KAISERLICHES
PATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 7#. GRUPPE
EMIL LANGE in CASSEL.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 20. Oktober 1910 ab.
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Falzen von Rohren und anderen Hohlkörpern,
die den Vorteil bietet, daß mit ihr sehr starke Bleche bearbeitet werden können, sowie daß
die Herstellung von Rohren mit stark wechselndem Durchmesser erleichtert ist.
Die Zeichnung gibt eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes wieder; die Fig. ι
bis 3 zeigen die Vorrichtung in Seiten- und
ίο Vorderansicht und Grundriß, während Fig. 4
eine Einzelheit in größerem Maßstabe veranschaulicht.
Die Vorrichtung besteht im wesentlichen aus zwei rotierenden Walzen α und b, die in
den Ständern c und d gelagert sind. Die Ständer c, d sind in dem Bett e schlittenartig
geführt und können durch das in die Zahnstange f greifende Zahnrad g hin und her bewegt
werden. Zwischen den Walzen α und b ist ein Dorn h in beliebiger Weise gelagert,
der als Widerlage für die Walzen dient.
Die Nähte haben zunächst die Gestalt, wie sie Fig. 4 bei i und k zeigt; diesen Nähten
entsprechend sind die Walzen α und b profiliert.
Sobald nun das- Rohr I über den Dorn h
geschoben ist, befinden sich beispielsweise die Walzen α und b noch vor dem Dorn, so daß
sie noch nicht die Nähte m und n. berühren.
Durch Anlassen des Motors 0 werden durch Zahnräderübersetzung einerseits die Walzen a
und b in Umdrehung und andererseits die Ständer c und d in Bewegung gesetzt. So
rollen sich die Walzen α und b auf den Nähten ab und geben diesen die erforderliche Innigkeit.
Hierbei ist ein Durchbiegen des DornesÄ, der wie dargestellt, als Gerippe ausgebildet
sein kann, ausgeschlossen, weil die gegeneinander wirkenden Walzen die erforderlichen
Drücke aufheben.
Mit der Vorrichtung können lange Rohre, ζ. B. für Schornsteine, gefalzt werden, so auch
Rohre für Zementmasteneinlagen, die immer erhebliche Länge haben. Mit Rücksicht auf
die Konizität solcher Rohre ist die Walze a in der Höhe einstellbar, indem sie in senkrecht
verschiebbaren Lagern φ und q ruht, die
mit Kolben r und s in Verbindung stehen und von Zylindern t und u aus mit Luft- oder
Wasserdruck belastet werden. Mit Rücksicht auf diese Lagerung der Walze α ist zur Übertragung
der Bewegung ein schwingendes Zahnrad ν angeordnet, das vermöge der Schenkel w
und χ wohl seine Höhenlage, nicht aber seine Entfernung von den übrigen Übertragungs-Organen
ändert und somit stets in Eingriff bleibt.
Es empfiehlt sich, den Dorn h drehbar zu lagern, damit alle Nähte ohne Herunterschieben
des Rohres oder Abheben des Domes gefalzt 6p werden können.
Patb ν τ-Anspruch :
Vorrichtung zum Falzen von Rohren und anderen Hohlkörpern mit feststehendem
Dorn und sich hin und her bewegenden Arbeitswalzen, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Walzen (a, b) in mit-
tels Zahnstangentrieb ff, gj hin und her
beweglichen Ständern (c, d) gelagert sind, und zwar die eine Walze (b) fest und die
andere (a) unter Einwirkung von hydraulisch oder pneumatisch belasteten Kolben
(r, s), wobei die Bewegungsübertragung von der fest gelagerten Walze (b) aus durch
an Schwinghebeln (w, x) angebrachte Zahnräder (v) erfolgt und der auf dem verschiebbaren
Gestell angeordnete Antriebsmotor (ο) durch Schneckenradgetriebe sowohl die fest
gelagerte Walze antreibt als auch durch Zahnräder die Fortbewegung der Ständer und somit des ganzen Gestelles bewirkt.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen,