweise mit Lösungsmittel ausgewaschen und einer erneuten thermischen Zersetzung unterworfen werden. Das so
so behandelte Inertgas enthält aber weiterhin noch Halogenwasserstoff. Von seiner technisch sinnvollen Reinigung und anschließenden Wiederverwendungsmöglichkeit hängt weitgehend die Rentabilität des gesamten Verfahrens ab. Die Befreiung des Inertgases von Halogenwasserstoff ist deshalb notwendig, weil sich dieses bei seiner Rückführung in den Kreisprozeß mit Halogenwasserstoff anreichern würde. Entsprechend dem Anstieg des Halogenwasserstoffpartialdruckes im Gasraum würde die Konzentration an Halogenwasser stoff in der carbaminsäurehalogenid- und isocyanathalti gen Lösung zunehmen und die Carbaminsäurehalogenid-Rückbildung aus Isocyanat und Halogenwasserstoff begünstigen. Eine auch nur annähernd vollständige thermische Halogenwasserstoffabspaltunj; aus den Alkylcarbaminsäurehalogeniden wäre bei einer Rückführung des mit Halogenwasserstoff beladenen Inertgases nicht möglirh.
Die aus diesen Gründen notwendige Abüorotion des
mit dem Inertgas abgeführten Halogenwasserstoffes in Wasser zu Salzsäure und anschließende Rückführung des Inertgases in den Kreisprozeß macht eine scharfe Trocknung des von Halogenwasserstoff befreiten Inertgases vor der Rückführung unbedingt erforderlich, da sowohl Alkylcarbaminsäurehalogenide als auch Alkylisocyanate äußerst feuchtigkeitsempfind'ich sind. Gerade diese Trocknung macht die Inertgasrückgewinnung und damit das gesamte Verfahren äußerst kostspielig.
Es wurde nun gefunden, daß man aliphatische Isocyanate der Formel
R-N=C=O I
in der R einen aliphatischen Rest mit I bis 10 Kohlenstoffatomen bedeutet, durch thermische Zersetzung von aliphatischen Carbaminsäurehalogeniden der Formel
R—N—C —X
I Il
H O
in der R die vorgenannte Bedeutung hat uid X für Halogen steht, in Gegenwart eines inerten, organischen Lösungsmittels vorteilhaft erhält, wenn man die thermische Zersetzung in Gegenwart des inerten, organischen Lösungsmittels in einem ersten Reaktionsgefäß maximal bis zur Gleichgewichtseinstellung durchführt, den dabei abgespaltenen Halogenwasserstoff über einen Rückflußkühler abtrennt, das im ersten Reaktionsgefäß erhaltene Carbaminsäurehalogenid-Isocyanat-Gemisch in ein zweites Reaktionsgefäß überführt, dort die thermische Zersetzung des restlichen Carbaminsäurehalogenids unter Durchleiten von Inertgas weiterführt,
den mit dem Inertgas abgeführten Halogenwasserstoff mit Isocyanat unterhalb der Zersetzungstemperatur zu Carbaminsäurehaiogenid umsetzt, die so erhaltene Carbaminsäurehaiogenid enthaltende Mischung in das erste Reaktionsgefäß einleitet und das so gereinigte Inertgas in das zweite Reaktionsgefäß zurückführt
Das erfindungsgemäße Verfahren hat gegenüber dem Verfahren nach der DE-OS 24 11 442 folgende Vorteile:
Das in das zweite Reaktionsgefäß eingeleitete Inertgas wird im Kreis geführt Das Verfahren wird weder durch die Verwendung groüer Mengen von Frischinertgas noch durch Trocknungsmaßnahmen, die nach der Abtrennung von Halogenwasserstoff durch Absorption in Wasser erforderlich werden, kostenbelastet
Die Gesamtmenge des bei der Reaktion freiwerdenden Halogenwasserstoffes wird aus dem ersten Reaktionsgefäß und ohne Durchleiten von Inertgas ausgetrieben, so daß das Auffangen des Halogenwasserstoffes, z. B. durch Absorption in Wasser, die üblicherweise in Kolonnen durchgeführt wird, mit geringerem apparativen Aufwand verbunden ist
Bevorzugte Ausgangsstoffe II und dementsprechend bevorzugte Bndstoffe I sind solche, in deren Formeln R einen Alkylrest mit 1 bis 10, vorzugsweise 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, insbesondere mit 2 bis 3 Kohlenstoffatomen, einen Alkenylrest oder einen Alkinylrest mit jeweils 2 bis 6 Kohlenstoffatomen und X ein Bromatom oder vorzugsweise ein Chloratom bezeichnet Die vorgenannten Reste können noch durch unter den Reaktionsbedingungen inerte Gruppen und/oder Atome, z.B. Alkylgruppen, Alkoxygruppen oder Alkylmercaptogruppen mit jeweils 1 bis 5 Kohlenstoffatomen, Chloratome, substituiert sein.
Als Ausgangsstoffe II kommen beispielsweise in Betracht:
Methyl-, Äthyl-, n-Propyl-, i-Propyl-, η-Butyl-, i-Butyl-, sek.-ButyI-, t-Butyk 2-MethylbutyI-(l)-, 3-MethyIbutyl-(I)-, 2-Methylbutyl-(2)-, 3-Methylbutyl-(2)-, Pentyl-(l)-, Pentyl-(2)-, PentyI-(3)-, neo-Pentyl-, n-Hexyl-, n-Octyl-,
ίο Allyl-, 33-Dimethyl-alIyI-(3)-, 3-Methyl-3-äthyl-aIlyI-(3)-, Butin-(l)-yl-(3)-, 3-Methyl-butin-(l)-yl-(3)-, 3-Methylpentin-(l)-yl-(3)-, 2-Methoxy-äthyl-, 2-Äthoxyäthyl-, 3-Methoxypropyl-, 3-Äthoxypropyl-, 1-Methoxy-butyl-(2)-, l-n-Propoxy-propyI-(2)-, Methoxy-t-butyl-, Äthoxy-
t-butyl-, Methylmercapto-, Äthyimercapto-carbaminsäurechlorid und entsprechende Carbaminsäurebromide. Bevorzugt sind Äthylcarbaminsäurechlorid, n-Propylcarbaminsäurechlorid und Isopropylcarbaminsäurechlorid.
Die Zersetzung wird im allgemeinen bei einer Temperatur von +30 bis 180° C, vorzugsweise von 45 bis 1400C, insbesondere von 70 bis VTC, zweckmäßig unter Rückfluß bei der Siedepunktcieraperatur des Zersetzungsgemisches von Ausgangsstoff II und Lö sungsmittel drucklos oder unter Druck, kontinuierlich oder diskontinuierlich durchgeführt
Man verwendet unter den Reaktionsbedingungen inerte, organische Lösungsmittel, vorteilhaft solche, die den Ausgangsstoff II gut lösen, aber den Halogenwas serstoff nicht oder nur wenig lösen. Zweckmäßig wählt man Lösungsmittel mit einem Siedepunkt von mindestens 60° C. Beispielsweise kommen als Lösungsmittel in Betracht: aromatische Kohlenwasserstoffe, z. B. Benzol, Toluol, Äthylbenzol, o-, m-, p-Xylol, Isopropylbenzol, o-, m-, p-Cymol, Methylnaphthalin; Halogenkohlenwasserstoffe, insbesondere Chlorkohlenwasserstoffe, z. B. Tetrachloräthylen, Tetrachloräthan, Tetrachlorkohlenstoff, Trichloräthan, Trichlorethylen, Pentachloräthan, cis- Dichlorethylen, o-, m-, p-Difluorbenzol, 1,2-DichIor- äthan, 1,1 -Dichloräthan, n-Propylchlorid, 1,2-cis-Dichloräthylen, n-Butylchlorid, 2-, tert- und iso-Butylchlorid, Chlf.-rbenzol, Brombenzol, Jodbenzol, o-, p- und m-Dichlorbenzol, Fluorbenzol, o-, p-, m-Dibrombenzol, o-, m-, p-Chlortoluol, 1 ^-Trichlorbenzol, 1,19-Dibromdekan, Amylchlorid, Cyclohexylchlorid, 1,3-Dichlorpropan, 1,4-Dichlorbutan, Isopropylbromid, n-Propylbromid, Butylbromid, Äthyljodid, Propyljodid, Chlornaphthalin, Dichlornaphthaltn, 1,4-Dibrombutan; Äther, z. B.
n-Butyläthyläther, Äthylpropyläther, Methyl-tert-butyläther, Di-n-butyläther, Di-iso-amyläther, Di-iso-propyläther, Anisol, Phenetol, Cyclohexylmethyläther, Tetrahydrofuran, Thioanisol, ß^'-Dichlordiäthyläther; Ketone, wie Methyläthylketon, Diäthylketon, Acetophenon, Cyclohexanon; Ester« wie Methylacetat, Benzoesäuremethylester, Methylpropionat, Butylacetat Äthylformiat Essigsäureätbylester, Phthalsäureinethylester, Phenylacetat; Nitrokohlenwasserstoffe, wie Nitromethan, Nitroäthan, Nitrobenzol, o-, m-, p-Chlornitroben- zol, o-Nitrotoluol: Nitrile, wie Acetonitril, Benzonitril, m-Chlorbenzonitril, aliphatische oder cycloaliphatische Kohlenwasserstoffe, z. B. Decan, Dodecan, Hexan, Heptan, Nonan, Benzinfraktionen, Cyclohexan, Methylcyclohexan, Cyclooctan, Cyclododecan, Petroläther,
b5 Dekalin, Ligroin, 2,2,4-Trimethylpentan, 2,2,3-Trimethylpentan, 2,3,3-TrimethyIpentan, Octan und entsprechende Gemische. Zweckmäßig verwendet man das Lösungsmitte! in
einer Menge von 50 bis 3000 Gewichtsprozent, vorzugsweise von 80 bis 900 Gewichtsprozent, bezogen auf den Ausgangsstoff 11.
Als unter den Reaktionsbedingungen inerte Gase (Inertgas) werden zweckmäßig Edelgase, wie Xenon, Argon, Neon, Helium; Alkane, wie Methan, Äthan, Propan, 2,2-Dimethylpropan, Butan, Pentan, Isobutan; gasförmige Halogenkohlenwasserstoffe, wie Tetrafluormethan, Dichlormethan, Chlormethan, Brommethan, Hexafluoräthan, Chloräthan, Fluoräthan; gasförmige metallorganische Verbindungen, wie Tetramethylsilan; Äther, wie Dimethyläther, Methyläthyläther; bevorzugt Stickstoff, Sauerstoff, Luft und/oder Kohlendioxid, und entsprechende Gemische verwendet.
In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens kommen mindestens 80, vorzugsweise von 150 bis 10 000, insbesondere von 200 bis 8000 Volumenteile Inertgas je Volumenteil Ausgangsstoff Il in Betracht, wobei es vorteilhaft ist, die Menge an Lösungsmittel auf die vorstehend angegebene Menge Lösungsmittel, bezogen auf Ausgangsstoff II, einzustellen. Bevorzugt ist eine Strömungsgeschwindigkeit des durch das Zersetzungsgemisch geleiteten Inertgases von 10 bis 300, insbesondere 30 bis 240 Volumenteilen pro Stunde je Teil Ausgangsstoff II.
Zur Reinigung des Inertgases von Halogenwasserstoff verwendet man isocyanathaltige Lösung, die man vorteilhaft dem ersten und/oder dem zweiten Reaktionsgefäß entnimmt.
Die Rekombination von Halogenwasserstoff und Isocyanat zu Carbaminsäurehalogenid verläuft bei einer Temperatur unterhalb der Zersetzungstemperatur, vorzugsweise in einem Bereich zwischen -30 und + 400C.
Das Verfahren nach der Erfindung kann diskontinuierlich oder vorteilhaft kontinuierlich, drucklos und/ oder unter Druck durchgeführt werden, vorteilhaft in der ersten Stufe drucklos und in der zweiten Stufe unter dem Druck, der im wesentlichen durch die Widerstände gegeben ist. die dem Inertgas von der Reaktionsmischung im zweiten Reaktionsgefäß und der Inertgaswaschflüssigkeit unter den apparativen Gegebenheiten entgegengesetzt werden.
Die Zersetzung der Carbaminsäurehalogenide Il kann auch in mehr als zwei Stufen durchgeführt werden, wobei die zusätzlichen Stufen Bindeglieder zur ersten und zweiten der beschriebenen Stufen sind.
Die nach dem Verfahren der Erfindung herstellbaren Isocyanate, vorzugsweise Äthyl-, n-Propyl-, Isopropylisocyanat, sind wertvolle Ausgangsstoffe für die Herstellung von Pflanzenschutzmitteln, Schädlingsbekämpfungsmitteln, Farbstoffen, Kunstharzen und Kunststoffen, Texlilhydrophobierungsmitteln, Waschmitteln, Bleichmitteln und Klebstoffen. Insbesondere sind ihre Umsetzungen zu Urethanen, z. B. für die = Verwendung als Schaumstoffe oder hochmolekulare Überzüge mit hoher Flexibilität, oder Harnstoffen von Bedeutung. Bezüglich der Verwendung wird auf vorgenannte Veröffentlichungen und Ulimanns Encyklopädie der technischen Chemie. Band 9, Seiten 11.12, *■ 404, und Band 17. Seite 204, verwiesen.
Eine kontinuierlich arbeitende Apparatur ist in der Abbildung wiedergegeben. Sie besteht in ihren wesentlichen Teilen aus dem Vorratsgefäß 3 für die Mischung aus Carbaminsäurehalogenid und Lösungsmittel, aus dem Reaktionsgefäß 1 (2500 Volumenteile Flüssigkeitsraum), dessen inhait auf RückfiuBtemperatur erhitzt ist. mit Rührer 4. aufeesetzter Zuiaufvorlaee 5 für die Mischung ai's Alkylcarbaminsäurehalogenid und Lösungsmittel, aufgesetztem Rückfluß-Kühler 6, über den der gesamte Halogenwasserstoff entweicht, mit Rückflußüberlaufvorlage, aus der ein Teil des Rückflußkon-
■ densats in das Reaktionsgefäß 1 zurückfließt; einem Kühler 7, durch den ein anderer Teil aus der Rückflußüberlaufvorlage gepumpt (Pumpe 8) und dabei gekühlt wird; einer mit Raschig-Ringen gefüllten, isolierten Absorptionskolonne 9, auf die diese gekühlte
ι RückfluBiiberlaufvorlageflüssigkeit geführt wird und deren Ablauf in das Reaktionsgefäß 1 zurückfließt; dem Reaktionsgefäß 2 (2200 Volumenteile Flüssigkeitsraum), dessen Inhalt auf Rückflußtemperatur erhitzt ist, mit Rührer 10, Zulaufnuiglichkeit aus dem Reaktionsgefäß
ι 1, einer Inertgaseinleitung 11 und einem Rückflußkühler 12, über den das mit Halogenwasserstoff beladene Inertgas im Gleichstrom mit der gekühlten Rückflußüberlaufvorlageflüssigkeit auf die Absorptionskolonne 9 geführt wird; einem Gebläse 13, das das in der Absorptionskolonne vom Halogenwasserstoff gereinigte Inertgas in das Reaktionsgefäli 2 zurückführt; dem Kühler 14 und einer Vorlage 15 für die aus dem Reaktionsgefäß 2 ablaufende, isocyanathaltige Lösung. Die Zersetzung kann beispielsweise — entsprechend
ι der Abbildung — wie folgt durchgeführt werden:
Der Ausgangsstoff II wird im Gemisch zusammen mit dem Lösungsmittel oder getrennt vom Lösungsmittel dem Reaktionsgefäß 1 unter Rühren kontinuierlich zugeführt Der Inhalt des Reaktionsgefäßes ist auf
ι Rückflußtemperatur erhitzt. Der gesamte Halogenwasserstoff entweicht durch den Rückfluß-Kühler 6. Eventuell mit dem Halogenwasserstoff durch den Kühler mitgerissenes Isocyanat, Carbaminsäurehalogenid und/oder Lösungsmittel können beispielsweise mit
< Lösungsmittel ausgewaschen und in das Reaktionsgefäß
1 zurückgeführt werden. Der abgeführte Halogenwasserstoff kann mit Wasser zu Halogenwasserstoffsäure absorbiert werden. Vom Reaktionsgefäß 1 fließt die Lösung mit weitgehend zu Alkylisocyanat zersetztem
> Alkylcarbaminsäurehalogenid nach Maßgabe des Zulaufs zum Reaktionsgefäß 1 in das ebenfalls auf Rückflußtemperatur erhitzte Reaktionsgeiäß 2. Durch das Gemisch im Reaktionsgefäß 2 wird Inertgas geleitet. Es entweicht zusammen mit dem im Reaktionsgefäß 2 abgespaltenen Halogenwasserstoff durch den Rückfluß-Kühler 12 und wird im Gegenstrom oder — wie in der Abbildung — im Gleichstrom mit der Absorptionslösung der Absorptionskolonne zugeführt. Diese Absorptionslösung entstammt dem Reaktionsgefäß 1 und/oder
2 oder — entsprechend der Abbildung — einer Rückflußüberlaufvorlage des Kühlers 7 und/oder einer nicht eingezeichneten Rückflußüberlaufvorlage des Kühlers IZ In jedem Fall wird die Absorptionsflüssigkeit gekühlt der Absorptionskolonne zugeführt. Die Menge an zugeführter Absorptionsflüssigkeit ist mindestens so groß, daß der aus dem Reaktionsgefäß 2 stammende Halogenwasserstoff bei der Temperatur in der Kolonne durch das Isocyanat in der Absorptionsflüssigkeit vollständig gebunden wird. Die mit Carbaminsäurehalogenid angereicherte Absorptionsflüssigkeit läuft in das Reaktionsgefäß 1 ab, während das halogenwasserstofffreie Inertgas, gegebenenfalls nach Passieren eines nachgeschalteten Kühlers, beispielsweise mittels eines Gebläses dem Reaktionsgefäß 2 erneut zugeführt wird. Die zu Isocyanat zersetzte Carbaminsäurehalogenidlösung im Reaktionsgefäß 2 kann über den Kühler 14 einer Sammeivoriage zufließen und direkt als solche zu weiteren chemischen Umsetzungen
eingesetzt oder zur Isolierung de.. Isocyanats einer fraktionierten Destillation unterworfen werden.
Beispielhafte Ausführungen des Verfahrens zur Herstellung von Äthylisocyanat, n-Propylisocyanat und i-Propylisocyanat sind der folgenden Tabelle in Verbindung mit der Abbildung zu entnehmen.
Die in der Tabelle aufgeführten Werte wurden bei laufendem Betrieb der Apparatur gemessen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Tabelle X C2/C C4/C5 ai/a2 aj/04 f. f2 Ausbeute Sdp. vO K)
R in Lösungsmittel C| Messung Verhältnis Verhältnis gasantlyt. gasanulyt. Zulauf in Inertgas- an destill. CTl 0
RNHCOCl Konzen nach χ RNHCOCI/ RNHCOCI/ Zusammen Zusammen Vol-Teilen menge in RNCO, be O
tration an Stunden RNCO in RNCO in setzung HCl/ setzung HCl/ pro Std. Vol-Teilen zogen auf U)
RNHCOCl Betriebs Gew.-% Gew.-% RNHCOCl RNHCOCl pro Std. eingesetztes
in Oew.-% zeit (s. Zeichn.) (s. Zeichn.) in Vol-% m Vol-% RNHCOCl O
(s. Zeichn.) (s. Zeichn.)
46.5 2/18.2 -/21 2,1/<51O~2 <O,l/<5lO-2 500 50 000 (N2) 98% 74° C
1-C3H7 Toluol 26,3 47.5 500 50 000(N2)
48.5 3/19 -/20,6 3,0/<5·10~2 <0,1/<5·10"2 500 50 000 (N2)
49.5 500 50 000(N2)
50.5 3/18 -/19 500 50 000(N2)
32 4-5/26 <0,l/23 3,5/<51Ο"2 <0,l/<510"2 400 70 000 (CO2) 96% 88° C
U-C3H7 Chlorbenzol 32,3 33 400 70 000(CO2)
34 4/27 <0,l/24 2,7/<5·10'2 <0,l/<5-10"2 400 70 000(CO2)
35 400 70 000(CO2)
36 4/27 <0,l/24 400 70 000(CO2)
35 2.5/17 0,2/14 l,2/<510"2 <0,l/<5 10 2 300 60 000 (N2) 95% 59.5-60.5° C
C2H5 Methylcyclo- 21 36 300 60 000(N2)
hexan 37 3/17 0.3/12 1,9/<5·1Ο"2 <0,l/<5· 10 2 300 60 000 (N:)
38 300 60 000(N2)
39 2/18 0.2/13 300 60 000(N2)

Claims (1)

  1. Patentansprüche;
    t. Verfahren zur Herstellung von aliphatischen Isocyanaten der Formel
    R-N=C=O I
    in der R einen aliphatischen Rest mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen bedeutet, durch thermische Zersetzung von aliphatischen Carbaminsäurehalogeniden der Formel
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