DE249331C - - Google Patents

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DE249331C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C17/00Preparation of halogenated hydrocarbons

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- M 249331 KLASSE 12 o. GRUPPE
Dr. E. KOELITZ in BERLIN.
Verfahren zur Herstellung von Chloroform.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 25. Juni 1910 ab.
Die bisherige Darstellung von Chloroform in der Technik erfolgte derartig, daß man wässerige Lösungen von Alkohol mittels Chlorkalk destillierte oder zunächst hochprozentigen Alkohol mit Chlor sättigte und das so vorchlorierte Produkt mit einem Gemisch von Ätzkalk und Chlorkalk destillierte. In jedem Falle wurde ein möglichst reiner Alkohol angewendet, indem man die Einwirkung von
ίο Chlor auf andere organische Körper, der entstehenden Nebenprodukte wegen, vermied. Es hat sich nun gezeigt, daß man Chloroform in guter Ausbeute aus alkoholhaltigen Würzen oder Maischen durch Einwirkung von Chlorkalk gewinnen kann. Es ist dies deshalb überraschend, weil der Alkohol der Würzen oder Maischen in ziemlich verdünntem Zustande vorhanden ist, weshalb nicht zunächst zu erwarten war, daß die Reaktion trotz der Verdünnung in vollständiger Weise zu Ende geführt werden kann. Weiter mußte gerade die Maische oder Würze als Ausgangsmaterial für die Chloroformgewinnung ungeeignet erscheinen, da in der Maische oder Würze zahlreiche organische Verbindungen vorhanden sind, die nach ihrer Natur nicht vollständig aufgeklärt sind, von denen man aber annehmen mußte, daß sie mit Chlor bzw. Chlorkalk in Reaktion treten und entweder die Bildung von Chloroform überhaupt verhindern oder nur stark verunreinigtes Chloroform liefern würden. Man mußte daher damit rechnen, daß eine Reinigung des Chloroforms schwierig sein würde, was den Prozeß zur Herstellung von Chloroform technisch undurchführbar gemacht hätte, weil für die haupt
sächlich in Betracht kommenden Verwendungsarten des Chloroforms in erster Linie reine Produkte notwendig sind. Es hat sich gezeigt, daß die in der Maische neben Alkohol vorhandenen Stoffe teilweise die Ausbeute an Chloroform zu steigern vermögen und andererseits schwieriger mit Chlorkalk reagieren als Alkohol, wodurch die Nebenreaktionen zurückgedrängt werden.
Als Ausgangsmaterial zur Darstellung von Chloroform nach dem vorliegenden Verfahren benutzt man vergorene Würze oder Maische, wie dieselbe für Brennereizwecke hergestellt wird. Diese Würzen oder Maischen enthalten je nach der Herstellung Säuren, und zwar entweder Mineralsäuren, wie Schwefelsäure oder organische Säuren, namentlich Milchsäure.
Die Ausführung des Verfahrens kann in folgender Weise geschehen: 3,4 1 gewöhnliche, von der Hefe befreite Lufthefenwürze, die beispielsweise in 100 ecm 0,77 Tralles Alkohol enthält, werden in einem verschließbaren, mit Dampfeinlaß- und -ableitungsrohr versehenen Kochgefäß mit 1,5 kg Chlorkalk (mit 30 bis 32 Prozent wirksamen Chlors) vermischt. Man leitet langsam Wasserdampf ein, wobei eine Destillation stattfindet. Im Anfange wird gekühlt, die Destillation beginnt bei etwa 55 ° C. Wenn die Reaktion nachläßt, wird erwärmt. Die Temperatur für die Bildung des Chloroforms liegt unterhalb der Temperatur, bei welcher die sonst noch in der Maische oder Würze vorhandenen organischen Stoffe angegriffen werden. Die abziehenden Dämpfe werden vorteilhaft in weitere Kochgefäße ge-
leitet, in denen gleichfalls Chlorkalkmilch vorhanden ist. Die Führung des Verfahrens geschieht am besten nach dem Gegenstromprinzip, so daß die frische Maische mit bereits verwendetem Chlorkalk in Berührung kommt, während die abziehenden Dämpfe mit frischer Chlorkalklösung in Berührung treten. Es werden vorteilhaft mehrere Vorlagen mit Chlorkalk vorgelegt. Dieselben werden auch zunächst gekühlt und dann erwärmt. Schließlich werden die abziehenden Dämpfe kondensiert.
Die Ausbeute betrug 17,5 ecm Chloroform vom Siedepunkt 61,2 0C.
Wenn man aus der Maische erst den Alkohol durch Destillation isoliert und diesen dann mit Chlorkalk behandelt, so erhält man aus 3,4 1 Maische 14 ecm Chloroform vom Siedepunkt 6i,2°C. Man erhält auf Alkohol bezogen bei dem vorliegenden Verfahren 24,7 Prozent Chloroform, aus reinem Alkokol 20 Prozent Chloroform. Die Mehrausbeute bei Verarbeitung von Maische an Stelle des reinen isolierten Alkohols dürfte auf die gleichzeitige Anwesenheit der Milchsäure zurückzuführen sein.
An Stelle der Lufthefenwürze kann auch jede beliebige andere Würze oder Maische angewendet werden.
Obgleich jede Maische, die Alkohol enthält, für das vorliegende Verfahren geeignet ist, hat sich diejenige Maische, die Milchsäure enthält, als besonders geeignet erwiesen. Es beruht dies darauf, daß Milchsäure mit Chlorkalk gleichfalls Chloroform bildet, und zwar unter Bedingungen, bei denen die weiter in der Maische vorhandenen organischen Stoffe nicht wesentlich angegriffen werden. Die Verarbeitung der Milchsäure enthaltenden Maische geschieht in der gleichen Weise wie bei einer Milchsäure freien Maische.

Claims (3)

Patent-Ansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von Chloroform, dadurch gekennzeichnet, daß unabgebrannte Maische oder Würze mit Chlorkalk in der Wärme behandelt wird.
2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Maische oder Würze eine Milchsäure enthaltende verwendet wird.
3. Die Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Dämpfe aus der Behandlung der Würze oder Maische mit Chlorkalk über weitere Chlorkalklösungen in der Wärme geleitet werden.
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