DE246444C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JV* 246444 -KLASSE 42 c. GRUPPE
VIKTOR GLUSCHKOFF in STPETERSBURG.
Die hydrometrischen Flügel für Geschwindigkeitsmessungen
einer Strömung sind insofern von Nachteil, als in diesen Apparaten große Reibungsverluste auftreten, was unter Umständen
die Genauigkeit der Resultate sehr beeinträchtigen kann. Auch ist bei diesen Apparaten
nicht die Möglichkeit gegeben, gleichzeitig mit der Geschwindigkeitsmessung eine
Wasserprobe aus dem betreffenden Strömungspunkt zu entnehmen. Die nach ihrem Erfinder
Pitot benannte und u. a. von D a r c y verbesserte hydrometrische Röhre, Prinzip: Übersetzung
der Strömungsenergie des Wassers in hydraulische Druckhöhe, eignet sich nicht für
größere Wassermessungen; auch kann mit derselben das Maß aus dem Mittel der Geschwindigkeiten
in einem bestimmten Zeitraum nicht bestimmt werden. Eine gleichzeitig mit der Geschwindigkeitsmessung erfolgende Wasser-Probeentnahme
ist ebenfalls bei Benutzung der letztgenannten Apparate nicht möglich.
Mit den Wasserschöpfern (z. B. von Chuk ο w s k i , Runge u. a.) wird entweder eine,
nur geringe, von der Länge des Schöpfers abhängige Wassermenge geschöpft, oder aber der
Gehalt an Senkstoffen infolge zu starker Saug-. wirkung dieser Apparate nicht richtig bestimmt
werden.
Die vorliegende Erfindung bezweckt die Beseitigung dieser Nachteile und betrifft einen
Apparat zur Messung der mittleren Strömungsgeschwindigkeit unter gleichzeitiger Entnahme
einer Wasserprobe aus demselben Strömungspunkt. Die Erfindung geht von dem bekannten
Prinzip der Messung der Strömungsgeschwindigkeit nach der in der Zeiteinheit zugeflossenen Wassermenge
aus und baut dieses Prinzip insofern neu aus, als es hier zur Messung der mittleren Geschwindigkeit
in einem kleinen Teil eines Stromquerschnitts verwendet wird.
Der Apparat nach dieser Erfindung besteht im wesentlichen aus einem Sammelgefäß für
das unter dem Druck, der der Strömungsgeschwindigkeit entspricht, durch ein der Stromrichtung
entgegenstehendes Rohr einströmende Wasser, wobei vorher im Innern dieses Gefäßes
Druckausgleich zwischen äußerem, in der Höhe der Einströmmündung wirkenden hydrostatischen
Druck und innerem (d. h. in dem Gefäß herrschenden) Luftdruck hergestellt wird, was
am besten dadurch geschieht, daß um das Meßgefäß ein Luftraum angeordnet wird, der
jedoch so mit dem ersteren zusammenhängt, daß wohl eine Luftüberströmung aus einem
Raum in den anderen, nicht aber eine Wasserüberströmung stattfinden kann, während durch
eine enge, in der Stromrichtung und in derselben Höhe wie die Ausflußmündung des Einströmrohres
liegende längliche Spalte automatisch der oben erwähnte Druckausgleich sich vollzieht, sei es durch Austreten von Luft
durch diese Spalte aus dem Innern des Apparates, sei es durch Eindringen von Wasser durch
diese Spalte in den Luftraum.
In der Zeichnung sind derartige hydromeirische Apparate dargestellt.
In den Fig. 1 bis 7, 8 bis 10 und 11 ist je eine
besondere Ausführungsform dargestellt.
Hinsichtlich des ersteren Apparate? zeigt Fig. ι einen senkrechten Längsschnitt nach der
Symmetrieachse,
Fig. 2 eine Stirnansicht,
Fig. 3 einen Schnitt nach A-B der Fig. i,
Fig. 4 einen Schnitt nach C-D der Fig. ι und 3, Fig. 5 einen Schnitt nach E-F der Fig. 3,
Fig. 6 einen Schnitt nach G-H der Fig. 1, 2 und 5, '
Fig. 4 einen Schnitt nach C-D der Fig. ι und 3, Fig. 5 einen Schnitt nach E-F der Fig. 3,
Fig. 6 einen Schnitt nach G-H der Fig. 1, 2 und 5, '
Fig. 7 ein besonderes Mundstück bei Anwendung des Apparates nahe dem Wasserspiegel.
Den zweiten Apparat zeigt Fig. 8 im Vertikalschnitt, während
Fig. 9 einen Schnitt nach K-L der Fig. 8 und Fig. 10 einen senkrechten Schnitt nach M-N
der Fig. 9 darstellt.
Fig. 11 zeigt eine besondere vereinfachte Ausführungsform.
Das Gefäß 1 und der Luftraum 2 (Fig. 1 bis 7)
stehen miteinander durch den . Kasten 3 in Verbindung; der letztere ist in vier im Kastenoberteil
8 zusammenlaufende Kanäle 4, 5, 6 und 7 abgeteilt, von denen die Kanäle 4 und 5
nach dem Gefäß 1 und die Kanäle 6 und 7 nach dem Luftraum 2 führen. Das Einfluß rohr 11
mündet in den Kanal 5 ein und ist an seinem oberen Ende 13 horizontal abgeschnitten. In
gleicher Höhe mit dem Ende 13 ist in der Seitenwand des Kanals 7 (Fig. 4 und 5) die Spalte 9
angeordnet, welche auf der anderen Seite in das Rohr 10 führt und dieses letztere demnach
mit dem Gefäß 1 durch den Kanal 7 in Zusammenhang bringt. Durch die Spalte 9, auf
die bei eingetauchtem Apparat von außen ein hydrostatischer Druck wirkt, wird im Innern
des Apparates automatisch ein gleicher Druck hergestellt, weil bei Überwiegen des inneren
Luftdruckes gegenüber dem äußeren hydrostatischen Druck die Luft durch die Spalte 9 in
Blasenform so lange austritt, bis Druckausgleich hergestellt ist und umgekehrt. Bei geringerem,
im Innern des Apparates herrschenden Luftdruck dringt Wasser von außen durch die Spalte 9 so lange in den Luftraum 2 ein,
bis die hierdurch erzeugte Luftverdichtung dem äußeren hydrostatischen Druck entspricht. Wird
jetzt das durch den Deckel 15 geschlossene, der Strömungsrichtung entgegenstehende Ende des
Rohres 11 geöffnet, so wird eine der herrschenden
Strömungsgeschwindigkeit entsprechende Wassermenge durch das Rohr 11 und den Kanal
5 in das Gefäß 1 eintreten. In einem beliebigen Querschnitt des Rohres 11 werden
hierbei zwei entgegengesetzte Druckgrößen wirken, nämlich einerseits, und zwar von unten,
der volle Strömungsdruck, welcher aus dem der Strömungsgeschwindigkeit und dem der
Senkungstiefe des Querschnittes entsprechenden hydrostatischen Druck besteht, anderseits, und
zwar von oben, nur der eine hydrostatische Druck, der sich aus dem auf das Rohrende 13
wirkenden Luftdruck und aus dem Gewicht des zwischen dem angenommenen Querschnitt
j und dem Rohrende 13 liegenden Wassersäule zusammensetzt, d. h. eine Druckgröße, die der
Senkungstiefe des angenommenen Querschnittes entspricht. In jedem Querschnitt des Rohres 11
macht sich also der Unterschied der beiden genannten entgegengesetzten Druckgrößen in
Form einer Wasserströmung merkbar. Es ist klar, daß der Unterschied der beiden genannten
Druckgrößen lediglich von der Stromgeschwindigkeit herrührt, so daß also Wasser selbst bei
der geringsten Bewegung in das Gefäß 1 eintritt. Dadurch wird natürlich eine entsprechende
Luftmenge durch die Spalte 9 nach außen abgeführt. Nach Verlauf einer gewissen
Zeit wird der Deckel 15 wieder geschlossen, der Apparat mittels der Stange 14 aus dem
Wasser gehoben, sodann das in dem Gefäß 1 sich befindliche Wasser durch den Hahn 17 in
ein Meßglas eingegossen und dessen Menge so bestimmt. Das Verhältnis der Menge zu der
Füllungszeit gibt dann die Größe des Wasserzulaufes für die Zeiteinheit, woraus sich ohne
weiteres die mittlere, während der Untersuchung herrschende Stromgeschwindigkeit bestimmen
läßt.
Zur Verwendung der Vorrichtung nahe der Stromoberfläche wird auf die Rohrspitze 12
das Mundstück 23 (Fig. y) aufgesetzt.
Eine Abänderung dieses Apparates kann insofern erfolgen, als die Spalte 9 etwas über dem
horizontalen Abschnitt 13 des Rohres 11 angeordnet
wird; dann wird der dem hydrostat!- j sehen Druck von außen auf die Spalte 9 entsprechende,
gleich große Luftdruck im Innern des Apparates geringer, als. der der Höhe des
Rohrendes 13 entsprechende hydrostatische Druck, so daß das durch Rohr 11 einfließende
Wasser jetzt nicht mehr allein unter einem ι der Stromgeschwindigkeit entsprechendenDruck,
sondern auch unter der Einwirkung des Druckunterschiedes zwischen dem hydrostatischen
Druck für die Höhe 13 und für die Höhe 9 steht. j Selbst im stehenden Wasser wird im letzteren
Falle in den Apparat eine gewisseWassermenge in j der Zeiteinheit eindringen, so daß also auf diese
[ Weise geringste Geschwindigkeiten gemessen werden können. Es kann auch die Spalte 9
etwas unter dem horizontalen Abschnitt 13 ; des Rohres 11 angeordnet sein/ so daß umgekehrt
jetzt der Wasserzufluß etwas langsamer erfolgt.
Die durch die Fig. 8, 9 und 10 dargestellte
Ausführungsform kennzeichnet sich durch fol- ; gende Merkmale:
Das im ersten Falle festliegende Gefäß 1 ist j durch ein abnehmbares, z. B. eine Flasche, ersetzt.
In diesem Gefäß fließt durch das Rohr- ! stück 5 die durch das mit horizontalem Abschnitt
13 versehene Rohr 11 strömende Wasser-
menge ein. Die durch Eindringen des Wassers aus der Flasche herausgestoßene Luft gelangt
durch das Röhrchen 4 in den oberen Teil 7 der Luftkammer 2, von wo sie in Blasenform durch
die Regulierspalte 9 des Kastens 10 nach außen strömt. Im übrigen ist die Wirkungsweise
mit der des Apparates nach Fig. 1 bis 7 gleich.
Nach einiger Zeit oder nach der Füllung der Flasche, was ein Glockensignal, das durch einen
in der Flasche in bestimmter Höhe eingestellten Schwimmerkontaktapparat betätigt wird, anzeigt,
wird der Apparat aus dem Wasser gehoben und die Flasche durch eine andere ersetzt.
Dadurch ist ein Wasserumgießen zwecks Messung der Wassermenge und der Entnahme
der Wasserprobe nicht mehr nötig, so daß die Flaschen also sogleich verkorkt und direkt ins
Laboratorium geschickt werden können.
Da die Spitze 12 des Einflußrohres 11 sich in
beliebiger Höhe unabhängig von der Stellung des Apparates befinden kann, so kann sie auch
mit dem Apparat mittels eines beliebig langen, biegsamen Rohres, z. B. Gummirohres, verbunden
und an eine besondere, auf einer langen Stange verschiebbare Muffe befestigt sein; die
Rohrspitze kann dann in jede gewünschte Tiefe eingestellt werden, der Apparat selbst aber
kann nach Belieben gehoben oder gesenkt werden, so daß seine Stellung von der Tiefe,
in der die Messung ausgeführt wird, nicht mehr abhängt. Der Apparat kann somit auch in
der Weise gestellt werden, daß die Regulierspalte 9 in den Wasserspiegel zu liegen kommt.
Diese Einstellung ist besonders von Vorteil, da der Apparat dabei lediglich unter atmospärischem
Druck arbeiten, daher seine Konstruktion bedeutend einfacher und der Verlauf der
Untersuchung deutlich sichtbar gemacht werden kann.
Die Fig. 11 stellt beispielsweise eine Ausführungsform
dieser Art dar.
Das Rohrende 12, das in einer längs einer Stange verschiebbaren Muffe sitzt,, ist durch
einen Gummischlauch 11 mit dem vorteilhaft in Siphonform umgebogenen, ebenfalls entlang
der genannten Stange verschiebbaren Rohrstück 17 verbunden, dessen freie Endfläche 13
bei der Strömungsmessung gewöhnlich im Wasserspiegel liegt. Kommt diese Endfläche
etwas unter den Wasserspiegel zu liegen, so ergibt sich, ähnlich wie bei den obenbeschriebenen
Apparaten, eine größere Empfindlichkeit.
Nachdem das siphonförmige Rohrstück vollgesaugt, das Rohrende 13 in die richtige Höhe
eingestellt und das untere Rohrende 12 der Stromrichtung entgegengestellt ist, wird Wasser
durch 12, 11 und 19 in das Gefäß 1 mit einer
Geschwindigkeit einfließen, die der Stromgeschwindigkeit in dem Punkt eines Stromquerschnittes
entspricht, in welchem sich das Rohrende 12 befindet. Vorteilhaft ist das
Gefäß ι in einen Kasten 2 eingesetzt. Ein Vorteil dieser Anordnung liegt in ihrer Einfachheit
und darin, daß der Gang der Messung stets sichtbar ist.
Claims (5)
1. Apparat zur Messung von Strömungsschwindigkeiten
unter gleichzeitiger Wasserprobeentnahme aus derselben Stelle des Stromquerprofils, gekennzeichnet durch ein
Meßgefäß mit einem der Stromrichtung entgegengerichteten Rohr, in welches Wasser
mit einem der Strömungsgeschwindigkeit entsprechenden Druck einfließt, wobei im Innern dieses Gefäßes zuvor Druckausgleich
zwischen innerem Luftdruck und von außen in der Höhe der Ausfiußmündung des genannten
Zuflußrohres wirkenden hydrostatischen Druck hergestellt ist.
2. Apparat nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein für die Wasseraufnahme
bestimmtes Gefäß (1) und eine mit diesem durch einen Verteilungskasten (3) in Verbindung
stehende Luftkammer (2), wobei in diesen drei Teilen bei eingesenktem Apparat ein Luftdruck herrscht, der dem in einer
Senkungstiefe entsprechend der Lage einer in einer Seitenwand des Verteilungskastens
(3) und nach einem offenen Rohr (10) führenden Spalte (9) herrschenden hydrostatischen
Druck entspricht, so daß dieser Druckausgleich stets automatisch, sei es durch Austreten von Luft durch die Spalte (9), sei
es durch Eindringen von Wasser in den Luftraum (2) hergestellt wird und das Wasser
aus der in derselben Höhe mit der Spalte (9) im Verteilungskasten (3) liegenden Mündung
(13) eines der Stromrichtung entgegengestellten Einströmrohres (11) unter einem
genau der in dem betreffenden Strompunkt herrschenden Strömungsgeschwindigkeit entsprechenden
Druck einströmt, wobei die in dem Gefäß (1) aufgefangene Wassermenge
als Wasserprobe dienen kann.
3. Ausführungsform des Apparates nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die innere Ausfiußmündung (13) des Einströmrohres
(11) hinsichtlich ihrer Lage zur Regulierspalte (9) tiefer bzw. höher zwecks
Beschleunigung bzw. Verzögerung der Wassereinströmung gelegt werden kann.
4. Ausführungsform des Apparates nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das Gefäß (1), in welchem das bei der Messung einströmende Wasser aufgefangen
wird, abnehmbar und auswechselbar angeordnet ist.
5. Vereinfachte Ausführungsform des Apparates nach Anspruch 1 zwecks Ermög-
lichung einer Übersicht über den A^erlauf
der Messung, gekennzeichnet durch ein Einströmrohr (ii) mit einer der Stromrichtung
entgegenstehenden, in beliebiger Senkungstiefe einstellbaren Einströmmündung (12)
und einer etwas über, im oder etwas unter dem Wasserspiegel liegenden, ebenfalls in
vertikaler Richtung verstellbaren Ausflußmündung (13), einen stets unter atmosphärischem
Druck stehenden, an der Oberseite geöffneten Kasten (2) und eine in diesem Kasten liegende, zum Auffangen des aus der
Mündung (13) des Einströmrohres (11) fließenden
Wassers bestimmte Flasche (1).
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE246444C true DE246444C (de) |
Family
ID=505323
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT246444D Active DE246444C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE246444C (de) |
-
0
- DE DENDAT246444D patent/DE246444C/de active Active
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